Roland Theis

Roland Theis (* 17. März 1980 in Neunkirchen (Saar)) ist deutsch-französischer[1] Politiker (CDU) und Jurist. Seit 2022 ist er wieder Abgeordneter im Landtag des Saarlandes, dem er bereits von 2009 bis 2017 angehörte. Von 2017 bis 2022 war er Staatssekretär im Saarländischen Justizministerium und Bevollmächtigter des Saarlandes für die Angelegenheiten der Europäischen Union.

Leben

Nach dem Studium der Rechts- und Politikwissenschaften an der Universität des Saarlandes und der Universität Paul Cézanne Aix-Marseille III legte Theis jeweils mit Prädikat sein erstes juristisches Staatsexamen 2005 und sein Assessorexamen 2008 ab. Er war Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung. Theis arbeitete als Jurist bei der Landesbank Saar und war Lehrbeauftragter an der Universität des Saarlandes unter anderem für Staats- und Medienrecht. Außerdem hat er einen Lehrauftrag an der Université de Lorraine in Nancy für Staatsrecht inne und unterrichtete unter anderem an der Université Paris II Panthéon-Assas deutsches Verwaltungsrecht. Seit dem Sommersemester 2022 lehrt er am Institut d’Études Politiques de Paris (SciencesPo). Er ist Absolvent des Marshall Memorial Fellowship des German Marshall Fund sowie des American Jewish Committee. Theis ist verheiratet und hat zwei Kinder.[2]

Politik

Von 2005 bis 2010 war Theis Landesvorsitzender der Jungen Union Saar und war zudem von 2005 bis 2012 stellvertretender Vorsitzender der Internationalen Kommission der JU Deutschlands. Roland Theis ist seit 2018 Kreisvorsitzender des CDU-Kreisverbandes Neunkirchen / Saar.

2009 kandidierte er erstmals auf der Landesliste der CDU für den Landtag und wurde als Abgeordneter gewählt. 2012 erfolgte seine Wiederwahl. Theis wurde im November 2010 zum Generalsekretär der CDU-Saarland gewählt. Im November 2014 wurde er in diesem Amt bestätigt.

Von 2012 bis 2015 war er stellvertretender Fraktionsvorsitzender, ab November 2015 parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion Saarland. Bei der Landtagswahl im Saarland 2017 wurde Theis wiedergewählt, musste das Mandat als Staatssekretär für Justiz und Europa im Kabinett Kramp-Karrenbauer III jedoch aufgeben. Am 26. April 2022 schied er mit dem Antritt des Kabinetts Rehlinger aus diesem Amt wieder aus. Bei der Europawahl 2019 war Theis Spitzenkandidat der CDU Saar, verfehlte jedoch trotz des besten Landesergebnisses für die CDU den Einzug ins Parlament.

Bei der Landtagswahl 2022 wurde er erneut in den Landtag gewählt. Im Zuge der Diskussionen um die Nachfolge für den Landesvorsitz der Saar-CDU lehnte Theis eine Kandidatur aus familiären Gründen ab.[2][3]

Ehrenamt

Von 2018 bis 2022 war Roland Theis Vorsitzender des Aufsichtsrats der Landesentwicklungsgesellschaft des Saarlandes.

Als erster Saarländer gehört er von 2014 bis zu ihrem Aufgehen in das Deutsch-Französische Jugendwerk dem Verwaltungsrat der Fondation Entente Franco-Allemande (FEFA) an. Ziel der FEFA war es, die deutsch-französischen Beziehungen in der Großregion zu fördern.

2014 wurde er in die Parteireformkommission „Meine CDU 2017“ der CDU Deutschlands berufen.

Im Rahmen des Projekts Business Act Grand Est der Région Grand Est sowie der Präfektur des Grand Est leitete Theis im Jahr 2001 als einziger politischer Vertreter aus Deutschland die Arbeitsgruppe zu den grenzüberschreitenden Beziehungen.

2022 übernahm Theis den Vorsitz des Conseil d‘ISFATES, dem Beirat des deutsch-französischen Hochschulinstituts, mit Sitz in Metz.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. https://www.zdf.de/nachrichten/politik/frankreich-wahlen-saarland-100.html
  2. a b Daniel Kirch: Personelle Neuaufstellung nach Debakel: Theis lehnt Kandidatur für Vorsitz der Saar-CDU ab – und warnt vor „Anfang vom Ende“ der Partei. In: Saarbrücker Zeitung. 31. März 2022, abgerufen am 3. April 2022.
  3. Carolin Dylla, Anne Staut: Saarländischer Rundfunk: Theis fordert Neubeginn für Saar-CDU. Abgerufen am 27. Juni 2022.