Milchbar

(c) Bundesarchiv, Bild 183-87002-0003 / CC-BY-SA 3.0
Milchbar in der DDR (in Gerichshain in Sachsen, 1961)

Eine Milchbar ist ein Gastronomiebetrieb, in dem ursprünglich nur nichtalkoholische Getränke, häufig auch Speiseeis, serviert wurden.

Die ersten Milchbars entstanden Mitte der 1930er-Jahre. Besonders in den USA wurden aufgrund der Prohibition viele Milchbars eröffnet. In den 1950er- und 1960er-Jahren war das Interesse an Milchbars am größten. Heutige Milchbars hingegen verkaufen häufig auch alkoholische Getränke.

Wie viele andere amerikanische Moden kamen auch die milk bars in der Nachkriegszeit nach Europa und Deutschland. Zu Beginn der 1950er-Jahre gab es alleine in Köln und Umgebung mehrere Lokale dieses Typs. Erhalten ist die 2019 in das LVR-Freilichtmuseum Kommern versetzte Brühler Milchbar, die als wichtiges architektonisches Zeugnis der 1950er-Jahre gilt.[1]

Durch das Buch A Clockwork Orange und dessen Verfilmung wurde die fiktive Milchbar Korova (von корова, russisch für Kuh) bekannt. Eine gleichnamige Milchbar in New York nahm sich den Film als Vorlage und baute die Milchbar nach.

Eine polnische Variante der Milchbar ist die Bar Mleczny. Diese preiswerten Selbstbedienungslokale hatten ihre Blütezeit vor allem in der kommunistischen Ära. In Polen bieten diese Lokale heute noch Speisen an, die aus der traditionellen polnischen Küche stammen.[2]

Weblinks

Commons: Milchbars – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Milchbar – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Quelle

  1. Eintrag zu Brühler Milchbar in der Datenbank „KuLaDig“ des Landschaftsverbands Rheinland, abgerufen am 24. August 2021.
  2. Kristin Kruthaup: Relikte des Sozialismus – Unterwegs in Polens Milchbars. In: Volksstimme.de. Magdeburger Verlags- und Druckhaus GmbH, 10. September 2015, abgerufen am 24. September 2016.

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Es folgt die historische Originalbeschreibung, die das Bundesarchiv aus dokumentarischen Gründen übernommen hat. Diese kann allerdings fehlerhaft, tendenziös, überholt oder politisch extrem sein. Info non-talk.svg
Gerichshain, Blick in die Milchbar Zentralbild Schaar Sta-Pr 26.9.1961 Die Kultur ins Dorf geholt haben sich die Einwohner von Gerichshain, Kreis Wurzen, mit dem Bau einer modernen, mit allem Komfort ausgestatteten Gaststätte. Der Schlager der neuen Gaststätte ist die Milchbar. Außerdem gibt es ein Gesellschaftszimmer, einen Saal mit Bühne, eine Bar, eine Bibliothek, eine Kegelbahn, ein Versammlungszimmer und eine Bauernstube, die so beschaffen ist, dass sich die Bauern darin auch einmal in Stiefeln und Arbeitskleidung aufhalten können. 300000 DM kostete der Umbau einer alten Kneipe in diese moderne Gaststätte. 80000 DM erarbeiteten die Gerichshainer im NAW. Buchstäblich das ganze Dorf half mit. Allen voran ging der Steinmetztechniker und Architekt aus Liebhaberei, Kurt Fischer, der die Entwürfe für die Innengestaltung anfertigte und den Bauablauf leitete. Er leistete insgesamt 2000 Aufbaustunden. UBz: Die Milchbar ist besonders in der warmen Jahreszeit ein Anziehungspunkt, aber auch in den Tanzpausen ist ein Eisbecher oder ein eisgekühltes Milchmixgetränk etwas Herrliches.