Possession (Film)
| Film | |
| Titel | Possession |
|---|---|
| Produktionsland | Frankreich, Deutschland |
| Originalsprache | Englisch, Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 1981 |
| Länge | 123 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Andrzej Żuławski |
| Drehbuch | Andrzej Zulawski, Frederic Tuten |
| Produktion | Marie-Laure Reyre |
| Musik | Andrzej Korzyński |
| Kamera | Bruno Nuytten Andrzej J. Jaroszewicz |
| Schnitt | Marie-Sophie Dubus, Suzanne Lang-Willar |
| Besetzung | |
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Possession ist der vierte Spielfilm des polnischen Regisseurs Andrzej Żuławski. Der mehrfach ausgezeichnete Spielfilm handelt vordergründig von einer Ehekrise im geteilten Berlin, bleibt aber offen für Interpretationen. Der Body-Horror-Film wurde in Deutschland selten vorgeführt[2]. In den USA war bis zur Veröffentlichung der DVD nur eine um 45 Minuten gekürzte Fassung erhältlich. In Großbritannien wurde der Film, der u. a. vom Filmdienst als Skandalfilm bezeichnet wurde, als Video Nasty betrachtet.
Handlung
Mark und Anna leben mit ihrem Sohn Bob im geteilten West-Berlin der 1980er Jahre. Ihre Ehe ist am Ende. Mark, ein Ordnungsfanatiker und Kontrollfreak, der für einen Geheimdienst arbeitet, ist nur selten zu Hause. Anna hat sich ihm entfremdet. Immer wieder kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden, unter denen nicht zuletzt das Kind leidet. Anna hat sich auf eine Affäre mit Heinrich eingelassen, einem eitlen Esoteriker, der sich für überlegen und unwiderstehlich hält. Als Mark von der Beziehung erfährt, verlässt er Anna und sucht seinen Nebenbuhler auf, der mit seiner Mutter in einer gemeinsamen Wohnung lebt. In der Wohnung von Heinrich eskaliert die Situation und es kommt zu einer blutigen Schlägerei zwischen dem zürnenden Mark und Heinrich. Nach einigen Wochen des Alkoholdeliriums kehrt Mark zu seiner Gattin Anna zurück. Er muss feststellen, dass Anna den kleinen Bob vernachlässigt und die Wohnung in ein Chaos verwandelt hat. Sie verschwindet immer wieder und ist dann weder bei Heinrich noch bei ihrer Freundin Margit zu finden. Mark findet eine andere Frau, die seinen Vorstellungen eher entspricht: Bobs Lehrerin Helen, die Anna wie aus dem Gesicht geschnitten scheint. Da Mark annimmt, dass Anna noch einen zweiten Liebhaber hat, setzt er den Privatdetektiv Zimmermann auf sie an. Dessen Partner (und auch Lebenspartner) folgt Anna bis zu einer Altbauwohnung in Kreuzberg, direkt an der Berliner Mauer. Er dringt unter einem Vorwand in die Wohnung ein und entdeckt dort eine schleimige Kreatur mit sich windenden Tentakeln. Anna versteckt und pflegt das Wesen nicht nur, sondern gibt auch offen zu, eine sexuelle Beziehung mit ihm zu haben.
Anna tötet den Privatdetektiv und zerstückelt seine Leiche. Sein Partner Zimmermann erleidet das gleiche Schicksal, als er sich auf die Suche nach seinem verschwundenen Kollegen begibt. Mark ahnt etwas und sorgt dafür, dass Heinrich die Adresse der Altbauwohnung erhält. Er bedrängt Anna zunächst, sie wehrt sich jedoch und versetzt ihm mit einem Messer einen tiefen Stich in den Oberkörper. Er entkommt stark blutend und erreicht eine schummrige Kneipe, von wo aus er Mark anruft und ihn zu sich bittet. Auf der Herrentoilette schlägt Mark seinen durch den Messerstich bereits stark geschwächten Konkurrenten Heinrich mit dem Porzellandeckel eines Spülkastens bewusstlos, steckt ihn kopfüber in die vorher blockierte Toilettenschüssel und ertränkt ihn. Dann verstreut er eine Droge in Pulverform, die Heinrich in seiner Tasche hatte, um seinen Tod wie einen Unfall aussehen zu lassen.
Nachdem er die Kneipe verlassen hat, sprengt Mark die verlassene Altbauwohnung, indem er einen alten Gasherd voll aufdreht und auf dem Boden eine Feuerspur entzündet. Anna ist bereits mit der Kreatur in die gemeinsame Wohnung zurückgekehrt und hat Margit getötet, die auf Bob aufpassen sollte. Mark will Anna helfen. Sie soll die Kreatur in Margits Wohnung verstecken. Mark entsorgt Margits Leiche und bringt Bob zur Grundschullehrerin Helen. Am nächsten Tag wird Mark von seinen geheimdienstlichen Vorgesetzten kontaktiert, aber er will nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Allerdings wissen die Geheimdienstler von seinen Taten und wollen Anna verhaften. Mit einer vorgehaltenen Pistole zwingt Mark einen zufällig vorbeikommenden Taxi-Fahrer, das vor dem Haus parkende Polizeiauto zu rammen. Auf diese Weise verhilft Mark seiner Frau Anna zur Flucht, wird aber von den auf die Straße eilenden Polizisten angeschossen. Mark flieht, Anna folgt ihm mit der nun vollständig entwickelten Kreatur. Das Wesen hat sich in einen Doppelgänger Marks verwandelt. Anna und Mark sterben im Kugelhagel der Polizei bzw. begehen Selbstmord. Gegen die Schüsse der Polizei zeigt sich der Doppelgänger unverwundbar. Er klingelt an der Tür von Helens Wohnung. Bob bedrängt sie flehentlich, den Besucher nicht in die Wohnung zu lassen. Bevor sie ihn einlassen kann, erklingen Sirenen.
Kritik
Das Lexikon des internationalen Films urteilte, die Produktion sei „ein höchst irritierendes, allenfalls fragmentarisch mit Handlung gefülltes Werk kafkaesker Dimension.“ Insbesondere das „aufopferungsvolle, an die physischen Grenzen gehende Spiel der beiden Hauptdarsteller, die unstete Kamera und die grotesken Spezialeffekte“ machten aber „aus dem absurden Gewalttheater nachhaltig bewegendes Kunstkino“.[3]
Auszeichnungen
- 1981: Filmfestspielen von Cannes Auszeichnung für Isabelle Adjani in der Kategorie Beste Schauspielerin, Nominierung von Andrzej Zulawski für die Goldene Palme
- 1981: Mostra Internacional de Cinema de São Paulo, Preis der Kritiker
- 1982: César für Isabelle Adjani als beste Schauspielerin
- 1983: Fantasporto Zuschauerpreis (Special Audience Jury Prize) für Andrzej Zulawski
- 1983: Fantasporto für Isabelle Adjani als beste Schauspielerin
Trivia
Die Kreatur wurde von dem italienischen Maskenbildner Carlo Rambaldi erschaffen, zu dessen berühmtesten Kreationen der ein Jahr später entstandenen E. T. für E.T. – Der Außerirdische zählt.[4]
Die Szenen mit dem Tentakelwesen spielen sich im Haus Sebastianstraße 87 ab, das noch nahezu unverändert existiert (Stand Februar 2020). Durch die Sebastianstraße verlief bis 1989 die Berliner Mauer. Nicht weit davon entfernt, Ecke Luckauer Straße/Oranienstraße, spielt eine Szene im heutigen Restaurant „Stiege“.
Veröffentlichungen und Remake
Das deutsche Label Bildstörung veröffentlichte 2009 eine ungekürzte DVD mit einer Laufzeit von 119 Min. (25 B./Sek.)
Im Frühjahr 2025 kam der Film in einer überarbeiteten 4K-Fassung, erstmals mit deutscher Synchronfassung, in den deutschen Verleih.[5] Der Fernsehsender arte sendete den Film am 24. Februar 2026.[6]
Im Mai 2024 erschien ein indonesisches Remake des Mysterythrillers unter dem Titel Possession – Kerasukan von Regisseur Razka Robby Ertanto mit den Schauspielern Carissa Perusset und Darius Sinathrya in den Hauptrollen.
Weblinks
- Possession bei IMDb
Einzelnachweise
- ↑ Freigabebescheinigung für Possession. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, September 2009 (PDF; Prüfnummer: 119 675 V).
- ↑ Noch mal gruseln am Platz der Luftbrücke. Abgerufen am 29. Oktober 2020.
- ↑ Possession. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.
- ↑ Possession. Psychodrama. Cinema, abgerufen am 3. März 2026
- ↑ Verstörendes Horror-Meisterwerk nach 44 Jahren wieder im Kino: Exklusiver Trailer teast eine der unfassbarsten Szenen überhaupt. In: Moviepilot. 3. Februar 2025, abgerufen am 13. März 2025.
- ↑ Possession - Film in voller Länge | ARTE. Abgerufen am 3. März 2026.