Pestrille

Als Pestrille bezeichnet man zumeist senkrechte und nahezu parallel verlaufende Furchen im Mauerwerk von Kirchen und anderen sakralen Bauwerken.

Man nimmt an, dass sie entstanden, als Menschen aus Angst vor dem Schwarzen Tod (Pest) Steinstaub von den Mauern der Kirchen kratzten. Mit Wasser vermischt tranken sie diesen Staub in der Hoffnung, sich damit vor der Pest zu schützen.

Allerdings gibt es auch die Deutung, dass hier Waffen geschärft wurden (siehe: Wetzrille).

Pestrillen (auch Pestfurchen oder Pestschaben) finden sich zum Beispiel an den Kirchen St. Aegidius (Wiedenbrück) und St. Marien Homberg (Efze) sowie an Kirchen in Brilon, Dülmen, Nordhorn, Uelsen, St.Jacobi Perleberg und Veldhausen.

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St.Jacobi-Kirche Perleberg

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Pestrillen an der St. Aegidius-Kirche Wiedenbrück
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Pestrillen an einer Säule in der Propsteikirche Brilon
Dülmen, St.-Viktor-Kirche, Pestrillen -- 2010 -- 2869.jpg
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Pestrillen/Schleifrillen im hinteren Bereich (Chor) der St.-Viktor-Kirche, Dülmen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Viktor ist die älteste Dülmener Kirche. Sie befindet sich im Stadtzentrum und als einzige innerhalb der ehemaligen Stadtmauern. Die Gründung im Jahr 780 geht auf den Abt Bernrad oder den hl. Liudger zurück und fand auf einem sächsischen (später bischöflichen) Haupthof statt. Sie zählt nicht nur als Urpfarre Dülmens, sondern sogar als eine der ältesten Kirchen des Bistums Münster. Der Namensgeber und Patron der Kirche ist der heilige Viktor. Die Weihe einer größeren Kirche, die vermutlich die erste Steinkirche war, fand 1074 statt. #Das Gebäude der Kirche wurde mehrfach zerstört, aufgebaut, erneuert oder umgebaut, wurde jedoch immer in Richtung Osten, dem Ort des Sonnenaufgangs ausgerichtet. Die heutige Gestalt bekam die Kirche um das Jahr 1500, allerdings wurde sie am 21. und 22. März 1945 zerstört und danach wieder aufgebaut, wobei sich Spuren des schwierigen Wiederaufbaus erkennen lassen.
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Pestrillen an der St.Aegidiuskirche in Wiedenbrück, Südseite