KuchenTV

KuchenTV
Allgemeine Informationen
SpracheDeutsch
YouTube
KanalKuchenTV
Gründung9. März 2011
Abonnentenüber 1.170.000
Aufrufeüber 536.997.105
Videosüber 1.566
(Stand 11. Dezember 2025)

KuchenTV, bürgerlich Tim Heldt (* 19. April 1995 in Salzgitter[1]), ist ein deutscher YouTuber, bekannt für Meinungsblogs und Musikveröffentlichungen. Er ist seit 2008 aktiv.

Karriere

Heldt begann 2008 auf YouTube mit Gaming-Inhalten und Let’s Plays, erweiterte dann auf Meinungsvideos und gelegentliche Comedy-Inhalte. Auf Twitch folgen ihm ungefähr 388.000[2] Menschen, auf YouTube hat er mehr als eine Million Abonnenten.[3]

Er veröffentlichte auch eigene Musikstücke. 2025 erschien mit Dissrespekt ein Musikalbum, das er zusammen mit Twizzy und Cashisclay aufgenommen hat.[4] Das Album erreichte in der Veröffentlichungswoche Platz 62 der deutschen Albumcharts.

Heldt ist wohnhaft in Braunschweig.

Kontroversen

KuchenTVs Meinungsäußerungen haben mitunter zu Kontroversen geführt. Bereits zu Beginn seiner Karriere machte er sich über eine damals Zwölfjährige lustig, die er „satirisch auf den Penis“[5] nehmen würde.

Unter anderem Die Tageszeitung ordnet ihn als rechten Influencer ein, da er immer wieder dadurch auffalle, dass er gegen ihm zu „woke“ oder linke Influencer hetze. Auch trägen seine Videos zum Teil Titel wie „Deutschland ist so am Ende“ oder „Messerstecher und Vergewaltiger in Deutschland“, die zudem populistische Narrative bedienen. KuchenTV verwahrt sich dagegen und verweist darauf, dass er auch rechte Influencer kritisiere und bereits Videos gegen die AfD gemacht habe.[6]

Gerichtsverfahren

Im Jahr 2016 wurde er erstmals rechtskräftig wegen Volksverhetzung verurteilt. Sein Anwalt gab an, dass ihm der damals auf Twitter gepostete Witz leidtue, dieser nicht mit schwarzem Humor zu rechtfertigen ist und heute nicht wiederholen würde. Deswegen habe er den Strafbefehl akzeptiert. Zudem habe er noch nicht die finanziellen Mittel gehabt, um sich gegen den Strafbefehl zu wehren. Damit gilt er seitdem offiziell wegen Volksverhetzung als vorbestraft.[5]

2018 wurde er erneut wegen Volksverhetzung zu einer Strafe von 32.000 Euro verurteilt, nachdem er in einem Stream einen antisemitischen Witz nacherzählt und als „gar nicht mal so schlecht“ befunden hatte. Zudem habe er die Schülerin, die Opfer des Witzes wurde sowie den Preis für Zivilcourage erhalten hatte, mit einem „üblen Schimpfwort“[7] beleidigt.[8] Die Strafe wurde in Revision vor dem Oberlandesgericht Rostock später auf 20.000 Euro gesenkt.[9] Er legte daraufhin Verfassungsbeschwerde ein, die jedoch vom Bundesverfassungsgericht abgelehnt wurde. Damit ist die Verurteilung wegen Volksverhetzung endgültig rechtskräftig und nicht mehr anfechtbar.[10]

Gegen KuchenTV wurde ein Strafbefehl wegen Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen erlassen, gegen den er einen Einspruch einlegte. Er solle am 22. Dezember 2024 in einem Livestream „Sieg Heil“ gesagt haben. KuchenTV bestritt dies und gab an, sich beim Wort „Qualität“ verhaspelt zu haben.[11][12] Eine Gerichtsverhandlung im November 2025 bestätigte dies und er wurde freigesprochen.[13]

Am 10. Dezember 2025 wurde KuchenTV vom Amtsgericht Braunschweig zu einer Geldstrafe in Höhe von 70 Tagessätzen zu je 100 Euro (Tagessatzhöhe) wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen verurteilt. In einem YouTube-Video hatte er das Kopfbild von Adolf Hitler auf den Körper eines prominenten Bodybuilders montiert. Dies wäre legitim gewesen, wenn man sich dabei von Hitler distanziert hätte, dies konnte die Richterin jedoch nicht feststellen. Gegen die noch nicht rechtskräftige Entscheidung kündigte der Verteidiger von KuchenTV an, eine Sprungrevision einzulegen.[14]

Auseinandersetzung mit Shurjoka

Seit dem 3. Februar 2023 thematisiert KuchenTV vermehrt Shurjoka in seinen Videos. Bis August 2024 soll er insgesamt mehr als 280 Videos auf seinem YouTube-Hauptkanal veröffentlicht haben, hinzukommen Videos über Shurjoka, welche er auf dem Zweit- und Drittkanal, sowie auf der Videoplattform Twitch veröffentlichte. Laut Zeit Online thematisiert KuchenTV Shurjoka in etwa einem Drittel seiner Videos und begründe dies damit, dass Shurjoka Teil einer intoleranten Woke-Bubble sei, sich in eine Opferrolle stelle und ihn ihrerseits in vielen ihrer Videos und Streams erwähne. Darüber hinaus beschrieb KuchenTV die Auseinandersetzung als YouTube-Beef, welcher für beide Seiten finanziell einträglich sei.[5]

Anfang Dezember 2023 wurde sein Nutzerkonto auf der Streamingplattform Twitch für unbestimmte Zeit gesperrt. Er soll die Streamerin Shurjoka „belästigt“ und „unter psychischen Druck gesetzt“ haben.[15] KuchenTV reichte gegen die Sperrung seines Kontos Klage ein.[3] Vor Gericht konnte Twitch nicht ausreichend darlegen, warum die Sperrung gerechtfertigt sein soll. Daraufhin wurde Twitch verpflichtet, das Nutzerkonto wieder zu entsperren.[16][8]

Am 27. September 2024 war KuchenTVs Auseinandersetzung mit Shurjoka Teil der ZDF-Magazin-Royale-Sendung Gaming-Communitys: Der letzte unpolitische Ort auf Erden. Gezeigt wurden Auszüge aus dem von KuchenTV gegründeten Steam-Channel Kuchenrepublik Deutschlands Rapecake, in dem Vergewaltigungsfantasien ausgebreitet wurden. KuchenTV gab an, dass ihm die gezeigten Threads nicht bekannt gewesen seien.[17] Zudem habe er den Channel-Namen geändert.[18]

Am 22. November 2024 beschrieb Philipp Bovermann die Dynamik zwischen KuchenTV und Shurjoka in einem Zeitungsartikel. Er stellte fest, dass KuchenTV sich zwar teilweise frotzelnd äußere, jedoch sachlich bleibe. Im Kontext des Streits seien jedoch Gruppen von Trollen aus dem NWO-Netzwerk auf Shurjoka aufmerksam geworden und haben – analog zum Drachenlord – Telegram-Gruppen erstellt, in denen Hetzkampagnen gegen Shurjoka organisiert werden. KuchenTV ist einerseits ungewollt zum Stichwortgeber für die Hetzkampagnen geworden, geriet jedoch andererseits selbst ins Visier der Täter. Beide Influencer wurden Opfer von Mobbing wie unter anderem Doxing, Swatting und falsche Verdächtigung.[19]

Diskografie

Chart­plat­zie­rungen
Erklärung der Daten
Alben
Dissrespekt (mit Cashisclay & Twizzy)
 DE6210.01.2025(1 Wo.)

Alben

Singles

  • 2019: Kein Portofino (mit Timothy D)
  • 2019: Viva La Despacito (mit Timothy D)
  • 2020: Boykott Lovelock (mit Twizzy)
  • 2020: Verbot auf Madeira (mit Timothy D)
  • 2020: Fresher denn je (mit Twizzy)
  • 2020: Conmigo (mit Timothy D, Muke & Joana Sofia)
  • 2020: Revedtv Disstrack (mit Twizzy)
  • 2023: Cosmo & Wanda (mit Till FifaGaming & Hannah Alaska)
  • 2023: AdolfGotcha (mit Twizzy & Cashisclay)
  • 2023: Wer ist der Nächste? (mit Twizzy & Punch Arogunz)
  • 2023: Sunset Boulevard (mit Till Fifagaming & Anne)
  • 2023: Tik Tak (Shurjoka Diss) (mit Twizzy & Cashisclay)
  • 2023: Bambis Mutter (Freiraumreh Diss) (mit Twizzy & Cashisclay)
  • 2023: Killshot (Aline Disstrack) (mit Twizzy & Cashisclay)
  • 2023: Trauerspiel (Rooz Distrack) (mit Twizzy & Cashisclay)
  • 2024: Komm nach Spandau (mit Twizzy & Cashisclay)

Einzelnachweise

  1. Client Challenge. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
  2. KuchenTV - Streamer Overview & Stats. Abgerufen am 1. September 2025 (englisch).
  3. a b Alicia Lippke: Twitch darf Account KuchenTV nicht weiter sperren. In: ndr.de. 2. Februar 2024, abgerufen am 23. März 2024.
  4. Yannik Gölz: Die Katze ist tot. In: Laut.de. 3. Januar 2025, abgerufen am 10. Januar 2025.
  5. a b c Martin Dietrich: Shurjoka: Politisch unbequeme Frauen? Haben hier nichts zu suchen. In: Zeit Online. 28. September 2024, abgerufen am 8. Februar 2025.
  6. Jost Maurin: Lidl lohnt sich für rechte Influencer. In: Wochentaz. Nr. 156, 1. November 2025, S. 8 f.
  7. Nico Schmidt: Bekannter YouTuber soll wegen Volksverhetzung 32.000 Euro zahlen. In: vice.com. 19. Juni 2018, abgerufen am 10. Januar 2025 (amerikanisches Englisch).
  8. a b Amadeu Antonio Stiftung: Gamergate 2.0?: Hass gegen Streamerinnen. In: amadeu-antonio-stiftung.de. Amadeu Antonio Stiftung, 17. August 2023, abgerufen am 12. Januar 2025 (deutsch).
  9. OLG Rostock 1. Strafsenat, AZ. 20 RR 22/22, 20 RR 22/22 - 1 Ss 52/21. In: Landesrecht Mecklenburg-Vorpommern. Abgerufen am 7. Februar 2025.
  10. Adrian Gerlach: Volksverhetzung: KuchenTV verliert vor Bundesverfassungsgericht. In: MSN. 18. August 2025, abgerufen am 21. Dezember 2025.
  11. Julius Starke: Verhaspelt? Braunschweiger Influencer soll Strafe bezahlen. In: Braunschweiger Zeitung. 17. Juni 2025, abgerufen am 17. Juni 2025.
  12. NDR.de: Wieder Ärger für KuchenTV: Strafbefehl wegen Nazi-Parole - Influencer wiederspricht. Abgerufen am 1. Juli 2025.
  13. taz.de: Freispruch von Nazi-Delikt für Youtuber KuchenTV. Abgerufen am 21. November 2025.
  14. ndr.de: Geldstrafe für Hitlerbild-Montage: KuchenTV geht nach Urteil in Revision. Abgerufen am 25. Dezember 2025.
  15. LTO: Twitch-Konto gesperrt: 'KuchenTV' scheitert vorm BVerfG. Abgerufen am 24. Mai 2025.
  16. "KuchenTV" gewinnt vor Gericht: Twitch muss Bann zurücknehmen. In: dasding.de. 28. Februar 2024, archiviert vom Original am 28. Februar 2024; abgerufen am 7. Februar 2025.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dasding.de
  17. "Unpolitisch": Böhmermann legt sich mit der Gaming-Community an. In: derstandard.at. 28. September 2024, abgerufen am 30. Januar 2025 (österreichisches Deutsch).
  18. Gaming-Communitys: Der letzte unpolitische Ort auf Erden. In: ZDF Magazin Royale. ZDF, 27. September 2024, abgerufen am 30. Januar 2025.
  19. Philipp Bovermann, Süddeutsche de GmbH, Munich Germany: Sie nennen es das Game. 22. November 2024, archiviert vom Original; abgerufen am 24. August 2025.
  20. Chartquellen: DE