Landkreis Wetzlar

WappenDeutschlandkarte
Wappen des Landkreises Wetzlar
Landkreis Wetzlar
Deutschlandkarte, Position des Landkreises Wetzlar hervorgehoben

Koordinaten: 50° 33′ N, 8° 30′ O

Basisdaten (Stand 1976)
Bestandszeitraum:1816–1976
Bundesland:Hessen
Regierungsbezirk:Darmstadt
Verwaltungssitz:Wetzlar
Fläche:673,66 km2
Einwohner:161.900 (30. Jun. 1976)
Bevölkerungsdichte:240 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen:WZ
Kreisschlüssel:06 1 54
Kreisgliederung:47 Gemeinden
Landrat:Kurt Wilhelm Sauerwein
Siegelmarke K.Pr. Landrat Kreis Wetzlar

Der Landkreis Wetzlar war bis 1976 ein Landkreis in Hessen mit Sitz der Kreisverwaltung in Wetzlar.[1]

Geographie

Der Landkreis Wetzlar grenzte Ende 1976, im Norden beginnend im Uhrzeigersinn, an die Landkreise Marburg-Biedenkopf und Gießen, den Wetteraukreis, den Hochtaunuskreis, den Landkreis Limburg-Weilburg sowie an den Dillkreis.

Geschichte

Der Kreis Wetzlar wurde 1816 im Regierungsbezirk Koblenz der preußischen Rheinprovinz gegründet und bildete bis 1932 eine Exklave der Rheinprovinz.[2] Der ebenfalls 1816 gegründete Kreis Braunfels wurde 1822 in den Kreis Wetzlar eingegliedert.[3]

Am 1. Oktober 1932 fand in Preußen eine Kreisreform statt, die auch den Kreis Wetzlar betraf:[3]

Der Kreis Wetzlar umfasste seitdem 91 Gemeinden, darunter die drei Städte Braunfels, Leun und Wetzlar.[4]

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Kreis zum Land Hessen. Ab 1952 führte der Kreis in Hessen die Bezeichnung Landkreis Wetzlar.

Ab 1967 änderte sich mehrfach die Abgrenzung des Landkreises:

  • Am 1. April 1967 schied die Gemeinde Kinzenbach aus dem Landkreis aus und wurde nach Heuchelheim im Landkreis Gießen eingemeindet.
  • Am 31. Dezember 1971 schieden die Gemeinden Odenhausen und Salzböden aus dem Landkreis aus und wurde nach Lollar im Landkreis Gießen eingemeindet.
  • Am 1. April 1972 schied die Gemeinde Bellersdorf aus dem Landkreis aus und wurde nach Mittenaar im Dillkreis eingemeindet.
  • Am 1. Juli 1974 wechselte die Gemeinde Bischoffen aus dem aufgelösten Landkreis Biedenkopf in den Landkreis Wetzlar.
  • Ebenfalls am 1. Juli 1974 wurden die Gemeinden Altenkirchen und Philippstein aus dem Oberlahnkreis nach Braunfels im Landkreis Wetzlar eingemeindet.

Die Fläche des Landkreises vergrößerte sich hierdurch von ursprünglich 640,2 km² auf 673,7 km².[5][6] Bis Ende 1976 verringerte sich die Zahl der Gemeinden des Landkreises durch weitere Gemeindefusionen auf 47.[4]

Mit Wirkung zum 1. Januar 1977 wurde der Landkreis Wetzlar aufgelöst:[7]

Wegen heftiger Proteste seitens der Bevölkerung wurde die Gebietsreform jedoch teilweise wieder rückgängig gemacht. Mit Wirkung vom 1. August 1979 wurde die Stadt Lahn wieder aufgelöst. Der größte Teil des früheren Landkreises Wetzlar mitsamt der wieder errichteten Stadt Wetzlar sowie der frühere Dillkreis bilden seitdem den Lahn-Dill-Kreis. Der Sitz der Kreisverwaltung ist Wetzlar. Die Gemeinde Biebertal, die bis 1976 zum Landkreis Wetzlar gehört hatte, verblieb nicht im Lahn-Dill-Kreis, sondern kam zum wiedererrichteten Landkreis Gießen.

Zur Wirtschaftsgeschichte siehe auch Lahn-Dill-Gebiet. Für die Rechtsprechung siehe Kreisgericht Wetzlar.

Einwohnerentwicklung

JahrEinwohnerQuelle
1819033.030[8]
1828035.642[9]
1871044.913[10]
1880048.867[10]
1890051.037[1]
1900054.075[1]
1910062.112[1]
1925070.464[1]
1939090.931[1]
1950127.379[1]
1960141.500[1]
1970157.600[11]
1976161.900[6]

Landräte

Gemeinden

Die folgende Tabelle enthält alle Gemeinden, die dem Landkreis Wetzlar angehörten, sowie die Daten aller Eingemeindungen.[1][4]

Gemeindeeingemeindet
nach
Datum der
Eingemeindung
Anmerkungen
AhrdtHohenahr1. April 1972
AlbshausenBielhausen1. Juli 1971
AllendorfUlmtal1. Februar 1971
AltenkirchenHohenahr1. Januar 1977
Aßlar
AtzbachLahn1. Januar 1977am 1. August 1979 zur Gemeinde Lahnau
BechlingenAßlar31. Dezember 1971
BellersdorfMittenaar (Dillkreis)1. April 1972
BerghausenAßlar31. Dezember 1971
BermollAßlar31. Dezember 1971
BiebertalGründung am 1. Dezember 1970,
am 1. August 1979 zum Landkreis Gießen
BielhausenSolms1. Januar 1977Gründung am 1. Juli 1971
Bischoffenbis zum 1. Juli 1974 im Landkreis Biedenkopf
BiskirchenLeun31. Dezember 1971
BissenbergLeun31. Dezember 1971
BlasbachHermannstein31. Dezember 1971
BonbadenBraunfels31. Dezember 1971
BrandoberndorfWaldsolms31. Dezember 1971
Braunfels, Stadt
BreitenbachEhringshausen1. Januar 1977
BurgsolmsSolms1. Juli 1971
CleebergLanggöns1. Januar 1977
DaubhausenEhringshausen1. Januar 1977
DillheimEhringshausen31. Dezember 1970
DorlarWetzlar1. August 1972am 1. August 1979 zur Gemeinde Lahnau
DornholzhausenLanggöns1. Januar 1977
DreisbachEhringshausen31. Dezember 1971
DutenhofenLahn1. Januar 1977am 1. August 1979 zur Stadt Wetzlar
EbersgönsButzbach (Wetteraukreis)1. Januar 1977
EdingenSinn1. Januar 1977
Ehringshausen
ErdaHohenahr1. April 1972
EspaLanggöns1. Januar 1977
FellingshausenBiebertal1. Dezember 1970
FrankenbachBiebertal1. Januar 1977
GarbenheimLahn1. Januar 1977am 1. August 1979 zur Stadt Wetzlar
Greifenstein
GreifenthalEhringshausen31. Dezember 1971
GriedelbachWaldsolms31. Dezember 1971
GroßaltenstädtenHohenahr1. Juli 1972
GroßrechtenbachRechtenbach1. August 1968
HasselbornWaldsolms31. Dezember 1971
HermannsteinLahn1. Januar 1977am 1. August 1979 zur Stadt Wetzlar
HochelheimHüttenberg1. August 1968
HohenahrGründung am 1. April 1972
HohensolmsHohenahr1. April 1972
HolzhausenUlmtal1. Februar 1971
HörnsheimHüttenberg1. August 1968
HüttenbergGründung am 1. August 1968
KatzenfurtEhringshausen1. Januar 1977
KinzenbachHeuchelheim (Landkreis Gießen)1. April 1967
KleenheimLanggöns1. Januar 1977Gründung am 31. Dezember 1971
KleinrechtenbachRechtenbach1. August 1968
KölschhausenEhringshausen1. Januar 1977
KönigsbergBiebertal1. Dezember 1970
KraftsolmsWaldsolms31. Dezember 1971
Krofdorf-GleibergLahn1. Januar 1977am 1. August 1979 zur Gemeinde Wettenberg
KröffelbachWaldsolms31. Dezember 1971
KrumbachBiebertal1. Dezember 1970
LaufdorfSchöffengrund31. Dezember 1971
LaunsbachLahn1. Januar 1977am 1. August 1979 zur Gemeinde Wettenberg
Leun, Stadt
LützellindenLahn1. Januar 1977am 1. August 1979 zur Stadt Gießen
MudersbachHohenahr1. Januar 1977
MünchholzhausenLahn1. Januar 1977am 1. August 1979 zur Stadt Wetzlar
NaubornLahn1. Januar 1977am 1. August 1979 zur Stadt Wetzlar
NaunheimLahn1. Januar 1977am 1. August 1979 zur Stadt Wetzlar
NeukirchenBraunfels31. Dezember 1971
NiederbielSolms1. Januar 1977
NiedergirmesWetzlar1. April 1903
NiederkleenKleenheim31. Dezember 1971
NiederlempEhringshausen1. Januar 1977
NiederquembachSchöffengrund31. Dezember 1971
NiederwetzSchöffengrund31. Dezember 1971
OberbielBielhausen1. Juli 1971
OberkleenKleenheim31. Dezember 1971
OberlempAßlar31. Dezember 1971
OberndorfSolms1. Juli 1971
OberquembachSchöffengrund31. Dezember 1971
OberwetzSchöffengrund31. Dezember 1971
OdenhausenLollar (Landkreis Gießen)31. Dezember 1971
RechtenbachSchwingbach31. Dezember 1971Gründung am 1. August 1968
ReiskirchenHüttenberg1. Januar 1977
Rodheim-BieberBiebertal1. Dezember 1970
SalzbödenLollar (Landkreis Gießen)31. Dezember 1971
SchöffengrundGründung am 31. Dezember 1971
SchwalbachSchöffengrund31. Dezember 1971
SchwingbachHüttenberg1. Januar 1977Gründung am 31. Dezember 1971
SolmsGründung am 1. Juli 1971
SteindorfLahn1. Januar 1977am 1. August 1979 zur Stadt Wetzlar
StockhausenLeun31. Dezember 1971
TiefenbachBraunfels31. Dezember 1971
UlmUlmtal1. Februar 1971
UlmtalGreifenstein1. Januar 1977Gründung am 1. Februar 1971
VetzbergBiebertal1. Dezember 1970
VollnkirchenSchwingbach31. Dezember 1971
VolpertshausenHüttenberg1. Januar 1977
WaldgirmesLahn1. Januar 1977am 1. August 1979 zur Gemeinde Lahnau
WaldsolmsGründung am 31. Dezember 1971
WeidenhausenSchwingbach31. Dezember 1971
WeiperfeldenWaldsolms31. Dezember 1971
WerdorfAßlar1. Januar 1977
Wetzlar, StadtLahn1. Januar 1977am 1. August 1979 als Stadt wiedererrichtet
WißmarLahn1. Januar 1977am 1. August 1979 zur Gemeinde Wettenberg

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen WZ zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Dezember 1976 ausgegeben. Für das Gebiet der Sonderstatusstadt Wetzlar wurde es am 1. Juli 2012 wieder eingeführt.

Weblinks

Commons: Landkreis Wetzlar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. wetzlar.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  2. Amtsblatt der Preußischen Regierung zu Koblenz 1816 (Digitalisat)
  3. a b territorial.de: Landkreis Wetzlar
  4. a b c Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  5. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1968
  6. a b Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1977
  7. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen (GVBl. II 330–28) vom 13. Mai 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 17, S. 237 ff., § 29 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  8. Statistisches Bureau zu Berlin (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des preußischen Staats. Duncker & Humblot, Berlin 1821 (Digitalisat).
  9. Beiträge zur Statistik der Königl. Preussischen Rheinlande. 1829, S. 20, abgerufen am 11. November 2014.
  10. a b Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885
  11. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972
  12. Ahnengalerie der Landräte des Landkreises Wetzlar, Dillenburg und des Lahn-Dill-Kreises nach 1945 (pdf) (Memento des Originals vom 14. Mai 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lahn-dill-kreis.de; abgerufen am 5. April 2011.

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Titel: K.Pr. Landrat Kreis Wetzlar
Beschreibung: schwarz, weiß, geprägt
Ort: Wetzlar

Größe: 3 cm