Ostercappeln
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 52° 21′ N, 8° 14′ O | |
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Osnabrück | |
| Höhe: | 73 m ü. NHN | |
| Fläche: | 100,16 km² | |
| Einwohner: | 9734 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 97 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 49179 | |
| Vorwahlen: | 05473, 05476 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OS, BSB, MEL, WTL | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 4 59 029 | |
| LOCODE: | DE OCP | |
| Gemeindegliederung: | 3 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Gildebrede 1 49179 Ostercappeln | |
| Website: | www.ostercappeln.de | |
| Bürgermeister: | Erik Ballmeyer (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Ostercappeln im Landkreis Osnabrück | ||
Ostercappeln (niederdeutsch: Austerkappeln) ist eine Gemeinde im Osten des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen.
Geografie
Gliederung
Gemeindeteile und Einwohnerzahlen:
- Ostercappeln (mit Haaren, Hitzhausen, Jöstinghausen, Mönkehöfen und Nordhausen, ca. 5.000) – Sitz der Gemeindeverwaltung
- Schwagstorf (mit Driehausen, ca. 2.000)
- Venne (mit Broxten, Niewedde und Vorwalde, ca. 3.000)
Nachbargemeinden
Nachbargemeinden sind, beginnend von Norden im Uhrzeigersinn:
- die Gemeinde Neuenkirchen-Vörden (Landkreis Vechta)
- die Gemeinde Bohmte
- die Gemeinde Bad Essen
- die Gemeinde Bissendorf
- die Gemeinde Belm
- die Gemeinde Bramsche (alle Landkreis Osnabrück)
Lage
Ostercappeln liegt im Natur- und Geopark TERRA.vita am Übergang vom Nordhang des Wiehengebirges im südlichen Gemeindeteil Ostercappeln zu weiten Moorflächen im Norden des Gemeindegebiets. Der Mittellandkanal durchquert die nördlichen Gemeindeteile Venne und Schwagstorf.
Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete
Das Gemeindegebiet von Ostercappeln gehört überwiegend zum Einzugsgebiet der Hase und damit zum Flusssystem der Ems.
Wichtige Oberflächengewässer sind der Kronensee und der Mittellandkanal sowie weitere kleine Gewässer (z. B. Lecker Mühlbach) und Entwässerungskanäle (z. B. Strothkanal).
Der Kronensee liegt bei dem Ortsteil Schwagstorf und umfasst ca. 40 ha. Er entstand aus einer früheren Sand- und Kiesgrube, heute dient er als Freizeitsee. Der Mittellandkanal durchquert Schwagstorf.
Das Venner Moor ist mit ca. 220 ha ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet (NSG WE 140). Es liegt zwischen dem Ortsteil Venne (Ostercappeln) und Hunteburg. Früher wurde dort Torf abgebaut; heute ist das Moor teilweise renaturiert und bietet typische Moor- und Feuchtgebietsnatur mit Moorwäldern, Torfmoosen und typischer Flora und Fauna.[2][3]
Das Campemoor (teilweise Gemeinde Ostercappeln) ist ein sehr großes Moorgebiet mit einer moorgeologischen Gesamtgröße von mehreren tausend Hektar.[4] Das Moorgebiet umfasst unterschiedliche Moor-Typen: Hochmoor, Niedermoor und sonstige Moorflächen (je nach Teilgebiet). Der Großteil ist landschaftlich erhalten, teils als Schutzgebiet, teils als Grünland oder Grünland-Nutzfläche. Nicht alles ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Das Gemeindegebiet ist durch kleinräumige Gewässer wie den Lecker Mühlbach und den Kronensee geprägt; wiederkehrende Starkregenereignisse und Oberflächenabfluss können dabei lokal zu Hochwasserproblemen führen, weshalb etwa in Hitzhausen Maßnahmen zum Hochwasserschutz geplant und umgesetzt werden[5]. Ein zentrales ökologisches Thema ist das Venner Moor, das durch frühere Entwässerungsmaßnahmen hydrologisch gestört wurde. Umfangreiche Renaturierungs- und Wiedervernässungsprojekte zielen darauf ab, den natürlichen Wasserhaushalt wiederherzustellen und dadurch Lebensräume sowie Klimaschutzfunktionen zu stärken.[6] Zusätzlich beeinflussen klimatische Veränderungen wie häufiger auftretende Trockenperioden und Dürre im Osnabrücker Land den Wasserhaushalt, was zu niedrigeren Grund- und Oberflächenwasserständen führt und sowohl hydrologische als auch ökologische Herausforderungen für Gewässerökosysteme und Feuchtgebiete der Region darstellt.[7]
Untergrundverhältnisse
Das vielfältige Landschaftsbild wird vom Wiehengebirge, dem Venner Moor und den Feldern, Wiesen und Mischwäldern der Geestlandschaft geprägt. Ostercappeln liegt geologisch im Übergangsbereich zwischen der Norddeutschen Tiefebene und dem Wiehengebirge. Der Untergrund besteht überwiegend aus eiszeitlichen Sanden, Kiesen und Lehmen, während in höheren Lagen auch Mergel- und Kalksteine der Kreidezeit vorkommen. Die Landschaft ist geprägt durch Geestflächen, Niederungen und Bachtäler. Diese geologische Vielfalt führt zu wechselnden Boden- und Grundwasserverhältnissen.[8]
In Ostercappeln existieren lokal flache Grundwasserstände – z. B. knapp unter einem Meter unter Gelände – und der Bodenaufbau (quarzige Sande) begünstigt Wasserversickerung und Grundwasserneubildung. Damit dürfte Grundwasser dort tendenziell gut zugänglich sein, vor allem in den Bereichen mit Lockergestein. Aufgrund der Mischung mit Festgesteinszonen und Relief – Hügel/Gebirge + Tal/Niederungen – ist die hydrogeologische Situation aber räumlich sehr variabel.[9]
Klima
In Ostercappeln herrscht ein durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee beeinflusstes gemäßigtes Seeklima mit milden Wintern, warmen Sommern und ganzjährig gleichmäßig verteilten, mäßigen Niederschlägen. Die Sommer sind häufig trocken und sonnig, während im Winter gelegentlich Schnee fällt.
Im Jahre 2023 betrug die durchschnittliche Temperatur 11,2 °C. Sie ist tendenziell steigend. Sie betrug in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 10,6 °C und in den letzten 100 Jahren waren es durchschnittlich 9,2 °C.
Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20–25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.
Es gibt je nach Messmethode und Definition durchschnittlich etwa 1627–2275 Sonnenstunden pro Jahr.[10]
Es fällt jährlich ca. 700–800 mm Niederschlag, weitgehend als Regen.
Geschichte

Das Gemeindegebiet war schon in der Frühzeit besiedelt. Vor 5000 Jahren wurden zwischen Wiehengebirge und Moor zahlreiche Hünengräber errichtet, darunter die Darpvenner Steine sowie die Driehauser Steine an der Straße der Megalithkultur.
Bei der Schnippenburg im Ortsteil Schwagstorf befand sich während der Eisenzeit eine Befestigungsanlage. Neuere Forschungen bestätigten eine Nutzung der Anlage im 3. und 2. Jahrhundert v. Chr., die durch Ausgrabungen ermittelte genaue Bauzeit liegt in den Jahren 278 bis 268 v. Chr. Die Befestigungsanlage wurde noch vor ihrem natürlichen Verfall aus bisher unbekannten Gründen vollständig eingeäschert. Zahlreiche Funde belegen die Bedeutung der Anlage, in deren Umfeld Eisen produziert und weiterverarbeitet wurde. Die Befestigungsanlage ist als Zentrum eines größeren Siedlungsgebietes anzusehen. Verschiedene Hinweise deuten an, dass die Schnippenburg nicht nur als Siedlungs- und Handelsplatz genutzt wurde, sondern auch Ort kultischer Handlungen war. Darauf weist ein Areal mit Opfergruben hin, die im Zuge des Ausgrabungsprojektes Schnippenburg freigelegt wurden. Die Forschungsergebnisse werden seit 2007 im Rahmen einer Wanderausstellung präsentiert.[11]
Zwischen Bramsche und Ostercappeln liegt der wahrscheinliche Ort der für die europäische Geschichte bedeutenden Varusschlacht, in der germanische Truppen unter Führung des Cheruskerfürsten Arminius drei römische Legionen vernichtend schlugen.
Der Name Ostercappeln geht zurück auf die Gründung einer Kapelle (capellun) oder Kirche im Osten des Bistums Osnabrück, zur Unterscheidung von einer anderen Kapelle im Westen (Westerkappeln). Die Kirche muss in der Zeit um 800 unter Karl dem Großen entstanden sein.
Der Ortsteil Venne wurde 1074, Schwagstorf 1090 und Ostercappeln 1198 erstmals urkundlich erwähnt.
Laut Wagler soll in Ostercappeln eine besondere, uralte Eiche gestanden haben, die 1866 umfiel. Dies galt im sogenannten „Volksmund“ als böses Omen für das Königshaus in Hannover.[12]
Am 16. Januar 1918 verunglückten nahe Ostercappeln auf der Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg zwei Züge. Ein Schnellzug fuhr auf einen Urlauberzug mit Soldaten, wobei 66 Menschen verletzt wurden und 31 starben, unter anderem 12 Finnische Jäger.
Am 30. April 1945 wurden auf der Bremer Straße in Osterkappeln-Haaren 13 Serben aus dem sich in der Auflösung befindlichen Kriegsgefangenenlager Oflag VI C aus Atter durch einen Tieffliegerangriff getötet.[13]
In der Nacht vom 1. auf den 2. August 1982 kam es in Ostercappeln auf der Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg zu einem Zusammenstoß des Schnellzugs „Nord-Express“, der von Aachen nach Kopenhagen unterwegs war, mit einem Schützenpanzer der britischen Garnison Osnabrück. Bei dem Unglück starben die beiden Panzerfahrer, der Lokführer und 21 Passagiere wurden verletzt.[14]
Eingemeindungen
Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Ostercappeln durch den Zusammenschluss der Gemeinden der Samtgemeinde Ostercappeln (Gemeinden Haaren, Hitz-Jöstinghausen, Nordhausen und Ostercappeln) und der Samtgemeinde Venne (Gemeinden Broxten, Niewedde und Vorwalde) sowie der Gemeinde Schwagstorf neu gebildet. Am 1. Juli 1975 kam ein Gebietsteil der Nachbargemeinde Bohmte mit damals etwa 100 Einwohnern hinzu.[15]
Einwohnerentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Ostercappeln im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.
Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[16] auf der Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.
Bei Angaben von 1961 und 1970 handelt es sich um die Volkszählungsergebnisse einschließlich der Orte, die am 1. Juli 1972 eingegliedert wurden. Es gilt der Gebietsstand am 1. Juli 1975.[15]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1961 | 6963 |
| 1970 | 7154 |
| 1987 | 7805 |
| 1990 | 8099 |
| 1995 | 8996 |
| 2000 | 9254 |
| 2005 | 9671 |
| 2010 | 9505 |
| 2011 | 9502 |
| 2015 | 9566 |
| 2015 | 9628 |
| 2018 | 9688 |
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat der Gemeinde Ostercappeln besteht aus 24 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 9.001 und 10.000 Einwohnern.[17] Die 24 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.
Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister.
Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996.
| Rat der Gemeinde Ostercappeln: Wahlergebnisse und Gemeinderäte | ||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| CDU | GRÜNE | SPD | FDP | AfD | LINKE | Wählerge- meinschaften | Gesamt | Wahl- beteiligung | ||||||||||||
| Wahlperiode | % | % | % | % | % | % | % | % | % | |||||||||||
| 2021–2026[18] | 51,6 | 13 | 20,4 | 5 | 19,5 | 4 | 3,6 | 1 | 3,1 | 1 | 1,8 | 0 | — | — | 100 | 24 | 60,8 | |||
| 2016–2021[19] | 54,5 | 13 | 10,6 | 3 | 27,2 | 6 | 3,7 | 1 | — | — | 4,0 | 1 | — | — | 100 | 24 | 58,06 | |||
| 2011–2016 | 49,5 | 12 | 12,8 | 3 | 33,8 | 8 | 1,7 | 0 | — | — | 2,2 | 1 | — | — | 100 | 24 | 55,83 | |||
| 2006–2011 | 56,0 | 14 | — | — | 38,7 | 9 | 5,3 | 1 | — | — | — | — | — | — | 100 | 24 | 56,6 | |||
| 2001–2006 | 54,1 | 14 | 3,4 | 0 | 36,9 | 10 | 3,3 | 0 | — | — | — | — | 2,3 | 0 | 100 | 24 | 64,8 | |||
| 1996–2001 | 53,9 | 13 | 7,0 | 1 | 31,5 | 8 | — | — | — | — | — | — | 7,6 | 1 | 100 | 23 | 69,4 | |||
| Prozentanteile gerundet Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[20], Landkreis Osnabrück[21][22]. Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet, da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen. | ||||||||||||||||||||
Bürgermeister
Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Ostercappeln ist seit 2021 Erik Ballmeyer (CDU). Im ersten Wahlgang wurde er mit 59,24 Prozent der Stimmen gewählt. Gegenkandidierende waren Jana Broeker-Stockhoff (Grüne, 22,7 %), Simone Jaschke (parteilos, 11,13 %) und Michael Elabor (parteilos, 6,93 %).[23]
- 1984–2001: Heinz Schockmann (CDU)[24]
- 2001: Günter Schröder (CDU)
- 2001–2021: Rainer Ellermann (CDU)
- seit 2021: Erik Ballmeyer (CDU)
Wappen und Flagge

| Blasonierung: „In Silber (Weiß) ein schwarzer Ring, darüber gelegt schrägbalkenweise acht sich berührende, rote Rauten.“[25] | |
Wappenbegründung: Das von Hans-Heinrich Reclam entworfene Wappen wurde 1976 vom Regierungspräsidenten in Osnabrück verliehen. Es zeigt einen schwarzen Ring, der an den Anfangsbuchstaben des Ortsnamens und an das Osnabrücker Rad erinnert. Die acht roten Rauten verweisen auf die ehemaligen selbständigen Gemeinden Haaren, Hitz-Jöstingshausen, Nordhausen, Ostercappeln (Samtgemeinde Ostercappeln), Broxten, Vorwalde, Niewedde (Samtgemeinde Venne) und Schwagstorf. Das Wappen wurde im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform von 1972 vom Gemeinderat Ostercappeln in Auftrag gegeben.
|
- Wappen des Ortsteils Schwagstorf
- Wappen des Ortsteils Venne
Ortsrat
Der Ortsrat, der den Ortsteil Ostercappeln der gleichnamigen Gemeinde vertritt, setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.
Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:[27]
Städtepartnerschaften
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Musik
Venne gilt als Folkmusikzentrum. Hier findet am Muttertagswochenende im Mai der Internationale Venner Folk Frühling statt.
Bauwerke
siehe auch: Liste der Baudenkmale in Ostercappeln
Die Stelle, an der die heutige katholische Kirche St. Lambertus im Ortszentrum steht, ist vermutlich der Ort der ältesten Kirchengründung Ostercappelns. Die Hallenkirche wurde 1873 im neugotischen Stil errichtet, der romanische Turm stammt vom Vorgängerbau aus dem 14. Jahrhundert, dessen Kirchenschiff 1872 abgerissen wurde. Die Kirche ist mit Altar, Ambo und Tabernakel des Osnabrücker Bildhauers Walter Mellmann ausgestattet.
- Gesamtansicht des Kirchplatzes; hinten links die Pfarrkirche St. Lambertus
- Altes Vikariat an der Windthorststraße
- Alte Mädchenschule in der südöstlichen Ecke des Kirchplatzes
Zu den archäologischen Sehenswürdigkeiten zählen die Darpvenner Megalithgräber, die eisenzeitliche Schnippenburg, das rekonstruierte Eisenzeithaus Darpvenne[29] und das zwischen Bramsche und Ostercappeln liegende antike Schlachtfeld der Varusschlacht. An der Vermarktung des Ereignisses hat die Gemeinde Ostercappeln allerdings keinen Anteil, da Museum und Park Kalkriese vollständig auf dem Gebiet der Stadt Bramsche liegen. Im Großen Moor, unweit vom Gasthaus Beinker, wurden vorgeschichtliche Moorwege freigelegt.
- Megalithgrab Dübberort I in Haaren
- Megalithgrab Dübberort II in Haaren
Sehenswert ist die Museumsinsel in Venne. Ostercappeln ist eine Etappe der Straße der Megalithkultur[30] und liegt am DiVa Walk.
Sport
Es gibt einen Golfclub mit öffentlichem 3-Loch-Kurzplatz und eine 18-Löcher-Anlage. Der Freizeitpark Kronensee verfügt über einen Camping- und Mobilheimpark. Wassersport ist im 40 ha großen Kronensee möglich. Das ausgeschilderte Rad- und Wandernetz umfasst ein Leitsystem mit diversen Themenrouten. Angeln ist an den Teichen der Petkenburg möglich.
Stolpersteine
Aufgrund des 70. Jahrestages der Reichspogromnacht am 9. November 2008 wurden am 11. November 2008 in Ostercappeln sechs Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig verlegt.[31] Sie sollen an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur erinnern und werden vor deren ehemaligen Wohn- oder Arbeitsstätten verlegt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Die Bundesstraßen Bundesstraßen B 51 und B 65 durchqueren den südlichen Gemeindeteil Ostercappeln auf einer gemeinsamen Strecke (Bremer Straße) in Ost-West-Richtung. Die B 218 durchquert die nördlichen Gemeindeteile Venne und Schwagstorf von Nordwesten nach Südosten.
Die Gemeindeteile Venne, Schwagstorf und Ostercappeln haben werktags eine stündliche Nahverkehrsanbindung von und nach Osnabrück (Linie X275 der VOS-NordOst). Am Freitag und Samstag verkehrt zudem ein Nachtbus von und nach Osnabrück.[32] Ostercappeln ist über die Linie N276 angebunden. Venne und Schwagstorf sind über die N273 angebunden. Ferner gibt es stündlich eine Busanbindung nach Bad Essen, Pr. Oldendorf.
Die Eisenbahnstrecke Osnabrück–Bremen führt durch das Gemeindegebiet. Der Bahnhof im Gemeindeteil Ostercappeln ist jedoch nicht mehr in Betrieb.
Der Mittellandkanal führt von West nach Ost durch die Gemeinde.
Bildung
- Grundschule am Wiehengebirge in Ostercappeln (Hauptstandort)
- Grundschule zur Schnippenburg in Schwagstorf (Außenstelle)
- Mühlenbachschule Venne (Grundschule)
- Ludwig-Windthorst-Schule Ostercappeln (Oberschule)
- Musikschule
Persönlichkeiten

Söhne und Töchter von Ostercappeln
- Johann Ernst von Hanxleden (1681–1732), Jesuit, Orientalist und Missionar in Indien
- Franz Hermann Glandorff (1687–1763), Jesuit, Missionar bei den Tarahumara in Mexiko
- Johannes Heinrich Beckmann (1802–1878), Bischof von Osnabrück
- Ludwig Windthorst (1812–1891), Politiker
- Ernst Friedrich Wilhelm Rögge (1829–1908), Maler
- Haupt (Orgelbauer) (zwischen 1838 und 1898), Orgelbauerfamilie
- Franz Riepe (1885–1942), Geistlicher, Steyler Missionar, NS-Opfer
- Lambert Rosenbusch (1940–2009), Architekt und Designer
- Brigitte Meyer-Wehage (* 1958), Juristin
- Sabine Bulthaup (* 1962), Moderatorin und Schauspielerin
- Norika Creuzmann (* 1966), Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen)
- Sabine Schiermeyer (* 1967), evangelisch-lutherische Theologin, Regionalbischöfin
- Lisei Caspers (* 1983), Dokumentarfilmerin
- Sophie Averkamp (* 1985), Regisseurin
- Michael Hohnstedt (* 1988), Fußballspieler
- Moritz von Zeddelmann (* 1988), Schauspieler
- Timo Beermann (* 1990), Fußballspieler
- Malte Beermann (* 1992), Fußballspieler
- Bennet Poniewaz (* 1993), Volleyball- und Beachvolleyballspieler
- David Poniewaz (* 1993), Volleyball- und Beachvolleyballspieler
- Moritz Heyer (* 1995), Fußballspieler
- Pia Greiten (* 1997), Ruderin
Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen
- Helene Freifrau von Bothmer (1908–1996), deutsche Museumskuratorin und US-Model
- Rudolf Englert (1921–1989), deutscher Maler und Graphiker
- Irmel Weyer (* 1927), deutsche Ärztin und Entwicklungshelferin
Literatur
- Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz (Hrsg.): Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern – Das Osnabrücker Land III, Bd. 44, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1979, ISBN 3-8053-0313-0
- Helmut Schönrock: Ostercappeln. In: Norbert de Lange und Diether Stonjek (Hrsg.): Osnabrück und das Osnabrücker Land – Landkreis, Städte und Gemeinden (= Kulturregion Osnabrück). Band 22. Rasch, Bramsche 2004, ISBN 3-89946-035-9, S. 241–248.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Tabelle EVAS 12411, Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus 2022, Stand 31. Dezember 2024 (Hilfe dazu).
- ↑ Autor matzeauswelling: Venner Moor, TERRA.track Venner Moorpfad. In: WandererMartin. 10. Mai 2023, abgerufen am 4. Dezember 2025 (deutsch).
- ↑ Venner Moor: Renaturierung stärkt Klimaschutz und schafft Lebensraum für seltene Arten | Landkreis Osnabrück. Abgerufen am 6. Dezember 2025.
- ↑ Campemoor. Abgerufen am 6. Dezember 2025.
- ↑ Hochwasserschutz in Ostercappeln-Hitzhausen. Abgerufen am 11. Januar 2026 (deutsch).
- ↑ Venner Moor: Renaturierung stärkt Klimaschutz und schafft Lebensraum für seltene Arten | Landkreis Osnabrück. Abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ Interaktive Grafik: Umgang mit Trockenheit | Landkreis Osnabrück. Abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ TITEL. Ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 3. Dezember 2025. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
- ↑ Landschaftsschutzgebiet "Wiehengebirge und Nördliches Osnabrücker Hügelland" | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Archiviert vom am 20. Mai 2024; abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Josefine Langer Shohat: "Deutschland von draußen gesehen": Alfred Wieners und Eva Reichmanns Reisen nach Deutschland Anfang der 1950er Jahre. In: Deutsch-Jüdische Geschichte und Gegenwart: Herausforderungen und Perspektiven am Beginn des 21. Jahrhunderts. Wallstein Verlag, 2025, ISBN 978-3-8353-8135-3, S. 65–80, doi:10.46500/83535714-006.
- ↑ Wanderausstellung
- ↑ Paul Wagler: Die Eiche in alter und neuer Zeit. Eine mythologisch-kulturgeschichtliche Studie. Verlag von S. Calvary & Co., Berlin 1891, S. 85.
- ↑ Als die britischen Panzer in Ostercappeln einrollten. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 10. April 2020, abgerufen am 23. Juli 2022.
- ↑ In Ibbenbürener Volkszeitung vom 3. August 1982: Gestohlener Panzer geriet unter D-Zug.
- ↑ a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 259.
- ↑ Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Bevölkerungsfortschreibung
- ↑ § 46 NKomVG, Zahl der Abgeordneten. Abgerufen am 30. April 2024.
- ↑ Ergebnis Gemeinderatswahl 2021. Abgerufen am 19. August 2022.
- ↑ Kommunalwahlen 11.09.2016. In: Ostercappeln.de. Abgerufen am 22. Oktober 2018.
- ↑ Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311
- ↑ Landkreis Osnabrück, Amtliche Endergebnisse der Kreiswahl am 9. September 2001 ( vom 25. Mai 2005 im Internet Archive) (PDF; 528 kB)
- ↑ Die Kommunalwahl Landkreis Osnabrück vom 11. September 2011 (enthält auch Ergebnisse 2006). (PDF 8,0 MB S. 52 Spalte "Gemeindewahlen") Landkreis Osnabrück, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 6. März 2016; abgerufen am 6. März 2016.
- ↑ Ergebnis Bürgermeisterwahl 2021. Abgerufen am 19. August 2022.
- ↑ Ein Mann des Ausgleichs, der die Gemeinde geprägt. In: noz.de. 5. März 2001, abgerufen am 24. Februar 2024.
- ↑ Was wir im Schilde führen, S. 51
- ↑ Gemeinde Ostercappeln – Unsere Gemeinde: Ortschaft Ostercappeln, abgerufen am 9. November 2014
- ↑ Ergebnis Ortsratswahl 2021. Abgerufen am 13. Juli 2022.
- ↑ a b Gemeinde Ostercappeln: Städtepartnerschaften, abgerufen am 5. Juni 2022
- ↑ http://eisenzeithaus.de/
- ↑ www.strassedermegalithkultur.de
- ↑ Stolpersteine in Ostercappeln ( vom 24. Dezember 2015 im Internet Archive)
- ↑ Nachtbus in und um Osnabrück
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Positionskarte von Deutschland
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Gedenkstätte für Ludwig Windthorst an der Stelle seines Geburtshauses auf Gut Caldenhof bei Ostercappeln
Hissflagge der Gemeinde Ostercappeln, Landkreis Osnabrück, Niedersachsen
- Beschreibung des Wappens:„In Silber (Weiß) ein schwarzer Ring, darüber gelegt schrägbalkenweise acht sich berührende, rote Rauten.“
- Beschreibung de Flagge:„Die Flagge ist Weiß mit dem aufgelegten Wappen in der Mitte des Tuches.“
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Eisenzeithaus in Darpvenne. Ostercappeln, Niedersachsen, Deutschland
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Bevölkerungsentwicklung in Ostercappeln
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Pfarrkirche St. Lambertus und Häuser auf der Nordseite des Kirchplatzes in Ostercappeln (ehemaliger Landkreis Wittlage, heute Landkreis Osnabrück)
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Ostercappeln: jungsteinzeitliches Großsteingrab Dübberort II
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Venne: jungsteinzeitliches Großsteingrab "Darpvenne I"
An image resembling the logo of Windows Live Messenger, made for an en-wp userbox.
Autor/Urheber: Basotxerri, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Gut Krebsburg. Ostercappeln, Osnabrücker Land, Niedersachsen, Deutschland
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Altes Vikariat an der Widthorststraße in Ostercappeln (ehemaliger Landkreis Wittlage, heute Landkreis Osnabrück)
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Ostercappeln: jungsteinzeitliches Großsteingrab Dübberort I
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Alte Mädchenschule am Kirchplatz in Ostercappeln (ehemaliger Landkreis Wittlage, heute Landkreis Osnabrück)

