Mofa

Sachs Hercules 503
Simson Mofa SL 1, das DDR-Mofa

Das Silbenwort Mofa ist abgeleitet von Motor-Fahrrad bzw. Motorisiertes Fahrrad. Umgangssprachlich werden sie in der Schweiz als Töffli bezeichnet. Während in Deutschland Mofas weitgehend durch (gedrosselte) Motorroller verdrängt wurden, sind sie in der Schweiz noch weit verbreitet, vor allem weil sie schon ab dem Mindestalter von 14 Jahren gefahren werden dürfen.[1]

Geschichte

Als Motorfahrrad wurden die ersten Motorräder bezeichnet. 1929 wurden im Rahmen der Weltwirtschaftskrise Fahrräder mit Anbaumotoren entwickelt, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Fahrrad mit Hilfsmotor bezeichnet wurden. Das daraus entstandene und mit Pedalen ausgestattete schnellere Moped erfuhr später durch das langsamere Mofa seine technische und rechtliche Ergänzung.

Schweiz

1961 wurde in der Schweiz die rechtliche Grundlage eines Fahrrads mit Motor geschaffen, der erste Hersteller auf dem lokalen Markt war Pony Motos. Weit verbreitet waren die Fabrikate Piaggio Ciao sowie Puch Maxi. Mofas waren in der Arbeiterschicht und in der Landwirtschaft verbreitet und waren Bestandteil der Jugendkultur. Auf Grund zunehmenden Wohlstands sowie durch die Einführung der Helmpflicht und der neuen Kategorie der Motorroller sank der Absatz der Töffli.[1][2]

Deutschland

In der BRD wurde am 23. April 1965 die Rechtsgrundlage für eine Fahrzeugklasse unterhalb des Mopeds, das führerscheinfreie Mofa, geschaffen.[3] Mofas, vom Moped mit Pedalen abgeleitet, waren nach der ersten Verordnung einspurige, einsitzige Fahrräder mit Hilfsmotor mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h und einer Drehzahl von maximal 4.800 min−1. Das eigenständige, markante Design der klassischen Mofas löste in Verbindung mit der Führerscheinfreiheit einen Mofa-Trend aus, der bis in die 1980er Jahre reichte. Auf dem Höhepunkt der Entwicklung wurden in Deutschland von 25 Herstellern weit über 140 verschiedene Modelle angeboten.[4] Ausführungen mit Elektromotor (Solo Electra) konnten sich nicht durchsetzen. Nach 1985 flaute der Mofa-Trend ab und die Anzahl der produzierten Fahrzeuge verringerte sich. Verblieben ist eine Retroszene, die das schlichte Design der klassischen Mofas schätzt. In der DDR wurde kurzzeitig ebenfalls ein klassisches Mofa-Baumuster produziert, das SL 1. Rechtlich gab es die Mofa-Kategorie in der DDR jedoch nicht, das SL1 wurde regulär als führerscheinpflichtiges Fahrrad mit Hilfsmotor eingestuft, der Verkaufserfolg blieb daher aus.

Das Mofa als Fahrzeugklasse blieb auch nach Ende des Mofa-Trends relevant – von herkömmlichen Kleinkrafträdern wurden auf 25 km/h gedrosselte, einsitzige Fahrzeuge abgeleitet. Mit dem endgültigen Wegfall der Drehzahlbegrenzung und Tretkurbelpflicht durch die EG-Richtlinie 2002/24/EG vom 18. März 2002[5][6] setzten sich gedrosselte Ausführungen moderner Kleinroller mit Keilriemen-Getriebe, Elektrostarter und einer Fliehkraftkupplung durch und verdrängten die letzten klassischen Mofas vom Markt. Einige Fahrzeuge ohne Tretkurbeln wurden bereits vor 2002 per Ausnahmegenehmigungen als Mofa zugelassen, zum Beispiel der Scooter Simson Star 25 oder das Simson S53 Alpha M. Mofas füllen heute noch eine Marktnische, da Führerscheinfreiheit besteht und das Mindestalter zum Fahren bei nur 15 Jahren liegt.

1987/93 wurde in Deutschland die Klasse der Leichtmofas etabliert – für fahrradähnliche Mofas mit einem Leergewicht von bis zu 30 kg und einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Die Klasse existiert zwar noch im rechtlichen Sinn, derzeit gibt es in Deutschland jedoch keine Anbieter solcher Fahrzeuge.

Rechtliches

Mofas werden nach der EG-Fahrzeugklasse als Kleinkraftrad eingeordnet.[5][6]

Deutschland

Ein Mofa ist in Deutschland – auch ohne Tretkurbeln – ein einspuriges Fahrrad mit Hilfsmotor, mit dem eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h erreicht wird und für das man daher keine Fahrerlaubnis benötigt[7]. Voraussetzung zum Führen eines Mofas ist ein Mindestalter von 15 Jahren und nach § 5 FeV eine Mofa-Prüfbescheinigung. Wer eine hier gültige Fahrerlaubnis (egal welcher Klasse) hat[8] oder vor dem 1. April 1965 geboren ist[9], benötigt keine Prüfbescheinigung. Zum Betrieb auf öffentlichen Straßen benötigt das Fahrzeug zudem ein so genanntes Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis.

  • Pedelec bis 25 km/h gelten als Fahrrad.
  • E-Bike bis 20 km/h gelten laut StVRAusnV als Leichtmofa, für diese entfällt die Helmpflicht.
  • E-Bike bis 25 km/h gelten als Mofa.
  • S-Pedelec und E-Bike bis 45 km/h brauchen Führerschein Klasse AM und dürfen niemals auf Fußwege oder Radwege.
  • Elektrokleinstfahrzeuge sind weder Fahrrad noch Mofa noch E-Bike.

Die Helmtragepflicht gilt für Mofafahrer seit dem 1. Oktober 1985.[10]

Seit 19. Januar 2013 dürfen Mofas mehrsitzig sein, bis dahin war eine Platzhalter-Tasche bei zweisitzigen Mofa-Rollern verpflichtend.[11]

Nachfolgend alle Verkehrszeichen in der Bundesrepublik Deutschland, die sich explizit auf Mofas und E-Bikes beziehen.

Schweiz

In der Schweiz gilt das Mofa als Motorfahrrad. Ein Mofa ist gemäß Art. 18 Abs. a VTS ein einplätziges Fahrzeug mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h, höchstens 1 kW Motorleistung sowie einem Verbrennungsmotor mit einem Hubraum von höchstens 50 cm³. Nach Art. 179 VTS muss das Mofa eine automatische Kupplung, verbunden mit einem Einganggetriebe aufweisen und müssen durch Pedale fortbewegt (Tretkurbelpflicht) werden können. Elektrofahrräder mit Tretunterstützung von bis zu 45 km/h gelten ebenfalls als Motorfahrräder, deren Bestimmungen weichen aber denen von Mofas mit Verbrennungsmotoren ab (bei einer Leistung bis 500 Watt, Tretunterstützung bis 25 km/h und bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit bis 20 km/h ist ab einem Alter von 16 Jahren kein Prüfausweis nötig).

Für den Betrieb eines Motorfahrrads ist ein Führerausweis der Kategorie M zwingend, das Mindestalter für den Erwerb ist 14 Jahre. Ausweisinhaber anderer Kategorien dürfen Motorfahrräder fahren. Bis 1977 war kein Führerausweis notwendig. Als Übergangsbestimmung wurde definiert, dass Personen, die vor dem 30. Juni 1963 geboren worden sind und keinen Führerschein besassen, zwischen dem 1. Juli 1977 und dem 1. Januar 1980 den Führerausweis der Kategorie M prüfungsfrei erhalten konnten (Art. 151 VZV).

Gegenwärtige Bauarten

Die Pedale klassischer Mofas dienen zum Starten des Motors, zum Bremsen und als Trittfläche für die Füße. Einige wenige Hersteller produzieren noch heute klassische Mofas wie Pony oder Tomos[12]. In der Schweiz haben solche Modelle auf Grund Art. 179 VTS und der Führerausweis-Kategorie M vor allem für 14- und 15-jährige Verkehrsteilnehmer nach wie vor einen relevanten Marktanteil.

Piaggio Zip Scooter 25, ein Motorroller als typisches Mofa von heute (Deutschland)

In Deutschland spielen klassische Mofas eine untergeordnete Rolle. Dort entsprechen sie in Konstruktion und Erscheinungsbild weitgehend dem Motorroller, sie sind jedoch einsitzig ausgeführt, und ihre bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit ist durch Drehzahlbegrenzung (Motor) und/oder Begrenzung des Übersetzungsverhältnisses (Getriebe) auf 25 km/h begrenzt. Nahezu alle Hersteller von Motorrollern bieten ihre Fahrzeuge auch in einer Mofa-Variante an.

Umweltverschmutzung

Laut einer Untersuchung eines internationalen Forscherteams, die 2014 veröffentlicht wurde, stoßen Motorroller und Mopeds mit Zweitaktmotor sowohl im Leerlauf als auch bei der Fahrt wesentlich mehr organische Aerosole aus als andere Kraftfahrzeuge. Bei den Kohlenwasserstoffen waren die Werte 124 Mal, bei Aerosolen bis zu 771 Mal höher. Nach dieser Studie sind solche Fahrzeuge für einen Großteil der schädlichen Abgase verantwortlich, obwohl sie nur einen geringen Teil der Verkehrsmittel auf den Straßen ausmachen. Die Ergebnisse zeigen, dass Motorroller mit Zweitaktmotoren „asymmetrische Luftverschmutzer“ sind, die im „Extremfall für bis zu 96 Prozent der organischen Abgase in den Straßen verantwortlich“ sind. Bereits das Warten hinter einem zweitaktgetriebenen Motorroller an einer Ampel kann „hochgradig gesundheitsschädlich“ sein.[13][14]

Siehe auch

Weblinks

Wiktionary: Mofa – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. a b Es gibt sie noch, die Töffli. In: Neue Zürcher Zeitung. 28. Februar 2008 (nzz.ch).
  2. Der Bund: Ein Massengefährt ist zum Nischenprodukt geworden, abgerufen am 18. September 2015.
  3. Verordnung zur Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung vom 23. April 1965, Bundesgesetzblatt Teil I, S. 344.
  4. MOTORRAD Katalog 1972/73. S. 240–243; MOTORRAD Katalog 1976. S. 238–240; Motorrad 4/1980. S. 42–50.
  5. a b Richtlinie 2002/24/EG (PDF)
  6. a b Peter Hentschel (Begr.), Peter König, Peter Dauer (Bearb.): Straßenverkehrsrecht. Kommentar. 41. Auflage. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-60991-6, S. 1292.
  7. § 4 Abs. 1 Satz 2 Ziff. 1 FeV
  8. § 5 Abs. 1 Satz 2 FeV
  9. § 76 Abs. 3 FeV
  10. ifz – Statement zum Thema „Helmtragepflicht von motorisierten Zweiradfahrern“ (Memento vom 18. November 2012 im Internet Archive)
  11. § 4 FeV (abgerufen am 25. April 2017)
  12. tomos.ch
  13. S.M. Platt et al.: Two-stroke scooters are a dominant source of air pollution in many cities. In: Nature Communications. 13, Nr. 5, 2014. doi:10.1038/ncomms4749.
  14. Giftige Zweitakter. Auf: wissenschaft.de vom 13. Mai 2014.

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Autor/Urheber: Teutschmannaron14, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Sachs Hercules 503

Leergewicht 160 Kg

Baujahr 1984
Zeichen 257-50 - Verbot für Mofas, StVO 2017.svg
Zeichen 257-50: Verbot für Mofas.
Zusatzzeichen 1022-13 - E-Bikes frei (450x600), StVO 2017.svg
Zusatzzeichen 1022-13: E-Bikes frei. Maße der hier gezeigten Version in mm: 600 × 450. Die Lichtkantenbreite beträgt 10 mm, der schwarze Rahmen 15 mm. Die Versalhöhe beträgt 85 mm. Die Höhe des Sinnbilds liegt bei 200 mm. Das Zeichen wurde mit einem neuen Verkehrszeichenkatalog 2017 eingeführt.
Zusatzzeichen 1010-63 - Mofas (600x330), StVO 2017.svg
Zusatzzeichen 1010-63: Mofas. Maße der hier gezeigten Version in mm: 600 x 330; zwei weitere Größen (420x231 mm, 750x412 mm) sind möglich. Das Zeichen erhielt 2017 die hier gezeigte neue Nummer, fiel aber gleichzeitig aus dem Verkehrszeichenkatalog. Es kann nach Bedarf angeordnet werden.
Zusatzzeichen 1022-12 - Krafträder auch mit Beiwagen, Kleinkrafträder und Mofas frei (600x450), StVO 1992.svg
Zusatzzeichen 1022-12: Krafträder auch mit Beiwagen, Kleinkraft­räder und Mofas frei. In dieser Ausführung wurde das Zeichen mit der Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung von 1992 (Gestaltungsnovelle) eingeführt. Das Zusatzschild wird in folgenden Bemaßungen angeboten: 315 x 420 mm, 450 x 600 mm sowie 562 x 750 mm.
Zusatzzeichen 1046-12 - nur Krafträder, auch mit Beiwagen, Kleinkrafträder und Mofas (330x600), StVO 1992.svg
Zusatzzeichen 1046-12: nur Krafträder, auch mit Beiwagen, Kleinkrafträder und Mofas- Maße der hier gezeigten Version in mm: 600 x 330; zwei weitere Größen (420x231 mm, 750x412 mm) waren möglich. Das Zeichen erhielt 2017 die Nummer 1010-62 und fiel gleichzeitig aus dem Verkehrszeichenkatalog. Es kann heute jedoch nach Bedarf noch angeordnet werden.
Zusatzzeichen 1022-15 - E-Bikes und Mofas frei (600x600), StVO 2017.svg
Zusatzzeichen 1022-15: E-Bikes und Mofas frei. Maße der hier gezeigten Version in mm: 600 x 600; eine weitere Größe (420x420 mm) ist möglich. Das Zeichen wurde in dieser Ausführung mit dem neuen Verkehrszeichenkatalog von 2017 eingeführt.
Zusatzzeichen 1012-33 - keine Mofas (330x600), StVO 1992.svg
Zusatzzeichen 1012-33: keine Mofas. In dieser Ausführung wurde das Zeichen mit der Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung von 1992 (Gestaltungsnovelle) eingeführt. Das Zusatzzeichen wurde in folgenden Bemaßungen angeboten: 420 x 231 mm, 600 x 330 mm sowie 750 x 412 mm.
Zeichen 260 - Verbot für Krafträder und Mofas und sonstige mehrspurige Kraftfahrzeuge, StVO 1992.svg
Zeichen 260 – Verbot für Krafträder, auch mit Beiwagen, Kleinräder und Mofas sowie für Kraftwagen und sonstige mehrspurige Fahrzeuge. Die Sinnbilder wurden mit der am 1. Juli 1992 in Kraft getretenen Novelle zur Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) von 1970 eingeführt. Verkehrszeichen auch der StVO-Neufassung von 2013.
Zusatzzeichen 1022-14 - Radverkehr und Mofas frei (600x600), StVO 2017.svg
Zusatzzeichen 1022-14: Radverkehr und Mofas frei. Maße der hier gezeigten Version in mm: 600 x 600; eine weitere Größe (420x420 mm) ist möglich. Das Zeichen wurde in dieser Ausführung mit dem neuen Verkehrszeichenkatalog von 2017 eingeführt.
Simson Mofa SL 1.JPG
Autor/Urheber: Max schwalbe, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Mofa from GDR, produced 1970-1972
Zusatzzeichen 1026-31 - Mofas frei, StVO 1992.svg
Zusatzzeichen 1026-31: Mofas frei. Zusatzzeichen in der seit dem 1. Juli 1992 gebräuchlichen Form. Es war 600 x 330 mm groß. Mit dem Inkrafttreten eines neuen Verkehrszeichenkataloges am 30. Mai 2017 wurde das Zeichen gestrichen.
Zusatzzeichen 1060-11 - auch Fahrräder und Mofas, StVO 1992.svg
Zusatzzeichen 1060-11: auch Fahrräder und Mofas. Maße der hier gezeigten Version in mm: 600 x 330; zwei weitere Größen (420x231 mm, 750x412 mm) sind möglich
Zusatzzeichen 1010-65 - E-Bikes, StVO 2017.svg
Zusatzzeichen 1010-65: E-Bikes. Das Zeichen wurde mit einem neuen Verkehrszeichenkatalog 2017 eingeführt. Maße der hier gezeigten Version in mm: 600 × 330. Weitere Größen: 420 × 231 mm und 750 × 412 mm.
Zusatzzeichen 1022-11 - Mofas frei (600x450), StVO 1992.svg
Zusatzzeichen 1022-11: Mofas frei. In dieser Ausführung wurde das Zeichen mit der Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung von 1992 (Gestaltungsnovelle) eingeführt. Das Zusatzschild wird in folgenden Bemaßungen angeboten: 315 x 420 mm, 450 x 600 mm sowie 562 x 750 mm.