Michail Schaidorow

Michail Schaidorow
Michail Schaidorow steht auf der Eisfläche in seiner Startposition mit dem linken Fuß nach außen gedreht, dem rechten Fuß nach hinten mit der Spitze aufgesetzt und ausgebreiteten Armen.

Michail Schaidorow (2025)

Voller NameMichail Stanislawowitsch Schaidorow
Михаил Станиславович Шайдоров
NationKasachstan Kasachstan
Geburtstag25. Juni 2004
GeburtsortAlmaty, Kasachstan
Größe174 cm
Karriere
DisziplinEinzellauf
VereinAltynalmas
TrainerAlexei Urmanow
Ehemalige TrainerStanislaw Schaidorow
ChoreografIvan Righini
Statusaktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele1 × Goldmedaille0 × Silbermedaille0 × Bronzemedaille
Weltmeisterschaften0 × Goldmedaille1 × Silbermedaille0 × Bronzemedaille
Vier-Kontinente-Meisterschaften1 × Goldmedaille0 × Silbermedaille0 × Bronzemedaille
 Olympische Winterspiele
GoldMailand-Cortina 2026Herren
 Weltmeisterschaften
SilberBoston 2025Herren
Vier-Kontinente-MeisterschaftenVorlage:Medaillen_Wintersport/Wartung/unerkannt
GoldSeoul 2025Herren
Persönliche Bestleistungen
 Gesamtpunkte291,58Olympia 2026
 Kür198,64Olympia 2026
 Kurzprogramm95,50Denis Ten Memorial 2024
Platzierungen im Eiskunstlauf Grand Prix
 Podiumsplatzierungen1.2.3.
 Grand-Prix-Wettbewerbe022
letzte Änderung: 14. Februar 2026

Michail Stanislawowitsch Schaidorow (kasachisch Михаил Станиславович Шайдоров; * 25. Juni 2004 in Almaty) ist ein kasachischer Eiskunstläufer, der im Einzellauf antritt. Er ist der Olympiasieger von 2026 sowie der Vizeweltmeister und Vier-Kontinente-Meister von 2025. Er ist der erste Eisläufer, der einen Vierfachsprung als letzten Teil einer Kombination sprang.

Sportliche Karriere

Anfänge im Eiskunstlauf und Juniorenzeit

Michail Schaidorow begann 2010 mit dem Eiskunstlauf. Sein Vater Stanislaw Schaidorow ist ein Eiskunstlauftrainer, der ihn anfangs auch trainierte. Er lernte das Eislaufen zunächst auf einer kleinen öffentlichen Eisfläche in einem Einkaufszentrum.[1] Zurzeit trainiert er bei Alexei Urmanow. Sein Choreograf ist der italienische Eisläufer Ivan Righini. Als sein Vorbild nennt er Yuzuru Hanyū.[2] Ein Ansporn seien für ihn die Erfolge von Denis Ten, dem kasachischen Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele 2014.[3] Vor Tens verfrühtem Tod besuchte Schaidorow bei ihm Kurse.[1]

Ein Teil von Schaidorows Juniorenzeit fiel in die Zeit der COVID-19-Pandemie, in der zahlreiche Wettbewerbe abgesagt wurden, wodurch er reduzierte Möglichkeiten hatte, internationale Wettbewerbserfahrung zu sammeln.

2020 wurde Schaidorow zum ersten Mal kasachischer Meister. 2021 vertrat er erstmals sein Land bei den Weltmeisterschaften, während er gleichzeitig noch im internationalen Wettbewerb bei den Junioren antrat. Bei seiner ersten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft belegte er den vorletzten Platz und qualifizierte sich nicht für die Kür. 2022 gewann er bei den Juniorenweltmeisterschaften die Silbermedaille hinter Ilia Malinin.

2023–2024: Erste internationale Erfolge und historische Sprungkombinationen

Michail Schaidorow steht auf der Eisfläche in einer kampfsportähnlichen Pose. Er trägt einen schwarzen Anzug mit silbernen Schnallen und senkrechten grünen Streifen, der an die Kleidung der Hauptfiguren des Films „Matrix“ angelehnt ist.
Schaidorow bei der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft 2024

Bei den Weltmeisterschaften 2023 und 2024 erreichte Schaidorow jeweils den 14. Platz. Bei den Vier-Kontinente-Meisterschaften erreichte er 2022 und 2023 den 5., 2024 den 6. Platz. Er nahm außerdem an den Winter World University Games 2023 teil, wo er Vierter wurde.

2023 wurde Schaidorow erstmals in die ISU-Grand-Prix-Serie eingeladen. Er erreichte einen 3. und einen 5. Platz. 2024 erhielt er erneut zwei Einladungen. Mit einem 2. und einem 4. Platz war Schaidorow Siebter im Gesamtranking der Grand-Prix-Serie dieses Jahres und damit erster Nachrücker für das Grand-Prix-Finale. Durch die verletzungsbedingte Absage des französischen Läufers Adam Siao Him Fa rückte Schaidorow ins Finale auf. Dort lag der nach dem Kurzprogramm auf Platz 3, beendete aber den Wettbewerb insgesamt auf dem 5. Platz.

Schaidorow steht mitten auf dem Eis, den rechten Fuß vor dem linken, die Arme ausgebreitet und die Finger gespreizt. Er trägt ein grau-schwarzes Kostüm, angelehnt an die Uniformen aus dem Film „Dune“ von 2021.
Schaidorow bei seinem Dune-Kurzprogramm im Grand-Prix-Finale 2024

Seine Kombination aus einem dreifachen Axel und einem vierfachen Toeloop, die er erstmals im Grand Prix de France 2024 sprang, ist die erste Sprungkombination mit einem Vierfachsprung an letzter Stelle. Mit einem Grundwert von 17,5 Punkten war diese Kombination zu diesem Zeitpunkt eines der am höchstwertigen möglichen Elemente.[4] Schaidorow gab an, seine Inspiration hierzu sei der japanische Eisläufer Shōma Uno gewesen. Der zweimalige Weltmeister hatte eine Sprungkombination mit einem Vierfachsprung an letzter Stelle erstmals 2019 in einem Wettbewerb versucht, war aber dabei gestürzt. Schaidorow wurde Zeuge eines erfolgreichen Versuchs in einem Trainingslauf durch Uno im Jahr 2021. In den folgenden drei Jahren habe Schaidorow unermüdlich daran gearbeitet, die Kombination zu meistern.[5] Für das folgende Grand-Prix-Finale erhöhte Schaidorow den letzten Sprung auf einen vierfachen Salchow und damit den Grundwert der Kombination auf 18,2 Punkte.[6] Er erreichte damit in dieser Saison die zweithöchsten Punktzahlen für Sprungelemente nach Ilia Malinin.

Schaidorow trat in dieser Saison mit einem Kurzprogramm zu Musik aus dem Film Dune an. Für seine Kür wählte er eine ungewöhnliche Kombination aus Beethovens Mondscheinsonate und Take On Me von a-ha.[7]

2025–2026: Vizeweltmeister und Olympiasieger

2025 nahm Schaidorow erneut an den Winter World University Games 2025 teil, wo er wie bereits 2023 den 4. Platz belegte, sowie an den Winter-Asienspielen 2025, wo er die Bronzemedaille gewann.

Die Vier-Kontinente-Meisterschaften 2025 in Seoul gewann Schaidorow durch zwei fehlerfreie Programme und eine persönliche Bestleistung in der Kür mit insgesamt über 20 Punkten Abstand zum Zweitplatzierten Cha Jun-hwan.[8] Er sagte, dieser Sieg bedeute ihm besonders viel, da genau zehn Jahre zuvor, ebenfalls in Seoul, Denis Ten bei den Vier-Kontinente-Meisterschaften die erste Goldmedaille für Kasachstan gewonnen hatte.[9]

Seine persönliche Bestleistung in der Kür übertraf er kurz darauf bei den Weltmeisterschaften 2025. Mit einem 3. Platz im Kurzprogramm und dem 2. Platz in der Kür gewann er insgesamt die Silbermedaille.

Die drei Männer stehen auf einem auf die Eisfläche gestellten Podium. Alle drei tragen ihre Medaillen um den Hals und einen Blumenstrauß in der Hand.
Schaidorow (links) bei der Siegerehrung von Skate America 2025 mit Kévin Aymoz (Mitte) und Kazuki Tomono (rechts)

In der Saison 2025/26 erreichte Schaidorow mit einer Silber- und einer Bronzemedaille in der Grand-Prix-Serie zum zweiten Mal das Grand-Prix-Finale, in dem er Sechster wurde. Bei den Vier-Kontinente-Meisterschaften 2026 wurde er Fünfter.

Schaidorow vertrat Kasachstan bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand. Er startete im Kurzprogramm als vorletzter Läufer vor Ilia Malinin, der zu diesem Zeitpunkt als klarer Favorit galt.[10] Schaidorow platzierte sich im Kurzprogramm auf dem 5. Rang. In der Kür erzielte er eine neue persönliche Bestleistung von 198,64 Punkten, während alle bis dahin vor ihm platzierten Läufer hinter ihn zurückfielen. So gewann er die Kür ebenso wie die Gesamtwertung und die erste olympische Goldmedaille für Kasachstan im Eiskunstlauf.[6] Auch hier gelang Schaidorow eine Sprungkombination aus dreifachem Axel, Euler und vierfachem Salchow, die mit 21,39 Punkten das am höchsten bewertete Element im Kürwettbewerb der Männer war.[11]

Schaidorow betritt das Eis in einem Ganzkörperanzug in Form eines Pandas, der dick gepolstert ist und ihn rundlich wie einen Panda erscheinen lässt. Darüber trägt er eine braune Hose und einen roten Mantel ähnlich der Hauptfigur im Film Kung Fu Panda.
Mikhail Schaidorow bei der Gala der Weltmeisterschaften 2025

In der olympischen Saison trat Schaidorow zunächst mit einem neuen Kurzprogramm an. Die Musik war eine Mischung aus In the Air Tonight und No Good von Kaleo.[12] Im Verlauf der Saison wechselte Schaidorow wieder zu seinem Dune-Kurzprogramm, das er bereits in der vorherigen Saison gezeigt hatte. Seine Kür lief er zu den Stücken Confessa und The Diva Dance aus dem Film Das fünfte Element, gesungen von dem kasachischen Sänger Dimash Kudaibergen.[13] Auch das verbindet Schaidorow mit seinem Vorbild Denis Ten, dessen letzte Kürmusik ein von Kudaibergen gesungenes Lied war.[14]

Für Aufmerksamkeit sorgte auch Schaidorows Auftritt in der Abschlussgala des olympischen Eiskunstlauf-Wettbewerbs, in der er in einem Kung-Fu-Panda-Anzug auflief und trotz des sperrigen Kostüms Elemente bis hin zu Dreifachsprüngen vollführte.[15][16]

Bei seiner Rückkehr nach Kasachstan wurde Schaidorow feierlich empfangen. Das Nationale Olympische Komitee Kasachstans stellte ihm eine Dreizimmerwohnung zur Verfügung.[17] Der Sänger Dimash Kudaibergen schenkte Schaidorow ein Auto.[18]

Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2026 sagte Schaidorow ab. Kasachstan wird stattdessen von Dias Jirenbayev vertreten.[19]

Ergebnisse

Meisterschaft/Saison2020202120222023202420252026
Olympische Winterspiele1.
Weltmeisterschaften32.14.14.2.
Vier-Kontinente-Meisterschaften5.5.6.1.5.
Winter-Asienspiele3.
Kasachische Meisterschaften1.1.
Juniorenweltmeisterschaften22.2.
World University Games4.4.
Grand-Prix-Serie/Saison2019/202020/212021/222022/232023/242024/252025/26
Grand-Prix-Finale5.6.
Cup of China3.2.3.
Grand Prix de France4.
Skate Canada5.
Skate America2.
Commons: Michail Schaidorow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Lena Smirnova: "I’ve tried to stay a kid": Mikhail Shairodov recounts how letting his inner child loose helped him win Olympic figure skating gold. In: Olympics.com. 24. Februar 2026, abgerufen am 13. März 2026 (englisch).
  2. Michail Schaidorow in der Datenbank der International Skating Union (englisch), abgerufen am 7. Dezember 2024.
  3. Tatjana Flade: Михаил Шайдоров: «Денис Тен сообщил миру, что в Казахстане есть фигурное катание. Теперь я могу напомнить людям об этом». In: Olympics.com. 31. Januar 2024, abgerufen am 7. Dezember 2024 (russisch).
  4. Lena Smirnova: Three years in the making: Mikhail Shaidorov breaks down his historic triple Axel-quad toe jump combo. In: Olympics.com. 18. November 2024, abgerufen am 7. Dezember 2024 (englisch).
  5. Lena Smirnova: Three years in the making: Mikhail Shaidorov breaks down his historic triple Axel-quad toe jump combo. In: Olympics.com. 18. November 2024, abgerufen am 14. März 2026 (englisch).
  6. a b Juliet Nottingham: From outsider to Olympic champion: the journey of Mikhail Shaidorov. In: Olympics.com. 21. Februar 2026, abgerufen am 13. März 2026 (englisch).
  7. Michail Schaidorow in der Datenbank der International Skating Union, archivierte Version vom 26. Februar 2025 auf archive.org, abgerufen am 14. März 2026 (englisch).
  8. Vier-Kontinente-Meisterschaften 2025 – Kurzprogramm der Männder und Kür der Männer, Protokolle der Jury, abgerufen am 14. März 2026 (PDF).
  9. Shaidorov (KAZ) soars to emotional first ISU Four Continents title in Seoul. In: Internationale Eislaufunion. 22. Februar 2025, abgerufen am 14. März 2026 (englisch).
  10. Lena Smirnova: Exclusive: Mikhail Shaidorov's whirlwind 48 hours since winning figure skating gold and message of support for Malinin. In: Olympics.com. 15. Februar 2026, abgerufen am 13. März 2026 (englisch).
  11. Kür der Männer bei den Olympischen Winterspielen 2026, Protokolle der Jury, abgerufen am 13. März 2026.
  12. Michail Schaidorow in der Datenbank der International Skating Union, archivierte Version vom 13. November 2025 auf archive.org, abgerufen am 13. März 2026 (englisch).
  13. Michail Schaidorow in der Datenbank der International Skating Union, archivierte Version vom 10. Februar 2026 auf archive.org, abgerufen am 13. März 2026 (englisch).
  14. Denis Ten in der Datenbank der International Skating Union (englisch), abgerufen am 14. März 2026.
  15. Tara Bennett: Why Mikhail Shaidorov Wore a Panda Suit at the Olympics. In: NBC. 22. Februar 2026, abgerufen am 14. März 2026 (englisch).
  16. Justin Peters: He’s Shy. He’s Awkward. He’s an Olympic Figure Skating Champion. In: Slate. 14. Februar 2026, ISSN 1091-2339 (slate.com [abgerufen am 14. März 2026]).
  17. Dana Omirgazy: Olympic Champion Mikhail Shaidorov Welcomed with Honors in Astana. In: The Astana Times. 25. Februar 2026, abgerufen am 13. März 2026 (englisch).
  18. Ayana Birbayeva: Dimash Qudaibergen Gifts Car to Olympic Champion Mikhail Shaidorov. In: The Astana Times. 2. März 2026, abgerufen am 13. März 2026 (englisch).
  19. Anmeldungen zu den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 2026 – Männer, abgerufen am 14. März 2026.

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