Offizialdelikt (Deutschland)

Ein Offizialdelikt ist in Deutschland eine Straftat, die von der Staatsanwaltschaft von Amts wegen verfolgt wird. Dies betrifft in Deutschland alle Verbrechen sowie die meisten Vergehen. Bei einem Teil der Vergehen handelt es sich dagegen um Antragsdelikte, bei denen stets (absolutes Antragsdelikt) oder im Normalfall (relatives Antragsdelikt) ein Strafantrag erforderlich ist. Letztere stellen eine Mischform zu den Offizialdelikten dar, da sie ausnahmsweise auch dann verfolgt werden können, wenn zwar kein Strafantrag vorliegt, die Staatsanwaltschaft jedoch ein besonderes öffentliches Interesse an der Strafverfolgung annimmt.[1]

Beispiele für Offizialdelikte sind Verbrechen wie Volksverhetzung (§ 130 StGB), sexueller Missbrauch von Kindern (§ 176 StGB), Mord und Totschlag (§ 211, § 212 StGB), Raub (§ 249 StGB) oder Rechtsbeugung (§ 339 StGB), ebenso Vergehen wie das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§ 86a StGB), Betrug (§ 263 StGB) oder Trunkenheit im Straßenverkehr (§ 316 StGB).

Einzelnachweise

  1. Thomas Fischer: Strafgesetzbuch und Nebengesetze. 55. Auflage. Beck-Verlag, München 2008, Vor § 77 Rn. 2.
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