Kreis Steinfurt

Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten: 52° 13′ N, 7° 35′ O
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Steinfurt
Fläche: 1.795,76 km²
Einwohner: 451.712 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 252 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: ST, BF, TE
Kreisschlüssel: 05 5 66
Kreisgliederung: 24 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Tecklenburger Straße 10
48565 Steinfurt
Website: www.kreis-steinfurt.de
Landrat: Martin Sommer (parteilos)[2]
Lage des Kreises Steinfurt in Nordrhein-Westfalen
NiederlandeBelgienNiedersachsenRheinland-PfalzHessenEssenWuppertalSolingenRemscheidHagenEnnepe-Ruhr-KreisBochumDortmundHerneGelsenkirchenBottropOberhausenMülheim an der RuhrDuisburgKreis MettmannDüsseldorfRhein-Kreis NeussKreis HeinsbergMönchengladbachKrefeldKreis ViersenKreis WeselKreis KleveRhein-Erft-KreisKreis DürenRheinisch-Bergischer KreisOberbergischer KreisKreis RecklinghausenKreis BorkenKreis UnnaMärkischer KreisKreis OlpeHammKreis SoestKreis CoesfeldKreis SteinfurtKreis WarendorfLeverkusenKölnStädteregion AachenBonnRhein-Sieg-KreisStädteregion AachenKreis EuskirchenMünsterKreis Siegen-WittgensteinHochsauerlandkreisKreis PaderbornKreis GüterslohKreis HöxterKreis LippeKreis HerfordKreis Minden-LübbeckeBielefeld
Karte

Der Kreis Steinfurt ist eine Gebietskörperschaft im Norden von Nordrhein-Westfalen (Deutschland). Er entstand am 1. Januar 1975 im Zuge der Kreisgebietsreform durch das Münster/Hamm-Gesetz aus dem alten Kreis Steinfurt, dem Kreis Tecklenburg und Teilen des Kreises Münster. Um eine Differenzierung zum Altkreis zu schaffen, wird er häufig auch als Großkreis Steinfurt bezeichnet. Die größte Stadt im Kreis Steinfurt ist Rheine.

Geographie

Das westliche Kreisgebiet befindet sich im Münsterland, das östliche im Tecklenburger Land. Der Westerbecker Berg, die höchste Erhebung des Kreises, liegt in der Gemeinde Lienen (Bauerschaft Westerbeck). Er hat eine Höhe von 236 Meter über Normalhöhennull (NHN).

Der Kreis Steinfurt ist flächenmäßig der zweitgrößte Kreis in Nordrhein-Westfalen.[3] Wegen der dezentralen geographischen Lage der Kreisstadt Steinfurt unterhält die Kreisverwaltung eine Nebenstelle in Tecklenburg, um eine ortsnahen Bürgerservice im gesamten Kreisgebiet zu gewährleisten.

Nachbarkreise bzw. -städte

Der Kreis Steinfurt grenzt (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend) an die Landkreise Grafschaft Bentheim und Emsland, an die kreisfreie Stadt Osnabrück und an den Landkreis Osnabrück (alle in Niedersachsen), an den Kreis Warendorf, an die kreisfreie Stadt Münster und an die Kreise Coesfeld und Borken (alle in Nordrhein-Westfalen).

Kreisgliederung

Nordrhein-WestfalenKreis BorkenKreis CoesfeldMünsterKreis WarendorfNiedersachsenGrevenSaerbeckLienenLengerichLaerAltenbergeHorstmarNordwaldeLadbergenMetelenHörstelWesterkappelnIbbenbürenSteinfurtWettringenNeuenkirchenMettingenLotteHopstenOchtrupRheineReckeTecklenburgEmsdetten

Der Kreis Steinfurt gliedert sich in 24 kreisangehörige Gemeinden, von denen vier Mittlere kreisangehörige Städte sind und eine Große kreisangehörige Stadt ist.

Name Einwohner Fläche Einw./km² Status AGS
Altenberge 010.278 0062.96 km² 163 kreisangehörige Gemeinde 05 566 004
Emsdetten 036.159 0072.06 km² 502 mittlere kreisangehörige Stadt 05 566 008
Greven 038.212 0140.26 km² 272 mittlere kreisangehörige Stadt 05 566 012
Hörstel 020.166 0107.54 km² 188 kreisangehörige Stadt 05 566 016
Hopsten 00.7717 0099.83 km² 077 kreisangehörige Gemeinde 05 566 020
Horstmar 00.7528 0044.76 km² 168 kreisangehörige Stadt 05 566 024
Ibbenbüren 051.803 0108.87 km² 476 mittlere kreisangehörige Stadt 05 566 028
Ladbergen 00.6906 0052.35 km² 132 kreisangehörige Gemeinde 05 566 032
Laer 00.6993 0035.26 km² 198 kreisangehörige Gemeinde 05 566 036
Lengerich 022.557 0090.79 km² 248 kreisangehörige Stadt 05 566 040
Lienen 00.8512 0073.44 km² 116 kreisangehörige Gemeinde 05 566 044
Lotte 013.770 0037.69 km² 365 kreisangehörige Gemeinde 05 566 048
Metelen 00.6539 0040.28 km² 162 kreisangehörige Gemeinde 05 566 052
Mettingen 011.654 0040.60 km² 287 kreisangehörige Gemeinde 05 566 056
Neuenkirchen 013.915 0048.44 km² 287 kreisangehörige Gemeinde 05 566 060
Nordwalde 00.10.024 0051.60 km² 194 kreisangehörige Gemeinde 05 566 064
Ochtrup 020.394 0105.63 km² 193 kreisangehörige Stadt 05 566 068
Recke 011.341 0053.69 km² 211 kreisangehörige Gemeinde 05 566 072
Rheine 077.209 0145.00 km² 532 große kreisangehörige Stadt 05 566 076
Saerbeck 00.6906 0059.03 km² 117 kreisangehörige Gemeinde 05 566 080
Steinfurt 034.860 0111.67 km² 312 mittlere kreisangehörige Stadt 05 566 084
Tecklenburg 00.9098 0070.49 km² 129 kreisangehörige Stadt 05 566 088
Westerkappeln 010.876 0085.83 km² 127 kreisangehörige Gemeinde 05 566 092
Wettringen 00.8295 0057.69 km² 144 kreisangehörige Gemeinde 05 566 096
  451.712 1795.76 km² 252 Kreis Steinfurt 05 566

(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2024[4])

Geschichte

Ab dem Jahr 1971 begannen die Planungen zu einer großen Kreisreform, bei der diverse Gliederungskonzepte kontrovers diskutiert wurden. Am 8. Mai 1974 wurde das Gesetz verabschiedet, das eine Kreisreform mit Wirkung vom 1. Januar 1975 beinhaltete:

Der bisherige Kreis Steinfurt (aufgrund der damaligen Kreisstadt Burgsteinfurt umgangssprachlich oft als „Kreis Burgsteinfurt“ bezeichnet) wurde ebenso wie der Kreis Tecklenburg aufgelöst. Zu letzterem gehörten die beiden größeren Städte Ibbenbüren und Lengerich sowie 2 weitere Städte und 16 andere Gemeinden. Beide Kreise wurden unter dem Namen Kreis Steinfurt vereinigt. Zusätzlich wurden die Stadt Greven sowie die Gemeinde Saerbeck aus dem ehemaligen Kreis Münster in den neu gegründeten Kreis Steinfurt eingebracht.[5] Historisch hatten diese Kreise in der Vergangenheit kaum gemeinsame Beziehungen. Der alte Kreis Steinfurt wurde nach der Eingliederung des südlichen Westfalens als Provinz Westfalen in Preußen gebildet. Der größte Teil dieses früheren Kreises gehörte bis 1803 zum Hochstift Münster, war also katholisch geprägt, die Grafschaft Steinfurt gehörte dem calvinistischen Glauben an, ebenso die Grafschaft Tecklenburg – daneben gab es noch die Obergrafschaft Lingen, die überwiegend katholisch war, aber eine calvinistische Minderheit aufwies.

Zum Kreissitz wurde die am 1. Januar 1975 gegründete Stadt Steinfurt, die aus dem Zusammenschluss von Burgsteinfurt und Borghorst entstand, bestimmt.

Kreisstadt Steinfurt

Die 1975 gegründete Stadt Steinfurt ist Hauptsitz der Kreisverwaltung. Ursprüngliche Planungen der Gebietsreform sahen Rheine als neue Kreisstadt vor. Vielfältige Versuche der damaligen Stadt Burgsteinfurt wurden unternommen, um eine Verlagerung des Kreissitzes abzuwenden. Burgsteinfurt war nach den Maßstäben der Landesregierung zu klein, um weiterhin Kreisstadt zu bleiben. Eine Mindestgröße von 30.000 Einwohnern wurde nicht erreicht. Einen Ausweg aus dieser Situation sahen die Burgsteinfurter in einem Zusammenschluss mit der Nachbarstadt Borghorst. Dort hingegen war die Bereitschaft zu einer Fusion eher gering. Selbst ein Gutachten aus dem Jahr 1972 riet von einem Zusammenschluss aufgrund finanzwirtschaftlicher Gründe ab. Das Gutachten wies zudem auf die großen kulturellen Unterschiede zwischen den beiden Städten hin.[6] Mit Blick auf den drohenden Verlust der Kreisverwaltung ließ sich Borghorst von Burgsteinfurt überzeugen, einer Fusion der beiden Gemeinden zuzustimmen. Mit dem Inkrafttreten der Gemeindereform am 1. Januar 1975 wurde die neue Stadt Steinfurt gebildet. Die Stadt wurde nach dem bisherigen Kreis benannt, um den Namen Steinfurt für den neugebildeten Kreis bewahren zu können. Bereits wenige Monate nach der Umsetzung der Gebietsreform kam es zu ersten Problemen und Spannungen. Borghorst versuchte vor dem Verfassungsgerichtshof, eine Ausgliederung aus der neuen Stadt Steinfurt zu erwirken. Am 7. Mai 1976 wurde die Klage jedoch abgewiesen.[7]

Ein zweiter und letztlich entscheidender Punkt war das neue Kreishaus in Burgsteinfurt. Als sich bereits die Gebietsreform in den 1960er Jahren ankündigte, beschloss der Altkreis Steinfurt im Jahr 1963 dessen umstrittenen Neubau. Dieses war in letzter Instanz ausschlaggebend für den Verbleib des Kreissitzes in Steinfurt und für den Verzicht auf das verkehrsgünstiger gelegene Rheine als Kreisstadt.[8]

Bis heute wirken diese Entscheidungen nach. Steinfurt ist inmitten des Altkreises Steinfurt aus den Gemeinden des Altkreises Tecklenburg verkehrstechnisch schlecht erreichbar. Zudem gestaltet sich wie prognostiziert das Zusammenwachsen der Stadt Steinfurt weiterhin als schwierig.[9][10]

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungspyramide für den Kreis Steinfurt (Datenquelle: Zensus 2011[11])
Jahr 1975 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Einwohner[12] 371.773 379.878 380.718 390.945 416.252 434.885 444.231 443.357 443.374 448.197

Konfessionsstatistik

Gemäß dem Zensus 2022 waren 48,8 % der Einwohner katholisch, 20,8 % evangelisch, und 30,4 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[13]

Laut Statistik des Bistums Münster lag die Zahl der Katholiken im Kreis Steinfurt Ende des Jahres 2014 bei 247.382 Einwohnern (56 % der Gesamtbevölkerung) und Ende des Jahres 2024 bei 207.883 Einwohnern (zirka 46 % der Gesamtbevölkerung).[14]

Politik

Wahl des Steinfurter Kreistags 2025[15]
Wahlbeteiligung: 61,0 % (2020: 57,9 %)
 %
40
30
20
10
0
39,6 %
22,7 %
13,8 %
4,0 %
4,0 %
5,1 %
10,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2020
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
± 0,0 %p
−1,6 %p
−5,6 %p
−1,8 %p
−0,8 %p
+2,0 %p
+7,8 %p
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Kreistag

Sitzverteilung im
Steinfurter Kreistag 2020
Insgesamt 74 Sitze

Die Kreistagswahl am 14. September 2025 führte entsprechend dem Ergebnis zu folgender Sitzverteilung:

Partei / Liste Sitze +/−
CDU 29 + 3
SPD 17 + 1
GRÜNE 10 - 3
FDP 3 - 1
UWG 3 ± 0
DIE LINKE. 4 + 2
AfD 8 + 6

Landräte

Seit dem 1. Mai 2020 war das Amt des Landrats wegen des Rücktritts Klaus Effings vakant.[16] Die Aufgaben wurden seitdem kommissarisch vom Kreisdirektor Martin Sommer und der ersten stellvertretenden Landrätin Gisela Köster wahrgenommen. Bei der Kommunalwahl 2020 kandidierte Sommer, der bis Anfang 2020 selbst der CDU angehört hatte, als parteiloser Einzelbewerber für das vakante Amt des Landrats und setzte sich am 27. September 2020 in einer Stichwahl deutlich mit 68,7 Prozent gegen den CDU-Kandidaten Mathias Krümpel durch.[17] Bei der Kommunalwahl 2025 wurde Sommer im ersten Wahlgang mit 70,5 Prozent der Stimmen wiedergewählt.[18]

Oberkreisdirektoren

Wappen

Blasonierung: „In Gold ein breiter roter Balken, darauf ein goldener, mit einem roten Schwan belegter Schild, oben in Gold zwei rote Seerosenblätter, unten in Gold ein rotes Seerosenblatt.“ Das Kreiswappen verbindet Teile der Wappen der früheren Kreise Münster, Steinfurt und Tecklenburg. Der rote Balken in Gold war das bekannte Zeichen des Hochstiftes Münster und stand in allen Wappen des ehemaligen Kreises Münster. Der Schwan war das Wappentier der Grafschaft Steinfurt und stand deshalb im Wappen des Altkreises Steinfurt. Die roten Seerosenblätter waren das Spiegelbild der Grafen von Tecklenburg und stammen aus dem Wappen des früheren Kreises Tecklenburg.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Zukunftsatlas 2019 belegte der Kreis Steinfurt Platz 144 von 401 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko-Mix“ für die Zukunft.[20]

Rundfunk

  • Regionalbüro Steinfurt des WDR mit Sitz in Rheine[21]
  • Radio RST (Lokalsender für den Kreis Steinfurt) mit Sitz in Rheine

Feuerwehr

Der Kreis Steinfurt unterhält in Rheine eine Kreisleitstelle für den Rettungs- und Feuerwehreinsatzdienst. Bis 1998 war für das Tecklenburger Land eine eigene Leitstelle bei der Berufsfeuerwehr in Ibbenbüren angesiedelt, diese wurde zum 14. April 1998 nach Rheine verlagert.[22]

Verkehr

Zur Entwicklung des Postwesens in und um Steinfurt siehe Postgeschichte von Steinfurt
Eisenbahnstrecke im Kreis Steinfurt

Eisenbahnstrecken:

Es befinden sich im Kreis Steinfurt die folgenden Eisenbahnstrecken:

  1. (Kbs. 375) Amsterdam – Bad Bentheim – Rheine – Ibbenbüren – Osnabrück Altstadt – Osnabrück-Hbf – Bünde – Bielefeld / Hannover;
  2. (Kbs. 385) (Köln –) Münster – Lengerich – Osnabrück-Hbf – Diepholz – Bremen;
  3. (Kbs. 392) Osnabrück-Hbf – Osnabrück Altstadt – Halen – Bramsche – Oldenburg – Wilhelmshaven;
  4. (Kbs. 394) Osnabrück-Hbf – Osnabrück Altstadt – Halen – Bramsche – Vechta – Bremen;
  5. (Kbs. 395) (Münster –) Rheine – Lingen – Leer – N.-Norddeich;
  6. (Kbs. 407) Münster – St.-Borghorst – St.-Burgsteinfurt – Gronau – Enschede;
  7. (Kbs. 410) Hamm – Münster – Greven – Emsdetten – Rheine (– N.-Norddeich).
Flughafen Münster-Osnabrück in Greven

Des Weiteren gab es die folgenden weiteren Strecken (zurzeit ohne SPNV)

  1. Osnabrück – Wersen – Westerkappeln – Mettingen – Recke – Rheine („Tecklenburger Nordbahn“)
  2. Ibbenbüren – Tecklenburg – Lengerich – Bad Iburg – Gütersloh („Teutoburger Wald-Eisenbahn“)
  3. Coesfeld – St.-Burgsteinfurt – Rheine – Fürstenau – Quakenbrück, ab Spelle stillgelegt
  4. Rheine – Gronau, stillgelegt und demontiert

Der Nahverkehrsplan SPNV Westfalen-Lippe sieht vor, dass als moderne Regionalbahn die Strecke der Tecklenburger Nordbahn Osnabrück – L.-Wersen – Westerkappeln – Mettingen – Recke wieder eröffnet werden soll.

Der internationale Flughafen Münster-Osnabrück (ICAO-Code: EDDG) liegt in Greven. Der Kreis Steinfurt ist mit knapp 30 % Beteiligung einer der bedeutendsten Gesellschafter des Flughafens.

Sehenswürdigkeiten

Museen

Im Kreis Steinfurt existieren 34 Museen (siehe Liste der Museen im Kreis Steinfurt):

Baudenkmale

Jüdische Friedhöfe

Im Kreis Steinfurt gibt es mindestens zehn jüdische Friedhöfe, auf denen sich noch Grabsteine befinden: Jüdischer Friedhof (Borghorst), Neuer Jüdischer Friedhof (Burgsteinfurt), Jüdischer Friedhof (Hopsten), Jüdischer Friedhof (Ibbenbüren), Jüdischer Friedhof (Lengerich), Jüdischer Friedhof (Metelen), Jüdischer Friedhof (Ochtrup), Jüdischer Friedhof (Rheine, Lingener Straße), Jüdischer Friedhof (Rheine, Rodder Damm), Jüdischer Friedhof (Westerkappeln) (siehe Kategorie:Jüdischer Friedhof im Kreis Steinfurt). Es sind Kulturdenkmäler – steinerne Zeugen für ehemals existierende jüdische Gemeinden und eines oft regen jüdischen Gemeindelebens bis in die 1930er Jahre.

Kfz-Kennzeichen

Kfz-Kennzeichen TE des alten Kreises Tecklenburg

Mit großer Mehrheit und gegen die Empfehlung der Kreisverwaltung beschloss der Steinfurter Kreistag im April 2013 überraschend die Wiedereinführung der bis zur Gebietsreform 1975 gültigen Altkennzeichen. Der Antrag auf Wiedereinführung des TE-Kennzeichen beruhte auf einer Initiative der FDP aus dem Tecklenburger Land. Ein Antrag für das BF-Kennzeichen lag dem Kreistag nicht vor, wurde aber von der Steinfurter CDU während der Sitzung des Kreistages gestellt, als sich eine Mehrheit für das TE-Kennzeichen abzeichnete.[23] Die Fahrzeughalter im Kreis können zwischen dem Standard-Kfz-Kennzeichen ST und den beiden Kennzeichen der Altkreise Tecklenburg, TE, und (Burg-)Steinfurt, BF, wählen.

Im ersten Schritt nahm der Kreis ab dem 22. Mai 2013 Reservierungen entgegen. Die Ausgabe der ersten TE- bzw. BF-Kennzeichen erfolgte am 3. Juli 2013. Bereits in der Reservierungsphase liefen mehreren tausend Vorbestellungen ein. In der ersten Ausgabewoche überstieg die große Resonanz aus der gesamten Region Tecklenburger Land alle Erwartungen. So vergab der Kreis Steinfurt in diesem kurzen Zeitraum weit über 500 Kennzeichen mit dem TE-Kürzel.[24] Hingegen blieben die Zulassungszahlen für BF mit ca. 160 Kennzeichen verhalten.

Die erste Bilanz nach einem halben Jahr zeigte deutlich, dass sich die Altkennzeichen mit weit über 7000 Zulassungen großer Beliebtheit erfreuen.[25] Im Kreis Steinfurt zeigte sich dabei ein eindeutiger Trend zu Gunsten des TE-Kennzeichens mit insgesamt 4187 Stück gegenüber dem BF-Kennzeichen mit 2167 Stück (Angaben ohne Bestand von vor 1975). Absoluter Spitzenreiter ist die Stadt Ibbenbüren mit insgesamt 1588 Zulassungen mit hauptsächlich dem TE-Kürzel.

Dieser Trend setzte sich in den vergangenen Jahren weiter fort. Zum Stichtag 31. Dezember 2019 waren insgesamt 80.743 Fahrzeuge mit Altkennzeichen zugelassen. Dabei machte der Anteil der TE-Kennzeichen 53.716 Stück und der BF-Kennzeichen 27.027 Stück aus. Nach dem gegenwärtigen Stand zählt das Kürzel TE damit zu den beliebtesten Altkennzeichen in Deutschland und hat eine Zuwachsrate von ca. 780 Zulassungen pro Monat bzw. fast 200 Zulassungen pro Woche. Damit kam es zu einer vergleichbar hohen Resonanz wie z. B. bei dem Altkennzeichen des Landkreises Norden im Landkreis Aurich.[26]

Entwicklung der Regionalkennzeichen BF und TE nach dem 3. Juli 2013
010.00020.00030.00040.00050.00060.0006/2013*6/20156/20176/2019BFTE
Bestand 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
608* 5670 15.926 25.950 32.822 41.888 46.694 53.716
666* 2833 7720 11.679 17.465 21.571 29.426 27.027
* Altbestand vor der Wiedereinführung am 2. Juni 2013.[27]
Quelle: Zulassungsstelle Kreis Steinfurt mit Stand 31. Dezember 2019.

Die weitaus niedrigeren Zahlen des BF-Kennzeichen ergeben sich aus dem fehlenden Bezug des Kürzels zu einer Region oder Gemeinde. Im Gegensatz zum TE als typisches und gebräuchliches Kürzel für das Tecklenburger Land ist das BF als Kürzel im öffentlichen Leben nicht mehr präsent. Die ursprüngliche Bedeutung Burgsteinfurt ist mit Auflösung der Stadt während der Gebietsreform verloren gegangen. So wird es irrtümlich heute im Kreis Steinfurt häufig als Bielefelder Kennzeichen in Anlehnung an die westfälische Großstadt Bielefeld (richtig BI) angesehen und erlangte damit nahezu eine humoristische Bedeutung. Die Zulassungszahlen für das BF-Kennzeichen sind nach einem Höhepunkt im Jahr 2018 eingebrochen.

Sport

2021 bewarb sich der Kreis als Host Town für die Gestaltung eines viertägigen Programms für eine internationale Delegation der Special Olympics World Summer Games 2023 in Berlin. 2022 wurde er als Gastgeber für Special Olympics Kolumbien ausgewählt.[28] Die Delegation bestand aus 33 Personen.[29] Damit wurde der Kreis Teil des größten kommunalen Inklusionsprojekts in der Geschichte der Bundesrepublik mit mehr als 200 Host Towns.[30]

Siehe auch

Literatur

In Zusammenarbeit mit dem Kreisheimatbund Steinfurt erscheint jährlich das Kreisheimatjahrbuch Unser Kreis. In diesen Büchern befinden sich aktuelle, heimatgeschichtliche und plattdeutsche Beiträge.

Commons: Kreis Steinfurt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2024 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus 2022. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juni 2025. (Hilfe dazu)
  2. Vorläufiges Endergebnis der Stichwahl zum Landrat des Kreises Steinfurt, Kreis Steinfurt, abgerufen am 27. September 2020
  3. bezreg-muenster.de@1@2Vorlage:Toter Link/www.bezreg-muenster.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2018. Suche in Webarchiven)
  4. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2024 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus 2022. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juni 2025. (Hilfe dazu)
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 317 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  6. irb.fraunhofer.de
  7. stueer.business.t-online.de
  8. cdu-kreis-steinfurt.de (Memento vom 6. Juni 2014 im Internet Archive)
  9. vhs-steinfurt.de (Memento vom 6. Juni 2014 im Internet Archive)
  10. muensterschezeitung.de (Memento vom 6. Juni 2014 im Internet Archive)
  11. Datenbank Zensus 2011, Kreis Steinfurt, Alter + Geschlecht (Memento vom 22. September 2021 im Internet Archive)
  12. Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen
  13. Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 30. Januar 2026
  14. Bistum Münster Haushalt 2026, abgerufen am 30. Januar 2026
  15. Kreistagswahl 2025 im Kreis Steinfurt, Gesamtergebnis, abgerufen am 24. Oktober 2025
  16. Landrat | Kreis Steinfurt. Abgerufen am 5. August 2020.
  17. Vorläufiges Endergebnis der Stichwahl zum Landrat des Kreises Steinfurt, Kreis Steinfurt, abgerufen am 28. September 2020
  18. Amtliches Endergebnis zur Wahl des Landrats. Abgerufen am 24. Oktober 2025.
  19. Langjähriger Oberkreisdirektor Leo Böhmer ist verstorben Presseinformation Nr. 3 Steinfurt, 3. Januar 2008.
  20. Zukunftsatlas 2016. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018.
  21. Regionalkorrespondentin für den Kreis Steinfurt – NRW-Studios WDR
  22. pd: Kreisleitstelle in Rheine auch für die hiesigen Gemeinden zuständig. In: Ibbenbürener Volkszeitung. Nr. 84, 9. April 1998, S. ibb3 (ivz-aktuell.de [abgerufen am 25. Februar 2026]).
  23. Wiedereinführung der Alt-Kennzeichen TE und BF@1@2Vorlage:Toter Link/www.wn.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Januar 2026. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Kreis Steinfurt
  24. Enormes Interesse: Die neuen, alten TE-Kennzeichen. In: Westfälische Nachrichten. 4. Juli 2013, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 11. Februar 2014.@1@2Vorlage:Toter Link/www.wn.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  25. WDR-Studio Münster: Alte Kennzeichen gefragt, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  26. Über 12000 Mal NOR. (PDF) In: Ostfriesischer Kurier. 20. November 2013, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. März 2014; abgerufen am 28. Juli 2014.
  27. Jahresrückblick des Kreises Steinfurt. In: Kreis Steinfurt. 17. Januar 2014, abgerufen am 6. November 2019.
  28. Special Olympics: Host Towns. Special Olympics, März 2023, abgerufen am 30. April 2023.
  29. Besuch kommt aus Kolumbien. In: wn.de. Abgerufen am 16. Juli 2023.
  30. Host Town Program. Abgerufen am 30. April 2023.

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Kfz-Kennzeichen der Region Tecklenburger Land im Kreis Steinfurt
Fmo2.jpg
Flughafen Münster-Osnabrück in Greven/Westfalen
Bahnstrecke Rheine-Quakenbrück1.JPG
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Kurz nach der DEK Brücke Blickrichtung Freren.
North rhine w ST.svg
(c) TUBS, CC BY-SA 3.0
Der Kreis Steinfurt ist rot dargestellt, andere Kreise des nordrheinwestfälischen Regierungsbezirkes Münster sind graurot dargestellt, andere Kreise Nordrheinwestfalens sind mittelgrau, andere Bundesländer weiß, die Niederlande hellgrau dargestellt. Flüsse (blau) in Deutschland in der Reihenfolge vom Nordosten zum Südwesten: Weser, Ems, Lippe, Ruhr, Rhein. (Ganz im Westen: die Maas in den Niederlanden) Im Artikel de:Kreis Steinfurt werden beim Bewegen des Mauszeiger über die Karte der jeweilige Ländername oder Kreisname angezeigt.
Kreis Tecklenburg in NRW 31 12 1974.svg
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Der Kreis Tecklenburg am 31.12.1974 in Nordrhein-Westfalen, unmittelbar vor Auflösung

Juedischer Friedhof Ibbenbueren 12.jpg
Autor/Urheber: J.-H. Janßen, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Jüdischer Friedhof in Ibbenbüren, Kreis Steinfurt, Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Das älteste Grab des Friedhofs ist von 1844. Die meisten Grabsteine tragen eine hebräische und deutsche Inschrift, einige sind jedoch stark verwittert. Alle Gräber sind nach Osten ausgerichtet. Seit 1986 steht der von einer hohen Sandsteinmauer umgebene Bestattungsplatz komplett unter Denkmalschutz.