Phalaenopsis taenialis

Phalaenopsis taenialis

Detail der Blüte von Phalaenopsis taenialis

Systematik
Familie:Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie:Epidendroideae
Tribus:Vandeae
Untertribus:Aeridinae
Gattung:Phalaenopsis
Art:Phalaenopsis taenialis
Wissenschaftlicher Name
Phalaenopsis taenialis
(Lindl.) Christenson & Pradhan

Phalaenopsis taenialis, auf Chinesisch auch als 小尖囊蝴蝶兰 (xiao jian nang hu die lan) bekannt,[1] ist eine epiphytische Orchideenart, die vom östlichen Himalaya bis nach China (Yunnan) vorkommt.[2] Das spezifische Epithet taenialis leitet sich von den langen, abgeflachten Wurzeln ab, welche an Bandwürmer erinnern.[3] Das Artepithet taenialis, vom Lateinischen taenia, bedeutet Band oder Streifen.[4]

Gesamtansicht einer blühenden Pflanze ohne Blätter

Beschreibung

Diese Art hat abgeflachte, verruköse Wurzeln. Die Sprossachse ist durch persistente Blattscheiden eingehüllt. Diese trägt wenige, sommergrüne, 1-3,5 cm breite und 4-13 cm lange Blätter. Die Blätter werden in der Regel während der Blüte- oder Trockenzeit abgeworfen, häufig bleibt jedoch ein Blatt erhalten. Die Blütezeit ist im Juni. In dieser erscheinen 1-2 sich weit öffnende, blassrosa bis rosaviolette Blüten an 6,5-19 cm langen, achselständigen Trauben. Die Säule ist an der Narbe stark verbreitert. Die Antherenkappe ist subglobös.[1] Die Lippe hat einen subzylindrischen Sporn,[5] welcher im rechten Winkel zum Fruchtknoten nach unten zeigt.[6]
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36, 38, 40, 57.[1]

Taxonomie

Diese Art ähnelt der neu veröffentlichten Art Phalaenopsis arunachalensis, die jedoch Stand März 2022 von der World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) des Royal Botanic Gardens Kew nicht anerkannt wird, sowie Phalaenopsis honghenensis.[7]

Synonymie mit Phalaenopsis braceana

Infolge von Veränderungen nach der Bestäubung färben sich die Blüten von Phalaenopsis taenialis gelb oder orange. Diese Veränderung kann auch durch Stress entstehen. Diese Veränderungen verringern die Attraktivität der Blüten für potenzielle Bestäuber. Die ursprüngliche Beschreibung von Doritis braceana basierte auf Exemplaren von Phalaenopsis taenialis, die diese Veränderungen der Blütenfärbung aufwiesen.
Der Name Phalaenopsis braceana wurde fälschlicherweise auf mehrere Arten angewandt. Korrekt ist jedoch nur die Verwendung als Synonym von Phalaenopsis taenialis.[8]

Kultivierung

Etablierte Pflanzen lassen sich relativ einfach auf Treibholz oder Korkrinde kultivieren. Die abgeflachten Wurzeln, die wie ein Bandwurm aussehen, sollten mit großer Sorgfalt behandelt werden. Sie profitiert von warmen, feuchten Bedingungen im Sommer und kühlen, trockenen Bedingungen im Winter. Dies entspricht dem Klima, an das die Pflanze angepasst ist.[8]

Ökologie

Diese Art kommt epiphytisch auf Baumstämmen in Höhenlagen von 1100-2200 m über dem Meeresspiegel vor.[1] Sie wächst auf einer Vielzahl von Laubbäumen mit glatter oder rauer Rinde, wie Eichen und Rhododendron. Sie ist an schattigen Standorten zu finden.[8]

Phytochemie

Das Alkaloid Phalaenopsin La wurde aus dieser Art isoliert.[9] Im Gegensatz zu einigen anderen Phalaenopsis Arten war die andere Form Phalaenopsin T nicht vorhanden.[10]

Artenschutz

Diese Art ist in der Natur weit verbreitet und es wurden zahlreiche Herbarbelege gesammelt. Vor der Einführung der CITES-Bestimmungen für den internationalen Handel wurden aus der freien Natur gesammelte Exemplare häufig aus Nordostindien exportiert.[11] Diese Art ist jedoch aufgrund von Abholzung und Wilderei bedroht.[12]

Einzelnachweise

  1. a b c d Wu, Z.Y., Raven, P.H. & Hong, D.Y. 2009 Flora of China Vol. 25 Orchidaceae Science Press, Beijing, and Missouri Botanical Garden Press St. Louis, MO. 446
  2. Phalaenopsis taenialis (Lindl.) Christenson & Pradhan | Plants of the World Online | Kew Science. In: powo.science.kew.org. Abgerufen im 13 März 2022.
  3. Stig Dalström, Choki Gyeltshen, Nima Gyeltshen, Kezang Tobgay, Pem Zam, Tandin Wangchuk, Kezang Rinzin: Orchids of Bhutan - Phalaenopsis Blume. In: American Orchid Society - Orchids. May 2021, S. 362-367.
  4. taenia. In: Latin dictionaries. Latinitium. Abgerufen im 11 März 2022.
  5. PANDAY, S., SINGH, S., KUMAR, R., & SINHA, B. Notes on two interesting and less known orchids of Meghalaya.
  6. Dalström, S. (2006). Notes from the OIC: It Is Not Easy Being Green. Selbyana, 27(2), 208–214. http://www.jstor.org/stable/41760284
  7. Gogoi, Khyanjeet & Rinya, Koj. (2020). Phalaenopsis arunachalensis sp. nov. (Orchidaceae: Epidendroideae: Aeridinae) A new epiphytic orchid from Arunachal Pradesh, Northeast India. Lankesteriana. 10.15517/lank.v20i3.44102.
  8. a b c Dalström, S., Gyeltshen, N., & Höijer, T. (2010). Phalaenopsis taenialis: a case of split personality. Orchids, 79(8), 468-471.
  9. Brandänge S, Granelli I, Lüning B. Studies on Orchidaceae alkaloids. 18. Isolation of phalaenopsin La from Kingiella taenialis (Lindl.) Rolfe. Acta Chem Scand. 1970;24(1):354. doi:10.3891/acta.chem.scand.24-0354. PMID 5424821.
  10. BRANDÄNGE, SVANTE, et al. Studies on orchidaceae alkaloids. XXX. Investigation of fourteen Phalaenopsis species. A new pyrrolizidine alkaloid from Phalaenopsis equestris Rchb f. Acta Chem Scand, 1972, 26. Jg., Nr. 6, S. 2558-2560.
  11. Christenson, Eric A. (2001). Phalaenopsis : a monograph. Portland, Oregon: Timber Press. pp. 58-59. ISBN 1-60469-171-9.
  12. Bharadwaj, Bishal & Rai, Raj & Raskoti, Bhakta. (2015). Inventory of Orchids in the Hanspokhari area of Kolbung VDC, Ilam District, Eastern Nepal. The MIOS Journal. 16. 18-24.

Weblinks

Commons: Phalaenopsis taenialis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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