Liste der Stolpersteine in Löbau

Die Liste der Stolpersteine in Löbau enthält die beiden Stolpersteine,[1] die im Rahmen des gleichnamigen Projekts von Gunter Demnig in der Stadt Löbau verlegt wurden. Mit ihnen soll an Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden, die in Löbau lebten und wirkten.

Verlegte Stolpersteine

BildAdresseVerlegedatumPerson und InschriftKurzvita
BW
Altmarkt 4
(Standort)
23. September 2023Hier wohnte
Adolf Grünewald
Jg. 1880
gedemütigt / entrechtet
Flucht in den Tod
20. Okt. 1937
Adolf Abraham Grünewald wurde 1880 in Hamburg geboren, seine Frau Helene (geborene Feibusch) kam 1886 in Peterswald in Ostpreußen zur Welt. Sie heirateten 1919 in Bautzen und betrieben ab diesem Jahr auch Görlitzer Schuhhaus in Löbau.[2]

Nach anhaltenden Boykotten erhängte sich Adolf Grünwald am 20. Oktober 1937 im Verkaufsraum seines Geschäfts; einem Augenzeugen zufolge trug er dabei sein Eisernes Kreuz, welches ihm im Ersten Weltkrieg verliehen wurde. Grünewald wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Zittau beigesetzt; seine Beerdigung war die letzte vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs und der vollständigen Zerstörung der Jüdischen Gemeinde Zittau–Löbau.[3]

Seine Frau Helene musste nach dem Tod ihres Mannes unfreiwillig nach Berlin verziehen, im Januar 1942 wurde sie von Berlin-Tiergarten aus deportiert und am 10. Februar 1942 im Ghetto Riga ermordet.

BW
Hier wohnte
Helene Grünewald
geb. Feibusch
Jg. 1886
unfreiwillig verzogen
1937 Berlin
deportiert 1942
Riga
ermordet 10.2.1942

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Die ersten Stolpersteine für Löbau. In: saechsische.de. Sächsische Zeitung, 23. September 2022, abgerufen am 3. Juni 2023.
  2. Erste Stolpersteine in Löbau verlegt. In: wochenkurier.info. Wochenkurier, 27. September 2022, abgerufen am 3. Juni 2023.
  3. Uwe Menschner: Stolpert Löbau künftig über diese Steine? In: Alles-Lausitz.de. Lokalnachrichten Verlagsgesellschaft, 25. September 2022, abgerufen am 3. Juni 2023.

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