Neustift im Felde

Neustift im Felde (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Neustift im Felde
Neustift im Felde (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, BundeslandTulln (TU), Niederösterreich
GerichtsbezirkTulln
Pol. GemeindeKirchberg am Wagram
Koordinaten48° 24′ 28″ N, 15° 53′ 26″ Of1
Höhe186 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft216 (1. Jän. 2025)
Gebäudestand128 (2001f1)
Fläche d. KG7,73 km² (31. Dez. 2023)
Postleitzahl3470 Kirchberg am Wagram
Vorwahl+43/2279f1
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer06282
Katastralgemeindenummer20023
Zählsprengel/ -bezirkNeustift im Felde (32114 005)
Bild
Ortsansicht mit Feuerwehrauto
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS
216

Neustift im Felde ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram im Bezirk Tulln in Niederösterreich.

Geographie

Die Katastralgemeinde Neustift liegt im nördlichen Tullnerfeld unweit einer Geländekante, die Niederwagram[1] genannt wird.
Durch den Ort führt die nördliche Donautalstraße von Stockerau nach Krems , urkundlich lantstraz bzw. hungarica platea, im Volksmund Ochsenstraß genannt.[2] Heute führt die L 45, die einen ähnlichen Verlauf nimmt, durch das Dorf.
Am 1. April 2020 umfasste die Ortschaft 104 Adressen.[3]

Geschichte

Ehe das Dorf Neustift im Felde urkundlich in Erscheinung trat, wurden bereits die danach abgekommenen Orte Porce/Porz/Portz (heutige Fluren Parz in Neustifter- und Frauendorfer Freiheit), Hannidorf und evtl. die Insel Glatzmanns (wahrscheinlich beide heutige Flur Altendorf, teilweise in Neustifter Freiheit) urkundlich genannt.
In der Flur Parz sowie in unmittelbarer Nähe in der Winkler Flur auf der Landstraße liegt ein umfangreiches Gräberfeld mit zugehöriger Siedlung aus der älteren Eisenzeit (Hallstattzeit, Ha B, C, D, ab ca. 700 v. Chr.), welches bisher teilweise archäologisch erschlossen ist. Das Hauptgrab dieses Gräberfeldes dürfte der Haleberg[4] sein.
Wahrscheinlich wird Neustift erstmals um 1280 in einem Urbar des Abtes Hermann von Niederalteich als Neustat erwähnt[5]. Urkundlich gesichert erscheint es erstmals am 1. Jänner 1318.[6] Der mündlichen Überlieferung nach soll der Ort infolge oftmaliger Donauüberflutungen der teilweise unterhalb des Niederwagram gelegenen Orte Hannidorf[7] und Parz[8] nördlich des Niederwagrams als planmäßiges Angerdorf „neu gestiftet“ worden sein.[9]

Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 64 Häusern genannt, das nach Kirchberg eingepfarrt war, wohin auch die Kinder eingeschult wurden. Die Herrschaft Winkelberg besaß die Ortsobrigkeit und besorgte die Konskription. Die Landgerichtsbarkeit wurde von der Herrschaft Grafenegg ausgeübt und die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten den Herrschaften Winkelberg, Oberstockstall, Grafenegg und Thürnthal.[10]

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in Neustift drei Gastwirte, drei Gemischtwarenhändler, eine Milchgenossenschaft, ein Sägewerk, zwei Schmiede, ein Schuster, ein Spengler, ein Tischler, ein Wagner und mehrere Landwirte ansässig.[11] Im Rahmen der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung vereinigten sich per 1. Jänner 1968 die damaligen Ortsgemeinden Dörfl, Engelmannsbrunn, Kirchberg am Wagram, Kollersdorf, Neustift im Felde, Mallon, Mitterstockstall, Oberstockstall, Unterstockstall und Winkl.[12]

Neustift hat 216 Einwohner (Stand 1. Jänner 2025).[13]

Bekannte Personen

  • Ludwig Piffl (1900–1975), Lehrer und Quartärforscher

Literatur

  • Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 2: N–Z. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 29 (Ausgabe 1770; Neustift in der Google-Buchsuche).
  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Manhartsberg. 7 von 34 Bänden. 5. Band: Neusiedl bis Rohrendorf. Sollinger, Wien 1835, S. 7 (NeustiftInternet Archive).
  • Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 328.

Einzelnachweise

  1. siehe OSR Prof. Ludwig Piffl: zur Gliederung des Tullnerfeldes, Ann. Naturhistor. Mus. Wien 75 293-310. Wien Oktober 1971, ©Naturhistorisches Museum Wien, download unter www.biologiezentrum.at, bzw. Andreas Nowotny in 700 Jahre Neustift im Felde, 1.Jänner 2018, S. 16 u. 18.
  2. Bianca Wojta in Verein Absdorf (Hrsg.): 1000 Jahre Absdorf : Leben in der Gemeinde einst und heute. 2010. S. 42.
  3. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: Österreichisches Adressregister, Stichtagsdaten vom 1.4.2020 (online)
  4. Andreas Nowotny: Der "Haleberg" bei Neustift im Felde. In: hf-kirchberg.at, Mai 2024.
  5. Karl Janicek: Geschichte der Besiedlung und Grundbesitzverteilung des nördlichen Tullnerfeldes und angrenzenden Hügellandes. Diplomarbeit, Wien 1935. S. 88
  6. Quelle, Regest.: Pichler, Isfried H., Urkundenbuch des Stiftes Schlägl, Aigen i. M., 2003, Nr. 101 (S 83), S. 115. (monasterium.net)
  7. urkundlich Hannidorf, siehe Cod. Salisb. Lib. I, anno 1004, pag. 121, Nr. 465, veröffentlicht in Notizenblatt Nr. 13, Archiv f. Kunde österr. Geschichtsquellen 6. Jg. 1856, V. Historischer Atlas - Donaciones fundaciones et dotaciones ecclesie sancti petri Salczburge. Liber primus anno 1004 editus. S. 305 und 306; (archive.org), abgerufen am 25. April 2017; bezieht sich auf den Distrikt Krems, dem Kollersdorf und Neustift bis 1854 zugehörig waren.
  8. Erstnennung um 1108-1125: FRA 2/VIII. 1. Teil Nr. 151 S. 38 und S. 157 (Wilhelm Karlin Saalbuch des Benedictiner-Stiftes Göttweig)
  9. Die Ersterwähnung von Neustift im Felde auf hf-kirchberg.at, Schulchronik Neustift im Felde
  10. Joseph von Steinius: Topographischer Land-Schematismus oder Verzeichniß aller im Erzherzogthume Oesterreich unter der Enns befindlichen Ortschaften als Städte, Märkte, Schlösser, Ämter, Dörfer, Rotten und einzelne Häuser, die eigene Nahmen haben, Anzahl der Häuser sowohl, als der betreffenden Pfarren, Schulörter, Patronate, Decanate, Werbbezirke, Landgerichte, Ortsobrigkeiten, Grund- und Conscriptions-Herrschaften, dann der nächsten Poststationen zur Auf- und Abgabe der Briefe. Zweiter Band: M–Z. Verlag Anton Strauß, Wien 1822, S. 70 (Neustift in der Google-Buchsuche).
  11. Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938. S. 373. (findbuch.at; PDF)
  12. Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 21. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3  MB; Inhalt PDF); abgerufen am 30. Januar 2025.
  13. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)

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Coat of arms of Kirchberg am Wagram, Lower Austria