Regiment

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Taktisches Zeichen eines Infanterieregiments (IR)

Das Regiment (lateinisch regimen = Lenkung, Herrschaft, Regierung) ist eine mittelgroße militärische Formation. Gliederung und Stärke variieren abhängig von Waffengattung, Epoche und Land stark. In den meisten Fällen besteht ein Regiment aus einigen Bataillonen.

Allgemeines

Kennzeichnend für Regimenter ist, dass sie typischerweise oder überwiegend von nur einer Waffengattung gestellt werden, ihre Teileinheiten sich in ihren Fähigkeiten also nicht stark unterscheiden. Die Größe und Zahl der Teileinheiten pro Regiment variiert abhängig von Epoche, Armee und Waffengattung stark. Ein Regiment besteht in der Regel aus zwei bis vier Bataillonen oder aus mehreren Kompanien, in der Kavallerie üblicherweise fünf Eskadrons (oder Schwadronen), die zur selben Waffengattung gehören. Entsprechend groß ist die Bandbreite der Sollstärken, die vom britischen Kavallerie-Regiment des 19. Jahrhunderts mit zehn Troops (Halbschwadronen) zu 40 Mann bis hin zum Vier-Bataillone-Infanterie-Regiment der späten Zarenzeit mit 4000 Mann reichte. Im Schnitt lag die Sollstärke meist bei 800 (Kavallerie) bzw. 2500 Mann (Infanterie). Hinzu kommen der Stab und ggf. Ausbildungsformationen oder bis zum Ersten Weltkrieg auch oft eine eigene Militärkapelle. Manchmal hatten Infanterieregimenter auch eine eigene Artillerieabteilung wie z. B. bei Friedrich dem Großen oder einigen Korps der Armee Napoleons.

Kommandeur ist meist ein Oberst. Das militärische Symbol auf der NATO-Signatur sind drei senkrechte Striche. Der übergeordnete Großverband eines Regiments kann die Brigade sein, in der Bundeswehr ist es meist die Division.

Früher war ein Regiment ein selbstständiger, aus Bataillonen (Fußtruppen), Eskadrons (Kavallerie) bzw. Batterien (Artillerie) bestehender Verband. Von dieser weitgehenden Unabhängigkeit des (beherrschten) Kommandos leitet sich auch die Bezeichnung her.

Die Infanterieregimenter hatten meist drei Bataillone, die Kavallerieregimenter vier bis sechs (im 18. und 19. Jahrhundert bis zu zehn) Eskadrons, die Fuß- und Festungsartillerieregimenter zwei Bataillone, die Feldartillerieregimenter zwei bis vier Abteilungen zu je zwei bis vier Batterien. Die einzelnen Bataillone des Regiments wurden von einem Major und seinem Stab geführt. Ein Infanterieregiment der preußischen Armee um ca. 1888 hatte eine Gesamtstärke, bei drei Bataillonen, von 2364 Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften. In dieser Art von Regimentsstruktur war der kommandierende Offizier zumeist ein Oberst mit einem Oberstleutnant als Stellvertreter. Der Stab des Regiments setzte sich des Weiteren aus dem Regimentsadjutanten, einem Oberstleutnant oder Major und mehreren Majoren, sog. „Majore beim Stabe“, zusammen. Die medizinische/veterinärmedizinische Versorgung der Regimentsangehörigen wurde vom Regimentsarzt, einem Oberstabsarzt, und den beigeordneten Stabs-, Ober- und Assistenzärzten durchgeführt. Im Auftrage und in Vertretung des Regimentskommandeurs war der Zahlmeister, in Preußen ein Militärbeamter, und die Unterzahlmeister, Soldaten, für die Versorgung des Regiments und die Besoldung der Soldaten zuständig. Die Musik bei Märschen und zu gesellschaftlichen Anlässen wurde von 37 Hoboisten und Hilfshoboisten unter der Leitung eines Stabshoboisten (ab 1908 Musikmeister) gespielt, diese bildeten im Kriegsfalle das Sanitäts- und Krankenträgerpersonal.

Geschichte

Von der frühen Neuzeit bis zum Zweiten Weltkrieg

Mit dem Niedergang der klassischen Feudalheere und der zunehmenden Kommerzialisierung der Kriegsführung entwickelte sich zum Ende des 16. Jahrhunderts das Regiment als eine neue Verbandsorganisation. Das Regiment war ursprünglich, wie die Kompanie, eine Verwaltungseinheit und kein taktischer Truppenkörper. Eine Kompanie wurde damals als Gewalthaufen oder Gevierthaufen, ab der Mitte des 17. Jahrhunderts auch als Bataillon bezeichnet.[1]

Die Inhaber eines Regiments waren Kriegsunternehmer, die im Auftrag der kriegführenden Fürsten auf eigene Rechnung Söldner warben, bewaffneten, ausrüsteten und bezahlten, um sie unter ihrem Kommando dann dem Auftraggeber gegen Geld zur Verfügung zu stellen. Der Regimentschef stellte in der Regel auch die Versorgung seines Regiments auf eigene Rechnung sicher, der Preis für Verpflegung und die (ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts übliche) Uniformierung wurde dann den Soldaten vom Sold abgezogen. Durch Großeinkauf oder eigene Herstellung dieser Güter konnte der Regimentschef erhebliche Preisvorteile erreichen und somit beträchtliche Gewinne erzielen. Prototyp eines solchen Unternehmers war Wallenstein, der böhmische Feldherr und kaiserliche Generalissimus im Dreißigjährigen Krieg, der für den Kaiser sogar ein Heer von 20.000 Mann nach diesem Muster organisierte.

Mit dem Übergang zu den stehenden Heeren verfestigte sich diese Regimentswirtschaft, auch wenn der Regimentschef nunmehr primär ein Offizier seines Fürsten war. Auf Kompanieebene wirtschafteten die Hauptleute als Subunternehmer des Regimentschefs, den man bezeichnenderweise auch Regimentsinhaber nannte. Stieg ein Oberst in den Generalsrang auf, so behielt er in der Regel die Inhaberschaft seines Regiments, da die daraus erzielten Einkünfte nicht selten den Generalssold überstiegen. Das Regiment wurde dann von einem Oberstleutnant kommandiert. Die Inhaberstellen wurden zunehmend auch zivilen Angehörigen der Fürstenhäuser oder ausländischen Monarchen ehrenhalber übertragen, zumal manchmal mit dieser Stellung als Ehrenoberst auch Einkünfte aus dem Regiment verbunden waren.

Kalter Krieg und Gegenwart

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Trooping the Colour: Die britischen Garde-Regimenter bei der Geburtstagsparade der Königin 2013

In vielen Armeen, in denen die Regimenter formal abgeschafft sind, existiert die Bezeichnung für Verbände in Bataillonsstärke weiter, um im Frieden Bataillone gleicher Gattung, die ansonsten gemischten Brigaden unterstellt sind, zusammenzufassen oder in Bataillonsstärke die Bezeichnung aus Traditionsgründen weiter zu führen. Dies betrifft insbesondere die British Army, die US-Armee sowie die französische Armee. In der britischen Armee sind Mitglieder des Königshauses repräsentative Regimentsinhaber, und haben die Aufgabe der Traditionspflege.

Deutschland

In der Bundeswehr wurden die Bataillone die taktische Führungsebene und waren direkt in der Operationsführung einer Brigade unterstellt. Regimenter existierten in der Bundeswehr als ein homogener militärischer Verband, der sich aus Bataillonen bzw. Kompanien nur einer Waffengattung zusammensetzte. Dies ist zum Beispiel beim Pionierregiment, dem Instandsetzungsregiment und dem Transportregiment der Logistiktruppe, dem Artillerieregiment und dem Lazarettregiment der Fall. Zeitweilig waren auch Panzerregimenter als Schwerpunktwaffe aufgestellt worden, die den Korps unterstellt waren. Jedoch verfügten diese Regimenter über keine hinreichenden eigenen logistischen Kapazitäten, und wurden daher wieder aufgelöst. In der Heeresstruktur 6 „Neues Heer für neue Aufgaben“ waren den Divisionen Regimenter der Führungs- und Kampfunterstützungstruppe unterstellt. Seit dem 1. Juli 2006 bestand das Jägerregiment 1 in der Luftbeweglichen Brigade 1. In der Heeresstruktur 7 „Heer der Zukunft“ gibt es nach der Auflösung der Truppengattungsbrigaden wieder einzelne Regimenter. Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr wurden die beiden Fallschirmjägerbrigaden in das Fallschirmjägerregiment 31 in Seedorf (bei Zeven) und Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken unter einer Brigade umgegliedert.

Schweiz

Die Schweizer Armee schaffte mit der Reform Armee XXI per Beginn 2004 die Stufe Regiment ab. Neu sind die, wie bei der Bundeswehr, direkt den Brigaden unterstellten Bataillone.

Österreich

Das Österreichische Bundesheer stellte bereits mit der Strukturanpassung 1998 von Regimentern auf den Brigaden unterstellte Bataillone um, derzeit führt nur das Versorgungsregiment 1 in Graz und Gratkorn die Bezeichnung Regiment im Verbandsnamen.

USA

Die Regimenter der US-Armee stellen demgegenüber vielmehr eine alternative, gattungsreine Organisation der Bataillone dar, die aber hierarchisch nicht unbedingt einer Division unterstehen. In der Führungsstruktur unterstehen die Bataillone auch hier direkt den Brigaden. Außerhalb der Divisions- bzw. Brigadestruktur bestehen drei aktive Regimenter:

Äquivalente Truppenbezeichnung bei schwimmenden und fliegenden Truppenteilen

Bei den Luftstreitkräften werden fliegende Verbände auf Regimentsebene als Geschwader bezeichnet. Weitere Regimentsäquivalente in der deutschen Luftwaffe sind die Flugabwehrraketengeschwader und die Einsatzführungsbereiche.

In der Marine bezeichnete hingegen ein Geschwader meist einen (Groß-)Kampfverband, vergleichbar der Regimentsebene. Bei nichtschwimmenden Verbänden wie dem inzwischen aufgelösten Marinesicherungsregiment der Bundesmarine kommt der Begriff „Regiment“ zur Verwendung.

Siehe auch

Literatur

  • Theodor Fuchs: Geschichte des europäischen Kriegswesens. Band 1: Vom Altertum bis zur Aufstellung der stehenden Heere (= Truppendienst-Taschenbuch. Bd. 19, ZDB-ID 525144-8). Ueberreuter, Wien 1972.
  • Gerhard Papke: Von der Miliz zum Stehenden Heer. Wehrwesen im Absolutismus. In: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden. 1648–1939. Band 1. Pawlak, München 1983, ISBN 3-88199-112-3, getrennte Zählung.
  • Georg Ortenburg: Waffe und Waffengebrauch im Zeitalter der Landsknechte (= Heerwesen der Neuzeit. Abt. 1: Das Zeitalter der Landsknechte. Bd. 1). Bernard & Graefe, Koblenz 1984, ISBN 3-7637-5461-X.

Weblinks

Wiktionary: Regiment – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Anmerkungen

  1. Zitiert nach Fuchs, S. 196 und nach Ortenburg, S. 183.


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Eisernes Kreuz als nationales Erkennungszeichen der Bundeswehr
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Arms of the Kingdom of France (Moderne)
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The Queen's Birthday Parade also known as Trooping the Colour, Horse Guards Parade, London, June 2013.

More than a thousand soldiers and horses from the Household Division paraded in front of their Colonel in Chief, Her Majesty The Queen, 15th June 2013, with the immaculate precision, colour and pageantry that marks them as truly World Class.

Later as the last shot of a 41 gun Royal Salute was fired from The Green Park to mark The Queen's Official Birthday, the skies roared with an impressive fly past from the RAF featuring 32 aircraft of 13 different types.

The centuries old tradition of Trooping The Colour has been held on Horse Guards Parade to honour the Sovereign's Birthday almost annually since 1805. Each year the Five Foot Guards Regiments take it in turns to Troop their Colour in front of the Sovereign. Colour is the name given to regimental flags of the British Army, and were used as rallying points as long ago as the Kings of Babylon.

In the Middle Ages, each Lord or Baron flew his banner as a sign by which his followers could distinguish him in battle. Colours were last carried into action by the 58th Foot in South Africa in 1881. Up to that time they participated in all the varying fortunes of their Regiment; were often torn by enemy fire and acquired an almost religious significance.

Even today, uncased Colours are invariably carried by an officer and accompanied by an armed escort.

This year, the Colour being trooped in the presence of Her Majesty The Queen, was that of the 1st Battalion Welsh Guards. The Welsh Guards have recently returned from operational service in Afghanistan where they worked as part of the Afghan Police Advisory Team assisting the country to achieve self governance. The Field Officer in Brigade Waiting, Lieutenant Colonel Dino Bossi, Welsh Guards, commanded the Parade.

  • Organization: MOD
  • Object Name: DMOC-2013-036-376
  • Supplemental Categories: People, Army, Operations, Ceremonial
  • Keywords: Ceremonial, HM The Queen's Birthday Parade, Army, Trooping the Colour, Personnel, Identifiable, Soldiers, Trooping, Colour, Queens, Birthday, Parade, Horse, Guards
  • Country: United Kingdom
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ADN-ZB/Settnik/8.5.85

Berlin: 40. Jahrestag der Befreiung

Der Große Wachaufzug der NVA fand anläßlich der Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag des Sieges und der Befreiung Unter den Linden statt. Eine Ehrenkompanie des Wachregiments der NVA, das Stabsmusikkorps und der Spielmannszug der Stadtkommandantur Berlin waren aufmarschiert.
Regiment Nato.svg
Standard NATO code for a friendly infantry regiment.
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Großes Wappen seiner Majestät Joseph II. von Gottes Gnaden römischer Kaiser allzeit Mehrer des Reiches etc. etc.
AprA – gelb AK.jpg
Fahne der Linien-Infanterie-Regimenter der gelben Achselklappen ab 1891 mit Ausnahme der Jäger-Bataillone (leichte Infanterie)