Mollenbeck (lippisches Adelsgeschlecht)

Mollenbeck (auch Mollenbeke, Möllenbeck o. ä.) ist der Name eines im 16. Jahrhundert erloschenen lippischen Adelsgeschlechts.
Die Familie ist von zwei gleichnamigen Adelsgeschlechtern, einer westfälisch-badischen und einer münsterländischen Familie, zu unterscheiden (siehe Mollenbeck).
Geschichte
Der Stammsitz des Geschlechts im Lippischen ist nicht überliefert,[1] vermutlich Möllenbeck, heute ein Stadtteil von Rinteln in Niedersachsen. Schon 1281 findet sich ein Ritter Hermann von Molenbeck als Zeuge in einer Herforder Urkunde,[2] 1307 dann ein Knappe Johann von Molenbeke als Zeuge in einer Urkunde des Klosters Marienfeld.[3] Laut Anton Fahne gehörten u. a. die 1372 in ravensbergischen Urkunden vorkommenden Brüder Hermann, Johann und Ludolf von Mollenbeck, alle drei Knappen, zur Familie.[4] Ein späterer Johann von Mollenbeck wurde 1433/4 vom Kölner Erzbischof Dietrich II. von Moers, dem damaligen Administrator der Herrlichkeit Lippe, zum lippischen Amtmann berufen.[5][6] Derselbe beurkundete 1437 zusammen mit dem Grafen Konrad V. von Rietberg († 1472) und Ludolf von Oer, dass ihnen vom Stift Osnabrück die Schlösser Wiedenbrück und Reckenberg verpfändet worden waren.[7][8] Ein Johann von Molenbeke mit Pferdekopf-Siegel erscheint auch in einer 1441er Urkunde des Klosters Marienfeld als Zeuge.[9]
Die Letzte des Geschlechts war Ermgard von Mollenbeck, Tochter von Cord van Molenbeke (1455 Amtmann zu Wittlage; 1492 bereits tot),[10][11] die in erster Ehe mit Lubbert von Westphalen und in zweiter Ehe ab 1485 mit Gert von Spiegel verheiratet war. Sie lebte als Witwe noch 1524.[1][12]
Wappen
Blasonierung: In Blau sein silberner rot aufgezäumter Pferdekopf. Auf dem Helm mit blau-silbernen Helmdecken der Pferdekopf.[1]
Literatur
- Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Köln 1858, S. 301 (Google Bücher).
- Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 90 (uni-duesseldorf.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 219 (uni-duesseldorf.de).
Einzelnachweise
- ↑ a b c Spießen (1901–1903), S. 90.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, C 151u / Stift auf dem Berge, Herford / Urkunden, Nr. 16, abgerufen am 13. April 2025.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 214u / Kloster Marienfeld / Urkunden, Nr. 401, abgerufen am 13. April 2025.
- ↑ Fahne (1858), S. 301.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0001 / Kurköln, Urkunden AA 0001, Nr. 1820 - a (mit Digitalisat der Urkunde inkl. Siegel), abgerufen am 13. April 2025.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0030 / Jülich-Berg I AA 0030, Nr. 552, abgerufen am 13. April 2025.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 157u / Studienfonds Münster, Haus Geist, Oelde / Urkunden, Nr. 64 (mit Digitalisat der Urkunde inkl. Siegel), abgerufen am 13. April 2025.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, E 301u / Grafschaft Rietberg / Urkunden, Nr. 307, 308, 310, abgerufen am 13. April 2025.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 214u / Kloster Marienfeld / Urkunden, Nr. 978 (mit Digitalisat der Urkunde inkl. Siegel), abgerufen am 13. April 2025.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, C 152u / Stift St. Johann und Dionys, Herford / Urkunden, Nr. 172 - a, abgerufen am 13. April 2025.
- ↑ Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Bri.Uk / Urkunden, Nr. Bri.Uk - 72, abgerufen am 13. April 2025.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 401u / Fürstbistum Paderborn / Urkunden, Nr. 2224, abgerufen am 13. April 2025.
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Wappen derer von Möllenbeck II