Kroppenstedt
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 51° 56′ N, 11° 19′ O | |
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Börde | |
| Verbandsgemeinde: | Westliche Börde | |
| Höhe: | 97 m ü. NHN | |
| Fläche: | 38,69 km² | |
| Einwohner: | 1357 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 35 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 39397 | |
| Vorwahl: | 039264 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BK, BÖ, HDL, OC, OK, WMS, WZL | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 83 355 | |
| LOCODE: | DE KPT | |
| NUTS: | DEE07 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Marktstraße 7 39397 Gröningen | |
| Website: | www.westlicheboerde.de | |
| Bürgermeisterin: | Anja Krüger | |
| Lage der Stadt Kroppenstedt im Landkreis Börde | ||
![]() | ||
Kroppenstedt ist eine Landstadt im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Sie ist Mitgliedsgemeinde der Verbandsgemeinde Westliche Börde.

Geografie
Die kleine Stadt in der Magdeburger Börde liegt zwischen der Landeshauptstadt Magdeburg und dem Harz. Sie trägt den Beinamen Reithufenstadt.[2] Die nächstgelegenen Städte sind Oschersleben 15 km nordwestlich, Halberstadt 20 km westlich und Quedlinburg 24 km südlich.
Geschichte
Erstmals wird Kroppenstedt am 25. Mai 934 in einer Urkunde erwähnt, mit der König Heinrich I. dem Grafen Siegfried im Schwabengau seine Besitzungen in Gröningen, Kroppenstedt und Ammendorf schenkte.[3] Nach Siegfrieds Tod ging die Herrschaft über diese Gebiete an das Kloster Corvey in Höxter unter der Bedingung, dass in Westgröningen ein Filialkloster gegründet würde. Später gingen Teile in den Besitz des Bistums Halberstadt über. Stadtrecht erhielt Kroppenstedt im Jahr 1253.
In der Nähe von Kroppenstedt gibt es vier Wüstungen: Nienstedt im Norden, Ammendorf im Osten, Wentlingen im Nordwesten und das später wieder besiedelte Dalldorf im Südwesten.
Bevölkerung
|
|
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt)[4], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik
Stadtrat
Der Stadtrat von Kroppenstedt besteht aus 12 Mitgliedern und der Bürgermeisterin.[5] Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 64,6 % zu folgendem Ergebnis:[6]
| Partei / Wählergruppe | Stimmenanteil 2019[7] | Sitze 2019 | Stimmenanteil 2024 | Sitze 2024 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Gemeinsam für Kroppenstedt | – | – | 58,7 % | 7 | |
| Förderverein Grundschule Kroppenstedt | 45,4 % | 4 | 41,3 % | 5 | |
| Sportfreunde Kroppenstedt | 15,8 % | 4 | – | – | |
| Einzelbewerber Gilbert Krüger | 10,8 % | 1 | – | – | |
| FDP | 10,7 % | 1 | – | – | |
| SPD | 8,8 % | 1 | – | – | |
| Einzelbewerber Stefan Horenburg | 8,5 % | 1 | – | – | |
| Insgesamt | 100 % | 12 | 100 % | 12 |
Bürgermeister
- 1994–2024: Joachim Willamowski[8]
- seit 2025: Anja Krüger
Willamowski wurde bei der Bürgermeisterwahl am 20. März 2022 ohne Gegenkandidat mit 95,5 % der gültigen Stimmen erneut in seinem Amt bestätigt.[9] Zum 31. Dezember 2024 legte er sein Amt nieder.[10]
Krüger wurde am 11. Mai 2025 ohne Gegenkandidat mit 100 % der gültigen Stimmen zu seiner Nachfolgerin gewählt.[11] Ihre Amtszeit beträgt sieben Jahre.[12]
Wappen
Das Wappen wurde am 10. August 1995 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.
Blasonierung: „In Blau auf silbernem rot gezäumten und gesattelten Roß der Heilige Martin (Sankt Martin) im goldenen Gewand, mit dem silbernen Schwert seinen roten Mantel für den vor ihm knienden Bettler teilend.“
Das Wappen von Kroppenstedt entstammt einem für das Jahr 1359 belegten Siegel mit der Umschrift „S. OPIDI IN CROPPENSTEDE“. Der heilige Martin als Symbol war der Schutzheilige der Kroppenstedter Stadtkirche. Wie es bei zahlreichen Städten und Gemeinden der Fall war, wurde ursprünglich christliche Motive im Siegel verwendet und später auf ein Wappen übertragen – auch ohne, dass hierzu eine staatliche Legitimation erteilt wurde.
Das Redesign des Wappens wurde vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.
Sehenswürdigkeiten und Kultur
Die Kulturdenkmale der Stadt sind im örtlichen Denkmalverzeichnis aufgeführt.
Bauwerke
- Sankt-Martin-Kirche, die die Stilrichtungen Romanik (Turm), Gotik und Renaissance (Langhaus) sowie Barock (Altar) miteinander verbindet, mit einer von Esaias Compenius gebauten Orgel ausgestattet
- Rathaus Kroppenstedt, dessen älteste Teile aus dem 16. Jahrhundert stammen
- Alte Schule, Gebäude aus dem 15. Jahrhundert, das heute als Heimatmuseum dient
- Stadtbefestigung aus dem 13. Jahrhundert mit dem Eulenturm, einem von ehemals drei Stadttortürmen und der teilweise sehr gut erhaltenen Doppelmauer mit insgesamt vier Wehrtürmen
- Freikreuz, ein barockes Sandsteinkreuz, Symbol der Städtefreiheit und Ort der Gerichtsbarkeit
- Meilenstein von 1835
Gedenkstätten
- Gedenkstein auf dem Ortsfriedhof für die drei örtlichen Opfer des Faschismus Max Kasperschinsky, Wilhelm Firse und Julius Freiberg sowie elf KZ-Häftlinge eines Todesmarsches aus dem KZ Buchenwald, die im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden
- Gedenkstein auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof auf dem Anger, der an die jüdischen Opfer der Shoa erinnert.
Museen
- Heimatmuseum der Stadt in der ehemaligen Knabenschule aus dem 15. Jahrhundert
Regelmäßige Veranstaltungen
- Freikreuzfest in jedem Jahr am 3. Oktober, Volksfest mit Mittelaltermarkt und historischem Laienspiel
Verkehr
Kroppenstedt liegt an der Bundesstraße B 81 (Magdeburg–Halberstadt). Eine Ortsumgehung wurde im November 2008 eröffnet. In nördlicher Richtung führt die Landesstraße L 66 nach Hadmersleben, in südlicher Richtung zur Autobahnanschlussstelle Quedlinburg-Ost an der A 36 in etwa 18 km Entfernung.
Der Haltepunkt Kroppenstedt lag an der 1966 stillgelegten Bahnstrecke Aschersleben–Nienhagen.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Ludolf von Kroppenstedt (?–1205), Erzbischof von Magdeburg
- Johannes Scharff (1595–1660), lutherischer Theologe
- Andreas Gravenhorst (1684–1727), evangelischer Theologe
- Israel Christian Gronau (1714–1745), Theologe
- Johann Friedrich Dammas (1772–1850), Kantor und Gesangslehrer
- Georg Müller (1805–1898), Theologe und Waisenhausleiter
- Ferdinand von Seelhorst (1805–1887), preußischer Generalleutnant
- Carl Wilhelm Hoffmann (1810–1895), Architekt
- Gustav Könnecke (1845–1920), Archivar und Literaturhistoriker
Mit Kroppenstedt verbundene Persönlichkeiten
- Gerhard Gottlieb Günther Göcking (1705–1755), Pfarrer in Kroppenstedt
- Eduard Nehse (1793–1871), Naturforscher, betrieb in Kroppenstedt den Schumannschen Gasthof
- Georg Ackermann (1603–1680), Bürgermeister von Kroppenstedt
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2024 (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ In Kroppenstedt wird seit mehr als 630 Jahren Reithufenacker an Bauern vergeben. In: Volksstimme. 14. April 2012, abgerufen am 12. Oktober 2025.
- ↑ Rudolf Ammann: Chronik der Stadt Kroppenstedt; 1958; Druckerei „Freundschaft“ Halberstadt
- ↑ Bevölkerung der Gemeinden. In: statistik.sachsen-anhalt.de. Abgerufen am 12. Oktober 2025.
- ↑ Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 37
- ↑ Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
- ↑ Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
- ↑ Warum der Ortschef von Kroppenstedt nach 28 Jahren noch längst nicht amtsmüde ist. In: Volksstimme. 16. März 2022, abgerufen am 13. Oktober 2025.
- ↑ Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 20. März 2022
- ↑ Kroppenstedt: Ein Macher nimmt seinen Hut. In: Volksstimme. 13. Januar 2025, abgerufen am 13. Oktober 2025.
- ↑ Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 11. Mai 2025
- ↑ Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61
Auf dieser Seite verwendete Medien
(c) Karte: NordNordWest, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de
Positionskarte von Deutschland
Autor/Urheber: own work by Geisterbob, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Kroppenstedt in Saxony-Anhalt (Country) - District (Landkreis) Börde
Autor/Urheber: Olaf Meister (Olaf2), Lizenz: CC BY-SA 4.0
Rathaus von Kroppenstedt, Sachsen-Anhalt
Autor/Urheber: Olaf Meister (Olaf2), Lizenz: CC BY-SA 4.0
Freikreuz in de:Kroppenstedt, de:Sachsen-Anhalt
Autor/Urheber: Dashel in der Wikipedia auf Deutsch, Lizenz: CC BY-SA 2.0 de
Kroppenstedt, von der Paulshöhe fotografiert
