Michaela Bauks
Michaela Bauks (* 4. März 1962 in Münster) ist eine deutsche evangelische Theologin und Professorin für Altes Testament und Religionsgeschichte an der Universität Koblenz-Landau.
Michaela Bauks wurde 1962 als Tochter von Friedrich Wilhelm Bauks (1931–2003), Verwaltungsdirektor des Kirchenkreises Münster,[1] geboren und besuchte das Münsteraner Humanistische Schillergymnasium. Nach dem Abitur nahm sie ein Studium der Romanistik und evangelischen Theologie für das Höhere Lehramt an den Universitäten Bochum, Lüttich, Wien und Hamburg auf, das sie mit dem 1. Staatsexamen abschloss. 1988 begann sie unter der Betreuung von Bernd Janowski ihre Dissertation im Bereich Altes Testament. Parallel dazu absolvierte sie in Hamburg und Heidelberg ein Aufbaustudium in Assyriologie bei Brigitte Groneberg und Karlheinz Deller sowie in Ägyptologie bei Diether Kurth und Jan Assmann.[2] 1995 wurde sie mit einer Dissertation zum altorientalischen Kontext von Gen 1 promoviert, in der sie untersucht, wie die biblische Darstellung der Weltschöpfung und des Übergangs von einer chaotischen Vorwelt zur geordneten Welt in altorientalische Schöpfungstraditionen eingebettet ist.[3]
Im Anschluss an ihre Promotion übernahm Bauks von 1995 bis 2005 eine Professur für Altes Testament an der Kirchlichen Hochschule Montpellier. Zugleich war sie von 1998 bis 2011 assoziiertes Mitglied des Centre National de Recherche Scientifique an der Université de Provence (Aix-Marseille I).[4] 2003 habilitierte sie sich an der Universität Straßburg.[5] 2005 folgte eine W2-Professur für Bibelwissenschaft an der Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz. Einen Ruf auf eine W3-Professur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz lehnte sie 2006 ab. 2007 wurde sie auf eine W3-Professur für Bibelwissenschaft (Altes Testament und Religionsgeschichte) in Koblenz berufen.[6]
Innerhalb der universitären Selbstverwaltung übernahm Bauks verschiedentlich leitende Funktionen. Von 2011 bis 2014 amtierte sie als Dekanin des Fachbereichs 2 (Philologie und Kulturwissenschaften), von 2014 bis 2017 als Prodekanin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs.
Von August bis Dezember 2014 war sie Gastprofessorin an der Brown University in Providence, Rhode Island. Zwischen 2014 und 2019 fungierte sie als Sprecherin des Campus Koblenz in der Landesforschungsinitiative „Kulturelle Orientierung und normative Bindung“. Als Verbundkoordinatorin leitete sie zudem von 2018 bis 2021 das BMBF-Projekt „Esskulturen. Objekte – Praktiken – Semantiken“ im Rahmen des Forschungsverbunds „Sprache der Objekte“.[7] Von September bis Dezember 2023 war Bauks Gastprofessorin an der École Biblique et Archéologique Française in Jerusalem.[8]
Seit 1995 ist Bauks Mitherausgeberin der Études Théologiques et Religieuses. Seit 2005 wirkt sie zudem an der exegetischen Kommentarreihe Commentaire de l’Ancien Testament mit. Dem Herausgebergremium der Reihe Altes Testament und Moderne gehört sie seit 2011 an, und seit 2020 ist sie Mitherausgeberin der in Paris erscheinenden Semitica. Seit 2006 ist sie Mitglied des Mitarbeiterkreises des Biblischen Kommentars und zugleich einer der Hauptherausgeber des von Klaus Koenen begründeten Wissenschaftlichen Bibellexikons im Internet (WiBilex), für das sie den Bereich Religionsgeschichte betreut und mehrere eigene Beiträge verfasst hat.[9]
Schriften in Auswahl
Monographien
- Die Welt am Anfang. Zum Verhältnis von Vorwelt und Weltentstehung in Gen 1 und in der altorientalischen Literatur, Neukirchen-Vluyn 1997, ISBN 3-7887-1619-3.
- Die Feinde des Psalmisten und die Freunde Ijobs. Untersuchungen zur Freund-Klage im Alten Testament am Beispiel von Ps 22, Stuttgart 2004, ISBN 3-460-03034-8.
- Jephtas Tochter. Traditions-, religions- und rezeptionsgeschichtliche Studien zu Richter 11,29–40, Tübingen 2010, ISBN 978-3161502552.
- Theologie des Alten Testaments. Religionsgeschichtliche und bibelhermeneutische Perspektiven, Göttingen 2019, ISBN 3-8252-4973-5.
Herausgeberschaften
- (Mit Nihan Christophe): Manuel d’exégèse de l’Ancien Testament, Genf 2008, ISBN 978-2830912746.
- (Mit Kathrin Liess/Peter Riede): Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst? (Psalm 8,5). Aspekte einer theologischen Anthropologie, Festschrift für Bernd Janowski zum 65. Geburtstag, Neukirchen-Vluyn 2008, ISBN 978-3788722852.
- (Mit Martin F. Meyer): Kulturgeschichte der Scham, Hamburg 2010, ISBN 978-3787319794.
- (Mit Wayne Horowitz/Armin Lange): Between Text and Text. Intertextuality in Ancient Near Eastern, Ancient Mediterranean and Early Medieval Literature, Göttingen 2013, ISBN 978-3525550250.
- (Mit Martin F. Meyer): Zur Kulturgeschichte der Botanik, Trier 2013, ISBN 978-3868214758.
- (Mit Matthias Jung/Andreas Ackermann): Dem Körper eingeschrieben. Verkörperung zwischen Leiberleben und kulturellem Sinn, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3658104733
- (Mit Ulrich Berges u. a.): Neue Wege der Schriftauslegung, Münster 2019, ISBN 978-3658104733.
- (Mit Katharina Galor/Judith Hartenstein): Gender and Social Norms in Ancient Israel, Early Judaism and Christianism – Texts and Material Culture, Göttingen 2019, ISBN 978-3525552674.
- (Mit Christian Bermes u. a.): Verbindlichkeit. Stärken einer schwachen Normativität, Bielefeld 2019, ISBN 978-3837644692.
- (Mit Saul M. Olyan): Pain and its Representation in Biblical Texts and Materials of teh Ancient Mediterranean, Tübingen 2021, ISBN 978-3161606427.
- (Michael Pietsch/Martina Weingärtner): (Vor)Formen enzyklopädischen Wissens im alten Israel und den angrenzenden Kulturen. Symposium zu Ehren von Klaus Koenen, Stuttgart 2024 (Online).
Weblinks
- Literatur von und über Michaela Bauks im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.
- Profil von Michaela Bauks auf der Website der Universität Koblenz.
Anmerkungen
- ↑ Zu Friedrich Wilhelm Bauks vgl. insbes. Jens Murken: Friedrich Wilhelm Bauks. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. 25, Nordhausen 2005, Sp. 38–42.
- ↑ Vgl. den Lebenslauf von Michaela Bauks auf der Website der Universität Koblenz [abgerufen am 12. März 2026].
- ↑ Michaela Bauks: Die Welt am Anfang. Zum Verhältnis von Vorwelt und Weltentstehung in Gen 1 und in der altorientalischen Literatur, Neukirchen-Vluyn 1997.
- ↑ Vgl. den Lebenslauf von Michaela Bauks auf der Website der Universität Koblenz [abgerufen am 12. März 2026].
- ↑ Habilitationsschrift: Michaela Bauks: Die Feinde des Psalmisten und die Freunde Ijobs. Untersuchungen zur Freund-Klage im Alten Testament am Beispiel von Ps 22, Stuttgart 2004.
- ↑ Vgl. den Lebenslauf von Michaela Bauks auf der Website der Universität Koblenz [abgerufen am 12. März 2026].
- ↑ Vgl. den Lebenslauf von Michaela Bauks auf der Website der Universität Koblenz [abgerufen am 12. März 2026].
- ↑ Vgl. den Lebenslauf von Michaela Bauks auf der Website der Universität Koblenz [abgerufen am 12. März 2026].
- ↑ Für eine Übersicht über die Forschungs- und Editionsprojekte von Michaela Bauks vgl. ihr Profil auf der Website der Universität Koblenz [abgerufen am 12. März 2026].
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bauks, Michaela |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche evangelische Theologin, Bibelwissenschaftlerin und Hochschullehrerin |
| GEBURTSDATUM | 4. März 1962 |
| GEBURTSORT | Münster |