Marit Hansen

Marit Hansen (2018)

Marit Hansen (* 1969) ist eine deutsche Informatikerin und Datenschutzexpertin. Seit 2015 ist sie Datenschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein.

Leben und Wirken

1995 schloss Hansen das Studium der Informatik mit Nebenfach Medizin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit dem Diplom ab.

Seit Februar 2008 war sie die stellvertretende Landesbeauftragte für Datenschutz in Schleswig-Holstein, damit zugleich stellvertretende Leiterin des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (ULD), Kiel, nachdem sie bereits seit 1995 dort gearbeitet hatte. Der Ansatz von Datenschutz durch Technik und Privacy-by-Design, durch den das ULD seinen heutigen Bekanntheitsgrad insbesondere in der IT-Welt erlangt hat, wurde maßgeblich von ihr geprägt und gestaltet.

Marit Hansens Arbeitsschwerpunkte sind Privacy-Enhancing Technologies (PET), Identitätsmanagement, Anonymität, Pseudonymität, Datensicherheit, technischer Datenschutz sowie Privacy by Design und Privacy by Default. Von der Europäischen Kommission wurde sie 2007 als Expertin in die Arbeitsgruppe „Privacy & Technology“ der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit (ENISA) berufen. Sie war bis 2008 Sprecherin der Fachgruppe PET (Datenschutzfördernde Technik) der Gesellschaft für Informatik. Im Rahmen der wiederkehrenden Veranstaltung „Datenschutz – Recht und Technik“ gibt sie Vorlesungen am Institut für Informatik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Sie war ferner Dozentin am Multimedia-Campus Kiel und an der Fachhochschule Kiel. Im ULD war sie unter anderem verantwortlich für die EU-geförderten Projekte FIDIS, PRIME, PrimeLife und ABC4Trust.

Im Juli 2015 wurde sie als Nachfolgerin von Thilo Weichert zur Leiterin des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz ernannt[1] und im Juni 2020 einstimmig vom Landtag Schleswig-Holsteins für sechs Jahre wiedergewählt. Weil ein Mitbewerber eine Klage androhte und eine einstweilige Anordnung beim Verwaltungsgericht Schleswig erwirkte, erfolgte die offizielle Ernennung erst am 28. September 2020.[2]

Seit Juli 2018 ist Hansen Mitglied der Datenethikkommission der Bundesregierung und seit November 2018 des Rates für Informationsinfrastrukturen.[3] 2020 wurde sie in den Beirat zum Beschäftigtendatenschutz des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales berufen.[4]

Im April 2020 wurde Marit Hansen für ihre Verdienste in datenschutzfreundlicher Systemgestaltung die Ehrendoktorwürde der Universität Karlstad verliehen.[5]

Hansen wurde im März 2022 in die "Ad-Hoc Working Group on Data Protection Engineering" der ENISA berufen.[6]

Publikationen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ Marit Hansen: Informatikerin löst Thilo Weichert ab – wer ist die Neue?.. Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 15. Juli 2015.
  2. ↑ Zweite Amtszeit für die Landesbeauftragte für Datenschutz Marit Hansen. Abgerufen am 8. September 2020 (Pressemitteilung des ULD).
  3. ↑ Datenethikkommission. Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, 18. Juli 2018, abgerufen am 2. September 2018.
  4. ↑ Faktenblatt Beirat zum Beschäftigtendatenschutz. Bundesministerium für Arbeit und Soziales, 16. Juni 2020, abgerufen am 17. November 2020.
  5. ↑ Charlotte Gustavsson: New Honorary Doctor wants to protect data privacy. Karlstad University, 29. April 2020, abgerufen am 12. Juni 2020 (englisch).
  6. ↑ Ad-Hoc Working Group on Data Protection Engineering. European Union Agency for Cybersecurity (ENISA), abgerufen am 22. März 2022 (englisch).

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(* 1969) ist eine deutsche Informatikerin und Datenschutzexpertin. Seit 2015 ist sie Datenschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein.