Neureut (Karlsruhe)

Wappen der Stadt Karlsruhe
Wappen der Stadt Karlsruhe
Wappen des Stadtteils Neureut
Wappen des Stadtteils Neureut
Neureut

Stadtteil von Karlsruhe
Lage von Neureut in Karlsruhe
Lage von Neureut in Karlsruhe
Basisdaten
Geographische Lage49° 3′ N, 8° 23′ O
Höhe112 m ü. NN
Fläche19,1776 km²
Einwohner18.406 (30. Juni 2014)
Bevölkerungsdichte960 Einwohner je km²
Eingemeindung14. Februar 1975
Postleitzahlen76149
Vorwahl0721
Verkehrsanbindung
BundesstraßeB36
StadtbahnS 1 S 11
Straßenbahn1
Buslinien70 71 72 73
NachtverkehrNL3

Neureut (im lokalen Dialekt Neret[1]) ist der nördlichste Stadtteil von Karlsruhe. Die ehemals größte Landgemeinde Baden-Württembergs (heute rund 18.500 Einwohner) wurde am 14. Februar 1975 eingemeindet.[2]

Der Name Neureut leitet sich ab aus „Neue Rodung“, da zum Bau der Siedlung an dieser Stelle der Wald gerodet wurde.

Geschichte

  • 5./6. Jahrhundert v. Chr. mehrere keltische Hügelgräber in der Flur Heidelburg zeugen von der Besiedlung in vorgeschichtlicher Zeit[3]
  • 1260 vermutete Gründung durch Markgraf Rudolf I.
  • 1699 Gründung der Gemeinde Welschneureut durch Markgraf Friedrich Magnus zur Aufnahme südfranzösischer Glaubensflüchtlinge (Welsche, oft als Waldenser bezeichnet; tatsächlich waren es Hugenotten). Das seitherige Dorf wurde im Unterschied dazu fortan Teutschneureut genannt.
  • 1913 Einrichtung einer Siebkläranlage, seither ausgebaut zur Kläranlage für ganz Karlsruhe
  • 1914 erhält Neureut Elektrizitätsversorgung durch die wichtige Lebensmittelproduktion für die Front, welche durch die Matzenfabrik Strauss erfolgte
  • 1921 Baubeginn der Gartensiedlung, später Heidesiedlung, an der Grenze nach Karlsruhe
  • 1928 die ersten Häuser der Kirchfeldsiedlung entstehen in der Gildestrasse
  • 1935 Eingliederung der Gemeinde Welschneureut, Umbenennung der vereinigten Gemeinde in „Neureut (Baden)“
  • 1943 Schwere Schäden durch amerikanische Luftwaffe
  • 1949 Gründung der Kirchfeldsiedlung auf einem ehemaligen Exerzierplatz, um Heimatvertriebene aus Böhmen, Mähren und dem Sudetenland aufzunehmen
  • 1959 Bau der amerikanischen Kaserne
  • 1960 Bau der General-Fahnert-Kaserne der Bundeswehr
  • 1964 das Hallenbad Neureut wird eröffnet
  • 1975 trotz heftigen Widerstandes seitens der Bevölkerung Eingemeindung zur Stadt Karlsruhe. Im Jahr zuvor hatte die damals eigenständige Gemeinde Neureut Klage gegen die Eingemeindung eingereicht, diese wurde abgewiesen und damit vollzogen.[4]
  • 1977 Die Badnerlandhalle wird fertiggestellt und eingeweiht. Sie liegt am Neureuter Platz, der am Ostrand des alten Ortes ein “Neues Zentrum” werden sollte.
  • 1979 die Hardtbahn (heute S1/S11) wird als Stadtbahnlinie wiedereröffnet.
  • 1985 das Hallenbad Neureut wird nach Umbau und Renovierung in Adolf-Ehrmann-Bad umbenannt
  • 1994 das Gewerbegebiet Sandfeld wird zum Bebauen freigegeben, es verbindet die voneinander getrennten Ortsteile
  • 1995 die Amerikaner rücken aus Neureut ab, durch die Nordstadt wird Neureut baulich mit der Kernstadt verbunden
  • 1999 Welschneureut wird 300 Jahre
  • 2006 Baubeginn von Kirchfeld-Nord auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne; Eröffnung der Straßenbahnlinie 3 (heute 1) nach Neureut Heide
  • 2007 Baubeginn der Querspange Neureut-Nord
  • 2009 Freigabe der Querspange am 6. April

Ortsteile

Der Neureuter Platz mit dem “Brunnen der Ortsteile” und der Kirche St. Judas Thaddäus
Brunnen Steinblume in Neureut von Gerhard Karl Huber
  • Neureut Nord (Teutschneureut)
  • Neureut Süd (Welschneureut)
  • Heide, Siedlung von 1921, grenzt an die später entstandene Nordstadt und den Heidesee
  • Kirchfeld, Siedlung am Hardtwald, für Heimatvertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg, zeitweise zwei Kasernen

Schulen

Im Ort befinden sich folgende Schulen:

  • Waldschule (Grundschule)
  • Südschule (Grundschule)
  • Nordschule (Grundschule)
  • Schulzentrum Neureut (Gymnasium, Realschule, Musikschule, Volkshochschule)
  • Hardtwaldschule (Schule für geistig Behinderte)

Sportvereine

  • 1. Shotokan Karate Club Neureut e.V.
  • CVJM Neureut e.V.
  • FC Germania Neureut 07
  • FV Fortuna Kirchfeld 1949
  • FC Neureut 08
  • TG Neureut
  • SSV Neureut (Boule und Breitensport)
  • TuS Neureut
  • TTC Karlsruhe-Neureut – Der Tischtennisverein wurde 2000 neu gegründet und hat zwischenzeitlich in der 1. Bundesliga gespielt.
  • TC Neureut
  • VC Neureut[5]

Kirchen

FeG Karlsruhe in der Heidesiedlung

Hilfsorganisationen

  • Freiwillige Feuerwehr Karlsruhe, Abteilung Neureut
  • DRK Neureut
  • DLRG Neureut
  • Sanitätsdienst Schulzentrum Neureut

Einzelnachweise

  1. ka-news: Neureuter Kirchweih mit viel Programm | ka-news. 10. August 2008, abgerufen am 28. Februar 2021.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 481.
  3. Kelten im Stadtwiki Karlsruhe; abgerufen am 24. April 2023
  4. Chronik von Neureut auf der Webseite der Stadt Karlsruhe
  5. VC Neureut | Karlsruhe – Volleyball-Club Neureut e. V. Abgerufen am 21. August 2019 (deutsch).

Literatur

  • Hermann Ehmer: Geschichte von Neureut. 1983, Stadt Karlsruhe – Ortsverwaltung Neureut
  • Walter Müller: Ortssippenbuch der ehemaligen Gemeinde Welschneureut, heute Ortsteil Neureut-Süd der Stadt Karlsruhe in Baden. Plaidt: Cardamina 2010 (= Badische Ortssippenbücher 140), Bearbeiteter Zeitraum 1699–1933
  • Manfred Schwerdtfeger: Zwischen Heide und Strom – Geschichte und Geschichten einer badischen Gemeinde: Neureut 1110–1960. Hrsg. von der Gemeinde Neureut. Karlsruhe: Badendruck, 1960.
  • Karin Niederle und Michael Niederle: Ortsfamilienbuch Teutschneureut mit den lutherischen Einwohnern von Welschneureut bis 1821. Weißenthurm: Cardamina 2018; ISBN 978-3-86424-437-7

Weblinks

Commons: Neureut (Karlsruhe) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Freie evangelische Gemeinde Karlsruhe
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Wappen von Neureut (Karlsruhe)

In einem von Gold und Rot gespal­te­nes Schild eine Haspe (Hefte) in verwech­sel­ten Farben (geht auf das Wappen von Teutsch­neu­reut zurück; eine sogenannte Haspe (gebogenes Eisen), die vermutlich aus einem Flecken­zei­chen in Hufei­sen­form entstanden ist)
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Karlsruhe-Neureut, Neureuter Platz mit Kirche St. Judas Thaddäus von Ottokar Uhl
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Brunnen "Steinblume" in Karlsruhe-Neureut von Gerhard Karl Huber.