Otto Hirschfeld

Otto Hirschfeld
(ca. 1905)

Otto Hirschfeld (* 16. März 1843 in Königsberg; † 27. März 1922 in Berlin) war ein deutscher Althistoriker und Epigraphiker.

Leben

Medaille Otto Hirschfeld 1885

Während seines Studiums wurde er 1861 Mitglied der Bonner Burschenschaft Frankonia.[1] Nach Studium in Königsberg, Bonn und Berlin wurde Hirschfeld 1863 in Königsberg promoviert. Er habilitierte sich 1869 in Göttingen und wurde 1872 Professor für Altertumskunde an der Universität Prag. 1876 wechselte er auf einen Lehrstuhl für Alte Geschichte, Altertumskunde und Epigraphik an der Universität Wien, wo er mit Alexander Conze ein Archäologisch-Epigraphisches Seminar gründete. Ebenso wie sein Kollege Alexander Conze erhielt Hirschfeld beim Verlassen der Universität eine Medaille von Freunden und Schülern gestiftet.[2]

1885 wurde Hirschfeld Nachfolger Theodor Mommsens als Professor für Alte Geschichte an der Friedrich-Wilhelms-Universität, der heutigen Humboldt-Universität zu Berlin, und Direktor des Instituts für Altertumskunde. Zugleich wurde er in die Berliner Akademie aufgenommen. Er wurde 1917 emeritiert. Seit 1903 war er auswärtiges Mitglied (associé étranger) der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres.[3]

Hirschfeld war vor allem auf dem Gebiet der lateinischen Epigraphik tätig. Er gab mehrere Bände des Corpus Inscriptionum Latinarum heraus, insbesondere mit den Inschriften Galliens und der beiden germanischen Provinzen. Mit diesem geographischen Raum beschäftigte er sich auch in seinen Forschungen, daneben mit zahlreichen Fragen der römischen Verwaltungsgeschichte.

Otto Hirschfeld starb elf Tage nach seinem 79. Geburtstag am 27. März 1922 in Berlin. Beigesetzt wurde er auf dem Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Friedhof in Charlottenburg-Westend. Das Grab ist nicht erhalten.[4]

Schriften

  • Die Getraideverwaltung [sic!] der römischen Kaiserzeit. In: Philologus 29, 1870, S. 1–96.
  • Untersuchungen auf dem Gebiete der römischen Verwaltungsgeschichte, Bd. 1: Die kaiserlichen Verwaltungsbeamten bis auf Diocletian, Berlin 1877 [mehr nicht erschienen]; 2. neubearb. Aufl. Berlin: Weidmann, 1905 [ND Zürich 1975].
  • Lyon in der Römerzeit, Wien 1878.
  • Kleine Schriften, Berlin 1913.

Literatur

Weblinks

Wikisource: Otto Hirschfeld – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Hugo Böttger (Hrsg.): Verzeichnis der Alten Burschenschafter nach dem Stande des Wintersemesters 1911/12. Berlin 1912, S. 85.
  2. Stefan Krmnicek, Marius Gaidys: Gelehrtenbilder. Altertumswissenschaftler auf Medaillen des 19. Jahrhunderts. Begleitband zur online-Ausstellung im Digitalen Münzkabinett des Instituts für Klassische Archäologie der Universität Tübingen (= Von Krösus bis zu König Wilhelm. Neue Serie, Band 3). Universitätsbibliothek Tübingen, Tübingen 2020, S. 58 f. (online).
  3. Mitglieder seit 1663. Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, abgerufen am 16. Januar 2021 (französisch).
  4. Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 474.

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Medaille Otto Hirschfeld 1885.png
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Die Vorderseite zeigt ein Porträt von Otto Hirschfeld. Die Legende nennt seinen Namen sowie seine Anstellungen an den Universitäten Prag und Wien in latinisierter Form. Der Medailleur Anton Scharff signierte unterhalb des Armes. Die Rückseite zeigt zwei weibliche Personen in klassizistischem Stil. Die Beischrift im Abschnitt unterhalb der Figuren identifiziert sie als MNHMH (Erinnerung) und ΠIΣTIΣ (Treue). Die Erinnerung sitzt auf einem Stein, der mit Fruchtgirlanden und einer Maske dekoriert ist, und hält eine Tafel mit Stilus in der Hand. Sie wendet sich der stark entblößten Treue zu. Hinter dieser sind ein Kapitell und Olivenzweig platziert. Die Legende auf Latein weist auf den Anlass und die Stifter (Schüler und Freunde) hin.
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Der deutsche Althistoriker Otto Hirschfeld
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