Mimmenhausen
Mimmenhausen Gemeinde Salem | |
|---|---|
| Koordinaten: | 47° 46′ N, 9° 17′ O |
| Höhe: | 436 m ü. NHN |
| Fläche: | 6,28 km² |
| Einwohner: | 3755 (31. Dez. 2024)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 598 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. April 1972 |
| Postleitzahl: | 88682 |
| Vorwahl: | 07553 |
(c) Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Sigmaringen N 1/96 T 1 Nr. 738 / Fotograf: Merkler, Erich, Grosselfingen, CC BY 4.0 Luftbild von Mimmenhausen (1983) | |
Mimmenhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Salem im Bodenseekreis.
Geographie
Gliederung
Zu Mimmenhausen gehören das Dorf Mimmenhausen, das Forsthaus Killenberg sowie die Wüstung Banzenreute.[2]
Ausdehnung des Gebiets
Die Gesamtfläche der Gemarkung Mimmenhausen beträgt 628 Hektar[A 1] (Stand: 31. Dezember 2025[1]).
Geschichte
Mimmenhausen wurde 1132 in einer Schenkungsurkunde erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort ist allerdings wesentlich älter und schon zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert entstanden. Als die Reichsabtei Salem 1331 vom Kloster Petershausen dessen letzten Besitz in Mimmenhausen erwarb, war damit auch die Schutz- und Schirmvogtei verbunden. Im Ort entwickelte sich ein reich gegliederter Handwerkerstand, darunter Steinhauer, Bildhauer, Hut- und Uhrenmacher, Büchsenmacher, Gürtler, Glockengießer und Gerber sowie eine Mahl- und Ölmühle, eine Seifensiederei und Brauereien.[3] Ab Ende des 17. Jahrhunderts befand sich in Mimmenhausen die Garnison der Reichsabtei, die dem Kaiser in Kriegszeiten ein Kontingent Soldaten zu stellen hatte. Ein Großteil der Bediensteten des Klosters wohnte in Mimmenhausen; zur Ausbildung von deren Kindern bekam der Ort im 17. Jahrhundert eine Lateinschule.
1951 begann der Bau einer Wasserleitung. Im Jahr 1964 kam der Turnhallenbau und 1968 der Anschluss an Kanalisation und Kläranlage.
Mimmenhausen schloss sich 1972 mit sieben weiteren Gemeinden zur Gemeinde Salem zusammen.[4] Bis 1972 gehörte die Gemeinde Mimmenhausen dem Landkreis Überlingen an.[5]
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahl beträgt derzeit 3755 (Stand 31. Dezember 2024[1]).
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| 1961 | 1222 |
| 1970 | 1584 |
| 2007 | 3090 |
| 2010 | 3064 |
| 2014 | 3069 |
Religion

Die Bevölkerung war bis zur Säkularisation 1803 komplett katholisch. Dies ändert sich im 19. Jahrhundert nur geringfügig. In den 1950er Jahren ist ein deutlicher Anstieg der evangelischen Bevölkerung auf etwas über 20 % zu verzeichnen.[6]
Die Pfarrkirche Unserer Lieben Frau in Mimmenhausen besteht aus dem noch erhaltenen mittelalterlichen Turm mit Stufengiebel und dem neu erbauten Kirchengebäude von 1969. In dem asymmetrischen hellen Kirchenraum befinden sich barocke Tauf- und Kreuzigungsfiguren aus alten Kirchen sowie beim Eingang die Grabsteine von Joseph Anton Feuchtmayer und Johann Georg Dirr.[7] Der Mundartdichter Bruno Epple schrieb das Gedicht: Wallfahrt zu Feuchtmayers Grab 1953 (in der Vorgängerkirche).
Wappen
Blasonierung: In Blau ein gold-rot-blau-grün-goldener Regenbogen, begleitet von drei zu 2 und 1 gestellten goldenen Sternen. Das Wappen geht auf Johannes II. Scharpfer gebürtig aus Mimmenhausen zurück, dem 19. Abt des Klosters Salem. Mimmenhausen verdankt ihm die Gründung einer Kaplanei und den Bau eines Kaplaneihauses.[8]
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen und Bauwerke

- Das Feuchtmayer Museum ist in den ehemaligen Wohn- und Werkstatträumen von Joseph Anton Feuchtmayer untergebracht und widmet sich dem bedeutendsten Künstler Mimmenhausens. Das Museum präsentiert Ausstellungsstücke zu Leben und Werk des Barockkünstlers.[9]
- Schloss Killenberg (privat)
Vereine

- TSV Mimmenhausen 1899 e. V.
- Musikverein Mimmenhausen e. V.
- Garnisonskanoniere e. V.
Brauchtum
Die alemannische Fasnet wird gefeiert.
- Narrenverein Goldkäfer Mimmenhausen[10]
Persönlichkeiten
In Mimmenhausen geboren
- Johannes Scharpfer (?–1510), 19. Abt von Kloster Salem (1494–1510)
- Friedrich Kössing (1825–1894), Theologe, Professor, Autor
- Joseph Kössing (1804–1891), römisch-katholischer Theologe und Geistlicher
- Marquard Wocher (1760–1830), Maler, Schöpfer des Wocher-Panoramas
- Tiberius Dominikus Wocher, auch Tibri Wocher (1728–1788), Maler des Barock, Hofmaler der Bischöfe von Konstanz
Leb(t)en in Mimmenhausen
- Johann Georg Dirr (auch Dürr) (1723–1779), Bildhauer und Stuckateur
- Franz Anton Grieshaber (1725–1757), Metall- und Glockengießer
- Joseph Anton Feuchtmayer (1696–1770), Barockbildhauer und Stuckateur
- Markus Baur (* 1971), ehemaliger Handball-Nationalspieler, spielte in Mimmenhausen und lebt auch dort
- Christian Pampel (* 1979), ehemaliger Volleyball-Nationalspieler
- Valentin Erb (* 1989), Schauspieler
Literatur
- Kuratorium Heimat und Arbeit: Die Gemeinden im oberen und unteren Linzgau, Mimmenhausen, S. 326, in: Der Kreis Überlingen / Überlingen und der Linzgau am Bodensee. 1972.
- Birgit Baur und Jürgen Nell (Hrsg.): Mimmenhausen – Geschichte und Geschichten. 29 Autoren – 66 Beiträge. 2023.
Anmerkungen
- ↑ Gemarkungsfläche 6.281.219 m²
Einzelnachweise
- ↑ a b c Einwohnerzahl und Fläche Gemeinde Salem. Abgerufen am 22. Oktober 2025.
- ↑ Salem d) Mimmenhausen in: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 592
- ↑ Webseite Gemeinde Salem
- ↑ Statistisches Landesamt BW: Gemeindeliste III - Herkunft und Verbleib der Gemeinden nach Abschluss der Kreis- und Gemeindereform, Stuttgart 1999
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 503 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ [1]
- ↑ Kirche Unserer Lieben Frau in Mimmenhausen
- ↑ Hugo Gommeringer: Mimmenhausen S. 56–59, in: Salemer Wappen. 2000
- ↑ Linzgau-Tour. Wandern auf Feuchtmayers Spuren. In: Südkurier vom 28. Mai 2010
- ↑ Narrenverein Goldkäfer
Weblinks
- Mimmenhausen
- Mimmenhausen im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 3. November 2025.
- Mimmenhausen im GenNWiki (Genealogisches Lexikon)
Auf dieser Seite verwendete Medien
Autor/Urheber: CrazyD, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Das Feuchtmayer Museum in Salem Mimmenhausen
Autor/Urheber: Subbass1, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Katholische Pfarrkirche 'Unserer Lieben Frau' Mimmenhausen, Gemeinde Salem, Bodenseekreis, Baden-Württemberg, Deutschland
(c) Dietrich Krieger, CC BY-SA 3.0
Haus Killenberg, Salem-Mimmenhausen, Bodenseekreis, Baden-Württemberg, Deutschland
(c) Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Sigmaringen N 1/96 T 1 Nr. 738 / Fotograf: Merkler, Erich, Grosselfingen, CC BY 4.0
Mimmenhausen, Luftbild
Autor/Urheber: Flominator (talk), Lizenz: CC BY-SA 3.0
Feuerwehrspritze der Feuerwehr Mimmenhausen, die dieser vermutlich von der Aachen Münchener geschenkt wurde



