Nagelfluhkette

Die eigentlichen Nagelfluhketten bilden den Naturraum 960; nördlich davon erkennt man drei weitere (bis 1254 m, bis 1242 m und bis 1106 m), die durch Oberläufe aus dem Flusssystem der Argen segmentiert werden; Legende siehe Bildbeschreibungsseite

Mit Nagelfluhkette werden jeweils die drei zueinander parallelen Allgäuer Nagelfluh-Schichtkämme der Alpen im Landkreis Oberallgäu, Bayern, sowie in Vorarlberg bezeichnet, die aus Gesteinen des Nagelfluh, d. h. aus geologisch jungen Konglomeraten aufgebaut sind, die meist steilwandig verwittern:

  • der Prodel-Kojen-Schichtkamm im Norden (bis 1491 m, am Immenstädter Horn im Osten 1489 m), vom Durchbruch der Weißach in zwei Segmente geteilt
  • die Hochgratkette in der Mitte (bis 1834 m)
  • der Siplingerkopf-Schichtkamm im Süden (am Siplinger Kopf 1746 m)

Der Naturpark Nagelfluhkette umfasst alle drei Ketten, das Landschaftsschutzgebiet Nagelfluhkette nur den deutschen Anteil an der Hochgratkette. Weiter nördlich schließen sich drei weitere, subalpine Nagelfluhketten an, die jedoch nicht unter diesem Namen beworben werden (siehe Nagelfluhhöhen und Senken zwischen Bodensee und Wertach).

Nagelfluhketten in der Ostschweiz

Die Allgäuer Ketten finden südwestlich des Alpenrheintals, in der Nordostschweiz, eine Fortsetzung, die jeweils durch das Tal der Urnäsch segmentiert werden:

  • die Kette von Hochhamm (1275 m), Hundwiler Höhi (1306 m) und Gäbris (bis 1250 m), durch die Täler von Urnäsch und Sitter segmentiert
  • die Kette über Hochalp (1529 m) und Kronberg (1663 m), durch die Urnäsch segmentiert

Sie sind insgesamt etwas weniger als Ketten ausgeprägt.

Westlich dieser Schichtkämme, im Westen des Toggenburg, gibt es eine Kammlinie von Nagelfluhbergen vom Tweralpspitz (1331 m) über das Schnebelhorn (1292 m) zum Hörnli (1133 m), die in Nordnordwestrichtung verläuft, also fast senkrecht zu den vorgenannten Ketten. Sie ist indes weniger stark als „Kette“ ausgebildet, da vom Hauptkamm viele, teils längere Riedel desselben Gesteins abzweigen, die zum Teil Kammhöhe erreichen (Höchhand: 1314 m). Im Süden setzt sie sich jenseits des Rickenpasses fort bis zum Speer, dem höchsten Nagelfluhberg Europas.

Weblinks

  • Geologische Karte und topographische Karte der Nordostschweiz mit der Gäbris-Kette (grün), der Kronbergkette (rot) und der Tweralpspitzkette (gelb): Höhenprofile können nach Anklicken der Linien erstellt werden.

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Alpenrandrelief Nagelfluhschwelle.png
Autor/Urheber: Elop, Relief: maps-for-free, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Relief der Nagelfluhschwelle mit den Nagelfluhhöhen und Senken zwischen Bodensee und Wertach und den Allgäuer Nagelfluh-Schichtkämmen.

Verwaltungsgrenzen

Die Verwaltungsgrewnzen sind hierarchisch jeweils im Faktor 1,4 bzw. 0,7 zueinander strukturiert:

  • Staatsgrenzen, z. B. am Bodensee (links unten) zwischen Lindau und Bregenz, in der Dicke 0,8 px
  • Grenzen zwischen deutschen Bundesländern, z. B. die Grenze Bayerns zu Baden-Württemberg westlich und nördlich von Lindau, in 0,56 px
  • Grenzen zwischen Regierungsbezirken in D, Kantonen in CH und Ländern in A, im Kartenausschnitt nur die Kantonsgrenzen im Südwesten, in 0,4 px
  • Kreisgrenzen in D (z. B. im Nordosten um die kreisfreie Stadt Kempten) und Bezirksgrenzen in A (in Bodenseenähe z. B. zwischen Bregenz und Dornbirn) in 0,28 px

Städte und Gemeinden

Kreisstädte und kreisfreie Städte in D sowie Bezirkshauptstädte in A und Kantonshauptstädte in CH sind unterstrichen. Die Gemeinden sind je nach Verdreifachung der Einwohnerzahlen im Faktor 1,25 bzw. 0,8 strukturiert, siehe z. B. an der Iller:

  • Kempten im Nordosten hat über 50.000 Einwohner und Schriftgröße 3,125 (und ist als kreisfreie Stadt unterstrichen)
  • Sonthofen südlich davon hat mehr als 15.000 Einwohner und Schriftgröße 2,5 (und ist als Kreisstadt unterstrichen)
  • Oberstdorf im Süden hat mehr als 5.000 Einwohner und Schriftgröße 2
  • Fischen zwischen Oberstdorf und Sonthofen hat mehr als 1.500 Einwohner und Schriftgröße 1,6

Die Einwohnerzahlen beziehen sich dabei auf geschlossene Besiedlungen, nicht auf nominelle Verwaltungsgemeinschaften.

Naturräume

Alpenrandgrenze und alpine Haupt-Naturraumgrenzen nach Hansjörg Dongus 1991/1993 (Blätter 187 Lindau und 188 Kaufbeuren) in Grün; "landläufige" Gebirgsgruppengrenzen (AVE und SOIUSA), die von Naturraumgrenzen abweichen, sind gestrichelt eingezeichnet.

Die grünen Zahlen stehen für (vgl. Naturräumliche Feingliederung nach Hormann und Dongus):

  • 931 Allgäuer Kalkalpen (auf Blatt 187 Lindau noch Nr. 930)
  • 936 Randketten der Nördlichen Kalk-Ostalpen bzw. Kalkalpenrandketten bzw. Randkalkalpen
  • 940 Vorarlberger und Westallgäuer Flyschalpen
  • 941 Ostallgäuer Flyschalpen
  • 950 Vorarlberg-Allgäuer Quintner- und Schrattenkalkgewölbe
  • 960 Allgäuer Nagelfluh-Schichtkämme

Die Nordgrenze des Subalpinen Jungmoränenlandes zu den Altmoränenlandschaften ist in Rot eingezeichnet.

Berghöhen

Die eingezeichneten Berghöhen sind die von (nach Höhe absteigend, nachgestellt Naturraumkennzahlen nach Dongus):

Gewässerhöhen

Von den Fließgewässern sind die wichtigsten beschriftet, die Standgewässer können über ihre Höhe über dem Meeresspiegel identifiziert werden. Ferner sind ein paar Mündungshöhen eingezeichnet:

Wasserscheiden

Die wichtigsten Wasserscheiden sind in Hellblau und gestrichelt eingezeichnet; sie sind jeweils im Faktor 1,4 bzw. 0,7 strukturiert:

  • Die europäische Hauptwasserscheide zwischen Nordsee und Mittelmeer bzw. zwischen Rhein und Donau, z. B. in der Kartenmitte am Alpenrand östlich von Oberstaufen, ist 0,3 px breit.
  • Wasserscheiden zwischen Hauptflüssen, z. B. zwischen Iller und Lech an der Staatsgrenze im Osten (nach Norden bis östlich Hindelangs), haben 0,21 px.
  • Weniger wichtigere Wasserscheiden, z. B. zwischen Lech und dem Unter-System der Wertach (Staatsgrenze nordöstlich Hindelangs) oder zwischen Argen und Schussen (im Nordwesten bei Waldburg, östlich von Ravensburg), haben 0,15 px.