Lorbeerwald

Lorbeerwald auf La Gomera

Lorbeerwälder sind immergrüne Feuchtwälder der subtropischen Klimazone. Typisch sind Bäume mit dunkelgrünen, mittelgroßen, ledrigen, derben, kräftigen und glänzenden laurophyllen oder lucidophyllen Blättern. Namensgebend sind die Lorbeergewächse, welche in den Lorbeerwäldern der Nordhalbkugel häufig vorkommen. Auf der Südhalbkugel dominieren meist andere Pflanzenfamilien, aber der Vegetationstypus ist der gleiche.

Klima und Abgrenzung zu anderen Vegetationstypen

Lorbeerwälder wachsen in der subtropischen Klimazone in Gebieten mit ausreichenden Niederschlägen, insbesondere im Sommerhalbjahr. Die Winter sind mild und die Sommer meist warm. Die meisten Pflanzen ertragen leichte Fröste, aber meist nicht Temperaturen unter −10 °C.

Von den sommergrünen Laubwäldern unterscheiden sich die Lorbeerwälder durch mildere Winter, wodurch immergrüne Laubbäume dominieren. Von den tropischen und subtropischen Regenwäldern unterscheiden sie sich durch das Vorhandensein einer kühlen Jahreszeit mit gelegentlichen Frösten (Winter). Dadurch ist der Stockwerkaufbau einfacher, und viele typisch tropische Pflanzengattungen fehlen, dafür sind Gattungen gemäßigter Gebiete häufiger.

Von den mediterranen Hartlaubwäldern unterscheiden sich die Lorbeerwälder durch das Fehlen einer Trockenperiode im Sommer. Dadurch ist die Vegetation insgesamt üppiger und breitblättriger.

Die Abgrenzung zu den gemäßigten Regenwäldern ist uneinheitlich: Insbesondere die (hier nicht zugeordneten) Küstenregenwälder Chiles und Neuseelands werden zum Teil den Lorbeerwäldern zugerechnet,[1] obwohl Lorbeergewächse hier gegenüber den Scheinbuchen und südhemisphärischen Koniferen deutlich zurücktreten.[2] Klimatisch gesehen unterscheiden sich die Lorbeerwälder von den gemäßigten Regenwäldern durch wärmere Sommer. Physiognomisch sind die Unterschiede gering.

Verbreitung

Farnreicher Lorbeerwald La Zarza auf La Palma, Kanaren, 2018
Farnreicher Lorbeerwald La Zarza auf La Palma, Kanaren, 2018

Lorbeerwälder kommen in folgenden Gebieten vor:

Siehe auch

Literatur

  • Heinrich Walter, Siegmar-Walter Breckle: Vegetation und Klimazonen. Grundriß der globalen Ökologie. 7. Auflage. UTB 14 / Ulmer, Stuttgart 1999, ISBN 978-3-8252-0014-5 (UTB) / ISBN 3-8001-2722-9 (Ulmer).
  • J. Pfadenhauer, F. Kötzli: Vegetation der Erde. Springer-Spektrum, Heidelberg 2014. ISBN 978-3-642-41949-2.

Weblinks

Commons: Lorbeerwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Margarete Payer, Alois Payer (Hrsg.): Entwicklungsländerstudien. Teil I: Grundgegebenheiten. Kapitel 4. Vegetation, Abschnitt 7. Peritropische Zonen: Meridionale und Australe Zone, HBI Stuttgart, 1998–1999, Fassung vom 10. September 2018 (Lehrveranstaltung Einführung in Entwicklungsländerstudien; online auf payer.de).
  2. Dominick A. DellaSala, Paul Alaback, Toby Spribille, Henrik von Wehrden und Richard S. Nauman: Just What Are Temperate and Boreal Rainforests? in Dominick A. DellaSala (Hrsg.): Temperate and Boreal Rainforests of the World: Ecology and Conservation, Island Press 2011, DOI 10.5822/978-1-61091-008-8_1, insbes. S. 26–27

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