Rahul Gandhi

Rahul Gandhi

Rahul Gandhi (Hindiराहुल गांधी; * 19. Juni 1970 in Neu-Delhi) ist ein indischer Politiker und früherer Präsident der Kongresspartei.

Leben

Rahul Gandhi ist der Sohn von Sonia und Rajiv Gandhi, ein Enkel der indischen Premierministerin Indira Gandhi und ein Urenkel von Indiens erstem Premierminister Jawaharlal Nehru. Seine Schwester ist Priyanka Gandhi Vadra. Im Jahre 1991 verlor er seinen Vater Rajiv Gandhi, der ebenfalls Premierminister Indiens war, durch ein Attentat.

Nachdem er zuerst an der Harvard University zu studieren begonnen hatte, wechselte er aufgrund Sicherheitsbedenken nach dem Anschlag auf seinen Vater auf das kleinere Rollins College in Florida. Schließlich machte er seinen Abschluss in internationalen Beziehungen und Development Studies am Trinity College der University of Cambridge. Er studierte jeweils unter dem Pseudonym Raul Vinci. Danach arbeitete er als Finanzberater in der Londoner Monitor Group, bis er 2002 nach Indien zurückkehrte und in Mumbai die Technologie-Firma Backops Services Private Ltd. gründete. Erst im August 2004 wechselte er in die Politik.

Er gewann bei den Parlamentswahlen 2004 den im Bundesstaat Uttar Pradesh gelegenen Wahlkreis Amethi und zog so in die Lok Sabha, das Unterhaus des indischen Parlaments, ein. Bei den nächsten Wahlen 2009 und 2014 verteidigte er seinen Sitz. Im selben Wahlkreis hatten zuvor bereits seine Mutter und sein Vater kandidiert. Im Jahr 2007 trat er als Spitzenkandidat der indischen Kongresspartei bei den Regionalwahlen in Uttar Pradesh an und konnte dort 8,53 Prozent der Stimmen für seine Partei gewinnen.

Anschließend wurde er von seiner Mutter zum Generalsekretär der Kongresspartei ernannt. In dieser Rolle trug er entscheidend zum Wahlsieg der Partei bei den nationalen Parlamentswahlen 2009 bei. Bei den Bundesstaatswahlen in Uttar Pradesh 2012 trat er erneut als Spitzenkandidat an. Seine Partei konnte dabei nur 23 von 403 Sitzen im Landesparlament erringen und wurde viertstärkste Kraft.

Im Vorfeld der gesamtindischen Parlamentswahl 2014 leitete Rahul Gandhi die Wahlkampfkampagne der Kongresspartei. Während die Kongresspartei offiziell keinen Kandidaten für den Posten des Premierministers aufstellte, schloss Gandhi eine Kandidatur ausdrücklich nicht aus. Die Kongresspartei erlitt bei der Wahl aber die größte Niederlage ihrer Geschichte und wurde auf 44 von 543 Parlamentssitzen reduziert.

Am 16. Dezember 2017 wurde Rahul Gandhi zum Präsidenten der Kongresspartei gewählt. Er trat damit die Nachfolge seiner Mutter Sonia Gandhi an.[1] Nach der Wahlniederlage der Kongresspartei bei der Parlamentswahl 2019 erklärte er am 3. Juli 2019 seinen Rücktritt, der am 10. August 2019 von den Führungsgremien der Partei akzeptiert wurde.[2][3]

Siehe auch

Weblinks

Commons: Rahul Gandhi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Rahul Gandhi führt indische Kongress-Partei. Deutsche Welle, 16. Dezember 2017, abgerufen am 16. Dezember 2017.
  2. CWC meeting: Rahul's resignation accepted, Sonia Gandhi becomes Congress interim president. 10. August 2019, abgerufen am 12. November 2019 (englisch).
  3. Kai Schultz, Hari Kumar: Rahul Gandhi Resigns as Leader of India’s Congress Party. The New York Times, 3. August 2019, abgerufen am 12. November 2019 (englisch).

Auf dieser Seite verwendete Medien

Rahul Gandhi.jpg
Autor/Urheber: Original: Indian National Congress., Lizenz: CC BY-SA 3.0
Rahul Gandhi