Larry Clark

(c) Georges Biard, CC BY-SA 3.0
Larry Clark (2013)

Larry Clark (* 19. Januar 1943 in Tulsa, Oklahoma) ist ein US-amerikanischer Filmregisseur und Fotograf. Er lebt derzeit in New York City.

Leben und Werk

Larry Clark begann als Assistent im Fotogeschäft seiner Mutter zu fotografieren, in dem er im Haustürgeschäft Kinder- und Babyfotos machte. 1961 begann er ein Studium in Commercial Photography an der Layton School of Art in Milwaukee. Von 1964 bis 1966 leistete er seinen Militärdienst ab und nahm dabei auch am Vietnamkrieg teil. Diese Erfahrung führte dazu, dass er den künstlerischen Ausdruck seiner Fotografie-Leidenschaft nach außen vermitteln wollte.[1][2] In seinem ersten Fotoband Tulsa „dokumentierte – manche würden sagen, erfand –“[3] Clark 1971 die Drogenszene seiner Heimatstadt, lange bevor Nan Goldin oder Gus Van Sant[3] nachzogen. Teenage Lust zeigt die Sexualität Jugendlicher in einer bis dahin unbekannten, ehrlichen Bildsprache. Der Fotoband The Perfect Childhood zeigt die neu heranwachsende Generation der Skater.

Clarks erster Film Kids[3] hatte die Verbreitung von Aids zum Thema (Drehbuch von Harmony Korine); er zeigt Minderjährige beim Geschlechtsverkehr und erhielt in den USA keine Altersfreigabe für Jugendliche. Bully, von Sunfilm Entertainment Bully – Diese Kids schockten Amerika betitelt, ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans des amerikanischen Autors Jim Schutze. Der Film zeigt ein dokumentarisch-pessimistisches Bild einer abgestumpften, gelangweilten Generation von Jugendlichen, die außer Drogenexzessen und Sex nicht viel mit sich anzufangen weiß. Der Spielfilm Ken Park handelt vom Leben pubertierender Jugendlicher in einer kalifornischen Kleinstadt. Der Film kreist um die Themen Missbrauch, Gewalt und Entfremdung.[4]

Bully untersucht den komplizierten Kontext jugendlicher Killer, nicht um sie als ‚böse‘ zu betiteln, sondern um weite Fragen über soziale Verantwortlichkeit und ethische Definitionen aufzuwerfen. So gesehen greift der Film die Annahme von den ‚schlechten Jugendlichen‘ direkt an, und das sogar unter extremen Bedingungen“

Cynthia Fuchs: „The Whole Fucking World Warped around Me“: Bad Kids and Worse Contexts[5]

In diesem Aufsatz bezieht sich Clark selbst auch auf „die Weise, wie wir in der Gesellschaft Jugendliche heute wahrnehmen.“[6] Die Zeitschrift Filmdienst zu Bully: „Larry Clark […] bleibt seinem Thema treu, wobei einmal mehr nicht klar wird, ob er als Aufklärer und Mahner oder als Provokateur verstanden werden will.“[7]

Fotobände

  • 1971: Tulsa, Grove/Atlantic, 2. Auflage 2000, ISBN 978-0-8021-3748-7 (englisch)
  • 1983/1992: Teenage Lust, Eigenverlag
  • 1993: Die perfekte Kindheit. Scalo Verlag, Zürich/Berlin/New York City, ISBN 3-905080-41-9
    • 1995 The Perfect Childhood. Scalo, Zürich/Berlin/New York City, ISBN 978-3-931141-12-7
  • 2008: Larry Clark, Groninger Museum, ISBN 978-90-71691-45-4

Filmografie

Ausstellungen

Weblinks

Commons: Larry Clark – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Paul Katzenberger: Larry Clark zum 70. Archivar der verirrten Jugend, Bei: Süddeutsche.de, 19. Januar 2013
  2. Lynne Warren (Hrsg.): Encyclopedia of twentieth-century photography. Routledge, London 2006, ISBN 0-415-97665-0, S. 284f., Eintrag zu Larry Clark.
  3. a b c „But ever since he started documenting – some would say inventing – the youth culture American parents would rather not know about“ / „Well, you know, because of 'Kids' you're a huge hero to members of that generation. - With 'Kids' I thought I got it right.“, Salon.com, Larry Clark im Gespräch mit Stephen Lemons. Stephen Lemons: Larry Clark. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Salon.com. 20. Juni 2001, archiviert vom Original am 7. März 2008; abgerufen am 22. Januar 2009 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/archive.salon.com
  4. vgl. Nikolaj Nikitin: Archivierte Kopie (Memento desOriginals vom 25. Januar 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schnitt.de. In: „Schnitt“ zum 10. Filmfest Oldenburg, etwa 2003. (Abgerufen am 22. Januar 2009.)

    „ich wollte nicht, daß dieser Film in Hoffnungslosigkeit endet und es aussieht, als würden es die Kinder nicht schaffen können. Meine Idee war also, um die Kinder herum eine Sexszene zu konstruieren, um ihnen eine Art Erlösung zu bieten. Zuschauer, die Ken Park gesehen haben, erzählten mir, daß sie diese Szene nicht nur für nicht pornographisch hielten, sondern gar für die sauberste Szene des gesamten Films.“

    Larry Clark
  5. Cynthia Fuchs in Murray Pomerance: Bad: Infamy, Darkness, Evil, and Slime on Screen. State University of New York Press, Albany 2004, ISBN 0-7914-5940-3, S. 284 (google.com – "Bully examines the complex contexts of youthful killers, not to label them as 'bad,' but to raise broader questions about social responsibility and ethical definitions. In this way, the film challenges the presumption of 'bad kids,' even in extreme circumstances").
  6. Fuchs, S. 275: „the way we're seeing kids in society today“.
  7. Bully – Diese Kids schockten Amerika. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 22. Januar 2009.
  8. Sprüth Magers Berlin London Los Angeles: Sprueth Magers :: Artists :: Larry Clark. Abgerufen am 13. Juli 2018.
  9. Mitteilung zur Ausstellung (Memento desOriginals vom 15. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.foam.org, abgerufen am 3. September 2014.

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Larry Clark Deauville 2013.jpg
(c) Georges Biard, CC BY-SA 3.0
Larry Clark at the Deauville film festival