Pomerantschuk-Effekt

Der Pomerantschuk-Effekt (nach dem russischen Physiker Isaak Pomerantschuk[1]) ist eine Kompressionskühlung entlang der 3He-Schmelzkurve infolge einer Dichteanomalie.

Flüssiges 3He kann unterhalb von etwa T = 0,3 K (= −272,85 °C) durch Wärmezufuhr fest werden (positive Erstarrungswärme, normalerweise negativ). Die dazu nötige Wärme wird dem umliegenden System entzogen, z. B. durch adiabatische Kompression, es wird gekühlt, daher die Bezeichnung Kompressionskühlung. (Bei herkömmlichen Flüssigkeiten ohne Anomalie oder auch bei 3He oberhalb von 0,3 K führt eine Kompression dagegen zu einer Erwärmung.)

p-T-Diagramm von 3He
(logarithmische Temperaturskala);
die Schmelzkurve ist die Grenze zwischen Feststoff (solid) und normaler Flüssigkeit (normal liquid)

Der Pomerantschuk-Effekt beruht darauf, dass die Steigung der Schmelzkurve von 3He im p-T-Diagramm (Druck, Temperatur) bei T < 0,3 K negativ ist:

Aus der Clapeyron-Gleichung

mit

– Änderung der Entropie beim Phasenübergang
– Änderung des Volumens

folgt

und mit

folgt

d. h. die feste Phase von 3He hat bei T < 0,3 K eine höhere Entropie als flüssiges 3He (normalerweise ist es umgekehrt).

Einzelnachweise

  1. Isaak Pomerantschuk: On the theory of liquid 3 He. In: Zh. Eksp. Teor. Fiz. Band 20, Nr. 919, 1950.

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Phasendiagramm He3log-en.svg
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Phasendiagramm von 3He (logarithmische Temperaturskala) 3He wird wie 4He bei Atmoshärendruck nicht fest. 3He weist zwei superfluide Phasen "A" und "B" auf. Weiterhin gibt es in der festen Phase bei ca. 0.001K einen Übergang der Spinstruktur von einem ungeordneten Zustand in einen geordneten Zustand.