Nachricht

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Althergebrachte Form der Nachrichtenübertragung: Der Bote.

Nachricht bezeichnet alltagssprachlich den Inhalt einer Information. Die Mitteilung einer Nachricht ist die Benachrichtigung. In der Informationstheorie ist eine Nachricht eine Information, die sich quantitativ als Signal und qualitativ als bedeutungstragendes Zeichen oder Zeichenfolge beschreiben lässt. Sie wird im Prozess der Kommunikation nach Maßgabe eines Codes von einem Sender an einen Empfänger übermittelt. Für den Empfänger hat sie einen Neuigkeitswert und ruft über die Stimulation hinaus bei ihm eine interpretative Reaktion hervor.

Nachrichten sind das Grundelement der Kommunikation und damit Gegenstand der Betrachtung durch verschiedene Wissenschaften, unter anderem der Semiotik, der Informationstheorie, der Kommunikationswissenschaften, der Nachrichtentechnik und der Verhaltensforschung.

Etymologie

Marguerite Gérard: La Bonne Nouvelle (Die gute Nachricht)

Laut dem Deutschen Wörterbuch ist die Nachricht eine „Mitteilung zum Darnachrichten“.[1] Seit etwa 1600 steht Nachricht für eine Mitteilung. Im 16. bis 18. Jahrhundert ist Nachrichtung für etwas‚ wonach man sich zu richten hat, Anweisung bezeugt, was aber allmählich verdrängt wird. Im Plural werden seit dem 20. Jahrhundert mit Nachrichten‚ (über Rundfunk, Fernsehen gesendete) aktuelle, besonders politische Meldungen bezeichnet.[2] Die neueste Nachrichtendefinition stammt von Dietz Schwiesau und Josef Ohler: „Die Nachricht ist eine direkte, auf das Wesentliche konzentrierte und möglichst objektive Mitteilung über ein neues Ereignis, das für die Öffentlichkeit wichtig und/oder interessant ist.“

Semiotik und Informationstheorie

In der Semiotik entfalten Zeichen auf der Semantik-Ebene ihre Bedeutung.

Eine Nachricht wird im Allgemeinen durch Signale übertragen, die, wenn sie verstanden wurde, dem Empfänger Wissen bringt. Dabei ist es entscheidend, dass der Empfänger in der Lage ist, die Nachricht zu entschlüsseln, dass also die Kodierung (Sprache, Datenformat etc.) der Nachricht bekannt ist, und dass ein semantischer Kontext vorhanden ist, so dass die Bedeutung der Nachricht verstanden werden kann. Eine Nachricht ist in diesem Sinne Information im Zustand der Übertragung. Wird zusätzlich Information übermittelt, die hilft, den Inhalt der Nachricht bzw. der Botschaft zu dekodieren, so spricht man von einer Metabotschaft.

Nachrichten- und Datentechnik

Die technische Übertragung bzw. Übermittlung ist die Aufgabe der Nachrichtentechnik. In der Netzwerktechnik versteht man unter Nachricht ein Datenpaket.

Medien- und Alltagssprache

Häufig steht Nachrichten synonym für Neuigkeiten und Informationen über Ereignisse. Im allgemeinen Sprachgebrauch steht deshalb der Plural Nachrichten für Berichte über aktuelle Ereignisse in den Massenmedien, wie Fernsehen, Radio oder Zeitungen und Zeitschriften. Dabei unterscheidet man zwischen „guten Nachrichten“, wie zum Beispiel die Rettung oder Genesung von Menschen, und „schlechten Nachrichten“, wie Berichten über Katastrophen, Sterbefälle oder Unglücke.

In christlichen Religionen steht „Gute Nachricht“ oder auch „Frohe Botschaft“ gleichbedeutend für die Evangeliumsberichte der Bibel über das Leben und Wirken Jesu von Nazaret.

Siehe auch

Literatur

  • Ines Bose/ Dietz Schwiesau (Hrsg.): Nachrichten schreiben, sprechen, hören. Forschungen zur Hörverständlichkeit von Radionachrichten. Berlin 2011, ISBN 978-3-86596-990-3.
  • Dietz Schwiesau / Josef Ohler: Nachrichten – klassisch und multimedial.  Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis. Springer VS. Wiesbaden 2016 http://www.gelbe-reihe.de/nachricht/

Weblinks

Wiktionary: Nachricht – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. „NACHRICHT, f. erst seit dem 17. jahrh.
    1. mittheilung zum darnachrichten und die darnachachtung....
    2. überhaupt mittheilung einer begebenheit u.s.w.“.
    Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Band 7. Leipzig 1889, S. 103
  2. Etymologisches Wörterbuch des Deutschen nach Pfeifer, online auf DWDS, abgerufen am 29. November 2011

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Es folgt die historische Originalbeschreibung, die das Bundesarchiv aus dokumentarischen Gründen übernommen hat. Diese kann allerdings fehlerhaft, tendenziös, überholt oder politisch extrem sein. Info non-talk.svg
Zentralbild Gahlbeck 30.3.1959 Ein weiterer Schritt zur Lösung der ökonomischen Hauptaufgabe Ministerrat beschloß Lohn- und Gehaltserhöhungen für 275.000 Arbeiter und Angestellte- Wie das Presseamt beim Ministerpräsidenten am 28.3.1959 mitteilt, hat das Präsidium des Ministerrates am 26.März 1959 Lohn- und Gehaltserhöhungen für eine weitere große Zahl von Arbeitern und Angestellten beschlossen. Die neuen Maßnahmen bringen für den größten Teil der Beschäftigten der Lebensmittelindustrie und der Deutschen Post, für die Beschäftigten in den Betrieben der zellastoff-, Papier und Pappeerzeugung, der Reifenkord- und Kunstlederherstellung sowie für die Mitarbeiter des Staatlichen Gesundheits- und Veterinärwesen mit Hochschulbildung und für weitere Beschäftigungsgruppen im staatlichen Gesundheitswesen eien beträchtliche Verbesserung ihrer Lebenslage. Das Realeinkommen von 275.000 Beschäftigten in den genannten Bereichen erhöht sich um jährlich 108 Millionen DM. Für ca. 75 00 beschäftigte der unteren Einkommnesgruppen der deutschen Post, tritt die neue Lohn- und Gehaltserhöhung bereits am 1. April 1959 in Kraft.Mit Kollegen eines Postamtes in Erfurt sprach unser Bildreporter.(Näheres zur Lohn- und Gehaltserhöhung siehe ADN-Meldung vom 28.3.1959) UBz: Der Angestellte der Deutschen Post Rudolf Hülle, Austräger beim Hauptpostamt in Erfurt meinte zur Lohnerhöhung: "Ich wollte mir in diesem Jahr einege Anschaffungen in meiner Wohnung leisten. Da muß man natürlich sparen, Jetzt, nach der Lohnerhöhung fällt mir dieses Vorhaben viel leichter. Dafür kann ich der Regierung nur meinen Dank sagen.