La Ruche

Eingang der Künstlerkolonie La Ruche (2006)
Innenansicht, die Kuppel des La Ruche-Rundbaus (2020)

La Ruche (französisch Der Bienenkorb) ist eine Künstlerkolonie im 15. Arrondissement von Paris.

Geschichte

La Ruche wurde 1902 vom französischen Bildhauer Alfred Boucher gegründet. Der dreistöckige Rundbau wurde ursprünglich von Gustave Eiffel für die Weltausstellung Paris 1900 errichtet. Die Siedlung war zu Beginn des 20. Jahrhunderts Wohn- und Wirkungsort zahlreicher französischer und ausländischer Künstler, ähnlich wie Bateau-Lavoir und Les Fusains in Montmartre. Hier wohnten beziehungsweise verkehrten unter anderem Guillaume Apollinaire, Alexander Archipenko, Ossip Zadkine, Moise Kisling, Marc Chagall, Max Pechstein, Nina Hamnett, Fernand Léger, Jacques Lipchitz, Morice Lipsi, Pinchus Kremegne, Max Jacob, Blaise Cendrars, Chaim Soutine, Robert Delaunay, Otto Friedrich Weber, Amedeo Modigliani, Constantin Brâncuși, Diego Rivera, Marevna, Michel Sima, Otto Morach, Pierre Nocca, Jose Balmes,[1] Gracia Barrios[2] und Max Bezner.[3]

Während der Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg wurde La Ruche baufällig. Im Laufe der Hochkonjunktur um 1968 gab es Pläne zum Abriss, der jedoch mit der Unterstützung von Persönlichkeiten wie Jean-Paul Sartre, Alexander Calder, Jean Renoir und René Char verhindert werden konnte. 1972[4] wurde La Ruche unter Denkmalschutz gestellt. In den 1970er Jahren wurden Renovierungsarbeiten unternommen und einige Ateliers eingerichtet.

La Ruche befindet sich an der Passage Dantzig 2,[4] in der Nähe des Parc Georges Brassens. Die Ateliers sind nicht öffentlich zugänglich, der Außenbau lohnt jedoch einen Besuch. Seit 2017 verfügt La Ruche zudem über einen Ausstellungssaal im früheren Atelier von Alfred Boucher, gelegen im Erdgeschoss des Gebäudes. Hier werden Wechselausstellungen veranstaltet.

Ein Nachbau, das Kiyoharu Art Village La Ruche in Japan (2021)

Ein Nachbau des Rundbaus La Ruche wurde 1981 in Hokutu, Japan, realisiert und wird seither ebenfalls von Künstlern in Ateliers genutzt.[5]

Commons: La Ruche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. A la memoria de Gracia Barrios. In: La Panera. Abgerufen am 2. Juli 2021 (spanisch).
  2. El cuerpo social que nos propuso Gracia Barrios, más presente que nunca. In: Artishock Revista. 29. Mai 2020, abgerufen am 2. Juli 2021 (spanisch).
  3. Sylvie Buisson: La Ruche. Cité d’artistes au regard tendre, 1902–2002. Musée de Montparnasse, Ausstellungskatalog Paris 2002/2003, Atlantica, Biarritz 2002, S. 26.
  4. a b Anne Chabrol: Collection Roger-Viollet : Chroniques parisiennes en photo. Éditions du Chêne (Hachette), Paris 2008, ISBN 978-2-84277-870-5, S. 120.
  5. 清春芸術村|Kiyoharu Art Colony. Abgerufen am 23. Mai 2024 (amerikanisches Englisch).

Koordinaten: 48° 49′ 57″ N, 2° 17′ 49″ O

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Musée Kiyoharu Shirakaba December ´21 -03.jpg
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清春白樺美術館ラ・リューシュと移動するアトリエ(アトリエカー)
Entrance to the "La Ruche" in Paris.jpg
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Entrance to "La Ruche", Paris 15th, France.
Paris la ruche coupole bis.jpg
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L'intérieur de la coupole des ateliers de La Ruche à Paris