Regionaler Naturpark Golfe du Morbihan

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Lage des Parks

Der Regionale Naturpark Golfe du Morbihan liegt im französischen Département Morbihan in der Region Bretagne. Er erstreckt sich über den Großraum der Stadt Vannes und grenzt im Süden an den Atlantischen Ozean mit dem namengebenden Golf von Morbihan.

Parkverwaltung

Die Gründung des Naturparks erfolgte am 2. Oktober 2014. Der Park umfasst aktuell eine Fläche von rund 74.600 Hektar. Die Parkverwaltung mit dem „Maison du Parc“ hat ihren Sitz in Vannes (47° 39′ 7″ N, 2° 47′ 16″ W). 33 Gemeinden mit einem Einzugsgebiet von etwa 187.000 Bewohnern bilden den Park.

Größere Orte im Park

Landschaft

Golf und Küstengebiet

An der armorikanischen Atlantikküste gelegen, entspricht der Golf von Morbihan („Mor-bihan“ = „kleines Meer“ auf Bretonisch) einer Küstensenke, die mit zahlreichen Inseln übersät ist und über eine schmale Engstelle von nur etwa 1 Kilometer Breite mit dem Atlantik in der Bucht von Quiberon verbunden ist. Der Golf von Morbihan entstand vor mehreren Jahrtausenden durch einen Anstieg des Meeresspiegels im Atlantik, als die Flüsse bereits ihre Betten gegraben hatten. Deshalb drang das Meerwasser durch lange, schmale Mündungstrichter, die hier Rias genannt werden, weit ins Innere des Landes vor. Auch im heutigen Golfgebiet entstanden die unzähligen größeren und kleineren Inseln aus den ursprünglichen Hügeln, die nicht überflutet wurden. Wichtige Zuflüsse zum Golf sind: Crac’h, Auray, Bono, Vincin und Marle.

Die so entstandene Landschaft zeichnet sich durch ihre komplexe Struktur aus, in der Land und Meer eng miteinander verwoben sind, wo sich Süß- und Salzwasser zu Brackwasser vermischen und ein Mosaik von Umgebungen entwickeln, die mit den unterschiedlichen Gewässertypen verbunden sind. Weitere Besonderheiten sind eine Küstenlänge von rund 568 Kilometern mit Stränden, Felsküsten, Wattenmeer, Sümpfen und Salzwiesen. Das Wasser spielt eine wesentliche Rolle für die Natur und ihre Attraktivität für Fauna und Flora, aber auch für viele Aktivitäten wie Austernzucht, Fischerei und Freizeitaktivitäten. Sie alle sind auf eine gute Wasserqualität angewiesen. Das Gebiet ist auch für die große Menge an Zugvögeln berühmt, die zu verschiedenen Jahreszeiten hierher pendeln, einerseits aus den nordischen Ländern, andererseits aus den nordafrikanischen Flussdeltas. Das Gebiet beinhaltet auch das Naturschutzgebiet Marais de Séné.[1]

Festlandgebiet

Der Naturpark umfasst aber nicht nur die Küstenlandschaft um den Golf von Morbihan, sondern reicht nördlich von Vannes auch in die Festlandgebiete, die im Nordosten durch den kleinen Höhenzug Landes de Lanvaux begrenzt werden. Die Landschaftsform hier entspricht einer Bocage-Landschaft, enthält Feuchtgebiete, Moore, Wälder und wird für kleinteilige Landwirtschaft genutzt. Außer den Rias, die weit ins Land hineinreichen, gibt es im Nordosten einen einzigen nennenswerten Fluss, den Arz, welcher nach Osten zur Vilaine entwässert.

Kultur

Als Teil einer viele tausend Jahre zurückreichenden Geschichte zeugen der Golf von Morbihan und sein Umland von einer kontinuierlichen menschlichen Besiedelung. Besonders markant sind die zahlreichen Überreste der Megalithkultur aus der Jungsteinzeit mit ihren Dolmen und anderen Steinformationen. Das Territorium wurde um die zwei Häfen Vannes und Auray strukturiert, die beide in der Antike gegründet wurden. Vannes wurde im Mittelalter aufgrund seiner Hafentätigkeit als Bischofssitz zu einer der wichtigsten Städte des Herzogtums Bretagne. In der Zeit der Ausbreitung der katholischen Kirche entstanden auch die für die Bretagne markanten Baustile der Kirchen, wie der Umfriedete Pfarrbezirk und die vielen Steinkreuze im ganzen Lande. Von der Bevölkerung wird auch heute noch die bretonische Kultur stark gepflegt, besonders durch die Erhaltung der bretonischen Sprache, der bretonischen Musik und der bretonischen Tracht. Diese Traditionen werden auch heute noch bei vielen Festivals präsentiert, die auch einen hohen Zulauf an Touristen haben.

Probleme

Neben den globalen Problemen, wie der Klimakrise oder der Wasserverschmutzung, beobachtet das Gebiet um den Golf von Morbihan ein demografisches Wachstum von etwa 80 % in den letzten 40 Jahren und liegt somit weit über dem Durchschnitt des Départements. Dieses schnelle Bevölkerungswachstum hat zu einem hohen Flächenverbrauch zu Lasten der landwirtschaftlichen und natürlichen Flächen und allgemein zu Lasten der Lebensqualität der Einwohner geführt. Die stadtnahen Großräume von Vannes und Auray weiten sich aus und die Urbanisierung setzt sich am Küstenstreifen fort, wo immer mehr Zweitwohnungen zu finden sind. Die Bekanntheit des Golfs von Morbihan zieht auch jedes Jahr viele Besucher an, die wesentlich zur lokalen Wirtschaft beitragen. Die Touristenströme bleiben jedoch nicht ohne zunehmende Auswirkungen: Überbelegung bestimmter Orte, Nutzungskonflikte, Verkehrsprobleme und Koexistenz von gegensätzlichen Aktivitäten. Das Mosaik der Nutzungen und ihre starken Veränderungen erzeugen vielfältige Belastungen, die das Gleichgewicht des Territoriums schwächen und letztendlich die Harmonie seiner Entwicklung bedrohen.

Zielsetzung

Die Schaffung des Regionalen Naturparks mit einer Teilnahme von fast allen Gemeinden des Gebietes entspricht der Notwendigkeit, dieses Territorium, dessen Natur-, Kultur- und Landschaftserbe von hoher Qualität ist, zu schützen und zu verbessern. Sein Gleichgewicht muss durch ein langfristiges Projekt der nachhaltigen Entwicklung bewahrt werden.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Parc naturel régional du Golfe du Morbihan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. RNN Marais de Séné

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W1648-Crach StThuriau 1809 81062.JPG
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Croix de l'autel extérieur, église St-Thuriau, Crach.
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Un banquet de mariage à Locmariaquer vers 1920 (carte postale Henri Laurent).
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The restored cairn of the dolmen called 'La Table des Marchand' in Locmariaquer (Morbihan, Brittany, France)
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Plage de Béthaon, vue sur Pen Lan (Billiers), Fr-56 Ambon
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port de plaisance port crouesty bretagne france
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Govérig pond in Monterblanc (Morbihan, France)
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Baden (Morbihan) : tables ostréicoles au nord de Pointe Noire le long de la Rivière d'Auray ; à l'arrière-plan la rive droite de la Rivière d'Auray côté Crac'h.
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Exploitation de sel dans le marais de Lasné (Saint-Armel, Morbihan)
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City walls of Vannes, Morbihan, France, from tour Poudrière (= "Powder magazine Tower") to tour Joliette (="Joliette Tower"), during the "Photo de mer" festival in spring 2010.
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Chaumière du hameau de Cahire, à Plougoumelen (Morbihan)
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Les espaces naturels sensibles de la Petite Forêt, vue sur la rivière du Loch à Auray (Morbihan, France).
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Calvary, southern to Saint Amand hamlet, in Saint-Nolff (Morbihan, France)
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Cercle de Pluneret lors de la Noce Bretonne de Pluneret le 3 août 2014.
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Passerelle à travers les marais. Locmariaquer, Morbihan, France.

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Beauregard castle, in Saint-Avé (Morbihan, France)
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Entrée du Port du Bono durant la semaine du Golfe 2009. Prise de vue vers l'amont, depuis la rive gauche de la rivière du Bono.
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Calvary, Joachim Lamour street in Monterblanc (Morbihan, France)
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Calvaire de la chapelle Notre-Dame de Cran, à Treffléan (Morbihan)
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Végétation en bord de mer à Locmariaquer (Morbihan)
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Le bagad Elven lors du championnat national des bagadoù (deuxième catégorie) au FIL 2012.
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Plage de Conleau à Vannes (France)
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Beinhaus in Crach im Département Morbihan (Region Bretagne/Frankreich)
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Groupe au Marais de Séné
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Locmariaquer, Grand Menhir Brisé
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Allée couverte les Pierres Plates (Locmariaquer)
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la riviere du bono a plougoumelen
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Rive gauche du Port de Vannes
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Chateau de Suscinio, Sarzeau, Morbihan, France.
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Costume de Locmariaquer (carte postale, auteur inconnu, vers 1920).
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Drenec island (Île-d'Arz, Morbihan, France) and oyster farms, from Béluré mill
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Basilique Sainte-Anne d'Auray
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Auray, France
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Périmètre du PNR du Golfe du Morbihan au 1er janvier 2019