Minardi M190
Minardi M190 | |||||||||
| Konstrukteur: | |||||||||
| Designer: | |||||||||
| Vorgänger: | Minardi M189 | ||||||||
| Nachfolger: | Minardi M191 | ||||||||
| Technische Spezifikationen | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Chassis: | Monocoque | ||||||||
| Motor: | Ford-Cosworth DFR 3.5 liter V8 | ||||||||
| Radstand: | 2940 mm | ||||||||
| Gewicht: | 505 kg | ||||||||
| Reifen: | Pirelli | ||||||||
| Benzin: | Agip | ||||||||
| Statistik | |||||||||
| Fahrer: | |||||||||
| Erster Start: | Großer Preis von San Marino 1990 | ||||||||
| Letzter Start: | Großer Preis von Australien 1990 | ||||||||
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| WM-Punkte: | — | ||||||||
| Podestplätze: | — | ||||||||
| Führungsrunden: | — | ||||||||
| Stand: Saisonende 1990 | |||||||||
Der Minardi M190 ist ein Formel-1-Rennwagen des italienischen Motorsportteams Minardi, der bei 14 Rennen der Weltmeisterschaft 1990 eingesetzt wurde. Das Auto hatte einen Achtzylinder-V-Motor von Cosworth und fuhr auf Pirelli-Reifen. Minardi erzielte mit dem M190 keine Punkte.
Entstehungsgeschichte
Der 1969 in Faenza gegründete Rennstall Minardi nach annähernd einem Jahrzehnt in der Formel-2-Europameisterschaft zur Saison 1985 in die Formel 1 aufgestiegen. Nachdem die ersten Jahre unter anderem wegen eines leistungsschwachen und unzuverlässigen Turbomotors von Motori Moderni nur geringe Erfolge gebracht hatten, war der von Giancarlo Minardi geleitete Rennstall mit dem Wechsel zu Saugmotoren von Cosworth zum Ende der 1980er-Jahre hin zu einer festen Größe im Mittelfeld der Formel 1 geworden.[1]
1989 endete die Turbo-Ära der Formel 1. Während die erfolgreichsten Rennställe mit Einführung der 3,5-Liter-Saugmotor-Formel exklusive Motorpartnerschaften mit großen Automobilherstellern eingingen,[Anm. 1] waren kleinere Teams weiterhin auf breit verfügbare, aber vergleichsweise schwache Kundenmotoren von Anbietern wie Cosworth oder Judd angewiesen. Minardi hatte zwar die Möglichkeit, für die Saison 1990 einen neuen, von Motori Moderni für Subaru entwickelten Zwölfzylinder-Boxermotor zu übernehmen; wegen dessen schwacher Leistung und hoher Komplexität griff Minardi das Projekt allerdings nicht auf.[Anm. 2] Minardis Einsatzauto für die Saison 1990, das die Bezeichnung M190 erhielt, war stattdessen wie in den Jahren zuvor auf Cosworth-Motoren zugeschnitten.
Im Laufe der Saison 1990 gelang es Minardi, für das folgende Jahr einen Exklusivvertrag mit der Scuderia Ferrari abzuschließen: Minardi sollte ab 1991 als erstes Kundenteam der Formel 1[2] Motoren von Ferrari erhalten. Diese Entscheidung wirkte sich auf den M190 aus: Minardi stellte seine Weiterentwicklung frühzeitig ein, um sämtliche Ressourcen auf die Arbeiten am kommenden M191 zu konzentrieren, der 1991 den Ferrari-Motor einsetzen sollte.[3][4]
Beschreibung

Konstrukteure des Minardi M190 waren Aldo Costa und Tomasso Carletti.[5]
Der M190 wird in der Literatur als konventionell beschrieben.[6] Eigenwilliges Merkmal war – wie bereits bei seinem Vorgänger – eine höckerformig gestaltete Motorabdeckung.
Angetrieben wurde das M190 von einem von Mader getunten Cosworth-DFR-Achtzylindermotor, der den von Hart bearbeiteten Triebwerken, die unter anderemTyrrell einsetzte, leistungsmäßig unterlegen war.[7]
Der M190 behielt seine gelb-schwarz-weiße diagonal gestreifte Lackierung von 1989. Der Weggang von Luis Pérez-Sala bedeutete auch, dass Lois nach drei Saisons als Hauptsponsor ausschied und durch das italienische Holzverarbeitungsunternehmen SCM Group ersetzt wurde.
Produktion
Minardi baute fünf Exemplare des M190, wobei das erste Chassis im Laufe der Saison mit einem neu hergestellten Monocoque neu aufgebaut wurde.[8]
Renngeschichte in der Formel-1-Weltmeisterschaft
Minardi hatte den M189 in den ersten beiden Saisonrennen eingesetzt, jedoch ohne Punkte zu erzielen. Im dritten Saisonrennen, dem Großen Preis von San Marino, debütierte der M190. Pilotiert wurden die Italiener Pierluigi Martini und Paolo Barilla. Martini konnte nach einem Trainingsunfall nicht an den Start gehen, während Barilla sich für den 26. Startplatz qualifizierte. Er erreichte schließlich den 11. Platz – sein bestes Ergebnis des Jahres. Nach drei verpassten Qualifikationsrunden gegen Saisonende wurde Barilla für die letzten beiden Rennen des Jahres durch seinen Landsmann Gianni Morbidelli ersetzt. Morbidellis Qualifying-Leistungen waren besser, er beendete jedoch keines der Rennen, an denen er teilnahm. Der M190 erzielte für Minardi keine Punkte in der Konstrukteurswertung. Sein bestes Ergebnis war Martinis achte Platz beim Großen Preis von Japan 1990.[9]
Weitere Verwendung
Ab 1994 kam ein M190 auch in der Interserie zum Einsatz, wobei er dort sogar einige Gesamtsiege erzielen konnte.[10] Mit einem auf Can-Am Spezifikation (verkleidete Räder) umgerüsteten M190 gewann Pilot Karl Heinz Becker 1995 die Gesamtwertung der Interserie. Nach dem Rückbau auf einen Formelwagen gelangen 3 Divisionsmeisterschaften in der Div.3 der Interserie 1999–2001.[11]
Ergebnisse
| Fahrer | Startnr. | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | Punkte | WM |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1990 | |||||||||||||||||||
| 23 | DNS | DNF | DNF | 12 | DNF | DNF | DNF | DNF | 15 | DNF | 11 | DNF | 8 | 9 | 0 | 12. | |||
| 24 | 11 | DNF | DNQ | 14 | DNQ | 12 | DNF | 15 | DNF | DNQ | DNQ | DNQ | |||||||
| DNF | DNF |
| Legende | ||
|---|---|---|
| Farbe | Abkürzung | Bedeutung |
| Gold | – | Sieg |
| Silber | – | 2. Platz |
| Bronze | – | 3. Platz |
| Grün | – | Platzierung in den Punkten |
| Blau | – | Klassifiziert außerhalb der Punkteränge |
| Violett | DNF | Rennen nicht beendet (did not finish) |
| NC | nicht klassifiziert (not classified) | |
| Rot | DNQ | nicht qualifiziert (did not qualify) |
| DNPQ | in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify) | |
| Schwarz | DSQ | disqualifiziert (disqualified) |
| Weiß | DNS | nicht am Start (did not start) |
| WD | zurückgezogen (withdrawn) | |
| Hellblau | PO | nur am Training teilgenommen (practiced only) |
| TD | Freitags-Testfahrer (test driver) | |
| ohne | DNP | nicht am Training teilgenommen (did not practice) |
| INJ | verletzt oder krank (injured) | |
| EX | ausgeschlossen (excluded) | |
| DNA | nicht erschienen (did not arrive) | |
| C | Rennen abgesagt (cancelled) | |
| keine WM-Teilnahme | ||
| sonstige | P/fett | Pole-Position |
| 1/2/3/4/5/6/7/8 | Punktplatzierung im Sprint-/Qualifikationsrennen | |
| SR/kursiv | Schnellste Rennrunde | |
| * | nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten Distanz aber gewertet | |
| () | Streichresultate | |
| unterstrichen | Führender in der Gesamtwertung | |
Literatur
- Adriano Cimarosti: Das Jahrhundert des Rennsports. Autos, Strecken und Piloten. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-613-01848-9.
- Alan Henry: Auto Course 1990/91. Osprey Publishing Ltd, London 1991, ISBN 0-905138-74-0.
- David Hodges: A–Z of Grand Prix Cars. Crowood Press, Marlborough 2001, ISBN 1-86126-339-2 (englisch).
- David Hodges: Rennwagen von A–Z nach 1945. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01477-7.
- Pierre Ménard: La Grande Encyclopédie de la Formule 1. 2. Auflage. Chronosports, St. Sulpice 2000, ISBN 2-940125-45-7 (französisch).
Weblinks
- Minardi M190 auf STATS F1
Anmerkungen
- ↑ So bezog McLaren etwa seine Motoren von Honda, Williams hingegen verwendete Triebwerke von Renault.
- ↑ Der Motori-Moderni-Motor ging letztlich an Coloni, wo er einen „desaströsen Eindruck“ (David Hodges: Rennwagen von A–Z nach 1945. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01477-7, S. 60) hinterließ.
Einzelnachweise
- ↑ Malte Jürgens: Ein kleiner Italiener: Aufsteiger Minardi. Teamportrait in auto motor und sport, Heft 23/1989, S. 264 ff.
- ↑ David Hodges: Rennwagen von A–Z nach 1993. Stuttgart 1993, ISBN 3-613-01477-7, S. 194.
- ↑ Pierre Ménard: La Grande Encyclopédie de la Formule 1. 2. Auflage, St. Sulpice, 2000, ISBN 2-940125-45-7, S. 453.
- ↑ Patrice Burchkalter, Jean-Francois Galeron: Tout sur la Formule 1 1991. Surèsnes 1991, ISBN 2-87636-067-5, S. 90.
- ↑ Minardi M190 -Martini & Barilla-. Abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ David Hodges: Rennwagen von A–Z nach 1945. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01477-7, S. 193.
- ↑ Adriano Cimarosti: Das Jahrhundert des Rennsports. Autos, Strecken und Piloten. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-613-01848-9, S. 416.
- ↑ Alan Henry: Auto Course 1990/91. Osprey Publishing Ltd, London 1991, ISBN 0-905138-74-0, S. 89.
- ↑ Minardi M190 In: STATS F1. Abgerufen am 16. August 2025.
- ↑ Minardi M190 - Ford. Abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ Minardi M190. Abgerufen am 1. Oktober 2025.
Auf dieser Seite verwendete Medien
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