Mario Maya

Mario Maya Fajardo (* 23. Oktober 1937 in Córdoba; † 27. September 2008 in Sevilla) war ein spanischer Flamencotänzer und Choreograph.

Biografie

Mario Maya, in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen im Milieu des Sacromonte von Granada, studierte zunächst in Madrid und arbeitete mit zahlreichen namhaften Flamencokünstlern, wie dem Sänger Manolo Caracol. Von 1956 bis 1958 gehörte er dem Ballett von Pilar López an, mit dem er durch mehrere Länder tourte. 1959 trat er im bedeutenden madrilenischen Tablao Corral de la Morería auf. Er bildete ein Tanzpaar mit La Chunga. Sie debütierten im Biombo Chino in Madrid und unternahmen eine Tournee durch Venezuela, Kuba, Puerto Rico, die USA, Argentinien und Kolumbien. 1961 trat er zusammen mit María Baena beim Festival in Granada auf sowie auf Madrids Flamencobühne Torres Bermejas und unternahm eine weitere Tournee durch Amerika.

1965 zog er nach New York, hier studierte er Modern Dance an den Tanzakademien von Alvin Ailey und Alwin Nikolais,[1] bevor er in den Folgejahren Tanzabende initiierte und von Columbia Artist Management unter Vertrag genommen wurde. Aus seiner Ehe mit der Flamencotänzerin Carmen Mora ging 1966 seine Tochter Belén hervor, die sich ebenfalls zu einer berühmten Tänzerin und Choreografin entwickelte.

Nach seiner Rückkehr nach Spanien schuf er mit seiner Ehefrau Carmen Mora und El Güito das Trío Madrid, das mit großem Erfolg auf Flamencobühnen und Festivals auftrat. Die Show Ceremonial war sein erster Versuch, eine neue Art der Flamencodarbietung zu schaffen, dem zahlreiche Inszenierungen folgten, in denen er sich trotz teilweise heftiger Anfeindungen[2] nicht scheute, die Verfolgung und Marginalisierung der spanischen Gitanos zu thematisieren, und damit eindeutige politische Positionen zu beziehen. Als er nach dem Tod seiner Frau im Jahre 1981 bei der Einrichtung einer außerakademischen Lehrstelle für Flamencotanz an der Universität seiner Heimatstadt Granada zugunsten einer Tänzerin übergangen worden war, deren Bühnenpräsentationen noch ganz den Klischees der Franco-Diktatur und ihrem Bild eines fröhlich-bunten Andalusiens verbunden waren,[3] gründete er 1983 in Sevilla das Mario Maya-Unterrichtszentrum für Flamenco, Ballett und Jazz.

Auszeichnungen

Im Juni 2014 wurde in seiner Heimatstadt Granada auf dem Paseo de los Tristes, in unmittelbarer Nähe zur Alhambra, in Anwesenheit seiner Witwe Mariana Ovalle ein vom Bildhauer Miguel Moreno gestaltetes Denkmal zu Ehren des Künstlers eingeweiht.[4]

Denkmal Mario Mayas, Granada, Paseo de los Tristes

Inszenierungen

  • 1974 Ceremonial
  • 1976 Camelamos Naquerar[5]
  • 1977 ¡Ay! Jondo
  • 1984 Amargo
  • 1987 El amor brujo
  • 1988 Tiempo, Amor y Muerte
  • 1991 Flamencos de la Trinidad für das Ballet de Murcia
  • 1992 Tres Movimientos Flamencos
  • 1994 Réquiem und De lo Flamenco
  • 1996 Mundial de Esquí
  • 1998 De Cádiz a Cuba

Aufnahmen

  • Camelamos Naquerar
  • Canta Gitano
  • Corre Gitano
  • Flamenco (1995)
  • ¡Ay! Jondo
  • Amargo

Deutschsprachige Literatur

  • Kersten Knipp: Flamenco. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-45824-8, S. 194–196.

Weblinks

  • Mario Maya. In: RomArchive. 2018;. (Deutsch, Ausführliche Biografie des Künstlers)
  • Recordando a Mario Maya auf YouTube, 13. Dezember 2018. (Spanisch, Dokumentation aus der Programmreihe Retratos von Canal Sur 2 Televisión, Erstsendung am 24. April 2011, 45 Minuten)

Einzelnachweise

  1. The Washington Post Renowned Flamenco Dancer Mario Maya. Nachruf und Kurzbiografie von Terence McArdle vom 10. Oktober 2008. Abgerufen am 27. Oktober 2021 (englisch).
  2. Anja Vollhardt (Text), Elke Stolzenberg (Fotos): Flamenco: Kunst zwischen gestern und morgen. Weingarten Verlag, Weingarten 1988, ISBN 3-8170-4001-6, S. 16.
  3. Anja Vollhardt (Text), Elke Stolzenberg (Fotos): Flamenco: Kunst zwischen gestern und morgen. Weingarten Verlag, Weingarten 1988, ISBN 3-8170-4001-6, S. 86.
  4. EL MUNDO Mario Maya, del Sacromonte al Paseo de los Tristes. Artikel von Manuela de la Corte vom 26. Juni 2014. Abgerufen am 27. Oktober 2021 (spanisch).
  5. RomArchive Bohumira Smidakova (2017): Camelamos naquerar. Daten zum Werk und Synopsis. Abgerufen am 27. Oktober 2021

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