Lwiw

Lwiw
Львів
Wappen von Lwiw
Basisdaten
Oblast:Oblast Lwiw
Rajon:Kreisfreie Stadt
Höhe:296 m
Fläche:171,01 km²
Einwohner:728.545 (1. März 2015)
Bevölkerungsdichte:4.260 Einwohner je km²
Postleitzahlen:79000–79490
Vorwahl:+380 322
Geographische Lage:49° 50′ N, 24° 2′ O
KOATUU:4610100000
Verwaltungsgliederung:6 Stadtrajons, 1 Stadt, 2 Siedlungen städtischen Typs
Bürgermeister:Andrij Sadowyj
Adresse:pl. Rynok 1
79000 M. Lwiw
Website:http://www.city-adm.lviv.ua/
Statistische Informationen
Lwiw (Oblast Lwiw)
Lwiw (49° 50′ 22″ N, 24° 1′ 58″O)
Lwiw
i1
Lwiw (Lemberg)

Lwiw, deutsch Lemberg (ukrainischLwiw [lʲʋiu̯], polnisch Lwów [lvuf], jiddisch לעמבערג [lɜmbɜrk], armenisch Լվով, russisch ЛьвовLwow [lʲvov]) ist eine Stadt in der westlichen Ukraine mit etwa 730.000 Einwohnern[1]. Sie bildet das wichtigste Oberzentrum der Westukraine, ist Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks Oblast Lwiw und (Stand 2015) die siebtgrößte Stadt der Ukraine. Der Stadtverwaltung unterstehen neben der Stadt Lwiw mit ihren sechs Stadtrajonen noch die Stadt Wynnyky sowie die beiden Siedlungen städtischen Typs Brjuchowytschi und Rudne.

Lwiw liegt auf der Europäischen Hauptwasserscheide, deren Grenze ein Hügel in der Stadt bildet. Südlich von diesem fließen die Flüsse ins Schwarze Meer, nördlich in die Ostsee. Der die Stadt unterirdisch durchfließende, kanalisierte Fluss Poltwa fließt dem Bug zu.[2] Die Stadt liegt auf der Lwiwske-Platte (Львівське плато), die zur Podolischen Platte gehört, etwa 80 Kilometer östlich der Grenze zu Polen.

Lwiw ist seit Jahrhunderten vom Zusammenleben mehrerer Ethnien geprägt. Bis ins 20. Jahrhundert gab es neben einer polnischen Bevölkerungsmehrheit einen großen Anteil an Juden und Ukrainern. Der zunächst geringe Anteil an Ukrainern wurde nach und nach durch Zuzug aus dem Umland größer. Daneben gab es noch verschiedene Minderheiten, etwa deutschsprachige, bedingt durch die österreichischen Beamten, oder armenische. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts leben in der Stadt überwiegend Ukrainer, daneben Russen, Weißrussen und Polen. Die Altstadt ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes[3] und wird von Bauwerken der Renaissance, des Barocks, Klassizismus und Jugendstils beherrscht. Ihr mediterranes Flair diente als Kulisse für sowjetische Filme, die Rom oder Venedig darstellen sollten.[2] Lwiw war ein Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft 2012.

Stadtname und Sprachen

Nach historischen Quellen wird angenommen, dass unter König Kasimir dem Großen das deutsche Kolonisationswerk in der Umgebung von Lwiw begründet wurde.[4] In polnisch oder lateinisch geschriebenen Urkunden taucht der Name des Ortes 1342 erstmals als Lamberg[5] auf. Weitere dokumentierte Schreibweisen sind: Lamburg (1351), in terra Lamburgensi (1364), Lamburg alias Lwow (1370), Lamburg (1396), Lemburg (1416).[6]

Es gibt Bezeichnungen für die lange Zeit multiethnische Stadt in vielen Sprachen: ukrainisch ЛьвівLwiw, russisch ЛьвовLwow, polnisch Lwów, jiddisch לעמבערגLemberg oder dialektal לעמבעריקLemberik, armenisch ԼվովLwow, ungarisch Ilyvó, deutsch Lemberg, französisch Léopol und italienisch Leopoli, beide aus lateinisch Leopolis ‚Löwenstadt‘. Vor 1945 war Lemberg eine mehrheitlich polnische Sprachinsel (vgl. Lemberger Dialekt) in vorwiegend ukrainischsprachiger Umgebung.

Wappen

Beschreibung: In Blau eine goldene Mauer mit drei Zinnentürmen, der höchste in der Mitte, und einem laufenden goldenen Löwen unter dem spitzen Torbogen.

Geschichte

Altrussisches Lwow 1256–1349

Rurikiden-Fürst Daniel auf dem Nationaldenkmal Tausend Jahre Russland

1256 errichtete Daniel Romanowitsch von Galizien, der Fürst des Kiewer Rus-Fürstentums Galizien-Wolhynien, an der Stelle des heutigen Lwiw eine Burg für seinen Sohn Lew. Von diesem Lew (altostslawisch für Löwe) hat die Stadt ihren Namen Lwow – „Lew bzw. dem Löwen gehörend“. Auch im Wappen und in zahlreichen Steinskulpturen der Stadt taucht der Löwe immer wieder auf. Die günstige Lage an der Kreuzung der Handelswege ließ die Stadt schnell wachsen. Die Verwüstungen der Rus durch die Mongolen sowie Tributzahlungen untergruben jedoch bald die Macht Galizien-Wolhyniens. Nachdem die lokale Linie der Rurikiden-Dynastie ausgestorben war, fiel Lwow 1340 zunächst an das Großfürstentum Litauen, 1349 an Polen.

Polnisches Lwów 1349–1772

1356 erhielt die Stadt vom polnischen König Kasimir dem Großen das Magdeburger Stadtrecht;[7] deutsche Bürger, Juden sowie auch römisch-katholische Christen siedelten sich in höherem Maße als zuvor an. Im selben Jahr erhielten die Armenier Privilegien Kasimirs.[8] Die Amtssprache war nun fast 200 Jahre lang Deutsch. Das Siegel des Stadtrates lautete lateinisch S(igillum): CIVITATIS LEMBVRGENSIS. 1387, nach kurzer ungarischer Herrschaft, kam die Stadt wieder an das Königreich Polen. Von 1375 bis 1772 war Lwów Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Ruthenien und des Lemberger Landes (Ziemia lwowska), seit 1569 in der Adelsrepublik Polen-Litauen.

In der frühen Neuzeit entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Handelsplatz und – neben Krakau, Wilna und Warschau – zu einem Zentrum polnischen Kultur- und Geisteslebens. Das nahe Umland Lwóws wurde zu einer polnischen Sprachinsel, jedoch das Gebiet blieb überwiegend ukrainischsprachig. Im 16. Jahrhundert war in Lwów der Russe Iwan Fjodorow tätig, einer der ersten ostslawischen Buchdrucker nach dem Weißrussen Francysk Skaryna.

Während des Chmelnyzkyj-Aufstandes und des Russisch-Polnischen Krieges 1654–1667 wurde Lwów 1648 und 1655 von den Saporoger Kosaken belagert. Die Stadt erhielt das Prädikat semper fidelis („immer treu“), weil sie sich während des 17. Jahrhunderts wiederholt gegen Belagerer verteidigte.[9]

Die 1661 vom polnischen König Johann II. Kasimir gegründete Universität Lwów ist die älteste in der heutigen Ukraine.

Österreichisches Lemberg 1772–1918

Marienplatz 1915

1772 fiel die Stadt mit der ersten Teilung Polens an die Habsburgermonarchie. Lemberg wurde Hauptstadt des Königreichs Galizien und Lodomerien und viertgrößte Stadt im Vielvölkerstaat. Anfangs wollte Kaiser Joseph II., wie in seinem gesamten Herrschaftsbereich, die deutsche Sprache als Verwaltungssprache durchsetzen. Der Unterricht in den Haupt- und Trivialschulen fand seit der Schulreform Maria Theresias bis etwa 1850 ausschließlich auf Deutsch statt, was problematisch war, da – wie sich der polnische Autor Kazimierz Brodziński erinnerte – die polnischen Kinder sich den Unterrichtsstoff nur durch Auswendiglernen aneignen konnten, ohne ihn zu verstehen.[10]

1778 wurde eine deutsche evangelisch-lutherische Gemeinde in Lemberg gegründet. Ihr aktivster Vertreter war der Kaufmann Johann Friedrich Preschel.

Mitte des 19. Jahrhunderts änderte sich die Zusammensetzung des Beamtenapparats. Waren zuvor von den 800 Beamten 600 Deutsche gewesen, führte die relative Autonomie des Königreichs Galiziens ab 1867 dazu, dass schnell das Polnische als Zweitsprache hinzukam. Nun fungierten vor allem Polen als Beamte der Wiener k.k. Regierung in Galizien.

Von 1867 an, als die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn gebildet wurde, besaßen die Galizier die einheitliche österreichische Staatsbürgerschaft und waren mit polnischen und nach der Erweiterung des Wahlrechts auch ruthenischen Abgeordneten im Reichsrat, dem Parlament Cisleithaniens in Wien, vertreten. Das in Wien herausgegebene Reichsgesetzblatt erschien seit 1867 auch in polnischer und seit 1870 auch in ruthenischer Sprache.[11]

01787 Lemberg - Lwow, Josephinische Landesaufnahme 1769-1787.jpg
Lemberger Marktplatz, um 1787, vor dem Abbau der Stadtmauer, Josephinische Landesaufnahme 1769–1787
01869 Lemberg-Lwow, Franzisco-Josephinische Landesaufnahme 1809-1869.jpg
Lemberger Marktplatz um 1869, Franzisco-Josephinische Landesaufnahme 1809–1869


Lemberg war Sitz des k.k. Statthalters (des Vertreters des Kaisers und seiner Regierung), des Sejms (Landesparlament), dreier Erzbischöfe (römisch-katholisch, griechisch-katholisch, armenisch-katholisch), die kraft ihres Amtes Mitglieder des Herrenhauses des österreichischen Reichsrats waren, und eines Oberrabbiners. Von 1804 bis 1870 war die Stadt zudem Sitz der Evangelischen Superintendentur A. B. Galizien. In Lemberg befanden sich Konsulate von Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Russland und Dänemark. Die galizische Landeshauptstadt verfügte über eine Universität und ein Polytechnikum, beide mit polnischer Unterrichtssprache, vier polnische, ein deutsches[12] und ein ruthenisches Gymnasium.

Um 1900 waren etwa die Hälfte der Einwohner Polen, ein Viertel Juden und 30.000 Ruthenen (damalige Bezeichnung für Ukrainer). Letztere wurden von der polnischen Bevölkerung diskriminiert. 1908 töteten drei polnische k.k. Gendarmen einen ruthenischen Bauern, worauf der ukrainische Philosophiestudent Miroslaw Siczynski den Statthalter Graf Andrzej Kazimierz Potocki erschoss. Blutige Auseinandersetzungen zwischen polnischen und ruthenischen Studenten folgten.[13]

Lemberg war vor dem Ersten Weltkrieg – mit Krakau und der Festung Przemyśl – eine der größten Garnisonen der k.u.k. österreichisch-ungarischen Armee im Osten des Kaiserreichs. Der Standort war Eckpfeiler zum Schutz der Grenze Österreich-Ungarns gegen das Russische Kaiserreich. Die russische Armee eroberte Lemberg Ende August 1914 und drang weit nach Westen vor.[14] Lemberg blieb bis Juni 1915 von Russland besetzt und war auch bis zur Russischen Revolution 1917 mehrmals gefährdet.

Polnisches Lwów 1918–1939

Ethnografische Karte Polens von Edward Czyński und T. Tillinger (1912)

Zum Ende des Ersten Weltkriegs wurde in Lemberg am 1. November 1918 die Westukrainische Volksrepublik gegründet, doch errang Polen nach teilweise heftigen Kämpfen im Polnisch-Ukrainischen Krieg die Herrschaft. Polnische Truppen besetzten die Stadt am 21./22. November 1918. Bei einem Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung, das vom 22. bis zum 24. November andauerte, wurden laut dem Bericht von Henry Morgenthau senior 64 Menschen getötet.[15] Viele wurden verletzt oder ausgeraubt. Es wurde nachgewiesen, dass ein Teil der polnischen Offiziere, Soldaten und Zivilisten die Verantwortung trug. Auch waren Mitglieder der jüdischen Miliz (ein Dutzend wurde verhaftet) und Deserteure aus der galizischen Armee beteiligt. Zu den Opfern der Plünderungen gehörten auch Teile der polnischen und ukrainischen Bevölkerung. Der Gewaltakt erschütterte das bis dahin recht harmonische Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen und Religionen im Lwów der Zwischenkriegszeit nachhaltig.

Die Stadt hatte damals 361.000 Einwohner, die meisten davon Polen (1912 zwischen 50 und 53 Prozent, ab 1925 über 55 Prozent), ein Drittel mehrheitlich polonisierte Juden, außerdem Ukrainer, Deutsche und polnische Armenier. Im Umland der Stadt lebten mehrheitlich Ukrainer (je nach Landkreis etwa vier bis fünf Sechstel der Bevölkerung). In den Zwischenkriegsjahren blieb Lwiw sowohl eine Hochburg polnischer Kultur als auch ein Brennpunkt ukrainischen Nationalgefühls; es blieb jedoch auch die habsburgische, übernationale Identität im Hintergrund präsent. Weltrang auf dem philosophischen Gebiet der Logik hatte die Lemberg-Warschau-Schule.

Verwaltungstechnisch war die Stadt als Teil der Zweiten Polnischen Republik ab 1921 die Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft Lwów.

Zweiter Weltkrieg

Im September 1939 wurde Lwów bis 1941 aufgrund des Hitler-Stalin-Pakts durch die sowjetische Besetzung Ostpolens 1939 in die Ukrainische Sowjetrepublik eingegliedert. Die polnische Armee hatte deutschen Truppen trotz Artillerie- und Luft-Bombardement erbitterten Widerstand geleistet, da das Gebiet als Versorgungsroute für die Alliierten via Rumänien geplant gewesen war. In diesem Plan war nicht berücksichtigt gewesen, dass Deutschland und die Sowjetunion hätten alliiert sein können. Drei Tage nach dem Erscheinen sowjetischer Truppen wurden die Kämpfe am 22. September 1939 eingestellt.[16] Die Deutschen überließen den sowjetischen Truppen wie im Pakt vereinbart die Stadt und zogen sich zurück.[17] Wie überall in der Sowjetunion erfolgten nun auch im sowjetisch besetzten Lwow Zwangskollektivierungen von Wirtschaftsverbänden und Bauernwirtschaften. Zu dieser Zeit lebten in der Stadt etwa 160.000 Polen, 150.000 Juden und 50.000 Ukrainer.[18]

Zwischen dem Beginn des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 und dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Lwow töteten sowjetische Einsatzkräfte (vor allem der NKWD) etwa 4000 politische Häftlinge. Am frühen Morgen des 30. Juni 1941 nahmen die 1. Gebirgs-Division unter Generalmajor Hubert Lanz und das Baulehrbataillon z. b. V. 800 „Die Brandenburger“, unterstützt durch das ukrainische Freiwilligenbataillon „Nachtigall“, die Stadt ohne Widerstand ein.[18] Noch am selben Tag riefen Mitglieder der Organisation Ukrainischer Nationalisten-Banderisten (OUN-B) um Jaroslaw Stezko vom Balkon des Lubomirski-Palasts die Wiederherstellung der ukrainischen Unabhängigkeit aus. Sie wurden jedoch wenige Tage später von der Gestapo verhaftet, da die deutsche Seite keinen ukrainischen Staat wünschte. Lwow wurde Teil des deutschen Generalgouvernements und fungierte nun wieder unter dem Namen Lemberg als Hauptstadt des Distrikts Galizien.

Das Massaker des NKWD an ukrainischen Häftlingen wurde von den Verbänden der Wehrmacht, dem Bataillon „Nachtigall“ und der ukrainisch-nationalistischen und antisemitischen Miliz der OUN-B propagandistisch ausgeschlachtet. Dadurch wurde eine Pogromstimmung angeheizt, die sich gegen die jüdische Zivilbevölkerung richtete. Bei Massenmorden an den ersten Tagen der deutschen Besatzung starben etwa 4000 Juden, teils bei „spontanen“ Ausschreitungen ukrainischer Milizen und Zivilisten in der Stadt, die meisten aber bei einer organisierten Massenexekution durch die Einsatzgruppe C am 4. Juli 1941 am Stadtrand.[18] In der Nacht vom 3. zum 4. Juli 1941 verhaftete zudem die Gestapo unter dem damaligen SS-Oberführer Karl Eberhard Schöngarth 22 polnische Professoren, gemäß einer mit Hilfe ukrainischer Studenten angefertigten Liste, und ermordete sie, zum Teil auch ihre Angehörigen.

Ghetto Lemberg, 1942

Kreishauptmann und damit oberster ziviler Herrscher in Lemberg war anschließend der Krefelder Joachim Freiherr von der Leyen. Fast alle jüdischen Lemberger wurden in der Folgezeit ermordet, unter anderem im von den Nationalsozialisten eingerichteten Ghetto Lemberg, im städtischen Zwangsarbeitslager Lemberg-Janowska und im Vernichtungslager Belzec.[19] Nahezu alle Synagogen wurden zerstört. Lediglich zwei Gebäude existieren noch heute. Insgesamt wurden in Lemberg und der Lemberger Umgebung während der Zeit des Nationalsozialismus ca. 540.000 Menschen in Konzentrations- und Gefangenenlagern umgebracht, davon 400.000 Juden, darunter etwa 130.000 Lemberger. Die restlichen 140.000 Opfer waren russische Gefangene.

Im Rahmen der deutschen Euthanasie-Politik kam es zwischen 1941 und 1944 zu Krankenmorden an 2000 Patienten der Anstalt Kulparkow.[20][21] Daneben befand sich in Lemberg auch das Institut für Fleckfieber- und Virusforschung des Oberkommandos des Heeres.

In Lemberg bestand später das Kriegsgefangenenlager 275 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[22] In der Nähe des Lagers gab es einen Kriegsgefangenenfriedhof mit über 800 Gräbern. Schwer Erkrankte wurden im Kriegsgefangenenhospital 1241 versorgt.

Bevölkerungszusammensetzung in Lwiw
in Prozent[23]
Volksgruppe1900193119592001
Ukrainer19,915,960,088,1
Russen00000,227,008,9
Juden26,531,906,000,3
Polen49,450,404,000,9

Sowjetisches Lwow 1945–1991

Überreste des 1948 zerstörten Alten jüdischen Friedhofs

Als die Stadt im Zuge der Lwiw-Sandomierz-Operation 1944 wieder unter sowjetische Herrschaft kam, wurden die meisten dort ansässigen Polen im Zuge der Zwangsumsiedlung von Polen aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten 1944–1946 vertrieben. Ein Teil der Bevölkerung wurde nach der Vertreibung der dort lebenden Deutschen in Niederschlesien, vor allem in Breslau, angesiedelt. Viele Ukrainer, die zuvor im polnischen Westgalizien und in Zentralpolen gelebt hatten, wurden gleichzeitig aus Polen zwangsumgesiedelt und von der UdSSR in oder bei Lwow angesiedelt. Dadurch veränderte sich die ethnische und kulturelle Zusammensetzung der Stadt grundlegend. An die Stelle der traditionellen polnischen, jüdischen und armenischen Bevölkerung traten Ukrainer.

Die Sowjetbehörden begannen mit dem Wiederaufbau der Stadt, der vom Zuzug von Fachkräften aus der ganzen UdSSR und der Industrialisierung Lwows begleitet wurde. Bis zu den 1980er Jahren waren 137 Großfabriken entstanden, die Busse (LAZ), Lastkraftwagen, Fernsehgeräte und Maschinen produzierten. Die Stadtbevölkerung wuchs von 330.000 auf 760.000 Einwohner. Gleichzeitig wurden nationalistische Strömungen unter den Westukrainern unterdrückt.

Ukrainisches Lwiw ab 1991

Seit 1991 ist Lwiw Teil der unabhängigen Ukraine. Von Galizien gehen seither immer wieder Autonomiebestrebungen aus, nicht zuletzt wegen der Geschichte Lwiws als Hauptstadt eines eigenen Königreiches. Die Stadt feierte im Herbst 2006 das 750. Jubiläum ihres Bestehens.

Jüdisches Leben

Siehe auch: Geschichte der Juden in Lemberg

Juden in Lemberg[24]
JahrGes.-Bev.JudenAnteil
in Prozent
1857055.80022.58640,5
1880110.00030.96128,2
1890128.00036.13028,2
1900160.50044.25827,6
1910206.50057.38727,8

Seit dem Mittelalter war Lemberg ein Zentrum jüdischen Lebens. Die erste urkundliche Erwähnung über die Existenz einer jüdischen Gemeinde in Lemberg stammt aus dem späten 14. Jahrhundert. Die älteste Synagoge der Stadt wurde im Jahr 1582 errichtet. Im 19. Jahrhundert waren ungefähr ein Drittel der Bevölkerung Juden. Es gab verschiedene jüdische Friedhöfe und zahlreiche Synagogen wie die Tempel-Synagoge, die Goldene-Rosen-Synagoge, die Große Stadtsynagoge und die Große Vorstadt-Synagoge. Gegenwärtig genutzte Synagogen sind die Chassidische Synagoge und die Tsori-Gilod-Synagoge. Ab dem 19. Jahrhundert gab es in Lemberg zwei getrennte jüdische Gemeinden: Konservative und liberal gesinnte Juden, die getrennt von einander lebten, kaum Kontakt miteinander hatten und jeweils ihre eigenen Rechte, Privilegien, Verwaltungen, Synagogen und Schulen besaßen. Die Juden Lembergs sprachen Jiddisch und Deutsch. Die in Lemberg lebenden jüdischen Philosophen und Schriftsteller, wie Nachman Krochmal, Moritz Rappaport oder Joseph Roth, schrieben auf Deutsch.[25]

1908 wurde Hasmonea Lwów als erster jüdischer Sportverein in Österreich-Ungarn gegründet. Bekannte in der Stadt lebende Juden waren unter anderem der Rabbiner Jehoschua Falk, der Zionist Ruben Bierer, der Gelehrte Salomon Buber, der Historiker Majer Balaban und der Fußballspieler Zygmunt Steuermann.

Politik

Im Stadt- und Regionalparlament Lwiws hat seit den Wahlen 2010 die Allukrainische Vereinigung „Swoboda“, die in Lwiw gegründet wurde, die meisten Sitze.[26] Die Partei ist generell in der Oblast Lwiw stark. Bürgermeister der Stadt ist seit 2006 Andrij Sadowyj (Samopomitsch).

Wirtschaft

Lwiws Wirtschaft ist relativ diversifiziert. Von besonderer Bedeutung ist die IT-Industrie, die etwa 12.000 Arbeitnehmer beschäftigt. Damit arbeiten rund 15 Prozent aller ukrainischen IT-Fachkräfte in der Stadt.[27] Zu den in Lwiw ansässigen IT-Konzernen gehört auch das mit etwa 4000 Mitarbeitern größte ukrainische IT-Unternehmen SoftServe. Ein weiteres Standbein ist der Tourismus. Insbesondere vor der Fußball-Europameisterschaft 2012 eröffneten zahlreiche neue Hotels und Restaurants in der Stadt.

Sehenswürdigkeiten

Altstadt

Lwiwer Marktplatz
Der Galizische Platz gehört zur Ringstraße, die die Altstadt umgibt.

Lwiws Altstadt und die um die Wende zum 20. Jahrhundert entstandenen Quartiere in der Umgebung weisen eine von Kriegszerstörungen und nachkriegszeitlichen Eingriffen verschont gebliebene und fast einmalige geschlossene Bebauung der Renaissance, des Barocks, des Klassizismus, Historismus, Jugendstils und Art déco auf. 1998 wurde das historische Zentrum der Stadt in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO eingetragen. Begründung: „Mit seiner städtischen Struktur und seiner Architektur ist Lwiw ein hervorragendes Beispiel der Verschmelzung von architektonischen und künstlerischen Traditionen Osteuropas mit denen von Italien und Deutschland. […] Die politische und wirtschaftliche Rolle von Lwiw zog eine Anzahl von ethnischen Gruppierungen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Traditionen an, die unterschiedliche aber dennoch voneinander abhängige Gemeinschaften innerhalb der Stadt bildeten, die auch noch im modernen Stadtbild erkennbar sind.“

Sakralbauten

Sankt-Georgs-Kathedrale, im 18. und 19. Jahrhundert die Mutterkirche der Griechisch-katholischen Kirche
  • Lateinische Kathedrale Mariae Himmelfahrt (1360–1481)
  • Griechisch-katholische Sankt-Georgs-Kathedrale (Bernard Meretyn, 1744–1770)
  • Mariä-Himmelfahrt-Kirche der Orthodoxen Kirche der Ukraine (Paolo Romano, 1591–1629)
  • Armenische Marien-Kathedrale (1356–1363)
  • Allerheiligenkirche (früheres Benediktinerinnenkloster, 1597–1616)
  • Ehemalige Stavropihija-Kirche (Pawlo Rymlyanyn, 16. Jahrhundert)
  • Boim-Kapelle (1609–1615)
  • Ehemalige Dominikanerkirche Corpus Christi (Jan de Witte, 18. Jahrhundert)
  • St.-Andreas-Kirche (früheres Bernhardinerkloster, 17. Jh.)
  • Beit-Aaron-we-Israel-Synagoge, 1924

Museen

  • Freilichtmuseum Museum für Volksarchitektur und Landleben Schewtschenko-Hain
  • Nationalmuseum in Lwiw (Національний музей у Львові) mit einer großen Ikonensammlung[28]
  • Kornjakt-Palast mit königlichen Gemächern (1580)
  • Lemberger Gemäldegalerie[29]
  • Lwiwer Museum für Religionsgeschichte
  • Ethnografisches Museum (Museum für Volkskunde und Handwerk)
  • Bandinelli-Palais („Museum historischer Schätze“, 16. Jh.)
  • Museum für die Geschichte der Westukraine (Schwarzes Palais, 1588/1589)
  • Lwiwer Biermuseum (Brauereimuseum)
  • Waffenmuseum der Ukraine im ehemaligen „Königlichen Arsenal Lemberg
  • Gedenkmuseum der Opernsängerin Salome Kruschelnytska[30]

Andere Bauten und Anlagen

Rathaus
  • Rathaus am Marktplatz (19. Jahrhundert)
  • Bürgerhäuser am Marktplatz (Rynok, 16. bis 18. Jahrhundert)
  • Nationaloper und Balletttheater Lwiw (19. Jahrhundert)
  • Palais Potocki
  • Lytschakiwski-Friedhof (historisch-architektonisches Denkmal)
  • Janiwskyj-Friedhof
  • Hoher Schloßberg: Ruinen der Burg des Fürsten Daniel Romanowitsch von Galizien
  • Wand der zerstörten Synagoge Goldene Rose
  • Stryjskyj-Park (1887)
  • Größtes Kreuzworträtsel der Welt (Januar 2009)[31]

Kultur

In Lwiw gibt es zahlreiche Theater, Museen und Bibliotheken und die architektonisch prominente Nationaloper Lwiw im Stadtzentrum. Die größte ukrainische Buchmesse, das Lemberger Buchforum, findet jährlich statt. Das seit 2007 stattfindende Alfa Jazz Fest bzw. Leopolis Jazz Fest hat sich zu einem Publikumsmagneten entwickelt.

Am 28. April 2009 wurde Lwiw zur ukrainischen Kulturhauptstadt für das Jahr 2009 gewählt. Der Wettbewerb fand 2009 zum ersten Mal statt.[32]

Verkehr

Empfangsgebäude des Hauptbahnhofes (erbaut 1903)

Die Stadt besitzt einen (kleinen) internationalen Flughafen, der zur Fußball-Europameisterschaft 2012 ausgebaut und modernisiert wurde und der mehrmals wöchentlich von Berlin, München, Dortmund, Düsseldorf, Athen, Prag, Istanbul und Wien angeflogen wird. Der von den k.k. österreichischen Staatsbahnen errichtete und 1904 eröffnete Hauptbahnhof bildet das Zentrum des Bahnverkehrs in der gesamten Westukraine und wird im Personenverkehr aus den Richtungen Moskau, Belgrad, Breslau, Krakau, Kiew, Charkiw, Odessa und Wien[33] umsteigefrei bedient.

Der öffentliche Personennahverkehr der Stadt wird mit Straßenbahnen, Oberleitungsbussen und Autobussen durchgeführt. Ergänzend dazu stehen privatwirtschaftlich betriebene Marschrutki (Sammeltaxis) zur Verfügung. Das Straßenbahnnetz der Stadt wurde in den letzten Jahren mit finanzieller Unterstützung der EBRD grundlegend erneuert.[34]

Bildung

Lwiw verfügt über folgende ukrainische Hochschulen:

Sport

Motorsport

In den Jahren 1930 bis 1933 fand im damals polnischen Lwów der Automobil-Grand Prix Großer Preis von Lwiw statt. Durchgeführt wurden die Rennen in den Straßen Witoskoho, Hwardijiska und Stryjska.

In Lwiw gibt es im 21. Jahrhundert eine bedeutende Speedway-Bahn mit einem bekannten Liga-Rennclub. Hier fanden bereits entscheidende Qualifikationsläufe zur Speedway-Einzel-Weltmeisterschaft statt. Ukrainische Speedwayfahrer wie Andriy Karpov, Oleksandr Loktaev, Igor Marko und Vladimir Trofimov erlernten hier das Speedwayfahren.

Fußball

Zwischen 1923 und 1939 existierte in der Stadt der deutsche Verein VIS Lwów.

Lwiw war einer der vier ukrainischen Austragungsorte der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine. In der eigens für dieses Großereignis erbauten Arena Lwiw fanden drei Vorrundenspiele der Gruppe B statt.

Neben der Arena Lwiw befinden sich zwei weitere größere Sportstadien in Lwiw, nämlich das Stadion Ukrajina und das SKA-Stadion.

Erfolgreichste Fußballmannschaft der Stadt ist Karpaty Lwiw. Des Weiteren beheimatet die Stadt den FK Lwiw.

Städtepartnerschaften

Aktive Partnerschaften

Lwiw referenziert derzeit siebzehn Partnerstädte:[37][38]

StadtLandJahr
Banja LukaBosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina2004
BreslauPolenPolen Polen2003
BudapestUngarnUngarn Ungarn1993
Chengdu Sun and Immortal Bird Emblem in Jinsha.svgChina VolksrepublikVolksrepublik China Sichuan, Volksrepublik China2017
Freiburg im BreisgauDeutschlandDeutschland Deutschland1989[39]
KrakauPolenPolen Polen1995
KutaissiGeorgienGeorgien Georgien2002
ŁódźPolenPolen Polen2003
LublinPolenPolen Polen2004
Novi SadSerbienSerbien Serbien2005
Plowdiw Plovdiv-coat-of-arms.svgBulgarienBulgarien Bulgarien2016
PrzemyślPolenPolen Polen1995
RochdaleVereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich England, Vereinigtes Königreich1992
RzeszówPolenPolen Polen1992
TiflisGeorgienGeorgien Georgien2013
VilniusLitauenLitauen Litauen2014
Winnipeg Coat of arms of Winnipeg.svgKanadaKanada Manitoba, Kanada1973

Inaktive oder unbelegte

Verwaltungsunterteilung

Zur Stadtgemeinde zählen neben der eigentlichen Stadt, die in 6 Stadtrajone unterteilt ist auch noch die Stadt Wynnyky (Винники) und die beiden Siedlungen städtischen Typs Brjuchowytschi (Брюховичі) und Rudne (Рудне).

Die Stadtrajone sind:

  • Rajon Franko (mit den Stadtteilen Na bajkach/На байках, Bohdaniwka/Богданівка, Kulparkiw/Кульпарків/Goldberghof, Kasteliwka/Кастелівка und Wulka/Вулька)
  • Rajon Halytsch (mit den Stadtteilen Seredmistja/Середмістя, Zytadel/Цитадель, Sofijiwka/Софіївка und Snopkiw/Снопків)
  • Rajon Lytschakiw (mit den Stadtteilen Lytschakiw/Личаків/Lützenhof, Welyki Krywtschyki/Великі Кривчиці, Lysynytschi/Лисиничі, Majoriwka/Майорівка/Meier, Pohuljanka/Погулянка, Snesinnja/Знесіння, Kajserwald/Кайзервальд/Kaiserwald, Zetneriwka/Цетнерівка und Jaliwez/Ялівець)
  • Rajon Salisnyzja (mit den Stadtteilen Rjasne/Рясне, Lewandiwka/Левандівка, Bilohorschtscha/Білогорща, Klepariw/Клепарів/Klopperhof, Sknyliwok/Скнилівок, Syhniwka/Сигнівка und Bohdaniwka/Богданівка)
  • Rajon Schewtschenko (mit den Stadtteilen Holosko/Голоско, Samarstyniw/Замарстинів/Sommersteinhof, Sbojischtscha/Збоїща, Rjasne/Рясне, Klepariw/Клепарів/Klopperhof, Hawryliwka/Гаврилівка oder Pidsamtsche/Підзамче)
  • Rajon Sychiw (mit den Stadtteilen Sychiw/Сихів, Passiky/Пасіки, Pyrohiwka/Пирогівка, Koselnyky/Козельники, Bodnariwka/Боднарівка, Nowyj Lwiw/Новий Львів, Persenkiwka/Персенківка und Snopkiw/Снопків)

Persönlichkeiten

Klimatabelle

Lemberg
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
41
 
-2
-9
 
 
41
 
-1
-7
 
 
41
 
4
-3
 
 
49
 
12
3
 
 
76
 
18
8
 
 
97
 
21
11
 
 
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Quelle: wetterkontor.de, Bezugszeitraum von 1961 bis 1990
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Lemberg
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Max. Temperatur (°C)−2,4−1,03,912,318,321,023,021,918,912,95,6−0,3Ø11,2
Min. Temperatur (°C)−8,7−7,2−3,22,98,110,912,812,08,84,00,2−5,4Ø3
Niederschlag (mm)4141414976971017554464454Σ719
Sonnenstunden (h/d)1,82,73,95,47,87,78,17,46,04,61,71,5Ø4,9
Regentage (d)98101011121110991012Σ121
Luftfeuchtigkeit (%)858681777272747778818987Ø79,9
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−5,4
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Quelle: wetterkontor.de, Bezugszeitraum von 1961 bis 1990

Siehe auch

Literatur

Einschlägiges Nachschlagewerk ist die ab 2007 in ukrainischer Sprache erscheinende Lemberg-Enzyklopädie.

Weitere Literatur in der Reihenfolge des Erscheinens:

  • Hugo Weczerka: Herkunft und Volkszugehörigkeit der Lemberger Neubürger im 15. Jahrhundert (mit 2 Karten). In: Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung. Heft 1–4, Marsberg 1955, S. 506–530.
  • Philipp Ther: Chancen und Untergang einer multinationalen Stadt. Die Beziehungen zwischen den Nationalitäten in Lemberg in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In: Philipp Ther, Holm Sundhaussen (Hrsg.): Nationalitätenkonflikte im 20. Jahrhundert (= Forschungen zur osteuropäischen Geschichte. Band 59). Harrassowitz, Wiesbaden 2001, ISBN 3-447-04494-2, S. 123–146 (Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • John Czaplicka (Hrsg.): Lviv. A City in the Crosscurrents of Culture (= Harvard Ukrainian Studies. Band 24). Harvard University Press, Cambridge, MA 2005, ISBN 0-916458-97-0.
  • Hermann Simon, Irene Stratenwerth, Roland Hinrichs: Lemberg. Eine Reise nach Europa. Ch. Links, Berlin 2007, ISBN 978-3-86153-459-4 (Begleitband zur Ausstellung der Stiftung Neue Synagoge – Centrum Judaicum Berlin: „Wo ist Lemberg“? vom 2. September bis 2. Dezember 2007).
  • Alexandra Binnenkade, Ekaterina Emeliantseva, Svjatoslav Pacholkiv: Vertraut und fremd zugleich: jüdisch-christliche Nachbarschaften in Warschau – Lengnau – Lemberg (= Jüdische Moderne. Band 8). Geleitwort von Heiko Haumann. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2009, ISBN 978-3-412-20177-7.
  • Christoph Mick: Kriegserfahrungen in einer multiethnischen Stadt. Lemberg 1914–1947 (= Deutsches Historisches Institut Warschau: Quellen und Studien. Band 22). Harrassowitz, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-447-06193-3 (zugleich Habilitationsschrift, Universität Tübingen, 2004; Rezension von Felix Ackermann).
  • Tarik Cyril Amar: The Paradox of Ukrainian Lviv. A Borderland City between Nazis, Stalinists, and Nationalists. Cornell University Press, Ithaca 2015, ISBN 978-0-8014-5391-5 (Vorschau in der Google-Buchsuche, Rezension von Karl Schlögel).
  • Lutz C. Kleveman: Lemberg. Die vergessene Mitte Europas. Aufbau, Berlin 2017, ISBN 978-3-351-03668-3 (Rezensionsnotizen zu Lemberg bei perlentaucher.de).
  • Gregor Gatscher-Riedl: Lemberg: k. u. k. Sehnsuchtsort und Weltstadt in Galizien. Kral, Berndorf 2019, ISBN 978-3-99024-777-8.
  • Thomas Schaufuß: Lemberg. Porträt und Lebensart einer faszinierenden, zauberhaften Stadt. Verlag Janos Stekovics, Wettin-Löbejün 2020, ISBN 978-3-89923-422-0.

Weblinks

Commons: Lemberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Lemberg – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Die Bevölkerung der Region Lwiw am 1. März 2015, Головне управлiння статистики у Львівській області (Institut für Statistik in der Region Lwiw; PDF).
  2. a b Hermann Simon, Irene Stratenwerth, Ronald Hinrichs (Hrsg.): Lemberg. Eine Reise nach Europa. S. 96 ff. in der Google-Buchsuche
  3. World Heritage List L’viv (Ukraine) No 865. (PDF; 327 kB) L’viv – the ensemble of thehistoric centre. (Nicht mehr online verfügbar.) In: unesco.org. 30. Juni 1997, archiviert vom Original am 27. Juni 2006; abgerufen am 14. November 2018 (englisch, französisch, Beschreibung des Weltkulturerbes Altstadt Lemberg mit detaillierten Angaben).
  4. Die Urkunden und Akten der Land- und Obervogteien. B.III. in der Google-Buchsuche
  5. Monumenta Poloniae Historica. III 200.
  6. Die Urkunden und Akten der Land- und Obervogteien. Die Bände und Akten für den Zeitraum 14. Jh. bis 1772.
  7. Akta Grodzkie i Ziemskie, Band III, S. 13
  8. Armenien. 5000 Jahre Kunst und Kultur. Ernst Wasmuth, Tübingen 1995, S. 466.
  9. Andreas R. Hofmann, Anna Veronika Wendland: Stadt und Öffentlichkeit in Ostmitteleuropa 1900–1939. Beiträge zur Entstehung moderner Urbanität zwischen Berlin, Charkiv, Tallinn und Triest (= Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa. Band 14). Steiner, Stuttgart 2002, ISBN 3-515-07937-8, S. 158; Abbildung der Stadt 1617 in Civitates orbis terrarum von Georg Braun und Frans Hogenberg.
  10. Isabel Röskau-Rydel: Kultur an der Peripherie des Habsburger Reiches. Die Geschichte des Bildungswesens und der kulturellen Einrichtungen in Lemberg von 1772 bis 1848. Harrassowitz, Wiesbaden 1993, S. 80 in der Google-Buchsuche
  11. Gesetzblätter im Detail bei der Österreichischen Nationalbibliothek.
  12. N. N.: Das Corpsleben auf der Universität Czernowitz im Buchenland. Erinnerungen eines Czernowitzer Corpsstudenten. In: Einst und Jetzt. Band 8, 1963, S. 151–157.
  13. Martin Pollack: Nach Galizien. Christian Brandstätter, Wien 1984 und 1994, ISBN 3-85447-075-4, S. 194.
  14. Sean McMeekin (2011): The Russian Origins of the First World War, S. 85.
  15. Mission of The United States to Poland, Henry Morgenthau, Sr. Report in der englischsprachigen Wikisource.
  16. F. Czarnoski, zitiert nach Roger Moorhouse: The Devil’s Alliance: Hitler’s pact with Stalin. 1939–41. Bodley Head, London 2014, S. 50.
  17. Roger Moorhouse: The Devil’s Alliance: Hitler’s pact with Stalin. 1939–41. Bodley Head, London 2014, S. 49.
  18. a b c Hannes Heer: Blutige Ouvertüre. In: Zeit Online. Juni 2001 (über den Einmarsch der Wehrmacht in Lemberg im Juni 1941).
  19. Lvov Ghetto. In: DeathCamps.org, zuletzt aktualisiert am 22. Juli 2006 (englisch).
  20. Walter Grode: Deutsche „Euthanasie“-Politik in Polen während des Zweiten Weltkriegs. In: Psychologie und Gesellschaftskritik. Band 16 (2), 1992, S. 5–13, urn:nbn:de:0168-ssoar-266493 (PDF; 674 kB; abgerufen am 14. November 2018).
  21. Willi Dreßen, Volker Rieß: Ausbeutung und Vernichtung. Gesundheitspolitik im Generalgouvernement. In: Norbert Frei (Hrsg.) Medizin und Gesundheitspolitik in der NS-Zeit. R. Oldenbourg Verlag, München 1991 (= Schriften der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Sondernummer), ISBN 3-486-64534-X, S. 157–171, hier: S. 170 f.
  22. Erich Maschke (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.
  23. Roman Szporluk: Russia, Ukraine, and the Breakup of the Soviet Union. Hoover Institution Press, 2000, ISBN 0-8179-9542-0, S. 304 in der Google-Buchsuche; Національний склад Львівського воєводства за переписом 1931 року. (Nicht mehr online verfügbar.) In: etno.uaweb.org. Archiviert vom Original am 31. Oktober 2010; abgerufen am 14. November 2018 (ukrainisch).; Населення Східної Галичини за переписом 1900 року. (Nicht mehr online verfügbar.) In: etno.uaweb.org. Archiviert vom Original am 31. Oktober 2010; abgerufen am 14. November 2018 (ukrainisch).
  24. Ergebnisse der Volkszählungen der K. K. Statistischen Central-Kommission u. a. bei Anson Rabinbach: The Migration of Galician Jews to Vienna. In: Austrian History Yearbook. Band 11, 1975, S. 44–54, hier 46 f. (Tabelle III).
  25. Ania Klijanienko-Birkmann: Lemberg. Das kulturelle Zentrum der Westukraine. 3. Auflage. Trescher, Berlin 2015, ISBN 978-3-89794-255-4, S. 59.
  26. Eleonora Narvselius: Ukrainian Intelligentsia in Post-Soviet L’viv. Narratives, Identity, and Power. S. 329.
  27. Lwiw IT-Cluster (englisch).
  28. Einen Überblick über die Sammlungen der Museen in Lwiw gibt Kerstin Holm: Kronjuwelen brennen nicht : In den Lemberger Kunstmuseen entdeckt der Besucher wahre Schätze. Sie mussten gleich vor zwei Besatzungsmächten gerettet werden. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 3. Januar 2018 (online [abgerufen 24. Februar 2018]).
  29. Lwiwer Gemäldegalerie im Detail (polnisch).
  30. Solomiya-Kruschelnytska-Gedenkmuseum in Lwiw : Illustrierter Führer, Redaktion: Iryna Kryworutschka, 2. Aufl., Lwiw, Apriori 2013, ISBN 978-617-629-181-7
  31. Largest crossword-world record set by Lvov. (Nicht mehr online verfügbar.) In: worldrecordsacademy.org. 14. Januar 2009, archiviert vom Original am 16. Januar 2009; abgerufen am 14. November 2018 (englisch, Beschreibung).
  32. Lwiw ist erste Kulturhauptstadt der Ukraine. In: Urakine-Nachrichten.de.
  33. Auf Schiene in die Ukraine. Abgerufen am 7. September 2019.
  34. Lemberg, Lviv, Lwow. (Nicht mehr online verfügbar.) In: public-transport.net. Archiviert vom Original am 22. Januar 2009; abgerufen am 14. November 2018 (deutsch, englisch).
  35. Die Lemberger Ivan-Franko-Universität (ukrainisch, englisch).
  36. Die TU Lemberg (ukrainisch, englisch).
  37. Міста-партнери. Abgerufen am 21. August 2019.
  38. Міста-партнери. (Nicht mehr online verfügbar.) In: city-adm.lviv.ua. 25. März 2015, archiviert vom Original am 11. Januar 2016; abgerufen am 14. November 2018 (ukrainisch, Partnerstädte).
  39. Infos zur Freiburger Partnerstadt. In: freiburg.de, abgerufen am 15. November 2018.
  40. Corning re-establishes ties with Lviv. Abgerufen am 3. Dezember 2014.
  41. Eskilstuna kommun – Internationellt – Vänorter. Abgerufen am 3. Dezember 2014.
  42. Международные и межрегиональные связи. Архивная версия официального портала Администрации Санкт-Петербурга. Abgerufen am 3. Dezember 2014.

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