Luise Volkmann

Luise Isabel Volkmann (* 1992 in Bielefeld) ist eine deutsche Jazz- und Improvisationsmusikerin (Altsaxophon, Komposition).
Wirken
Volkmann, die 2008 als Schülerin für ein Jahr in der brasilianischen Küstenstadt Natal lebte,[1] studierte zunächst in Leipzig (u. a. bei Richie Beirach und Johannes Enders). Ab 2015 war sie dann, zunächst durch ein Erasmus-Stipendium, am Pariser Konservatorium, und blieb danach als freischaffende Musikerin in Paris. Parallel dazu wohnte sie in der Künstlerresidenz Cité Internationale des Arts Paris.[2][3] Ab 2018 studierte sie in Köln, wo sie zwei Master in Komposition (Jazz und Neue Musik) und Musikwissenschaften absolvierte.
Als Musikerin arbeitet sie mit zeitgenössischer komponierter und improvisierter Musik, an der Grenze zu Folk, Pop und transkultureller Musik. Unter anderem spielte sie Konzerte mit Mia Zabelka, Xu Fengxia, Moritz Sembritzki, Natsuki Tamura, Nils Wogram, Günter Baby Sommer, Satoko Fujii, Frank Gratkowski, Julia Kadel. Als Bandleaderin gründete sie kleine Bands wie Konglomerat[4] und auch große Ensembles in Deutschland und Frankreich.
2014 wurde Volkmann zum Berliner Xjazz-Festival und zu den Leipziger Jazztagen eingeladen; 2015 war sie im Rahmen von NRW Soundtrip, Jazz ist Revolution und dem BandleaderInnen Festival zu sehen. Für ihren Zyklus „Eudaimonia“ hat sie mit Été Large eine Formation von zunächst zwölf Musikern zusammengestellt;[5] Die Zeit wählte Eudaimonia unter die besten Alben 2017.[6] Mit Été Large hat sie bis 2025 drei Alben veröffentlicht, das letzte als Koproduktion mit dem Deutschlandfunk.
2018 trat sie mit Eve Rissers White Desert Orchestra beim Umlaut-Festival auf. In der Band Attika arbeitete sie mit Liz Kosack und Tilo Weber. Mit Max Santner und Athina Kontou gründete sie das Trio Autochrom. Ihre Gruppe LEONESauvage stellte sie im Rahmen des Darmstädter Jazzforums 2021 in Deutschland vor. In ihrem Trio 3grams arbeitete sie mit den Sängern Casey Moir und Michael Schiefel. In ihrem Trio Cheel wirkt sie mit Max Andrzejewski und Keisuke Matsuno zusammen. Weiterhin betreibt sie ein Duo mit dem brasilianischen Gitarristen und Sänger Kiko Dinucci.[1]
Preise und Auszeichnungen
Volkmann errang 2021 die Kathrin Lemke Scholarship for Young Jazz Improvisers (auch: „Kathrin-Preis“): „Ihre intensive Auseinandersetzung mit den afroamerikanischen Wurzeln und Konventionen des Jazz, immer im Bewusstsein um die eigene Position einer im Hier und Jetzt spielenden westeuropäischen Musikerin nimmt Diskurse auf, die in der heutigen Zeit viele junge Menschen weltweit bewegen,“ meinte Wolfram Knauer.[7] Im Mai 2021 wurde ihr das Horst-und-Gretl-Will-Stipendium für Jazz/Improvisierte Musik der Stadt Köln zuerkannt.[8] 2023 erhielt Volkmann beim Jazzfestival Münster, wo sie mit zwei ihrer Bands auftrat, den Westfalen-Jazz-Preis 2023.[9] 2026 gewann sie in den Kategorien „Großes Ensemble des Jahres“ und „Rundfunkproduktion des Jahres“ den Deutschen Jazzpreis sowie den Sonderpreis für aktuelle Musik der Gerhard-und-Renate-Baum-Stiftung.[10]
Diskographische Hinweise
- Luise Volkmann, Été Large: Eudaimonia (Nwog Records, 2017, mit Gabriel Lemaire, Emmanuel Cremer, Benoît Joblot bzw. Jan Roth, Vincent Bababoutilabo, Johannes Bigge, Otis Sandsjö, Julian Schließmeyer, Athina Kontou, Fritz Mooshammer, Casey Moir, Laurin Oppermann)
- Sophia & Olga Shells in Motion (Unit Records, 2017, mit Sophia Bicking, Olga Reznichenko, Konstantin Döben, Fabian Timm, Lukas Akintaya)[11]
- Luise Volkmann, Didier Matry Wünsche (Umlaut 2019)
- Luise Volkmann Autochrom RGB (Nwog records 2019, mit Athina Kontou, Max Santner)
- Gelber Flieder: Ölbaumgewächse (Creative Sources, 2020, mit Yves Arques, João Camões)
- Luise Volkmann, Été Large: When the Birds Upraise Their Choir (Nwog Records, 2020, mit Timothée Quost, Janning Trumann, Vincent Bababoutilabo, Jędrzej Łagodziński, Paul Jarret, Yannick Lestra, Lola Malique, Athina Kontou, Max Santner, Casey Moir, Laurin Oppermann)[12]
- Rites de passage (NWog Records 2023)[13]
- Luise Volkmann, Été Large: The Stories We Tell (Boomslang Records 2025, mit Conni Trieder bzw. Nicolas Schwabe, Peter Ehwald, Rémi Fox, Johannes Böhmer, Marleen Dahms, Johanna Stein, Yannick Lestra, Paul Jarret, Athina Kontou, Max Santner, Casey Moir, Laurin Oppermann)[14]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b NICA exchange: Luise Volkmann & Kiko Dinucci. In: Stadtgarten Köln. 2025, abgerufen am 16. Mai 2026.
- ↑ nrwjazz.net - Jazz in Nordrhein-Westfalen - Luise Volkmann. Abgerufen am 15. Mai 2026.
- ↑ Search Results for “luise volkmann” – Cité Internationale des Arts. Abgerufen am 15. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Interview (Konglomerat)
- ↑ Das Porträt (Kulturradio rbb)
- ↑ Musikempfehlungen: Die besten Alben des Jahres
- ↑ Kathrin-Preis
- ↑ Stadt Köln Pressemitteilung vom 21. Mai 2021: Preisträger*innen der Förderstipendien für junge Kunst 2021, von Robert Baumanns, abgerufen am 21. Mai 2021
- ↑ Westfalen-Jazz-Preis 2023 für Luise Volkmann aus Bielefeld
- ↑ Horst-Peter Koll: Wie Luise Volkmann den Big-Band-Sound neu erfindet. In: Kölnische Rundschau. 6. Mai 2026, abgerufen am 16. Mai 2026.
- ↑ Besprechung (Jazz thing)
- ↑ Besprechung (Weltecho)
- ↑ Roland Spiegel: Musik, die einen Kokon verlässt (Jazzalbum des Monats). In: BR-Klassik. 19. April 2023, abgerufen am 23. April 2023.
- ↑ Hans-Jürgen Linke: Luise Volkmann & Été Large:„The Stories We Tell“ – Gewebte Lieder und Geschichten. In: Frankfurter Rundschau. 7. Oktober 2025, abgerufen am 28. November 2025.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Volkmann, Luise |
| ALTERNATIVNAMEN | Volkmann, Luise Isabel |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Jazz- und Improvisationsmusikerin (Saxophon, Flöte, Komposition) |
| GEBURTSDATUM | 1992 |
| GEBURTSORT | Bielefeld |
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Autor/Urheber: Harald Krichel, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Jazz-Musikerin Luise Volkmann bei der Moers Festival 2020
Autor/Urheber: Annamarie Ursula, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Luise Volkmann (a-sax,comp) im Konzert «NICA live: Elisabeth Coudoux "Postponed"» im Green Room des Stadtgartens Köln am 14. Juni 2021, der 2. Woche nach dem großem 3. Corona-Lockdown, zusammen mit Julia Kadel (p,comp), Elisabeth Coudoux (cello,comp), Ivan Gélugne (b,comp) und Guilhem Flouzat (dr,comp)