Mir (U-Boot)

Mir
Schiffsdaten
FlaggeRussland Russland
SchiffstypTiefsee-U-Boot
VerbleibMir 1 befindet sich im Museum der Weltmeere in Kaliningrad
Schiffsmaße und Besatzung
Länge7,8 m (Lüa)
Breite3,6 m
Verdrängung18,6 t
 
Besatzung3 Personen
Maschinenanlage
Maschinen­leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat14 kW (19 PS)
Höchst­geschwindigkeitkn (9 km/h)
Propeller3
Einsatzdaten U-Boot
Tauchtiefe, max.6000 m
Mir 1 im Museum der Weltmeere in Kaliningrad

Mir 1 und Mir 2 (Russisch мир für Frieden; Welt) waren zwei baugleiche russische Forschungs-U-Boote, die für den Einsatz in großen Tiefen von mehreren tausend Metern konstruiert wurden. Die kleinen Boote konnten bis zu drei Personen befördern, denen sie durch ihre Bullaugen einen Blick in die Tiefsee ermöglichten. Mit einem Greifarm konnten auch Proben gesammelt werden.

Beide Boote waren an Bord des russischen Forschungsschiffs Akademik Mstislaw Keldysch stationiert und gehörten zusammen mit ihrem Mutterschiff dem P.P. Shirshov Institute of Oceanology of the Russian Academy of Sciences (P. P. Schirschow-Institut für Ozeanologie der Russischen Akademie der Wissenschaften). Nach dem Jahr 2011 wurden keine Tauchgänge mehr mit den Tauchbooten unternommen.[1] Das Tauchboot Mir 1 wird im Museum der Weltmeere in Kaliningrad ausgestellt.

Bekannt wurden die Mir-U-Boote vor allem durch den Film Titanic, in dem sie bei Tauchfahrten am echten Wrack der Titanic in 3.803 Metern Tiefe zu sehen sind. Um die Forschungsarbeit der Boote und der Akademik Mstislaw Keldysch zu finanzieren, wurden einige Jahre auch Tauchfahrten für interessierte Privatpersonen angeboten.

Tauchgang zum geografischen Nordpol

Am 2. August 2007 wurde von Mir 1 in 4.621 Meter Tiefe die russische Flagge in den Meeresboden unterhalb des geographischen Nordpols gerammt. Mit der ehrgeizigen Expedition will Moskau seinen Anspruch auf fast 1,2 Millionen Quadratkilometer Gebiet in der Polarregion stützen – ein Gebiet, das über drei Mal so groß wie Deutschland ist. Ziel der Expedition sei es, wissenschaftliche Beweise dafür zu sammeln, dass das Unterwassergebirge am Nordpol mit dem russischen Festland verbunden sei. Das russische Institut für Arktis- und Antarktisforschung St. Petersburg arbeitete dabei eng mit dem Leibniz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel (IFM-GEOMAR) zusammen. Für den September 2007 war ein gemeinsamer Tauchgang vom Forschungsschiff Iwan Petrow geplant.

Technische Daten

Mir 1 und Mir 2 im Hafen Ouchy am Genfersee, Juli 2011

Literatur

  • James Hamilton-Paterson: Drei Meilen tief. Goldmann, München 2000. ISBN 3-442-72575-5.
  • Deutsche am Nordpol. in: Der Spiegel. Hamburg 2007,32,16. ISSN 0038-7452
  • Anatoly Sagalevich: 25th anniversary of the deep manned submersibles Mir-1 and Mir-2 In: Oceanology, Band 52, Nr. 6, 2012, ISSN 0001-4370, S. 817–830, doi:10.1134/S0001437012060100.
Commons: Mir – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Anatoly Sagalevich: Reviving the MIRs: Russia’s Famed Deep Manned Submersibles. sea-technology.com, 5. Juni 2025, archiviert vom Original am 27. Juli 2025; abgerufen am 27. Juli 2025 (englisch).

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Mir front.jpg
The Mir submersible is hoisted into the water via a cable connected to the ship’s winch system. This front view shows the versatile manipulator arms and the huge viewing port.
Submersibles MIR 1 and 2 Lausanne.jpg
Autor/Urheber: Gestumblindi, Lizenz: CC0
Russische Forschungs-U-Boote "Mir 1" (links) und "Mir 2" (rechts) im Hafen Lausanne-Ouchy am Genfersee, Schweiz, im Juli 2011 im Rahmen des Projekts "Elemo" (Exploration des eaux lémaniques).
Kaliningrad - World Ocean Museum - Interior, Whale skeleton and Mir-1.jpg
Autor/Urheber: Alexander Grebenkov, Lizenz: CC BY 3.0
Kaliningrad - World Ocean Museum - Interior, Whale skeleton and Mir-1