Niederländische Sprache

Niederländisch (Nederlands)

Gesprochen in

Königreich der Niederlande, Belgien, Suriname, dialektal in Frankreich und Deutschland
(Siehe Offizieller Status)
Sprecher24 Millionen (geschätzt)
Linguistische
Klassifikation

Indogermanische Sprachen

Germanische Sprachen
Westgermanische Sprachen
  • Niederländisch
Offizieller Status
Amtssprache inNiederlandeNiederlande Niederlande
BelgienBelgien Belgien
SurinameSuriname Suriname
ArubaAruba Aruba
CuraçaoCuraçao Curaçao
Sint MaartenSint Maarten Sint Maarten
Sprachcodes
ISO 639-1

nl

ISO 639-2(B) dut(T) nld
ISO 639-3

nld

Die niederländische Sprache (niederländisch Nederlandse taal), kurz Niederländisch (Aussprache: ), ist eine westgermanische Sprache, die weltweit etwa 24 Millionen Menschen als Muttersprache dient.[1]

Ihr Sprachraum umfasst die Niederlande, Belgien, Suriname, Aruba, Sint Maarten und Curaçao. Außerdem ist sie eine Minderheitensprache in einigen europäischen Ländern, z. B. in Deutschland und Frankreich.[2] Das gegenseitig verständliche und von 15 Millionen Menschen in Südafrika und Namibia gesprochenen Afrikaans ging aus dem Niederländischen hervor.[3] Niederländisch ist die am sechsthäufigsten gesprochene Amts- und Arbeitssprache der EU und eine der vier Amtssprachen der Union Südamerikanischer Nationen.

Die Rechtschreibung der Standardsprache, das Algemeen Nederlands, wird von der Nederlandse Taalunie festgelegt. Der niederländische Sprachraum bestand ursprünglich allein aus einer Vielzahl von niederfränkischen und westniedersächsischen Dialekten, die innerhalb eines Dialektkontinuums miteinander verbunden sind.

Die Niederlandistik erforscht, dokumentiert und vermittelt die niederländische Sprache und Literatur in ihren historischen und gegenwärtigen Formen.

Bezeichnungen der Sprache

Theodiscus, Dietsc und Duutsc

Die Franken nannten ihre Sprache anfangs „frenkisk“ und die romanische Sprachen wurden gemeinsam als *walhisk bezeichnet. Daneben gab es für den Gegensatz zwischen Latein und Volkssprache das Wort *þeudisk, das aber vom Anfang (786) bis im Jahr 1000 nur in der mittelateinischen Form „theodiscus“ überliefert wurde. Trotz seiner späteren Verbreitung in lateinischen Texten im ganzen westgermanischen Sprachgebiet, liegt der Ursprung dieses Wortes, wegen Ähnlichkeiten in Lautform, mit großer Wahrscheinlichkeit im westfränkischen (bzw. altniederländischen) Gebiet des Fränkischen Reichs. Als, im Verlauf des Frühmittelalters, im zweisprachigen Westfrankenreich der politische und der sprachliche Begriff „fränkisch“ sich nicht mehr deckten, weil auch die romanischsprachige Bevölkerung sich als „fränkisch“ (vgl. französisch: français) bezeichnete, setzte sich hier das Wort „*þeudisk“ für den sprachlichen Gegensatz zu „*walhisk“ durch und fand ein Bedeutungswandel statt, wobei die Bedeutung sich von „Volkssprache“ in „germanisch statt romanisch“ änderte.[4][5]

Im frühen Mittelalter entstanden aus „*þeudisk“ zwei Varianten der Eigenbezeichnung: „dietsc“ und „duutsc“. Obwohl „dietsc“ vor allem in alten Texten aus dem Süden und Südwesten der Niederlande überliefert wurde und die Verwendung von „duutsc“ sich im Nordwesten des niederländischen Sprachgebiets konzentrierte, war die Bedeutung gleich. In frühmittelalterlichen Texten galt „dietsc/duutsc“ noch vor allem als germanisches Antonym zu den verschiedenen romanischen Mundarten, wie zum Beispiel dieser Auszug aus dem Reimbuch des mittelniederländischen Autors Jan van Boendale zeigt:[6][7]

“Want tkerstenheit es gedeelt in tween / Die Walsche tongen die es een / Dandre die Dietsche al geheel”

„Weil die Christenheit in zwei aufgeteilt, die welsche Zunge ist der eine, der andere Teil das gesamte „Dietsche“.“

Jan van Boendale (1318): Brabantsche Yeesten[8]

Im Hochmittelalter aber, diente „Dietsc/Duutsc“ in zunehmendem Maße als Sammelbegriff für die germanischen Dialekte innerhalb der Niederlande. Hauptgrund war die regionale Ausrichtung der mittelalterlichen Gesellschaft, wobei, außer für die höchste Geistlichkeit und den höheren Adel, die Mobilität sehr beschränkt war. Deshalb entwickelte „Dietsc/Duutsc“ sich als Synonym der mittelniederländischen Sprache, obwohl auch die frühere Bedeutung (germanisch gegenüber romanisch) erhalten blieb.[9][10][11] In der niederländischen Redewendung „Iemand iets diets maken“ („Jemandem etwas auf klare Weise erklären“) ist ein Teil der ursprünglichen Bedeutung erhalten.[12] Weil die Niederlande im Südwesten am dichtesten besiedelt waren und die mittelalterlichen Handelswege hauptsächlich übers Wasser liefen, hatte der durchschnittliche Niederländer des 15. Jahrhunderts, trotz der geografischen Nähe Deutschlands, eine größere Chance Französisch oder Englisch zu hören, als einen deutschsprachigen Dialekt des deutschen Innenraums.[13] Folglich hatten die niederländischen mittelalterlichen Autoren nur eine vage, generalisierte, Ahnung von der linguistischen Verwandtschaft ihrer Sprache und den verschiedenen westgermanischen Dialekten. Stattdessen sahen sie ihrer sprachlichen Umgebung meistens in den Begriffen der kleinen Regiolekten.[14]

Niederländisch, Duytsch und Nederduytsch

Im 15. Jahrhundert wurde „Nederlandsch“ („Niederländisch“) zum ersten Mal bezeugt und entwickelte sich, neben der, im Neuniederländischen inzwischen als „Dutysch“ geschriebene, Variant des früheren „dietsc/duutsc“, zur gängigen Eigenbezeichnung der niederländischen Sprache. Die Verwendung des Wortes „nieder“ als Beschreibung des Deltas und niederen Verlauf des Rheins, ist vielfach in den historischen Aufzeichnungen vertreten. So würde über den mythischen Siegfried der Drachentöter gesagt, er käme aus Xanten im „Niderlant“, womit das Gebiet vom Niederrhein bis zur Flussmündung gemeint war.[15] Im Altfranzösischen wurden die Bewohner der Niederlande als Avalois (vergleich: „à vau-l'eau“ und „-ois“, etwa „stromabwärts-er“) bezeichnet und die Herzöge von Burgund nannten ihre niederländischen Besitzungen die pays d'embas (Französisch: „niedere Länder“), eine Bezeichnung, die sich in der mittelfranzösischen und zeitgenössischen französischen Sprache als Pays Bas (Niederlande) widerspiegelt.[16][17]

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstand der Neologismus „Nederduytsch“, der, in gewisser Weise, die vorherige Wörter „Duytsch“ und „Nederlandsch“ in einem Substantiv kombinierte. Der Begriff wurde von vielen prominenten niederländischen Grammatikern dieses Jahrhunderts, wie Balthazar Huydecoper, Arnold Moonen und Jan ten Kate, bevorzugt. Hauptgründe dieser Vorliebe waren die Erhaltung des mittelniederländische „Dietsc/Duutsc“ und der Einschluss vom geografischen Bezeichnung „Nieder-“, womit man die Sprache vom „Overlantsch“ (niederländisch: „Oberländisch“) oder „Hooghduytsch“ („Hochdeutsch“) trennen konnte. Behauptet wurde auch, dass die niederländische Sprache mit dem Begriff „Nederduytsch“ an Ansehen gewinnen würde, da „Nederduytschland“, als damalig übliche Übersetzung des lateinischen Germania Inferior galt und damit eine Öffnung zur Prestige der Römer und Antike sei. Obwohl der Begriff „Duytsch“ in sowohl „Nederduytsch“ als „Hooghduytsch“ verwendet wurde, ist damit nicht impliziert, dass die Niederländer ihre Sprache als besonders eng verwandt mit den deutschen Dialekte Südwestdeutschlands sahen. Im Gegenteil, dieser neuen terminologischen Unterschied entstand damit die eigene Sprache von weniger verständlichen Sprachen distanziert werden konnte.[18] 1571 wurde die Anwendung von „Nederduytsch“ stark erhöht, da die Synode von Emden sich entschied für "Nederduytsch Hervormde Kerk" als offiziellen Namen der Niederländisch Reformierte Kirche. Die entscheidende Faktoren dieser Wahl waren esoterischer als bei den vorgenannten Grammatikern. So gab es unter den Theologen eine Präferenz für das Auslassen des irdischen Element „-land(s)“ und wurde bemerkt, dass die Wörter „neder-“ und „nederig-“ (niederländisch: „demütig, einfach, bescheiden“) einander nicht nur phonologisch, aber auch im Wortstamm, sehr näh waren.[19]

Als die Niederländer ihre Sprache immer mehr als „Nederlandsch“ oder „Nederduytsch“ bezeichneten, wurde der Begriff „Duytsch“ unklarer und mehrdeutiger. So fingen niederländische Humanisten an „Duytsch“ auf eine Weise zu verwenden, wobei heute „germanisch“ benutzt würde, zum Beispiel in einer Dialoge innerhalb der einflussreichen Grammatik „Twe-spraack vande Nederduitsche letterkunst“ aus dem Jahr 1584:[20][21]

„R: Du sagtest gleich, dass die duytsche (d. h. niederländische) Sprache an und für sich besteht. Man hat mir schon mal gesagt, unsere Sprache wäre aus dem Hochdeutschen hervorgegangen.
S: Ich spreche, gleich wie Becanus, von der duytse Sprache im allgemeinen, diese für die gleiche Sprache haltend.“

„R: ghy zeyde flux dat de Duytsche taal by haar zelven bestaat. Ick heb my wel laten segghen, dat onze spraack uyt het Hooghduytsch zou ghesproten zyn.
S: Ick spreeck, met Becanus, int ghemeen vande duytse taal, die zelve voor een taal houdende.“

Während der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde die Nomenklatur allmählich fester, mit „Nederlandsch“ und „Nederduytsch“ als bevorzugte Begriffe für die Niederländische Sprache und wurde "Hooghduytsch" ständig zum gängigen Ausdruck für die heutige deutsche Sprache. So wurde „Duytsch“ (und nicht „Hooghduytsch“) erst im Jahr 1599 zum ersten Mal spezifisch als Bezeichnung für Deutsch benutzt, statt Niederländisch oder ähnlichen germanischen Dialekten im Allgemeinen.[22] Zunächst erhielt das Wort „Duytsch“ seine Doppelsinnigkeit, aber nach 1650 entstand einen Trend, wobei sich „Duytsch“ anhaltend als Kurzform des Hochdeutschen und der Dialekten im Norden Deutschlands entwickle. Der Prozess wurde wahrscheinlich durch die Anwesenheit vieler deutscher Wanderarbeiter (Hollandgänger) und Söldner in der Republik der Vereinigten Niederlande und die schon seit Jahrhunderten zunehmende Gebräuchlichkeit der Bezeichnungen „Nederlandsch“ und „Nederduytsch“ gegenüber „Duytsch“ beschleunigt.[23]

Niederländisch als einzige Sprachbezeichnung

Obwohl „Nederduytsch“ im 17. Jahrhundert die Verwendung von Nederlandsch kurz übertraf, blieb es für die allgemeine Bevölkerung größtenteils ein offiziöser, literarischer und wissenschaftlicher Begriff und begann ab 1700 in den schriftlichen Quellen an Boden zu verlieren.[24] Die Proklamation des Königreichs der Vereinigten Niederlande im Jahr 1815, bei der nachdrücklich festgelegt wurde, dass die Amtssprache des Königreichs Nederlandsch hieß und die Staatskirche zu Nederlandsch Hervormde Kerk umbenannt wurde, bedeutete einen enormen Rückgang des bereits abgeebbten Gebrauch des Wortes. Mit dem Verschwinden des Begriffs Nederduytsch verblieb Nederlandsch (belegt seit dem 15. Jahrhundert) als einzige Eigenbezeichnung der niederländischen Sprache.[25]

Die folgende Abbildung zeigt den Rückgang von Duytsch, den Aufstieg und Niedergang von Nederduytsch und die schließliche Vorherrschaft von Nederlands(ch) als Eigenbezeichnung der niederländischen Sprache:[26]

Im späten 19. Jahrhundert wurde Nederduits als Rückentlehnung aus dem Deutschen wieder in die niederländische Sprache aufgenommen, als einflussreiche Linguisten wie die Brüder Grimm und Georg Wenker in der im Entstehen begriffenen Germanistik diesen Begriff benutzten als Gesamtbezeichnung für alle germanischen Sprachen, die nicht an der Zweiten Lautverschiebung teilnahmen. Anfangs bestand diese Gruppe aus Niederländisch, Englisch, Niederdeutsch und Friesisch, aber innerhalb der heutigen niederländischen Sprache und Sprachwissenschaft wird dieser Begriff nur noch für die niederdeutschen Varietäten benutzt, insbesondere für die Mundarten des Niederdeutschen in Deutschland, da die niederdeutschen Dialekte in den östlichen Niederlanden als Nedersaksisch („Niedersächsisch“) bezeichnet wurden. Der Ausdruck Diets wurde im 19. Jahrhundert ebenfalls wieder gebräuchlich als poetische Bezeichnung für die mittelniederländische Sprache. Daneben wird Diets im heutigen Niederländischen nur noch von flämisch-niederländischen irredentistischen Gruppierungen benutzt.[27]

Bezeichnungen des Niederländischen in anderen Sprachen

Im Deutschen wird die niederländische Sprache umgangssprachlich manchmal „Holländisch“ genannt. Beim Holländischen im eigentlichen Sinne handelt es sich aber nur um einen Dialekt, der im Westen der Niederlande in der (historischen) Region Holland gesprochen wird. Diese informelle Sprachbezeichnung ist in vielen europäischen Sprachen, wie Französisch, Spanisch, Dänisch, Italienisch und Polnisch, bekannt und in einigen, vor allem Ostasiatische Sprachen wie Indonesisch, Japanisch und Chinesisch, ist auch der offizielle Name des Niederländischen von „Holland“ abgeleitet.

Im Englischen und Scots hat die Bezeichnung der niederländischen Sprache („Dutch“) ihren Ursprung im Wort „dietc/duutsc“.

Herkunft und Entwicklung

Genetische Einordnung des Niederländischen

Die niederländische Sprache gilt als direkte Fortsetzung der altfränkischen Sprache. In der historischen Linguistik wird Altfränkisch in der Regel geteilt unterteilt in zwei Sprachgruppen: Westfränkisch (etwa das Gebiet zwischen Loire und Maas) und Ostfränkisch, mit seinem Kerngebiet vor allem entlang des Mittelrheins. In starkem Kontrast zum Westfränkischen setzte sich im ostfränkischen Bereich die zweite Lautverschiebung durch, wonach diese germanischen Varietäten sich, ab dem 7. Jahrhundert, zu den Vorläufer der Westmitteldeutsche Mundarten entwickelten. Da im Frühmittelalter unter den im heutigen Nordfrankreich beheimateten Westfranken ein Sprachassimilationsprozess anfing, wobei die germanisch-romanische Sprachgrenze immer nördlicher kam und Westfränkisch durch Altfranzösisch ersetzt wurde, wird die niederländische Sprache als einzige überlebende moderne Variante der Sprache der Westfranken betrachtet.[28][29]

Die Abstammung des Niederländischen vom Altfränkischen sollte aber nicht als isolierte Zweige eines Baumdiagramms gesehen werden, sondern eher im Rahmen der Wellentheorie Friedrich Maurers. Innerhalb dieser Theorie, werden Altfränkisch und Altniederländisch als Weiterentwicklung eines von drei sprachlichen Innovationszentren innerhalb des mitteleuropäischen germanischen Dialektkontinuum am Anfang des ersten Jahrtausends betrachtet. Diese Sprachgebieten, von Maurer im Weser-Rhein-, Elb- und Nordseegermanischen untergeteilt, waren jedoch nicht von einander getrennt, sondern beeinflussten sich wechselseitig und gingen ineinander über. Deshalb gibt es, obschon die altniederländische Sprache im ganzen unbedingt als Fortentwicklung der Weser-Rhein-Gruppe gilt, im westlichen niederländischen Dialekten auch einige typisch Nordseegermanische Merkmale.[30][31][32] Dieser Rahmen ähnelt der Dreier-Einteilung des Kontinentalwestgermanischen von Theodor Frings, wobei Niederländisch als „Küstengermanisch“ im Gegensatz zum „Binnengermanisch“ (Niederdeutsch) und „Alpengermanisch“ (Deutsch) bezeichnet wird.[33][34]

Die modernen Sprachvarietäten des Niederländischen im engeren Sinne, wozu auch die Niederrheinische Mundarten innerhalb Deutschlands gehören, werden in der zeitgenössischen germanischen Philologie in der Regel als „niederfränkisch“ klassifiziert, ein Begriff, der verweist nach dem tief liegenden Bereich des im 19. Jahrhundert angenommenen fränkischen Siedlungsgebiet.

In der Vergangenheit wurden das Niederländische und das Niederdeutsche manchmal als eine gemeinsame Gruppe dargestellt, da beide Sprachgruppen nicht an der zweiten Lautverschiebung teilnahmen. Die moderne Sprachwissenschaft lehnt dieses Modell jedoch ab, weil diese Einteilung sich nicht durch gemeinsame Neuerungen auszeichnet, sondern eine Restklasse darstellt. Außerhalb der Fachwelt ist dieses überholte Modell trotzdem noch häufig anzutreffen.

Sprachliche Distanz zu anderen germanischen Sprachen

Die Westfriesische Sprache und Afrikaans sind dem Niederländischen am ähnlichsten. Das, aus dem Neuniederländischen hervorgegangene, Afrikaans formt, in Bezug auf die Orthographie und Verständnis bei individuell ausgesprochenen Wörter, die meist eng verwandte Sprache. Angesichts der Verständlichkeit längerer gesprochenen Texten, ist es für Niederländischsprachigen leichter Friesisch zu verstehen als Afrikaans. Grund dieser engen Verwandtschaft, ist das Friesisch und Niederländisch seit Jahrhunderten in engem Sprachkontakt zueinander stehen, wodurch die moderne friesische Wortschatz sehr viel niederländische Lehnworter enthält.[35]

Auch die englische, niederdeutsche und deutsche Sprache sind als westgermanische Sprachen mit dem Niederländischen verwandt. In Bezug auf die deutsch-niederländische Sprachverwandtschaft, ist die gegenseitige Verständlichkeit beschränkt und vor allem in der Schriftsprache anwesend. Wenn die gesprochenen Sprachen verglichen werden, zeigen die meisten Studien, dass Niederländischsprachige Deutsch besser verstehen können als umgekehrt. Ob diese Asymmetrie linguistische Gründe hat, oder dass der Unterschied sich erklären lässt, weil eine erhebliche Anzahl der Niederländischsprachigen in den Sekundarschulen Deutsch (und/oder Englisch) als Fremdsprache lernt, ist unklar, da auch Studien mit deutschen und niederländischen Kindern ohne Fremdsprachenkenntnisse zeigten, dass die deutschen Kinder weniger niederländische Wörter verstanden als umgekehrt.[36][37] Bei der gegenseitigen Verständlichkeit gibt es auch große Unterschiede zwischen verwandten und unverwandten Wörtern.[38] In fast allen Studien um gegenseitige Verständlichkeit werden die deutsche und die niederländische Standardsprache verglichen. Die gegenseitige Verständlichkeit zwischen Standarddeutsch und niederländischen Mundarten (oder Standardniederländisch und deutschen Mundarten) ist im Allgemeinen zu vernachlässigen.

Die erhöhte gegenseitige Verständlichkeit zwischen Niederländisch und Niederdeutsch, statt zwischen Niederländisch und Deutsch, wird manchmal zweifellos angenommen, da beide Sprachgruppen nicht an der Zweiten Lautverschiebung teilnahmen. Die Forschung zeigt aber, dass Standarddeutsch für die Niederländischsprachigen besser zu verstehen ist als Niederdeutsch. Im direkten Grenzgebiet könnten die Niederländer die Niederdeutschsprachigen zwar etwas besser verstehen, aber noch immer verstanden sie Standarddeutsch besser als Plattdeutsch.[39]

Historische Perzeption des Niederländischen in der Germanistik

Die deutsche Perzeption der niederländischen Sprache war seit dem späten 18. Jahrhundert bis Anfang des 20. Jahrhunderts vorwiegend von einer ablehnenden Haltung gegenüber allem Niederländischen bestimmt. Vom Blickwinkel der frühen deutschen Germanistik aus, wurde Niederländisch einseitig als sich in 'Randlage' befindlich, als die Sprache eines 'Restgebiets' betrachtet.[40][41] Zusätzlich entstand in der deutschen Germanistik mit der häufigen Verwendung von "Deutsch" im Sinne "Kontinentalwestgermanisch" von den Anfangsphasen der Germanistik bis in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts, ein Namenmythos, wobei das alte Konglomerat von Dialekten, aus denen sich die zwei modernen Kultursprachen Deutsch und Niederländisch entwickelt haben, die heute die Fortsetzungen dieser Mundarten überdachen, mit dem erstgenannten und wichtigeren dieser beider Sprachen gleichsetzt wurde. Dieses unklares Sprachgebrauch hat dem Ansehen des Niederländischen im deutschen Sprachgebiet geschadet: Die Auffassung, das Niederländische sei "eine Art Deutsch", bzw. es sei früher ein Teil des Deutschen gewesen oder es sei irgendwie aus dem Deutschen entstanden, trifft man im populären Diskurs, dank des Namenmythos und häufigen Nachdrucks veralteter Handbücher, im deutschen Sprachraum deshalb auch heute noch sporadisch an.[42][43]

Geschichte

Der westgermanistische Sprachraum (ohne Altenglisch) im Frühmittelalter.[44]
Legende:
  • Altniederländische Varietäten
  • Althochdeutsche Varietäten
  • Altfriesische Varietäten
  • Altsächsische Varietäten

  • Markierung des kontinentalwestgermanischen Dialektkontinuums
  • Die Sprachgeschichte des Niederländischen wird häufig in folgende Phasen unterteilt:

    Altniederländisch

    Als altniederländische Sprache bezeichnet man die älteste bekannte Sprachstufe des Niederländischen. Sie wurde etwa von 400 bis 1150 gesprochen und ist nur bruchstückhaft überliefert. Gleich ihrer Nachfolgerin, der mittelniederländischen Sprache, war sie keine Standardsprache im eigentlichen Sinn.[50] In der Literatur werden die Begriffe "Altniederländisch" und "Altfränkisch" manchmal synonym verwendet, aber es ist üblicher und genauer erst ab dem 6. Jahrhundert von Altniederländisch zu reden, da sich Altfränkisch in dieser Zeit in einem verschobenen und unverschobenen Variant teilte. Die Unterkategorie "Altwestfränkisch" ist jedoch weitgehend gleichbedeutend mit dem Altniederländischen, da es keine verschobene Form des Westfränkischen gibt.[51]

    Das Gebiet, in dem das Altniederländische gesprochen wurde, ist nicht identisch mit dem heutigen niederländischen Sprachgebiet: Im Raum Groningen und in Friesland sowie an der holländischen Küste sprach man Friesisch oder anverwandte nordseegermanische („ingwäonische“) Dialekte. Im Osten der heutigen Niederlande (Achterhoek, Overijssel, Drenthe) wurden altsächsische Dialekte gesprochen. Im Süden und Südosten war das damalige altniederländische Sprachgebiet etwas größer als heute das neuniederländische: Französisch-Flandern und ein Teil der Gegend zwischen der Provinz Limburg und dem Rhein gehörten damals zum niederländischen Sprachgebiet.[50]

    Im Altniederländischen fanden im 8. Jahrhundert einige Lautveränderungen statt, die sich in den anderen westgermanischen Sprachen nicht durchgesetzt hat. Die wichtigsten Änderungen sind unter in der Tabelle dargestellt:[52]

    Altniederländische SprachentwicklungNiederländisches SprachbeispielEntsprechung in anderen westgermanischen SprachenAnmerkung
    Die Konsonantenverbindung -ft änderte sich im Altniederländischen zu -cht.stichten
    de lucht
    (op)lichten
    stiften (deutsch)
    die Luft (deutsch), de loft (westfriesisch)
    to lift (englisch)


    Kognat, keine Übersetzung.
    Der Cluster -ol/-al +d/t wurde zu -ou + d/t.koud
    kalt (deutsch), cold (englisch), kâld (westfriesisch), kolt (Niederdeutsch)
    Die Verlängerung kurzer Vokale zu offenen, betonten Silben im Plural.dag, dagen
    [dɑɣ], [dɣən]
    Tag, Tage (deutsch)
    [ˈtk], [ˈtɡə]
    Gemeingermanische und altniederländische Personalpronomen im Nominativ[53][54]
    1. Person2. Person3. Person
    SingularDualPluralSingularDualPluralSingularPlural
    MasculineFeminineNeuterMasculineFeminineNeuter
    Gemeingermanisch*ek
    *ik1
    *wet
    *wit1
    *wīz
    *wiz1
    *þū*jut*jūz*iz*sī*it*īz*ijōz*ijō
    Altniederländischec,
    1 ik, (h)ic
    *witwithu*gitgihi
    he1
    siuhithiasiahia
    Deutschichxwirduxihrersieessie

    1 – Unbetonte Variante

    Ein Beispiel der altniederländischen Sprache wäre folgendes Zitat aus den „Wachtendonckschen Psalmen“, eine Psalmensammlung aus dem 9. oder 10. Jahrhundert:

    “Irlôsin sol an frithe sêla mîna fan thên thia ginâcont mi, wanda under managon he was mit mi”

    „Er wird meine Seele und die meine [Seele] nähern in Frieden erlösen, weil unter manchen war er mit mir.“

    Wachtendoncksche Psalmen: (54.19)

    Mittelniederländisch

    Das Mittelniederländische unterscheidet sich vom Altniederländischen unter anderem durch das Abschwächen der Nebenton-Vokale, auch Vokalreduktion genannt. Beispielsweise wurde vogala zu vogele („Vögel“, in modernem Niederländisch: vogels).[55] Obwohl im Mittelniederländischen viel mehr Manuskripte erschienen sind als im Altniederländischen und dies die Begrenzung in der Zeit festsetzt, ist der Unterschied zwischen den beiden Sprachen vor allem sprachlich definiert.

    Das literarische Mittelniederländisch des 13. Jahrhunderts ist überwiegend flämisch und brabantisch geprägt, wobei flämische Einflüsse am stärksten sind. Dies hatte seinen Grund in dem starken Einfluss, den der Flame Jacob van Maerlant auf die Literatur seiner Zeit ausübte. Im 14. Jahrhundert verschiebt sich die sprachliche Grundlage des literarischen Mittelniederländisch nach Brabant und diese tonangebende Rolle des Brabantischen verstärkte sich im 15. Jahrhundert. Diese Verschiebung der sprachlichen Grundlage führte zu Sprachvermischung und zum Entstehen einer Sprache, die interregional verwendbar war.[56]

    Neuniederländisch

    Als Neuniederländisch bezeichnet man aus sprachhistorischer Sicht die jüngste Ausprägung des Niederländischen'. Sie wird seit etwa 1500 an gesprochen und stellt die Basis der niederländischen Standardsprache dar.

    Entstehung der Standardsprache

    Obschon sich schon im Mittelniederländischen bestimmte regionale Schreibpräferenzen zeigen lassen, kannte die mittelniederländische Schriftsprache noch keine festgelegten Rechtschreibregeln oder feste Grammatik. Die Wörter wurden phonetisch buchstabiert und deshalb sind mittelniederländische Texte meistens stark vom Dialekt des Autors geprägt. Mit dem Entstehen des Buchdrucks in der Mitte des 15. Jahrhunderts, durch den ein großes Publikum erreicht werden konnte, entstand mehr Einheitlichkeit in die Rechtschreibung des Niederländischen.

    Im Jahr 1550 publizierte der Genter Drucker und Lehrer Joos Lambrecht die erst bekannte Rechtschreibungsabhandlung (Nederlandsche spellynghe, "Niederländische Rechtschreibung"), worin er eine auf sowohl die Aussprache als auch auf morphologische Prinzipien basierende Standardrechtschreibung vorschlug. 1584 formulierte Hendrik Laurenszoon Spiegel eine Reihe von veröffentlichten Rechtschreibregeln zur Vereinheitlichung und Beibehaltung der Tradition, das, unter dem Namen Twe-spraack, lange als wichtigste Grammatik der Vereinigten Niederlande galt. Die Statenvertaling von 1618 hätte, wegen seines weit verbreiteten Gebrauchs im bürgerlichen Unterricht, die niederländische Rechtschreibung im frühen 17. Jahrhundert weitgehend standardisieren können. Die Übersetzer waren sich aber untereinander nicht immer einig und ließen manchmal verschiedene Rechtschreibungen desselben Wortes zu und auch Gleichförmigkeit spielte kaum eine Rolle, wodurch die Bibelübersetzung nur eine leichte Auswirkung auf die Standardisierung der Sprache hatte.[57]

    Kodifizierung der Standardsprache

    Geschichte der niederländischen Rechtschreibung
    Legende:
  • Rechtschreibung von Siegenbeek (1804)
  • Rechtschreibung von Willems (1844)
  • Rechtschreibung von De Vries und Te Winkel (1863)
  • Rechtschreibreform von Marchant (1934)
  • Belgisch-Niederländische Rechtschreibreform (1947)
  • 1. Rechtschreibreform der Taalunie (1996)
  • 2. Rechtschreibreform der Taalunie (2006)
  • Die erste offizielle Regelung der Rechtschreibung in den Niederlanden datiert auf das Jahr 1804. Nach der Ausrufung der Batavischen Republik, sah man eine Gelegenheit um zu einer einheitlichen Rechtschreibung und Grammatik zu kommen. Der Leidener Sprachwissenschaftler Matthijs Siegenbeek wurde 1801 vom niederländischen Bildungsministerium beauftragt, eine einheitliche Rechtschreibung zu verfassen.

    Bei der Gründung des Königreichs Belgien im Jahr 1830 wurde die Rechtschreibung von Siegenbeek als „protestantisch“ abgewiesen, infolge wurde 1844 in Belgien die Rechtschreibung von Jan Frans Willems eingeführt. 1863 erschien die, von den Autoren des historisch-sprachwissenschaftlichen Woordenboek der Nederlandsche Taal entworfene, Rechtschreibung von De Vries und Te Winkel. Diese Rechtschreibungsabhandlung wurde 1864 in Flandern eingeführt (1883 in den Niederlanden) und gilt als Grundlage der heutigen niederländischen Rechtschreibung.[58]

    Standardniederländisch ist keine Aufzeichnung eines bestimmten niederländischen Dialekts, sondern eine über Jahrhunderten kultivierte Mischform aus größtenteils flämischen, brabantischen und holländischen Großdialekten. Vor dem Aufkommen der Massenbildung und allgemeinen Schulbildungen in den Niederlanden und Flandern, war Standardniederländisch in den meisten Gesellschaftsschichten vor allem eine Schriftsprache. Eine einheitlich kodifizierte Ausspracheregelung für die niederländische Schriftsprache, wie etwa Received Pronunciation im Englischen oder das historische Bühnendeutsch im Deutschen, existiert nicht. Die niederländische Standardsprache ist damit zwar eine monozentrische Sprache in Bezug auf die Orthographie, es gibt nur eine offizielle Rechtschreibung in allen niederländischsprachigen Ländern, aber die Aussprache und Wortwahl ist ziemlich unterschiedlich. Dabei handelt es nicht nur um Unterschieden zwischen dem Belgischen Standardniederländisch und Standardniederländisch in den Niederlanden, aber auch auf regionale Ebene.[59][60]

    Abspaltung des Afrikaans

    Die Rechtschreibung von De Vries und Te Winkel wurde 1888 auch in die Südafrikanische Republik eingeführt, aber stand immer häufiger mit größerem Abstand zu der teilweise kreolisierten Umgangssprache der Afrikaner. 1875 wurde die Genootskap van Regte Afrikaners gegründet, mit dem Ziel Afrikaans auch als Schriftsprache zu etablieren. Der im Jahr 1891 von dem niederländischen Sprachwissenschaftler Roeland Kollewijn propagierten Rechtschreibreform, mit dem Schwerpunkt auf phonetische Rechtschreibung, wurde in den Niederlanden und Belgien meistens als “zu modernistisch” oder „entwürdigend“ empfangen.[61] In Südafrika aber, wurde Kollewijns Vereenvoudigde Nederlandse spelling (Deutsch: vereinfachte niederländische Rechtschreibung) 1905 als offizielle Rechtschreibung der niederländische Sprache eingeführt, wonach es ab 1925 die Grundlage der Rechtschreibung des Afrikaans formte.[62]

    Bis 1961 enthalte das Großes Wörterbuch der niederländischen Sprache auch Wörter deren Verbreitung nur im Südafrikanischen hatten, zwar mit dem Zusatz „Afrikaans“ (afrikanisch).[63]

    Verbreitung und rechtlicher Status

    Niederländisch als Amts- und Muttersprache

    Gegenwärtig sprechen etwa 21 Millionen Menschen eine Variante des Niederländischen. In Europa ist Niederländisch in Belgien und den Niederlanden Amtssprache. Darüber hinaus sprechen rund 80.000 Einwohner des französischen Departement Nord einen niederländischen Dialekt.

    Niederlande

    In den Niederlanden sprechen etwa siebzehn Millionen Menschen Niederländisch als Erst- oder Zweitsprache.

    Das Grundgesetz der Niederlande enthält keine Bestimmungen über den Sprachgebrauch in den Niederlanden und im Text wird das Niederländische nicht erwähnt. 1815 machte König Wilhelm I. zwar Niederländisch per Erlass zur einzigen offiziellen Sprache des ganzen Reiches. 1829 wurde dieser Erlass zurückgezogen und ein Jahr später wurde Niederländisch zur Amtssprache für die Provinzen Nordbrabant, Gelderland, Holland, Zeeland, Utrecht, Friesland, Overijssel, Groningen und Drenthe, während Französisch als Amtssprache für die Provinzen Limburg, Ost- und Westflandern und Antwerpen und die Verwaltungsbezirke Leuven und Brüssel zugelassen. Nach der Belgischen Revolution wurde Niederländisch auch im niederländischen Teil der Provinz Limburg die Amtssprache. Erst in 1995 wurde, durch eine Änderung des Allgemeinen Verwaltungsgesetzes, der Status des Niederländischen als Amtssprache gesetzlich bestätigt:

    Kapitel 2, Absatz 2.2, Art. 2:6:
    Verwaltungsorgane und unter ihrer Verantwortung arbeitende Personen gebrauchen die Niederländischen Sprache, sofern nicht durch gesetzliche Vorschrift anders bestimmt.[64]

    Belgien

    Die Sprachgebiete Belgiens:
  • Niederländisches Sprachgebiet
    (in der Mitte ist das zweisprachige Gebiet Brüssel eingezeichnet)
  • Französisches Sprachgebiet
  • Deutsches Sprachgebiet
  • In Belgien ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung (über fünf Millionen) niederländischsprachig.

    Die Sprachgesetzgebung regelt den Gebrauch der drei offiziellen Landessprachen Niederländisch, Französisch und Deutsch im belgischen öffentlichen Leben. Während Artikel 30 der Verfassung des Königreichs Belgien für Privatpersonen einen freien Gebrauch der Sprachen vorsieht, müssen die öffentlichen Dienste des Staates eine Reihe von Regeln beachten, die sowohl den Sprachengebrauch innerhalb der Dienste als auch zwischen den verschiedenen Diensten und gegenüber dem Bürger betreffen. Insbesondere richten sich Sprachgesetze an die Gesetzgeber, die Verwaltungen, die Gerichte, die Streitkräfte und das Personal des Unterrichtswesens in Belgien.

    Die belgische Sprachgesetzgebung ist eine der Folgen des flämisch-wallonischen Konflikts, der seit den Anfängen der Flämischen Bewegung Mitte des 19. Jahrhunderts zwischen den niederländischsprachigen Flamen im Norden Belgiens und den französischsprachigen Wallonen im Süden entstanden ist. Das Ziel dieser Gesetze war eine allmähliche Gleichberechtigung der niederländischen und der französischen Sprache.

    Suriname

    Niederländisch ist die offizielle Sprache der Republik Surinam. Surinam hat ungefähr 400.000 niederländischsprachige Einwohner und zirka 100.000 Surinamer beherrschen Niederländisch als zweite Sprache. Das in Surinam gesprochene Niederländisch kann als eigene Variante des Niederländischen betrachtet werden, da es in Wortschatz, Aussprache und Grammatik von den anderen in Surinam gesprochenen Sprachen, vor allem das Sranan Tongo, beeinflusst wurde.

    Karibische Inseln

    In den besonderen karibischen Gemeinden der Niederlande Bonaire, Sint Eustatius und Saba, sowie die autonomen Länder Aruba, Curaçao und Sint Maarten ist Niederländische die Amtssprache. Jedoch, spricht nur eine Minderheit der Einwohner Niederländisch als Muttersprache. Auf Aruba, Bonaire und Curaçao gilt Niederländisch als Verkehrssprache im geschäftlichen und formellen Bereich, während Niederländisch auf Saba, Sint Eustasius und Sint Maarten vor allem einer Unterrichts- und Zweitsprache der Bevölkerung ist.

    Die Niederlande und Belgien haben am 9. September 1980 die sogenannte Niederländische Sprachunion (Nederlandse Taalunie) geschaffen. Diese soll gewährleisten, dass eine gemeinsame Rechtschreibung und Grammatik fortbesteht und die Sprache gepflegt wird. Seit dem 12. Dezember 2003 ist auch Suriname Mitglied der Nederlandse Taalunie. Selbstverständlich gibt es regionale Eigenarten zwischen der niederländischen und der belgischen Variante der Standardsprache.

    Niederländisch als ehemalige Amtssprache

    Südafrika und Südwestafrika

    Zwischen 1910 und 1983 war Niederländisch eine der Amtssprachen der Südafrikanischen Union und der Südafrikanischen Republik sowie ab 1915 auch Südwestafrikas (heute: Namibia), wo südafrikanisches Recht galt.[65] 1961 wurde gesetzlich festgelegt, dass die Begriffe „Niederländisch“ und „Afrikaans“ als Synonyme im Sinne der südafrikanischen Verfassung zu betrachten seien. Seit 1994 ist Afrikaans eine der elf Amtssprachen Südafrikas[66] und seit der Unabhängigkeit 1990 ist Englisch die einzige Amtssprache Namibias.[67]

    Niederländisch-Indien

    Niederländische Sprachgebiete ohne rechtlichen Status

    Außerhalb Belgien und der Niederlande gibt es benachbarte Gebieten, in dem Niederländische Dialekte traditionell als Muttersprache gesprochen werden, aber wobei die Mundarten nicht von der niederländischen Standardsprache überdacht werden.

    Deutschland

    Die ursprünglichen Mundarten des deutschen Niederrheins, des westlichen Ruhrgebiets, sowie Teile des Bergischen Landes sind aus sprachtypologischer gesehen niederfränkisch oder niederländisch. Insbesondere die in Deutschland gesprochenen kleverländischen Dialekte gelten als niederländische Mundarten und wurden bis ins 19. Jahrhundert von der niederländischen Standardsprache überdacht.[68]

    Im Laufe des 19. Jahrhunderts kam es aber zu einer rigiden, aktiven Sprachpolitik der Preußischen Regierung, deren Ziel die vollständige Verdrängung des Niederländischen und die Etablierung des Deutschen als alleiniger Standard- und Schriftsprache war.[69][70] Dennoch wurde im Klevischen bis in die letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts hinein in den Kirchen Niederländisch heimlich gesprochen und gelehrt, sodass es um 1900 noch 80.361 niederländischsprachige Einwohner des deutschen Kaiserreiches gab.[71][72] Nach soziolinguistischen Kriterien können die von der deutschen Standardsprache überdachten niederfränkischen Mundarten heute jedoch nicht mehr zum Niederländischen gerechnet werden.[73] Dennoch formt das Niederrheinische Dialektgebiet, wenn die Ausspracheabstände der deutschen Dialekte betrachtet werden, geografisch und numerisch die kleinste der fünf Cluster innerhalb Deutschlands.[74]

    Frankreich

    Im nordfranzösischen Département Nord leben ca. 80.000–120.000 Menschen, die mit der westflämischen Variante des Niederländischen (sogenanntes „Westhoek-Flämisch“) aufgewachsen sind.

    Niederländisch als Migrantensprache

    Vereinigte Staaten

    Niederländisch gehört zu den frühesten Kolonialsprachen Amerikas und wurde vom 17. bis ins 19. Jahrhundert im Hudson Valley, das ehemalige Gebiet der Nieuw Nederland-Kolonie, gesprochen.[75] So wurde die Verfassung der Vereinigten Staaten (1787) schon im nächsten Jahr ins Niederländische Übersetzt, damit sie von den niederländischsprachigen Wähler des Bundesstaats New York, ein Drittel der damaligen Bevölkerung, gelesen und ratifiziert werden konnte.[76] In New York gibt es außerdem viele Straßennamen niederländischer Herkunft, wie Wallstreet und Broadstreet, aber auch bestimmte Viertel wurden nach niederländische Städte genannt, wie Harlem (Haarlem), Brooklyn (Breukelen) und Flushing (Vlissingen) im New Yorker Stadtbezirk Manhattan.[77]

    Martin Van Buren, der achte Präsident der Vereinigten Staaten und mit Andrew Jackson der Begründer der modernen Demokraten, sprach Niederländisch als Muttersprache und ist damit bisher der einzige US-Präsident, für den Englisch eine Fremdsprache war.[78]

    Obwohl um 1,6 % der Amerikaner niederländischer Abstammung sind, etwa 4.500.000 Personen, wird die Niederländische Sprache nur von ungefähr 150.000 Menschen gesprochen, meistens betrifft es hier Emigranten aus den 1950er und 1960er Jahren und ihre direkten Nachkommen.[79]

    Kanada

    In Kanada wird Niederländisch von rund 160.000 Menschen, die dort in erster oder zweiter Generation leben, gesprochen. Dies sind vor allem Menschen (ca. 128.000), die in den 1950er und 1960er Jahren nach Kanada emigrierten. Sie leben hauptsächlich in städtischen Gebieten, wie Toronto, Ottawa oder Vancouver.[80]

    Niederländisch als Rechtssprache

    Im Rechtssystem Indonesiens gilt Niederländischkenntnis als unverzichtbar innerhalb des juristischen Bereichs, da das indonesische Gesetzbuch hauptsächlich auf Römisch-Niederländischem Recht basiert. Solches Gewohnheitsrecht ist zwar ins Indonesischen übersetzt, aber die viele Gesetzeskommentaren, nach welcher Richter eine Entscheidung treffen müssen, sind in der Regel nicht übersetzt worden.[81][82]

    Niederländisch als Fremdsprache

    Sprachzertifizierung

    • Certificaat Nederlands als Vreemde Taal (CNaVT) – Zertifikat Niederländisch als Fremdsprache
    • Nederlands als tweede taal (NT2) – Staatsexamen Niederländisch als Fremdsprache

    Länder mit Niederländischunterricht

    Belgien (Wallonien)

    In Wallonien, das französischsprachige Teil Belgiens, ist Niederländischuntericht ein Wahlfach in der Sekundarschule.[83] Im zweisprachigen Brüssel, ist Niederländisch als Fremdsprache für alle Schüler verpflichtet. Insgesamt sprechen ungefähr 15 % der Belgier, mit Französisch als Muttersprache, Niederländisch als Zweitsprache.[84]

    Deutschland

    Niederländisch als Fremdsprache wird in Deutschland fast ausschließlich an Schulen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen unterrichtet. Wegen der räumlichen Distanz zum Sprachgebiet wird es im übrigen Bundesgebiet selten angeboten (einzelne Schulen in Bremen und Berlin). Als Lehrfach hat es sich an Schulen im Laufe der 1960er Jahre etabliert. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wurde Niederländisch im Schuljahr 2018/2019 als Pflicht- oder Wahlpflichtfach an verschiedenen Schulen der Sekundarstufe I unterrichtet. Insgesamt lernten um 33.000 Schülerinnen und Schüler Niederländisch.[85]

    Niederländischsprachige Medien

    Jährlich werden zirka 21.000 niederländischsprachige Bücher veröffentlicht.[86] Im niederländischen und belgischen Kinos erscheinen jedes Jahr ungefähr 60 niederländische Spielfilme.[87] Die niederländischsprachige Filme Der Anschlag, Antonias Welt und Karakter gewannen alle einen Oscar in der Kategorie bester fremdsprachiger Film, noch acht andere wurden nominiert.

    Varietäten

    Dialekte

    Dialektkarte mit der traditionellen, aber veralteten, Einteilung von Dialektologin Dr. Jo Daan aus dem Jahr 1969.[88] Legende:
  • Westflämisch und Seeländisch
  • Brabantisch und Ostflämisch
  • Limburgisch
  • Holländisch
  • Utrechts-Alblasserwaards
  • Westniedersächsisch
  • Dialektkarte mit Einteilung auf Basis der Levenshtein-Distanz von Sprachforscher Dr. Ing. Wilbert Heeringa aus dem Jahr 2004. Je dunkler die Linien, desto näher stehen die Mundarten zueinander.[89]

    Im Verwendungsbereich der niederländischen Kultursprache lassen sich die gesprochenen Dialekte in die traditionellen Hauptdialektgruppen des Niederfränkischen, Niedersächsischen und Ripuarischen gliedern.

    Die Dialekteinteilungen des Niederländischen aus dem frühen 19. Jahrhundert basierten sich primär an den, angenommenen, Unterteilung der Bevölkerung in friesischen, sächsischen und fränkischen Altstämmen. Es ist daher, dass die Niederländische Sprache, worunter man in dieser Zeit auch das Friesische zählte, in drei "reinen Sprachgruppen" (Fränkisch, Friesisch, Sächsisch) und drei "Mischgruppen" (Friso-Sächsisch, Franko-Sächsisch und Friso-Fränkisch) geteilt wurde. Später im 19. Jahrhundert, unter großem Einfluss der deutschen Sprachwissenschaftler Georg Wenker und seinen Wenkersätzen, gab es eine lange Periode worin Isoglossen, vorzugsweise Sammlungen der Isoglossen, auf regionale Ebene die Gliederung der Mundarten beherrschten. Im 1960er Jahren gab es Versuche die Dialekte auch auf soziolinguistische Gründe zu teilen, wobei Dialektsprecher gefragt wurden mit welchem Dialekt oder welcher Mundart sie ihren eigene Dialekt am meisten identifizierten. Seit dem 21. Jahrhundert liegt der Schwerpunkt bei der Analyse von großer Datenmengen im Bereich der Grammatik, der Phonologie und des Idioms durch Computermodellen, wie zum Beispiel die sogenannte Feature Frequency Method.[90]

    Definition nach Verwandtschaft

    Nach dem Kriterium der Verwandtschaft wird Niederländisch mit Niederfränkisch gleichgesetzt und es können zwei Hauptgruppen und verschiedene Untergruppen angegeben werden:

    Definition nach Überdachung

    Nach dem Kriterium der Überdachung sind die Dialekte niederländisch, die mit dem Niederländischen verwandt sind und die dort gesprochen werden, wo das Niederländische – und keine enger verwandte Sprache – die Kultursprache ist. Nach dieser Definition gehören auch die westniedersächsische Dialekte (wie Gronings und Twents) im Nordosten der Niederlande zu den niederländischen Dialekten, sowie die ripuarische Varietäten die in einem kleinen Gebiet um Kerkrade, im äußersten Südwesten der Niederlande, gesprochen werden. Die Einschränkung „keine enger verwandte Sprache“ in diesem Kriterium ist nötig, um die friesischen und die niederländischen Dialekte auseinanderzuhalten, da in der Provinz Friesland sowohl Standardniederländisch als auch Standardfriesisch als Kultursprachen gelten.

    In der Praxis stimmt diese Definition mit dem, in den Niederlanden und Belgien gängigen, soziolinguistischen Sicht überein, wobei alle Sprachvarietäten innerhalb des Sprachgebiets der niederländischen Standardsprache als "niederländische Dialekte" betrachtet werden.[91][92]

    Kreolsprachen auf niederländischer Grundlage

    Lebend

    Ausgestorben oder moribund

    Lexikon

    Das Große Wörterbuch der niederländischen Sprache (Groot woordenboek van de Nederlandse taal) enthält über 240.000 Stichwörter. Das Woordenboek der Nederlandsche Taal (deutsch Wörterbuch der Niederländischen Sprache), ein sehr umfangreiches historisch-sprachwissenschaftliches Wörterbuch mit allen dokumentierten niederländischen Wörter seit dem 12. Jahrhundert, enthält über 400.000 Stichwörter.[93] Die Sprachdatenbank des Instituts für die niederländische Sprache, mit allen bekannten Wortformen der Gegenwartssprache, enthält um 7.000.000 Lexeme.[94] Jedoch wird der Gesamtumfang des niederländischen Wortschatzes je nach Quelle und Zählweise auf 900.000 bis 3.000.000 Wörter, bzw. Lexeme, geschätzt.[95]

    Fremd- und Lehnwörter im Niederländischen

    Die meisten Lehnwörter im Niederländischen sind den Romanischen Sprachen (hauptsächlich Französisch und Latein) entlehnt worden. Eine Überprüfung des Etymologischen Wörterbuchs der niederländischen Sprache, worin insgesamt 22.500 niederländische Lehnwörter beschrieben werden, zeigte, dass 68,8 % der Wörter eine romanischen Ursprung haben, 10,3 % wurde aus dem Englischen entlehnt, 6,2 % aus dem Deutschen.[96] Die Benutzung der Lehnwörter in niederländischen Texten und der gesprochenen Sprache lässt sich schwierig schätzen. So, bestand ein Zeitungstext aus dem NRC Handelsblad, wobei jedes Wort nur einmal gezählt wurde, ungefähr 30 % aus Lehnwörter. Jedoch, unter den 100 meistgebrauchten niederländischen Wörter, waren nur 15 Lehnwörter.[97]

    Außerordentlich für eine europäische Sprache, sind die meist gängige Wörter für manche Teilbereiche der Wissenschaft im Niederländischen nicht aus dem Griechischen oder Lateinischen entlehnt:[98][99][100]

    NiederländischDeutschWörtliche Übersetzung
    wiskundeMathematik„Gewiss[heits]kunde“
    meetkundeGeometrie„Messkunde“
    wijsbegeertePhilosophie„Weis[heits]begierde“
    natuurkundePhysik„Naturkunde“
    geneeskundeMedizin„Genes[ungs]kunde“
    scheikundeChemie„Scheidekunde“

    Niederländische Fremd- und Lehnwörter in anderen Sprachen

    Viele Sprachen haben Teile ihres Wortschatzes dem Niederländischen entlehnt. Die niederländische Sprachwissenschaftlerin Nicoline van der Sijs listet 138 solcher Sprachen. In 14 Sprachen seien mehr als 1000 Wörter heimisch geworden. Diese sind: Indonesisch (5568), Sranantongo (2438), Papiamentu (2242), Dänisch (2237), Schwedisch (2164), (West-)Friesisch (1991), Norwegisch (1948), Englisch (1692), Französisch (1656), Russisch (1284), Javanisch (1264), Deutsch (1252) und Manado-Malaiisch (1086; eine in Manado gesprochene Kreolsprache). In der ausgestorbenen Kreolsprache Negerholländisch gab es 3597 Entlehnungen.[101]

    Im Deutschen

    Im Verhältnis zum Gesamtvolumen aller fremdsprachlichen Lehnwörter im Textkorpus der deutschen Sprache beträgt der Anteil des Niederländischen vom 12. bis zum 17. Jahrhundert zwischen 3 und 4 %. Im 18. Jahrhundert ist der Anteil nur noch 1,2 % und ging im 19. Jahrhundert mit 0,4 % immer weiter zurück, sodass im 20. Jahrhundert Entlehnungen aus dem Niederländischen kaum noch eine Rolle spielen im Gesamtbereich aller fremdsprachlichen Lehnwörter.[102] Dennoch sind bestimmte Sprachbereiche des Deutschen stark vom Niederländischen geprägt, so gibt es vor allem in der Seemannssprache viele Entlehnungen, wie zum Beispiel die Wörter „Matrose“, Hängematte oder „Harpune“, und in den Benennungen verschiedener Meerestiere, wie „Kabeljau“, „Hai“, „Makrele“, „Pottfisch“, „Walross“, „Bückling“ und „Garnele“.[103][104]

    Manche deutsche Wörter, wie „Tanz“ und „Preis“, sind letztendlich französisch in ihrem Ursprung, aber sind, besonders im Mittelalter, vom Niederländischen beeinflusst worden bevor sie das deutsche Sprachgebiet erreichten.[105]

    Ein besonder großer Einfluss hatte die Niederländische Sprache auf die Ostfriesischen Dialekte, deren Wortschatz viele Lehnwörter aus dem Niederländischen enthält, und die Niederdeutsche Dialekte im Allgemeinen.[106]

    Im Englischen

    Der niederländische Einfluss auf das Britische Englisch ist vor allem im Bereich nautischer und wirtschaftlicher Begriffe (wie freight, keelhauling, yacht) deutlich anwesend. Im Amerikanischen Englisch sind niederländische Fremdwörter, dank der niederländischen Kolonialgeschichte, stärker und vielfältiger vertreten. Beispiele bekannter Wörter niederländischer Herkunft im amerikanischen Englisch sind cookie, stoop, booze, coleslaw, boss, dollar und Santa Claus.[107]

    Im Westfriesischen

    Obwohl Friesisch ab 1300 in den meisten Schriftquellen benutzt wurde, übernahm die Niederländische Sprache, am Ende des 15. Jahrhunderts die Position der Schriftsprache Frieslands. Erst im 19. Jahrhundert wurde wieder versucht eine westfriesische Kultursprache zu gestallten. Jahrhunderte lang koexistierte die Niederländische und Friesische Sprache nebeneinander, wobei Niederländisch als Sprache des Staats, der Rechtspflege, der Kirche und des Unterrichts galt, während Friesisch vor allem innerhalb der Familie und auf dem Lande gesprochen wurde. Der Einfluss des Niederländischen auf die Friesische Sprache ist hochgradig und bezieht sich nicht auf Entlehnungen aus dem Niederländischen, aber auch auf grammatikalischen Entwicklungen innerhalb des Friesischen.[108]

    Kognatverhältnis mit anderen westgermanischen Sprachen

    Klassifizierung der Falschen Freunden nach Kroschewski (2000): [109]

    Art interlingualer Falscher FreundDefinitionNiederländisches BeispielÜbersetzung im Deutschen und in verwandten Sprachen
    OrthographischBei Interferenzen im Bereich der Orthographie wird die Form zweier Wörter als so ähnlich wahrgenommen, dass der Lerner die abweichenden Elemente entweder nicht wahrnimmt oder sich deren in einer konkreten Situation nicht erinnert.
    Viele orthographische falsche Freunde stellen aber kaum Verständnisprobleme für den Sprachverarbeiter dar.
    direct
    de vriend
    Deutsch: direkt
    Englisch: the friend (der Freund)
    PhonologischZu diesen Falschen Freunden zählen Wörter mit Merkmalen, die im Bereich der Aussprache, durch interlinguale Ähnlichkeit der sprachlichen Zeichen, interferenzgefährdet sind, obwohl sie keine unterschiedliche Wortbedeutung enthalten.bad / [bɑt]
    register / [rʏ'ɣɪstər]
    Deutsch: Bad [ba:t]
    Englisch: register / [ˈrɛʤɪstə]
    MorphologischBei morphologischen falschen Freunden gibt es formale Divergenzen, zum Beispiel bei der Pluralbildung oder Benutzung von Präfixen.afdwingen
    de boot, de boten
    week, weken
    Deutsch: erzwingen
    Deutsch: das Boot, die Boote
    Englisch: week, weeks (Woche, Wochen)
    SemantischZur semantischen falschen Freunde gehören formähnliche Wörter mit stilistischen Unterschieden, zum Beispiel eine höhere oder niedrige Stilebene.willen
    forceren
    Deutsch: „wollen“, aber auch im Sinne „möchten“
    Englisch: to force
    HalbehrlichHalbehrliche falsche Freunde sind Wörter die sich teilweise überschneiden oder überlappen, aber wobei jedes Lexem in der jeweiligen Einzelsprache zusätzliche Bedeutungen hat, die das formgleiche Lexem der anderen Sprache nicht besitzt.afstemmen
    kogel
    Deutsch: „abstimmen“, aber nicht „wählen“.
    Deutsch: „Kugel“, aber nicht „Sphäre“
    UnehrlichBei dieser Wortgruppe rekurrieren die beiden Wortbedeutungen auf völlig andere Referenten.bellen
    durven
    de gift
    Deutsch: anrufen, klingeln
    Deutsch: wagen
    Deutsch: das Geschenk
    SyntaktischIm Fall eines syntaktischen Falschen Freunds führt die Ähnlichkeit eines Wortes, bei der Konstruktion eines Satzes in der Fremdsprache dazu, dass die syntaktische Struktur der der Ausgangssprache angepasst wird.Ik heb interesse in
    Ik ben vergeten
    Deutsch: Ich habe Interesse an (nicht „in“)
    Ich habe vergessen (mit „haben“, statt „sein“)
    IdiomatischBei idiomatischen Ausdrücken ist die Bedeutung nicht aus der Bedeutung der Einzelwörter zu verstehen.De hond in de pot vindenDeutsch: wörtlich: „Der Hund im Topf finden“, dh. „Die Schüssel leer finden“
    PragmatischBei diesen Sprachfehler fehlt es an sprachlich-kulturellen Vor- und Weltwissen, wodurch kein angemessenes Sprachhandeln entsteht.„Lieve [X],“ als Übersetzung von „Lieber/Liebe [X],“ beim Briefanfang„Lieve“ heißt „süße“, Lieber/Liebe wird mit „beste“ übersetzt.

    Rechtschreibung

    Die niederländische Rechtschreibung ist weitgehend phonematisch. Von grundlegender Bedeutung ist im Niederländischen die Unterscheidung zwischen offenen und geschlossenen Silben, wobei die langen Vokale in offenen Silben einfach, in geschlossenen Silben doppelt geschrieben werden.

    Komposita werden in der Regel zusammengeschrieben (Nederlandstalig [niederländischsprachig], wereldoorlog [Weltkrieg]). Dies betrifft auch Komposita mit einem Eigennamen als bestimmendem Bestandteil (Weimarrepubliek [Weimarer Republik]); handelt es sich um einen mehrteiligen Eigennamen, wird das Grundwort mit dem letzten Bestandteil des Eigennamens verbunden. Beispiele hierfür sind die Koning Boudewijnstichting (König-Balduin-Stiftung) oder der Prins Bernhardplein (Prinz-Bernhard-Platz).

    Buchstaben

    Zur Schreibung des Niederländischen wird ein lateinisches Schriftsystem benutzt. Die 26 Grundbuchstaben sind identisch mit den Buchstaben des modernen lateinischen Alphabets:

    GroßbuchstabeKleinbuchstabeBuchstabenname
    (ausgeschrieben)
    Aussprache
    (IPA)
    Aaa/a/
    Bbbee/be/
    Cccee

    see

    /se/
    Dddee/de/
    Eee/e/
    Ffef/ɛf/
    Gggee/ɣe/
    Hhhaa/ha/
    Iii/i/
    Jjjee/je/
    Kkkaa/ka/
    Llel/ɛl/
    Mmem/ɛm/
    Nnen/ɛn/
    Ooo/o/
    Pppee/pe/
    Qqquu/ky/
    Rrer/ɛr/
    Sses/ɛs/
    Tttee/te/
    Uuu/y/
    Vvvee/ve/
    Wwwee/ʋe/
    Xxix/ɪks/
    YyGriekse y
    ij
    i-grec
    /ˈɣriksə ɛɪ̯/
    /ɛɪ̯/
    /iˈɡrɛk/
    Zzzet/zɛt/

    Außer den verdoppelten Vokalen und Konsonanten sind folgende Digraphen häufig: au, ou, ei, ij, ui, oe, ie, sj, sp, st, ch, ng und nk.

    Groß- und Kleinschreibung

    In der niederländischen Sprache werden allgemein alle Wortarten kleingeschrieben, nur das erste Wort eines Satzes wird großgeschrieben. Ausgenommen von dieser Regel sind Namen verschiedener Art. Dies sind vor allem:

    • Eigennamen aller Art:
      • von Personen (z. B. Rembrandt van Rijn)
        Wenn in den Niederlanden Familiennamen mit einer Präposition oder einem Artikel anfangen, wird diese Präposition bzw. dieser Artikel kleingeschrieben, wenn der Vorname oder die Initialbuchstaben des Vornamens vorangehen: Jan van Dam, P. de Vries. Geht kein Vorname oder Initialbuchstabe voran, zum Beispiel im Personalausweis, so wird die Präposition bzw. der Artikel großgeschrieben: Van Dam, prof. De Vries (prof. ist kein Vorname). Gegen diese Regel wird heutzutage allerdings sehr oft verstoßen. In Belgien wird der Nachname immer wie im Standesamt geschrieben, unabhängig davon, ob ein Vorname vor dem Artikel bzw. der Präposition steht: Jan Van Dam, P. De Vries. Dies ist zugleich der einzige offizielle Rechtschreibungsunterschied zwischen Belgien und den Niederlanden.[110]
      • von Orten, Ländern usw. (z. B. Amsterdam, Nederland, Vlaanderen, het Duitse Rijk)
    • von Eigennamen abgeleitete Adjektive: (z. B. Edammer (von Edam + -er, das extra M ist wegen der Aussprache eingefügt), Maasdammer)
    • von Land- und Sprachennamen abgeleitete Adjektive: (z. B. de Duitse hoofdstad, een Frans woordenboek).

    Wenn IJ am Wortanfang steht, werden bei Großschreibung sowohl das I als auch das J groß geschrieben: IJmuiden, IJsselmeer. In niederländischen Schriftsätzen bilden die beiden Großbuchstaben hier eine Ligatur.

    Phonologie

    Monophthonge

    Standardniederländische Monophthonge
    IPAWortbeispielDeutsche EntsprechungAnmerkungHörbeispiel

    (anklickbar)

    ɑbadengl. calm (Windstille) [ɑːm]
    frz. âme (Seele) [ɑm]
    persisch دار (Galgen) [dɑɾ]
    ɛbedkess
    ɪvisMitte
    ɔbottoll
    ʏhutNüsse
    aapaber
    ezelgehen
    idiepMiete
    bootoder
    yfuutGüte
    øːneusMöhre
    uhoedfrz. fou (verrückt) [fu]
    əhemelName

    Diphthonge

    Standardniederländische Diphthonge
    IPAWortbeispielAnmerkung
    ɛɪ̯bijt, einde
    œʏ̯buit
    ʌujou, dauwBelgisches-Niederländisch:ɔʊ̯
    ɔihoi
    o:ɪ̯dooi
    iunieuw
    yʊ̯duw
    uigroei
    a:ɪ̯draai
    e:ʊ̯sneeuw

    Konsonanten

    IPAWortbeispielDeutsche EntsprechungAnmerkung
    bbeetBall
    ddakdann
    ffietsHaft
    ɣgaanarab. غرب (Westen) [ɣarb]
    span. paga (Lohn) [ˈpaɣa]
    neugriech. γάλα (Milch) [ˈɣala]
    ɦhadukrainisch гуска (Gans) [ˈɦuskɑ]
    Igbo áhà (Name) [áɦà]
    jjasjäh
    kkat, cabaretkaltNicht aspiriert realisiert.
    llandLatte
    mmanMatte
    nneknass
    ŋengHang
    ppen, ribPassNicht aspiriert realisiert.
    rraarspan. perro (Hund) [ˈpero]
    russ. рыба (Fisch) [ˈrɨbə]
    ungar. virág (Blume) [ˈviraːg]
    ssokNuss
    ttak, hadaltNicht aspiriert realisiert.
    vverHalb-stimmhafter labiodentaler Frikativ, ein halb-stimmhaftes Mittelding zwischen [f] und [v].
    ʋwangengl. wind (Wind) [wɪnd]
    frz. coin (Ecke) [kwɛ̃]
    poln. łódka (Boot) [ˈwutka]
    ital. uomo (Mann, Mensch) [ˈwɔːmo]
    xachtlachenDeutsche Standardaussprache des -ch nach a, o, u.
    zzonSahne
    ctientjeUngarisch: tyúk [ˈcuːk] (Huhn)
    Polnisch: polski [ˈpɔlsci] (polnisch)
    ɡgoalGott
    ɲoranjeFranzösisch: signe [siɲ] (Zeichen)
    Italienisch: gnocchi [ˈɲɔkːi] (Nocken)
    ʃchef, sjabloonschnell
    ʒjuryGenie
    ʔbindigbeachtenDurch Verschluss der Stimmritze erzeugter Knacklaut.

    Grammatik

    Sprachbeispiel

    Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 1:

    Alle mensen worden vrij en gelijk in waardigheid en rechten geboren. Zij zijn begiftigd met verstand en geweten, en behoren zich jegens elkander in een geest van broederschap te gedragen.
    Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.

    Siehe auch

    Literatur

    • Eelco Verwijs, J. Verdam: Middelnederlandsch woordenboeck. I–XI, 's-Gravenhage (1882) 1885–1941 (1952); Neudruck ebenda 1969–1971.
    • Willy Vandeweghe: Grammatica van de Nederlandse zin. Garant, Apeldoorn 2013, ISBN 978-90-441-3054-6.

    Weblinks

    Wiktionary: Niederländisch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
    Commons: Niederländische Sprache – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
    Wikibooks: Niederländisch – Lern- und Lehrmaterialien

    Einzelnachweise

    1. Taalunieversum.org, Zahlen und Fakten. Abgerufen am 13. April 2020.
    2. Taalunieversum.org, Sprachraum und Landsprache. Abgerufen am 13. April 2020.
    3. Zusammenfassung der Volkszählung 2011 (englisch; PDF), abgerufen am 14. Dezember 2015
    4. Mackensen, Lutz (2014): Ursprung der Wörter: Das etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache, Bassermann Verlag, S. 102.
    5. Polenz, Peter (2020): Geschichte der deutschen Sprache, Walter de Gruyter GmbH, S. 36–7.
    6. J. De Vries: Nederlands Etymologisch Woordenboek. Brill, 1987, S. 143.
    7. M. Philippa et al.: Etymologisch Woordenboek van het Nederlands [Duits]. 2003–2009.
    8. L. De Grauwe: Emerging Mother-Tongue Awareness: The special case of Dutch and German in the Middle Ages and the early Modern Period. 2002, S. 101–103.
    9. M. Philippa et al.: Etymologisch Woordenboek van het Nederlands [Duits]. 2003–2009.
    10. L. Weisgerber: Deutsch als Volksname. 1953.
    11. L. De Grauwe: Emerging Mother-Tongue Awareness: The special case of Dutch and German in the Middle Ages and the early Modern Period. 2002, S. 98–110.
    12. F. A. Stoett: Nederlandse spreekwoorden, spreekwijzen, uitdrukkingen en gezegden. Thieme & Cie, Zutphen 1923–2013. S. 422.
    13. A. Duke: Dissident Identities in the Early Modern Low Countries. 2016.
    14. L. De Grauwe: Emerging Mother-Tongue Awareness: The special case of Dutch and German in the Middle Ages and the early Modern Period (2002), p. 102.
    15. F. W. Panzer:Nibelungische Problematik: Siegfried und Xanten, 1954, p.9.
    16. M. de Vries & L.A. te Winkel: Woordenboek der Nederlandsche Taal, the Hague, Nijhoff, 1864–2001.
    17. M. Janssen: Atlas van de Nederlandse taal: Editie Vlaanderen, Lannoo Meulenhoff, 2018, p.29.
    18. G.A.R. de Smet, Die Bezeichnungen der niederländischen Sprache im Laufe ihrer Geschichte; in: Rheinische Vierteljahrsblätter 37 (1973), p. 315-327
    19. G.A.R. de Smet, Die Bezeichnungen der niederländischen Sprache im Laufe ihrer Geschichte; in: Rheinische Vierteljahrsblätter 37 (1973), p. 315-327
    20. L.H. Spiegel: Twe-spraack vande Nederduitsche letterkunst (1584)
    21. L. De Grauwe: Emerging Mother-Tongue Awareness: The special case of Dutch and German in the Middle Ages and the early Modern Period (2002), p. 102–103
    22. M. Philippa, F. Debrabandere, A. Quak, T. Schoonheim en N. van der Sijs. Etymologisch Woordenboek van het Nederlands. Instituut voor de Nederlandse Taal, Leiden, 2003–2009.
    23. L. De Grauwe: Emerging Mother-Tongue Awareness: The special case of Dutch and German in the Middle Ages and the early Modern Period (2002), p. 102.
    24. W. de Vreese: Over de benaming onzer taal inzonderheid over “Nederlandsch”, 1910, p. 16-27.
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    29. Werner Besch, Anne Betten, Oskar Reichmann, Stefan Sonderegger: Sprachgeschichte. 2. Teilband. Walter de Gruyter, 2008, S. 1042.
    30. Vgl. Herman Vekeman, Andreas Ecke: Geschichte der niederländischen Sprache. Lang, Bern [u. a.] 1993. (Germanistische Lehrbuchsammlung; 83), S. 27–28.
    31. Vgl. Herman Vekeman, Andreas Ecke: Geschichte der niederländischen Sprache. Lang, Bern [u. a.] 1993. (Germanistische Lehrbuchsammlung; 83), S. 27–40.
    32. Eine vereinfachte Darstellung, die das Niederländische als ganzes auf das Niederfränkische zurückführt, findet sich z. B. im Stammbaum der germanischen Sprachen auf der Site des TITUS.
    33. Werner König: dtv-Atlas zur deutschen Sprache. ISBN 3-423-03025-9, S. 53.
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    42. Heinz Eickmans, Jan Goossens, Loek Geeraedts, Robert Peters, Jan Goossens, Heinz Eickmans, Loek Geeraedts, Robert Peters: Ausgewählte Schriften zur niederländischen und deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft, Waxmann Verlag, Band 22, 2001, S. 349.
    43. Heinz Eickmans, Jan Goossens, Loek Geeraedts, Robert Peters, Jan Goossens, Heinz Eickmans, Loek Geeraedts, Robert Peters: Ausgewählte Schriften zur niederländischen und deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft, Waxmann Verlag, Band 22, 2001, S. 353.
    44. Karte in Anlehnung an: Meineke, Eckhard und Schwerdt, Judith, Einführung in das Althochdeutsche, Paderborn/Zürich 2001, S. 209.
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    47. M. De Vaan: The Dawn of Dutch: Language contact in the Western Low Countries before 1200. John Benjamins Publishing Company, 2017, S. 12–13.
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    110. taaladvies.net

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    Evolution of the name of the Dutch language over the centuries. Based on the data found in M. Janssen: Atlas van de Nederlandse taal, Editie Vlaanderen, Lannoo Meulenhoff, 2018, p. 29. and W. de Vreese: Over de benaming onzer taal inzonderheid over “Nederlandsch”, 1910, p. 16–27. and G.A.R. de Smet: Die Bezeichnungen der niederländischen Sprache im Laufe ihrer Geschichte in: Rheinische Vierteljahrsblätter 37 (1973), p. 315–327.

    Blue = Duytsch / Dietsc / Duutsc Orange = Nederlands / Nederlandsch

    Yellow = Nederduytsch
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    Map of the five principal Middle Dutch dialects, with a circle graph showing the approximate distribution of the dialects over the total number of speakers. Blue = Flemish, Orange = Brabantic, Red = Limburgish, Green = Hollandic, Purple = Eastern Dutch. Based on W. Blockmans, W. Prevenier: The Promised Lands: The Countries under Burgundian Rule, 1369–1530. Philadelphia 1999 and Guy Janssens: Het Nederlands vroeger en nu. ACCO, Antwerpen 2005.
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    Dutch dialects in the Netherlands, Flanders and French-Flanders.


    Index:

    • A. Southwestern dialect group (Zeeuws/West-Flemish)
      • 1. West-Flemish and Zeeuws-Flemish
      • 2. Zeeuws
    • B. Northwestern dialect group (Hollands)
      • 3. South-Hollands
      • 4. Westhoeks
      • 5. Waterlands and Volendams
      • 6. Zaans
      • 7. Kennemerlands
      • 8. West-Frisian
      • 9. Bildts, Midslands, Stads-Frisian and Amelands
    • C. Northeastern dialect group (Low Saxon)
      • 10. Kollumerlands
      • 11. Gronings and North-Drents
      • 12. Stellingwerfs
      • 13. Middle-Drents
      • 14. South-Drents
      • 15. Twents
      • 16. Twents-Graafschaps
      • 17. Gelders-Overijssels (Achterhoeks) and Urks
      • 18. Veluws
    • D. Northern-Central dialect group
      • 19. Utrechts-Alblasserwaards
    • E. Southern-central dialect group
      • 20. South-Gelders
      • 21. North-Brabants and North-Limburgs
      • 22. Brabants
      • 23. East-Flemish
    • F. Southeastern dialect group
      • 24. Limburgs
    • Miscellaneous
      • FL. Province Flevoland. No dialect a majority, because of its short existence. (Post World War II)
      • The blank area (near zone 9) speaks Frisian dialects.
    (see also Dutch on nl.wikipedia.org)
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    Historical West Germanic language area.png
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    Map of the Old Dutch (yellow), Old Saxon (purple), Old Frisian (orange) and Old High German (green) language areas.

    Based on: Der althochdeutsche Sprachraum, in Anlehnung an: Meineke, Eckhard und Schwerdt, Judith, Einführung in das Althochdeutsche, Paderborn/Zürich 2001, S. 209.

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    Graph showing Dutch spelling reforms in the Netherlands and Belgium.
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