Monsieur (Film)

Filmdaten
Deutscher TitelMonsieur
OriginaltitelMonsieur
ProduktionslandFrankreich
Deutschland
Italien
OriginalspracheFranzösisch
Erscheinungsjahr1964
Länge93 (D), 105 (F) Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieJean-Paul Le Chanois
DrehbuchPascal Jardin,
Georges Derrik
nach dem gleichnamigen Stück von Claude Gevel
ProduktionGuy Lacourt
MusikGeorges van Parys
KameraLouis Page
SchnittEmma Le Chanois
Besetzung
  • Jean Gabin: René Duchêne alias Georges Baudin, genannt "Monsieur"
  • Liselotte Pulver: Elisabeth Bernadac
  • Mireille Darc: Suzanne, Duchênes einstiges Zimmermädchen
  • Philippe Noiret: Edmond Bernadac, Elisabeths Gatte
  • Peter Vogel: Michel Corbeil, Schriftsteller und Elisabeths Liebhaber
  • Heinz Blau: Alain Bernadac, beider Sohn
  • Gaby Morlay: Madame Bernadacs Mutter
  • Gabrielle Dorziat: Duchênes Schwiegermutter
  • Henri Crémieux: Duchênes Schwiegervater
  • Claudio Gora: Monsieur Danoni
  • Jean-Paul Moulinot: Maître Flament, Duchênes Anwalt
  • Berthe Granval: Nathalie Bernadac
  • Andrex: Antoine, ein Ganove
  • Jean-Pierre Darras: José, ein Ganove
  • Alain Bouvette: Marc, ein Ganove
  • Jean Lefebvre: ein Privatdetektiv
  • Jean Champion: der Hotelchef
  • Armand Meffre: der Restaurantchef
  • André Dalibert: der Schneider
  • Maryse Martin: Justine, die Köchin
  • Marina Berti: Madame Danoni

Monsieur ist eine französisch-deutsch-italienische Filmkomödie aus dem Jahr 1964 von Jean-Paul Le Chanois mit Jean Gabin und Liselotte Pulver in den Hauptrollen.

Handlung

„Monsieur“, das ist René Duchêne, ein angesehener, arrivierter Bankdirektor und Grandseigneur vom Scheitel bis zur Sohle. Nun aber ist seine Welt in Scherben zerbrochen. Er geht gedankenverloren die Straße entlang, als ihn ein hübsches, blondes Fräulein, ganz offensichtlich eine Prostituierte, anspricht. Monsieur lehnt ihr offensichtliches Angebot dankend ab, dann sieht er, wen er vor sich hat: es ist Suzanne, sein früheres Dienstmädchen. Ein Gespräch beginnt: „Das war eine schöne Stellung“, schwärmt die hübsche Kleine, „wie geht es Madame?“. Nun, Madame Duchêne ist verblichen, vor acht Tagen bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Monsieur Duchêne ist deswegen zu Tode betrübt, er weiß nicht, wie sein Leben noch weiter gehen soll. Er gibt Suzanne all das Geld, das er noch bei sich hat und steuert zielgerecht auf ein Flussufer zu, mit der Absicht, sich zu ertränken. Der alte Mann ist schon dabei, sich in die Fluten zu stürzen, da eilt die ehemalige Angestellte Duchênes herbei und hält ihn von der Verzweiflungstat ab. Sie erklärt dem verblüfften Alten, dass sich die Trauer um Madame gar nicht lohne, denn “Madame hat sie doch schon die ganze Zeit mit einem anderen betrogen!”. Duchêne ist verblüfft, die Trauer ist innerhalb eines Wimpernschlags verflogen. Suzanne nimmt Monsieur mit zu sich, und bei einer Flasche Calvados beratschlagt das ungleiche Paar, wie es denn nun zukünftig mit Monsieurs Leben weitergehen solle. Da gibt es allerdings ein Problem: Monsieur ist de facto schon tot, denn er hat seinen ungeliebten Schwiegereltern, die bei ihm wohnen, einen Abschiedsbrief hinterlassen. Sicher wird sein Ableben bald in allen Gazetten stehen, und die bucklige Verwandtschaft sich um sein (beträchtliches) Erbe streiten. Aber Monsieur sieht auch viel Gutes als toter Untoter: er ist die raffgierige Mischpoke los und kann jetzt, befreit von allem, ein neues Leben beginnen.

Suzanne will sich ihm anschließen, bietet sein Neubeginn doch auch für sie die Chance, aus „dem Milieu“ herauszukommen. Duchêne weiht zunächst einmal seinen Anwalt in alles ein und verdonnert ihn dazu, nicht einen Sou seines Geldes an die Erben herauszurücken. Dann macht er sich Suzanne Kontakte zur Halb- und Unterwelt zunutze: Sie kenne da ein paar Ganoven, die für Geld einiges machen würde. Und so beauftragt Monsieur drei schräge Vögel, bei ihm selbst einzubrechen und all seine Barschaft aus dem Tresor zu entwenden und zu ihm zu bringen. Gesagt, getan. Suzanne und ihr ehemaliger Boss studieren daraufhin die Stellenanzeigen, um für sich beide einen schönen, neuen Job zu besorgen. Die Annonce des noch jungen Konservenfabrikanten Bernadac kommt da wie gerufen: der Mann sucht Hauspersonal für sein Schlösschen im Chevreuse-Tal. Beide stellen sich Monsieur und Suzanne bei den Bernadacs vor: als stellungsuchender Butler und als dessen Tochter, die als Zimmermädchen arbeiten möchte. Und tatsächlich werden Monsieur und Suzanne eingestellt. Monsieur und Madame Bernadac stehen einem recht turbulenten Haushalt vor. Er ist ein gemütlicher und meist gutgelauntern Zeitgenosse, der im Hause vieles durchgehen lässt. Madame wiederum tritt als kecke, kapriziöse und doch auch charmante Hausherrin auf. Bernadac ist mit ihr in zweiter Ehe verheiratet und hat die Kinder Alain, ein angehender Möchtegern-Playboy, und Nathalie, einen ziemlich unberechenbaren Teenager, in diese Ehe mitgebracht.

Die Bernadacs merken schnell, dass sie mit diesem Butler einen echten Fang gemacht haben. Er ist diskret, kultiviert und souverän, besitzt tadellose Manieren und kann bezüglich gesellschaftlicher Verhaltensregeln sogar dem Arbeitgeberpaar noch so manches beibringen. Er ist der perfekte Haushofmeister, fast so, als wäre er der Hausherr und nicht Monsieur Bernadac. Duchênes aufmerksamem Blick entgeht nichts, selbst die angehende Liebschaft von Madame mit dem erfolgreichen Jungschriftsteller Michel, der sich mit stürmischer Leidenschaft an Elisabeth Bernadac ranwirft, sodass sie demnächst schwach zu werden droht. Filius Alain Bernadac wiederum hat ganz eindeutig ein Auge auf Suzanne geworfen, das hübsche Zimmermädchen geht ihm bald nicht mehr aus dem Sinn. Doch Suzanne ist nun mal nicht standesgemäß, und so stellt sich bald ein neues Problem. Wie kann Alain mit Suzanne eine Liaison eingehen, wenn der vermeintliche Vater des Mädchens, Monsieur, als Hausdiener der Bernadacs tätig ist? Monsieur kommt nun in Fahrt und dreht den Spieß um. Er macht unmissverständlich klar, dass nicht etwa Alain für Suzanne zu gut sei, sondern vielmehr dieser “Nichtsnutz” Alain seine “Tochter” Suzanne derzeit nicht bekommen kann. Vielmehr soll Alain Bernadac, so befindet Monsieur, erst einmal etwas eigenes auf die Beine stellen. Im übrigen sei Suzanne die Adoptivtochter eines bedeutenden und sehr wohlhabenden Bankiers. Schließlich platzt Monsieur Duchêne mit der ganzen Wahrheit heraus; dieser Bankier sei er selbst. Ab sofort steht dem Happy-end des jungen Paars nichts mehr im Weg.

Produktionsnotizen

Monsieur wurde in den Filmstudios von Boulogne gedreht und am 22. April 1964 uraufgeführt. In Deutschland lief der Film am 28. August desselben Jahres an.

Raymond Danon übernahm die Produktionsleitung, die Filmbauten entwarf Jean Mandaroux. Auf deutscher Seite war die Münchner Corona-Filmproduktion Alexander Grüters an der Produktion beteiligt. Die Filmveteranin Gaby Morlay stand hier das letzte Mal vor der Kamera, sie starb wenige Monate nach Drehende.

Die Zusammenarbeit zwischen Gabin und Lilo Pulver verlief so gut, dass beide zwei Jahre später in der Gaunerkomödie Blüten, Gauner und die Nacht von Nizza erneut aufeinandertrafen, wiederum unter der Regie von Le Chanois.

Synchronisation

RolleDarstellerSynchronsprecher[1]
René Duchêne, genannt MonsieurJean GabinKlaus W. Krause
Elisabeth BernadacLiselotte Pulversie selbst
SuzanneMireille DarcAlwy Becker
Edmond BernadacPhilippe NoiretAlexander Welbat
Michel CorbeilPeter VogelGötz Clarén
Alain BernadacHeinz Blauer selbst
Madame Bernadacs MutterGaby MorlayFriedel Schuster
Duchênes SchwiegermutterGabrielle DorziatUrsula Krieg
PrivatdetektivJean LefebvreGerd Martienzen
Monsieur DanoniClaudio GoraFriedrich Schoenfelder
RestaurantchefArmand MeffreReinhard Kolldehoff
AntoineAndrexSiegfried Schürenberg
MarcAlain BouvetteGerd Duwner

Kritiken

„Ein köstlicher Spaß und eine neue Paraderolle für Grandseigneur Jean Gabin. Statt sich in die Seine zu stürzen, beschließt er, für eine Weile seine Bankiers-Existenz mit der Rolle eines Butlers zu tauschen. Seine Perfektion ist beunruhigend. Er übersieht diskret die Seitensprünge der kapriziösen Lilo Pulver und rettet mit seiner Nonchalance nicht nur den Hausfrieden, sondern verheiratet seine Adoptivtochter und enterbt raffgierige Verwandte. Das ist komisch, flott serviert und immer spannend.“

Hamburger Abendblatt vom 12. September 1964

Im Lexikon des internationalen Films heißt es: „Unterhaltsame "unmoralische" Komödie mit glänzenden Hauptdarstellern.“[2]

„Konfektionsware.“

Einzelnachweise

  1. Monsieur. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 2. März 2017.
  2. Monsieur. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 13. Oktober 2015.

Weblinks