Oberhafen

Fruchthof am Nordufer des Oberhafen

Der Oberhafen ist ein Hafenbecken in Hamburg. Er liegt östlich des Ericusgrabens und parallel zum Baakenhafen bzw. zur Norderelbe. Nach ihm ist zudem das angrenzende Quartier der HafenCity benannt, das aus alten Bahnanlagen zu einem „Kreativquartier“ entwickelt wird.

Der Oberhafen ist kein künstlich ausgehobenes Hafenbecken, sondern Teil eines natürlichen Elbarms, der die Insel Grasbrook vom Festland trennte und auch den heutigen Zollkanal und den Oberhafenkanal umfasst. Im Zuge des Freihafenausbaus am Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieser Elbarm auf seine heutige Breite ausgebaut und vertieft und zugleich seine Uferläufe begradigt und mit Kaianlagen befestigt. Der Name Oberhafen verweist auf die Lage oberhalb des Oberbaums, der bis ins 19. Jahrhundert hinein auf Höhe des Deichtores (später etwa bei der Brandshofer Schleuse) die Einfahrt in das befestigte Stadtgebiet sicherte. Sein geografisches Gegenstück ist der Niederhafen unterhalb des Niederbaums am Baumwall. Im Gegensatz zum seeschifftauglichen Niederhafen diente der Oberhafen jedoch nahezu ausschließlich der Abfertigung von Binnenschiffen, die Hamburg vom Oberlauf der Elbe und ihrer Nebenflüsse her anliefen.

HafenCity (Quartier Oberhafen)

Modell des Oberhafens
Lage des Quartiers Oberhafen (rot) innerhalb des HafenCity-Projekts (hellrot)

Das Stadtviertel Oberhafen ist ein sich in der Entwicklung befindliches Teilquartier der HafenCity in Hamburg. Von 1872 bis 1907 befand sich auf dem Gelände westlich des Oberhafens die Anlagen des Hannoverschen Bahnhofs (bis 1892 Venloer Bahnhof). Anschließend wurde ein als „Pfeilerbahn“ bezeichnetes Viadukt gebaut, das das Gelände des Hannoverschen Bahnhofs kreuzungsfrei überquerte. Heute befindet sich anstelle des Viadukts ein mit Spundwänden eingefasster Damm, der die westliche und südliche Grenze des Quartiers Oberhafen darstellt. Ab 1907 wurden die Gleisanlagen nach dem Bau mehrerer Güterschuppen bis 1999 als Güterbahnhof genutzt, der die Bezeichnung Hamburg Hgbf Han beziehungsweise ab Juli 1964 Hamburg Hauptgüterbahnhof trug. Während die Gleise westlich des Bahndamms bereits in den 2000ern entfernt wurden, um hier das Quartier Am Lohsepark zu bauen, wurden die Gleisanlagen auf dem Gelände des Oberhafenquartiers noch bis 2013 als Abzweigstelle Ericus betrieben. In den Folgejahren wurden auch hier die Gleise entfernt.

Im nördlichen Teil des Quartiers befinden sich bis heute die ehemaligen Hallen und weitere Gebäude des Güterbahnhofs. Diese wurden zunächst noch von Speditionen für Logistikzwecke genutzt.[1] Im Jahr 2014 begannen umfangreiche Neu- und Umbauarbeiten um eine Nachnutzung dieser Gebäude als Kreativ- und Kulturquartier zu ermöglichen.[2] Im linken Flügel des Bahnhofsgebäudes befindet sich seit August 2018 ein Restaurant mit hauseigener Markthalle.[1]

Planungen

Aktuell besteht nur Zufahrt über eine Straße, die Oberhafenbrücke, in das Quartier Oberhafen. Geplant ist, das Stadtviertel über eine Brücke zum Großmarkt mit dem gegenüberliegenden Rothenburgsort zu verbinden. Im Quartier selbst sollen die vorhandenen Lagerhallen, anders als sonst in der HafenCity, erhalten bleiben. Sie sollen umgebaut und modernisiert werden und ausschließlich „kulturellen und kreativwirtschaftlichen Zwecken dienen“.[1] Auf den bisherigen Gleisflächen sollen verschiedene Sportanlagen u. a. für die Schulen der umliegenden Quartiere errichtet werden.[1]

Einzelnachweise

  1. a b c d HafenCity - Kreativ- und Kulturquartier Oberhafen hafencity.com, abgerufen am 17. April 2024
  2. Bahnmeisterei im Oberhafen wird zu einem wichtigen Baustein des Wandlungsprozesses. In: kreativgesellschaft.org. 31. Juli 2014, abgerufen am 17. April 2024.

Koordinaten: 53° 32′ 28″ N, 10° 0′ 55″ O

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Stillgelegter Alter Güterbahnhof Hamburg Abzweig Ericus (2).jpg
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Der still gelegte ehemalige Hgbf ( Hauptgüterbahnhof ) Hamburg, offizieller Name Abzweig Ericus befindet sich im Quartier Oberhafen an der Stockmeyerstraße. Der " Alte Hauptgüterbahnhof Hamburg " befindet sich im Umbau zum Kreativ- Quartier. Alte Gleise wurden still gelegt und abgebaut, alte Güterhallen werden neu vermietet und befinden sich in der Nachnutzung. Erhalten sind einige Gebäude und ehemalige Bahnsteige. Im Foto die Einfahrt zu den ehemaligen Bahnsteigen, Güterbahn und Hafenbahn, die nach Abbau der Gleise nur noch von LKW´s und Speditionen genutzt wurden.
HH Hammerbrook Fruchthof.jpg
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Fruchthof am Oberhafen in Hamburg-Hammerbrook, Deutschland (hinten links: Fruchthof am Oberhafen)
Ehemalige Bahnhöfe in Hamburg.svg
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Karte der ehemaligen Bahnhöfe in Hamburg
Karte HafenCity-Oberhafen.svg
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Quartier Oberhafen (rot) in der HafenCity (hellrot) innerhalb des Hamburger Stadtteils HafenCity (schwarze Linie)
2013-06-08 Projekt Heißluftballon - Highflyer DSCF0980.jpg
(c) Foto: Martina Nolte, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de
Projekt Heißluftballon
Reste des Hauptgüterbahnhofs am Oberhafen (links), hinter der Bahnstrecke das Erschließungsgebiet der HafenCity, am oberen Bildrand der Baakenhafen
Hannoeverscher BahnhofHH.jpg
Der Hannöversche Bahnhof in Hamburg-Klostertor wurde für die 1868 bis 1872 errichtete Eisenbahnlinie über Harburg nach Hannover errichtet. Ab 1906 war er nur noch Güterbahnhof. Ab 1941 fanden von dort Judendeportationen statt. Nach Kriegszerstörungen wurde er 1955 abgerissen.
HafenCity Quartier Oberhafen.jpg
Modell des Quartiers Oberhafen in der HafenCity in Hamburg.
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