Meilen

Meilen
Wappen von Meilen
Staat:Schweiz
Kanton:Zürich (ZH)
Bezirk:Meilen
BFS-Nr.:0156i1f3f4
Postleitzahl:8706
Koordinaten:691013 / 236214
Höhe:420 m ü. M.
Fläche:11,93 km²
Einwohner:i13'999 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte:1173 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
22,3 % (31. Dezember 2016)[2]
Gemeindepräsident:Christoph Hiller (FDP)
Website:www.meilen.ch
Kirche Meilen, Fähre

Kirche Meilen, Fähre

Karte
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Meilen ist eine politische Gemeinde in der Schweiz und Hauptort des gleichnamigen Bezirks im Kanton Zürich.

Geographie

Hängebrücke über das Beugenbachtobel zwischen Meilen und Obermeilen

Die Gemeinde liegt am mittleren rechten Zürichseeufer zwischen Rapperswil-Jona und Zürich an der sogenannten Goldküste. Meilen umfasst die Ortsteile Feldmeilen, Obermeilen und Dorfmeilen am Seeufer sowie Bergmeilen hangaufwärts. Die Fläche beträgt 1193 ha, davon 47 % Landwirtschaft, 24 % Wald, 27 % Siedlungen. Die Nachbargemeinden von Meilen sind Herrliberg, Uetikon am See und Egg. Von Egg ist Meilen durch den Pfannenstiel getrennt. Auf der anderen Seeseite liegen Horgen und Wädenswil.

Meilen und Obermeilen sind durch das Beugenbachtobel getrennt. Seit Juni 2012 überquert eine 60 Meter lange und knapp 1,5 Meter breite Hängebrücke das Tobel. Konstruiert wurde sie vom Churer Ingenieur Hans Pfaffen. Die mit 390.000 Franken vergleichsweise günstige Brücke ist die erste ihrer Art im Kanton Zürich.[3]

Geschichte

Meilen-Rorenhaab ist ein prähistorischer Siedlungsplatz am Zürichsee auf dem Gebiet der Gemeinde Meilen. Der Ortsname ist erstmals um 880 als Meilana in einem Güterverzeichnis des Zürcher Grossmünsters erwähnt. Die Burg Friedberg ist als Ruine erhalten geblieben. Zwischen 1990 und 2000 wurden bei Ausgrabungen um die Ruine diverse Artefakte wie Schuhspitzen oder andere Alltagsgegenstände gefunden. Die meisten Funde stammen aus dem Sodbrunnen, der vermutlich nach Aufgabe der Burg als Müllhalde benutzt wurde. Zu sehen sind die Gegenstände sowie die Rekonstruktionen und Bilder aus damaliger Zeit im Ortsmuseum von Meilen.

Schiffskatastrophe und Ländeli-Gottesdienst in Obermeilen

Dampfschiffkatastrophe in Obermeilen (Zürichsee) am 29. August 1872 [Schweiz] : [Verlag nicht ermittelbar], [1872]. Zentralbibliothek Zürich

Am 29. August 1872 bestellte die Gemeinde Meilen für alle Schulkinder eine Extrafahrt mit dem Dampfschiff Concordia der Dampfbootgesellschaft für den Zürichsee in den Obersee. Je nach Quelle war das Schiff mit 450 bis 500 Kindern besetzt. Infolge eines Missverständnisses kam es bei der Heimkehr vor den Augen der Eltern bei der Schifflände Obermeilen zu einer Kollision zwischen der Concordia, die ihren Steven ins Vorschiff der planmässig verkehrenden St. Gotthard bohrt. Die Passagiere der Gotthard konnten mit einer Ausnahme (Frau Gysi aus Basel) auf die ebenfalls sinkende Concordia gerettet werden, welche im letzten Moment mit sämtlichen Kindern des Dorfes und den Fahrgästen der Gotthard den Steg von Obermeilen erreichte. Seitens des Personals wird vom Kassier der Concordia, Brändli aus Männedorf, berichtet, der viel zur Rettung beigetragen hatte, am Schluss jedoch im Strudel der sinkenden Gotthard in die Tiefe gerissen wurde. Seither findet an der ehemaligen Schifflände Obermeilen, dem heutigen Strandbad Dollikon jedes Jahr ein ökumenischer Gedenkgottesdienst, der sogenanntne Ländeli-Gottesdienst, statt.

Wappen

Blasonierung

In Gold über grünem Dreiberg eine zweitürmige, gezinnte schwarze Burg, durchbrochen von Tor und Fenstern, überhöht von zwei roten Sternen.

Im Lauf der Geschichte variierte die Anzahl Sterne im Wappen und manchmal fehlte der Dreiberg oder die Burg «stand» direkt darauf. Es geht auf die Ritterfamilie von Friedberg zurück, die im Mittelalter auf der Burg Friedberg oberhalb von Meilen lebte.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2014 wohnten in Meilen 13.124 Menschen.[4]

Konfessionszugehörigkeit: 41,6 % evangelisch-reformiert, 26,1 % römisch-katholisch, 32,3 % andere oder keine konfessionelle Zugehörigkeit (Stand: 2010).

Politik

Bei den Nationalratswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Meilen: SVP 32,4 %, FDP 28,4 %, SP 15,5 %, glp 7,5 %, Grüne 4,8 %, CVP 3,9 %, BDP 2,5 %, EVP 1,7 %.[5]

Partnerschaften bestehen mit:

Sehenswürdigkeiten

In Meilen gibt es drei Kirchen:

  • Die evangelisch-reformierte Kirche befindet sich am Seeufer und geht auf einen Vorgängerbau aus den Jahren 878 bis 965 zurück.[6]
  • Die römisch-katholische Kirche St. Martin liegt nördlich vom Bahnhof. Da auf dem benachbarten Gelände ein kirchlicher Bau der reformierten Gemeinde geplant gewesen war, besitzt die Kirche einen freistehenden Glockenturm, der für beide Kirchen gedacht gewesen wäre.
  • Die evangelische Freikirche Chrischona befindet sich an der Pfannenstielstrasse 1.

Verkehr

Durch Meilen führt die rechtsufrige Zürichseebahn. Der Bahnhof Meilen wird von der S-Bahn Zürich mit drei Linien bedient:

Ein weiterer Bahnhof in der Gemeinde ist Herrliberg-Feldmeilen. Meilen ist an das gut ausgebaute Linienbusnetz der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland angeschlossen. Es gibt Kursverbindungen mit Schiffen der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft und der Zürichsee-Fähre Horgen–Meilen.

Bilder

Persönlichkeiten

  • Johann Rudolf Dolder (1753–1807), Politiker, geboren in Meilen
  • Clara Forrer (1868–1950), Lyrikerin, geboren in Meilen
  • Robert Forrer (1866–1947), Kunsthistoriker, Archäologe und Denkmalpfleger, geboren in Meilen
  • Johann Jakob Guggenbühl (1816–1863), Arzt, Vorreiter der modernen Behindertenhilfe, Gründer einer entsprechenden Einrichtung bei Interlaken, geboren in Meilen
  • Heinrich Lang (1826–1876), führender liberaler Theologe, von 1863 bis 1871 Pfarrer in Meilen
  • Magdalena Martullo-Blocher (* 1969), Unternehmerin, wohnt in Feldmeilen
  • Johann Jakob Meyer (1787–1858), Maler, geboren in Meilen
  • Paul Moor (1899–1977), Pädagoge, gestorben in Meilen
  • Ulrich Wille (1848–1925), General der Schweizer Armee, gestorben in Meilen
  • Fritz Zorn (1944–1976), Schriftsteller, geboren in Meilen

Literatur

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.

Weblinks

 Commons: Meilen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 20. September 2017.
  3. NZZ vom 19. Juni 2012
  4. Bevölkerungsstatistik per 31. Dezember 2014, abgerufen am 13. Mai 2016.
  5. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 27. April 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik.zh.ch, Vergleich zur letzten Wahl, zuletzt abgerufen am 7. Dezember 2015
  6. Christian Renfer: Die Kirche Meilen ZH und ihre Umgebung. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 378). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1985

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Dampfschiffkatastrophe in Obermeilen (Zürichsee) am 29. August 1872 [Schweiz] : [Verlag nicht ermittelbar], [1872]. Zentralbibliothek Zürich
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