Die Kornelkirsche (Cornus mas), auch Gelber Hartriegel, Herlitze, Dürlitze, Hirlnuss, in Österreich auch Dirndl, Dirndling, Dirndlstrauch oder Dirndlstaude, in der Deutschschweiz Tierlibaum genannt, ist eine Pflanzenart und gehört zur Gattung der Hartriegel (Cornus) innerhalb der Familie der Hartriegelgewächse (Cornaceae). Es handelt sich, entgegen der deutschen Bezeichnung, nicht um eine Kirschart. Die Sträucher blühen in Deutschland in der Regel sogar noch vor den Forsythien.
Die laubabwerfende Kornelkirsche ist ein in Südeuropa und Teilen von Mitteleuropa weit verbreiteter Großstrauch oder Baum, der auch in Deutschland – meist angepflanzt – häufig anzutreffen ist. Die Wuchshöhe beträgt im Alter von 25 Jahren gut 4 m, mit 50 Jahren erreicht sie manchmal bis über 8 m. Die Stämme werden 40 cm bis selten über 60 cm dick.[1] Die anfangs gelbgraue Rinde bildet später eine in dünnen, verbogenen Schuppen abstehende und abblätternde Borke. Die Wurzeln dringen tief in den Boden ein, bilden aber auch oberflächlich ein intensives Wurzelsystem, das allerdings durch Überschwemmung, Bodenverdichtung oder Salz leicht geschädigt wird. Die jungen Triebe sind grünlich behaart, später kahl.
Die gegenständigen und kurz gestielten, leicht ledrigen Laubblätter sind eiförmig bis elliptisch, seltener verkehrt-eiförmig, ganzrandig, spitz bis zugespitzt, 4–10 cm lang, oben glänzend, vor allem unterseits angedrückt behaart, mit 3 bis 5 Aderpaaren. Im Herbst färben sie sich gelb, manchmal auch orange, können aber in manchen Jahren bis zum Laubfall grün bleiben.[2]
Das zähe und schwer spaltbare Holz mit rötlichweißem Splint und dunklem Kern ist schwer zu verarbeiten, da es beim Trocknen stark schwindet. Es ist mit einer Rohdichte von 0,88 bis 1,03 g/cm³ sehr schwer und schwimmt nicht. Es wird für Sonderverwendungen wie Knöpfe, Leitersprossen und Spazierstöcke herangezogen.[3]
Generative Merkmale
Die kleinen Scheibenblüten sind goldgelb und stehen in kleinen, an der Basis mit vier gelb-grünen, bootförmigen, behaarten Hüllblättern versehenen, achselständigen, dichten, vielblütigen Dolden. Jede einzelne, zwittrige, vierzählige und gestielte Blüte mit doppelter Blütenhülle hat die charakteristischen vier zurückgelegten Kronblätter wie alle Hartriegelgewächse. Die Blütenstiele sind behaart. Der Kelch am behaarten, kleinen Blütenbecher ist nur minimal ausgebildet. Es sind vier kurze Staubblätter vorhanden. Es ist ein auffälliger Diskus vorhanden. Der zweikammerige Fruchtknoten ist unterständig mit kurzem Griffel und kleiner Narbe.
Die Blüten erscheinen von Februar bis April vor den Blättern am alten Holz, aktuelle phänologische Angaben sind im Pl@ntNet-Projekt zu finden.[4] Die Blütenknospen werden schon im Herbst angelegt, deshalb gibt es zwei verschiedene Winterknospen: Die länglichen Blattknospen und die kugelig geformten zukünftigen Blütenstände. Die daraus entstehenden Steinfrüchte werden Kornelkirschen oder Kornellen genannt, im Österreichischen auch Dirndl. Sie sind glänzend rot, ellipsoid und bis etwa 2 cm lang und enthalten rotes, säuerliches Fruchtfleisch, das essbar ist. In jedem holzigen, ellipsoiden Steinkern befinden sich bis zu zwei Samen.
Sehr auffällig ist der Strauch im zeitigen Frühjahr, wenn er noch vor dem Laubaustrieb mit Tausenden von kleinen, goldgelben Blüten übersät ist, die einen schwachen Honigduft abgeben. In Gärten konkurriert er bezüglich der Blütezeit mit eingeführten Frühblühern wie Forsythien, Zaubernuss oder dem Duft-Schneeball, ist aber hinsichtlich seines ökologischen Werts weit überlegen. Der Strauch eignet sich auch für regelmäßig geschnittene Hecken.
Die Kornelkirsche hat sowohl der Ordnung der Cornales ihren Namen gegeben als auch der Familie der Cornaceae, Hartriegelgewächse. Innerhalb der Gattung der Hartriegel (Cornus) wird die Kornelkirsche in die UntergattungCornus eingeordnet, zusammen mit den nächsten Verwandten in Ostasien, etwa der Asiatischen und Chinesischen Kornelkirsche. In der Systematik ergibt sich folgende Darstellung der Verwandtschaftsverhältnisse der Kornelkirschen:[6]
Cornus mas
Cornus officinalis
Cornus chinensis
Cornus eydeana
Cornus volkensii
Cornus sessilis
Kornelkirschen sind botanisch mit Süß- und Sauerkirschen und den übrigen Gehölzen aus der Gattung Prunus nicht näher verwandt. Kornelkirschen und Kirschen gehören unterschiedlichen Ordnungen des Pflanzenreiches an: die Kornelkirsche den Cornales und der Familie der Hartriegelgewächse (Cornaceae), die Kirsche (botanisch: Prunus) den Rosales und dort der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) wie die meisten Obstbäume und -sträucher. Nur im Deutschen, Englischen (cornelian cherry) und Schwedischen (körsbärskornell) hat man Cornus mas die Bezeichnung Kirsche gegeben. Die Kornelkirsche ist wie die Kirsche eine Steinfrucht und eine Scheinfrucht, weil die Frucht vom Blütenboden umhüllt ist, der zur Fruchtreife fleischig wird. Im Volksmund werden die Kornelkirschen scherzhaft auch Hahnenhoden genannt, vermutlich weil sie oft paarig herunterhängen, meist nur 2–3 g wiegen und zudem meist kleiner sind als echte Kirschen.
In Deutschland sind vor allem zwei Cornus-Arten verbreitet: die Kornelkirsche und der sehr häufige Rote Hartriegel (Cornus sanguinea). Dieser wurde früher botanisch auch als Cornus femina (= weiblicher Hartriegel) bezeichnet, vermutlich weil er verglichen mit der Kornelkirsche weicheres Holz hat. Anderer Meinung sind die Botaniker Dietmar Aichele und Hans-Werner Schwegler (Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, 1994), die den weiblichen Gegenpart zur Kornelkirsche im Wolligen Schneeball (Viburnum lantana) sehen: Die besonders hartholzige Kornelkirsche (Cornus mas = männlicher Hartriegel) habe einstmals im Deutschen Cornelbaum Männlein geheißen, der im Holz weichere Schneeball Cornelbaum Weiblein (Cornus femina). Der Unterschied zwischen weiblich und männlich habe hier nicht direkt mit Geschlecht zu tun – die Geschlechtlichkeit von Pflanzen wurde erst Ende des 17. Jahrhunderts erkannt –, vielmehr sei das Gröbere früher häufig als männlich, das Feinere als weiblich bezeichnet worden.
Leicht zu verwechseln mit der Kornelkirsche sind weitere Arten der Gattung Cornus: Die in Ostasien heimischen Cornus officinalis und Cornus chinensis sehen ähnlich aus. Allerdings finden sich diese Arten in Europa vereinzelt in Botanischen Gärten, im Handel sind sie schwer erhältlich. In einigen nördlichen Bereichen Deutschlands wie in Ostfriesland gibt es noch eine weitere heimische Cornus-Art in Form einer etwa 20 cm hohen Staude, Cornus suecica, den Schwedischen Hartriegel, auch Schwedische Kornelle genannt.
Daneben sind in Deutschland eine Reihe anderer Cornus-Arten angepflanzt. Für die meisten von ihnen hat sich noch kein deutscher Name durchgesetzt. Am bekanntesten unter ihnen dürften der Blumen-Hartriegel (Cornus florida) aus Nordamerika mit über 30 Gartenformen sein sowie der ähnliche, etwas später blühende Cornus kousa und der Cornus nuttallii, beide mit mehreren Zuchtformen.
Einen Zweig ohne Blüten oder Früchte kann man mit vielen weiteren Hartriegeln verwechseln, die die typisch geformten Blätter mit den zur Blattspitze gebogenen Adern zeigen. Beim Roten Hartriegel sind die Blattadern zweiter Ordnung ebenfalls deutlich sichtbar, während bei den Blättern der Kornelkirsche nur die Blattadern erster Ordnung hervortreten. Im Winter sind die kugeligen Blütenknospen, in denen schon die Blütenstände für das frühe Blühen im Frühjahr angelegt sind, ein gutes Unterscheidungsmerkmal.
Vorkommen
Geographische Verbreitung der Kornelkirsche
Die Kornelkirsche ist vorwiegend ein Gewächs aus den südlichen, wärmeren Ländern Europas. Verbreitet ist sie auch in der Türkei, in Armenien, Aserbaidschan, im Kaukasus und auf der Krim. Ihre Nordgrenze in Europa verläuft etwa auf der Linie Südbelgien, Luxemburg, Mitteldeutschland (Jena), Galizien und Südrussland. Anscheinend ist sie in Italien, in den ungarischen Donau-Auen sowie in den niederösterreichischen Schwarzkieferbeständen besonders häufig anzutreffen.
In Deutschland findet man heute die Kornelkirsche überall, insbesondere in Gärten und Parks, wo sie vor allem wegen des gelben Blütenschmucks im Vorfrühling angepflanzt ist. Wie weit sie in Deutschland wild vorkommt und nicht nur verwildert ist, scheint noch immer umstritten. Die wild vorkommenden Bestände kommen im Wesentlichen im Süden und Westen Deutschlands vor, unter anderem im Saar- und Moselgebiet, bei Aachen, am Rhein bei Köln, am Main bei Frankfurt, an der Donau westlich von Regensburg, im Südharz, in Thüringen, insbesondere im Muschelkalkgebiet, so im Tal der Saale bis nach Halle, im Ilmtal, wo ein Berg Herlitzenberg genannt wird, und bei Dresden. In Nordrhein-Westfalen steht die Kornelkirsche auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Danach kommt sie dort wild als sogenannte autochthone (also als nicht angepflanzte oder verwilderte) Pflanze überhaupt nur noch im Raum Eifel/Siebengebirge und in der Niederrheinischen Bucht vor.
Standortansprüche
Wintereinbruch zur Kornelkirschblüte
Der wärmeliebende Strauch wächst wild vor allem auf sonnigen, buschbestandenen Hängen, in lichten Wäldern, an Waldrändern und in Hecken, in Auwäldern außerhalb des Überschwemmungsbereiches, häufig auf kalkhaltigen Böden, wie sie in Landschaften aus Sedimentgesteinen von Keuper, Jura oder Kreide vorkommen. Er ist dabei nicht wählerisch und verträgt auch lichten Schatten.[2] Vergesellschaftet ist er mit Hainbuche, Haselnuss, Efeu, Heckenkirsche, Salweide und Rosenarten. Kornelkirschgehölze vertragen Minusgrade bis ca. −34 °C (USDA-Klimazone 4).[7]
Pflanzensoziologisch wird die Kornelkirsche als charakteristisch für die Ordnung Quercetalia pubescentis (Flaumeichenwälder) angesehen und kommt im Verband Berberidion (Wärmeliebende Liguster-Gebüsche) sowie Alno-Ulmion (Hartholz-Aue) vor.[5]
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landoltet al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).[8]
Toxizität
Die Menschen in den natürlichen Verbreitungsgebieten der Kornelkirsche haben hinsichtlich einer möglichen Giftigkeit für Mensch und Tier jahrhundertelange unbedenkliche Erfahrungen mit den Früchten und übrigen Pflanzenbestandteilen: Blätter und junge Triebe werden von Nutztieren und Wild nicht völlig verschmäht, sind aber auch nicht hochbegehrt. Vergiftungserscheinungen beim Verzehr durch Tiere sind nicht bekannt.
Die akute Toxizität von Kornelkirschfrüchten wurde in Tierversuchen und Studien am Menschen untersucht. Bei menschlichem Verzehr von 100 g frischer Kornellen pro Tag über einen Zeitraum von 6 Wochen wurden keinerlei Anzeichen von Toxizität beobachtet, ebenso wenig wie bei einer Verabreichung von aus Kornelkirschen isolierten Anthocyanen in Dosen von 600 mg/Tag an erwachsene Diabetespatienten über einen Zeitraum von 6 Wochen. Toxizitätsstudien haben gezeigt, dass der Verzehr von Kornelkirschen sicher ist und keine Nebenwirkungen hat. Es sind jedoch Studien zu hohen Dosen und zur Langzeittoxizität erforderlich, bevor Kornelkirschen als pflanzliches Arzneimittel angesehen werden können.[9] Im Gegensatz zu Obstarten aus der Gattung Prunus (Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche etc.) enthalten Kornelkirschsteine kein cyanogenes (blausäureabspaltendes) Amygdalin.[10]
Sorten
Von der Kornelkirsche gibt es eine Reihe von Zuchtformen mit von der Wildform abweichenden Eigenschaften wie z. B. besonderem Blütenreichtum, gelben oder gerandeten Blättern, mit weißen, gelben, violettroten oder kugeligen Früchten und mit Zwerg- oder Pyramidenwuchs. Zu den bekannteren Formen und Sorten gehören:
'Alba': Früchte fast weiß.
'Aurea': Blätter gelb, Früchte rot.
'Elegantissima': Blätter teils breit gelb oder rosa gerandet, teils ganz gelb.
'Macrocarpa': Früchte größer als bei der Art, birnenförmig. In Kultur auf dem Balkan und Kaukasus. Zierende Früchte.
'Nana': Wuchs zwergig und rundlich.
'Pyramidalis': Wuchs straff aufrecht, Zweige nur wenig abstehend. Sehr selten.
Davon die Form 'Sphaerocarpa Cretzoiu': Früchte kugelig, nicht länglich. Aus Rumänien.
'Variegata': Blätter regelmäßig breit weißrandig.
'Violacea': Früchte violettrot. Vor 1865. Selten. Zierende Früchte.
Mehrere von ihnen sind häufig in deutschen Parks anzutreffen, teilweise auch in privaten Gärten.
Auch im Hinblick auf die Verwendung der Früchte steht heute eine größere Auswahl durch Züchtungen zur Verfügung. Während die Früchte der Wildform etwa zwei Gramm wiegen und der Kernanteil 20 Prozent und mehr beträgt, können die Züchtungen bis auf das Dreifache dieses Gewichtes kommen. Zu den in der Beschreibenden Sortenliste Wildobstarten 1999[11] des Bundessortenamtes genannten Sorten sind heute zahlreiche neue hinzugekommen und ergeben zusammen eine beachtliche Sortenvielfalt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
'Alosza', 'Alesha': Ukrainische Sorte mit gelben Früchten. Eine der frühesten Sorten mit Früchten, die Anfang August reifen. Ovale Früchte mit einem Durchschnittsgewicht von 3,3–5 g, maximal 5,7 g. Trockenmassegehalt ca. 20 % des Gewichts der Frucht. Der Zuckergehalt beträgt ca. 12 %, Säuren ca. 1,4–1,5 %, Pektin 1–1,2 %, Vitamin C 117–145 mg/100 g. Sorte für Frischverzehr und zum Einmachen.
'Bo 2034': Früchte etwa 3–4 g, Reife ab Ende August. In der Slowakei gezüchtet.
'Bo 2035': Früchte etwa 4 g, Reife ab Mitte bis Ende September. In der Slowakei gezüchtet.
'Cormas': in Dänemark als „Dafo“-Sorte (kurz für „Dansk Forskning“ = „Dänische Forschung“) selektiert. Pflanzen selten im Handel.
'Devin': Mittelstark wachsend; sehr hohe und ausgeglichene Erträge. Früchte etwa 4,5 g, Reife ab Mitte September.
'Dublany': Polnische Obstsorte aus dem Arboretum Bolestraszyce. Die Frucht hat einen hohen Zuckergehalt (14 %), der Säuregehalt liegt bei 2,4 %. Durchschnittliches Fruchtgewicht 4,5–7 g. Geeignet für Frischverzehr, Likörbereitung und zum Einmachen. Pflückreife ab Mitte August bis September.
'Jantarnyj', 'Yantarnyj', im englischsprachigen Raum 'Yellow': Ukrainische Sorte mit gelben Früchten. Eine der produktivsten Sorten – 30 kg Obst wurden aus einem 10 Jahre alten Busch geerntet. Ovale, bernsteingelbe Früchte mittlerer Größe – Gewicht durchschnittlich 3,2–4 g. Zuckergehalt ca. 9,6 %, Säuren ca. 1,7 %, Pektin 1 %, Vitamin C 121 mg/100 g.
'Jolico': Früchte mit etwa 6,5 g sehr groß, Kernanteil weniger als 10 Prozent, hoher Zucker- und Vitamin-C-Gehalt. Aus Österreich, in einem ehemaligen botanischen Garten entdeckt.
'Kasanlak': Starkwüchsig, großfrüchtig, ertragreich. Neue Sorte aus Bulgarien.
'Korałłowyj', 'Korallowyj': Ukrainische Sorte mit einer orangefarbenen Frucht. Die Frucht reift ab Mitte August bis September ungleichmäßig. Fruchtgewicht 3,4–4,4 g. Zucker ca. 9,1 %, Säuren ca. 1,5 % und Pektin 0,85 % des Fruchtgewichts. Der Gehalt an Vitamin C 117 mg/100 g, Anthocyane im Fleisch ca. 7 mg% und in der Haut 160 mg%.
'Macrocarpa': (= „großfrüchtig“), 1990 in Dänemark als „Dafo“-Sorte (kurz für „Dansk Forskning“ = „Dänische Forschung“) selektiert.
'Mascula': Männliche Sorte, starkblühend, geeignet als Befruchtungshilfe, blüht bereits im Jungpflanzenstadium. Aus Österreich.
'Schumener': Üppig gelbe Blüte im März/April. Große, langovale Früchte; sonst wie 'Jolico'. Aus Österreich.
'Swietłana', 'Swietlana': Polnische Sorte mit ovalen dunkelroten Früchten. Das durchschnittliche Fruchtgewicht beträgt 4–5,5 g. Die Früchte enthalten ca. 14 % Zucker und 2,5 % Säuren. In 100 g Obst sind durchschnittlich 20 mg Vitamin C und 224 mg Flavonoide und 280 mg Iridoid enthalten. Sorte für alle Verwendungen.
'Szafer': Polnische Sorte vom Arboretum Bolestraszyce. Gekennzeichnet durch den höchsten Zuckergehalt von 16 %, Säuren ca. 2,4 %. In 100 g Obst sind durchschnittlich 58 mg Vitamin C und 160 mg Flavonoide sowie 195 mg Iridoid enthalten. Vollreife Frucht fast schwarz.
'Titus': stark wachsend; hohe bis sehr hohe regelmäßige Erträge. Früchte etwa 2,7 g, Reife ab Mitte September.
'Wydubieckij', im englischsprachigen Raum 'Red Star': Eine sehr ertragreiche ukrainische Sorte mit mittlerem Fruchtgewicht 6,5 g und einem Zuckergehalt 7,5 %. Fruchtreife beginnt in der zweiten Augusthälfte. Verwendung insbesondere für Konserven.
'Władymirskij', 'Wladymirskij': Ukrainische Sorte mit großen Früchten – Durchschnittsgewicht 5–7,5 g. Glänzende, rote und schwarze sowie rote Früchte, voll ausgereift – schwarze, ovalzylindrische Form. Mittlere bis späte Erntezeit – zweite Septemberhälfte. Der Gehalt an Trockenmasse beträgt ca. 20 % des Gewichts der Frucht. Zuckergehalt ca. 8,5 %, Säuren ca. 1,7 %, Pektin 1 %, Vitamin C 142–150 mg/100 g, Anthocyane im Fruchtfleisch 121 mg/100 g und in der Haut 721 mg/100 g. Eine der produktivsten Sorten – von einem 20 Jahre alten Busch lassen bis zu 55–60 kg ernten.
Im polnischen Arboretum Bolestraszyce wurden über ein Dutzend Kornelkirschensorten mit unterschiedlicher Reifezeit, Geschmack und Fruchtform gezüchtet. Die meisten von ihnen haben einen hohen Zuckergehalt, was sie ideal für den Frischverzehr macht. Die beliebtesten von ihnen sind: 'Bolestraszycki', 'Dublany', 'Juliusz', 'Kresowiak', 'Paczoski', 'Raciborski', 'Słowianin', 'Swietłana' und 'Szafer'. Sehr ausführliche Beschreibungen und Vergleiche insbesondere polnischer und ukrainischer Sorten sind auch zu finden in einer englischsprachigen Veröffentlichung der Naturkundlichen Universität Lublin.[12]
In den USA sind die Sorten 'Helen', 'Pioneer', 'Red Star' und 'Elegant' im Handel, andere Quellen führen noch ein anderes Sortenspektrum auf.[7] Das Bundessortenamt rechnet damit, dass in den nächsten Jahren weitere Sorten in den Handel kommen. In Deutschland befassen sich unter anderem die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Bayern und die Humboldt-Universität zu Berlin mit dem Erhalt einiger der vorstehenden Obstsorten, weiterhin mit der Sorte 'Auslese 93/I'. Um einen guten Fruchtansatz zu erhalten, wird empfohlen, zwei Sorten zusammenzupflanzen, wobei als Befruchter auch die Wildart genutzt werden kann.
Auch diese Zuchtformen vertragen kalte Winter und Blütenfröste ebenso wie Hitze und Trockenheit. Trockenstress ist aber einer guten Fruchtqualität abträglich, sodass ggf. Bewässerung notwendig sein kann.[13] Zwar sagen den Kornelkirschen kalkreiche Böden besonders zu, sie gedeihen aber ebenso auf anderen Böden, sofern diese nicht staunass oder verdichtet sind. Es gibt keine Pflanzenschutzprobleme; auch gegen Feuerbrand sind sie immun. Wildverbiss kommt nicht vor.[14]
Ökologische Bedeutung
Die Kornelkirsche ist ein Strauch mit hohem Biodiversitätswert: Ihre Blüten gehören zu den frühesten im Insektenjahr und produzieren „mäßig“ Pollen und „viel“ Nektar (Pollenwert 2 von 4, Nektarwert 3 von 4). Damit bieten sie Honigbienen und mindestens drei Wildbienenarten erste Nahrung. Die Blätter dienen mindestens drei Insektenarten als Raupenfutter. Die im Spätsommer reifenden Früchte komplettieren das Nahrungsangebot der Kornelkirsche, das von mindestens 15 Vogelarten (u. a. Kernbeißer, Dompfaff, Kleiber, Eichelhäher) und 17 Säugetierarten (u. a. Haselmaus, Siebenschläfer, Feldhase, Reh) angenommen wird. Außerdem profitieren nachgewiesenermaßen mindestens elf Schwebfliegen-Arten und elf Käfer-Arten vom Nahrungsangebot der Kornelkirsche. Diese Angaben[15] beziehen sich auf die Wildform, für die verschiedenen Zuchtsorten liegen keine entsprechenden detaillierten Angaben vor.
Auch landschaftsökologisch hat die Kornelkirsche ihren praktischen Nutzen: Als Herzwurzler hat sie ein intensives Wurzelsystem mit starker Adventivwurzelbildung, das erosionsgefährdete Böden gut befestigt. Da sie schnittfest ist und selbst bei starkem Rückschnitt wieder ausschlägt, eignet sie sich auch gut für die verschiedensten Ausprägungsformen von Hecken – für Knicks ebenso wie für Schnitthecken. Bei ungehindertem Wuchs kann sie Wuchshöhen bis etwa 8 Meter erreichen, lässt sich mit gelegentlichem Rückschnitt aber auch leicht auf Wuchshöhen für die heutigen kleinen Gärten halten. Hinzu kommt, dass sie gegen Luftverschmutzung widerstandsfähig sein soll, von keinem bedeutenden Schädling befallen wird und ihre Rinde nicht unter Wildverbiss zu leiden hat. Allerdings gehört sie zu den Bäumen und Sträuchern, die im Herbst am frühesten ihr Laub verlieren.
In Nordrhein-Westfalen warb die inzwischen umstrukturierte Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten (LÖBF) schon im Frühjahr 2000 in Pressemitteilungen für die Anpflanzung von Kornelkirschen. Bereits 1998 hatte sie die Kornelkirsche in einer Pressekampagne zur Pflanze des Monats März gekürt. Sie sei den häufig als Vorfrühlingsblüher angepflanzten, aus Ostasien stammenden Forsythien ökologisch weit überlegen, da sie im Gegensatz zu diesen als wichtige Nahrungsquelle für Insekten, Vögel und Säugetiere dient.[16]
Stattliche Exemplare und Naturdenkmäler
Kornelkirschgehölze erreichen mühelos ein Alter von etwa 100 Jahren. Unter guten Standortbedingungen können sie aber auch weitaus älter werden und sich – wenn es nicht durch Rückschnitt verhindert wird – zu stattlichen Sträuchern und Bäumen entwickeln, die dann oftmals auch als Naturdenkmäler ausgewiesen werden. Der sagenhafte Bericht von einer 800-jährigen Kornelkirsche im alten Rom wird noch übertroffen durch die – zumindest so bezeichnete – 1000-jährige Dirndlstaude im niederösterreichischen Türnitz. In Eisleben-Helfta steht ein über 250 Jahre altes Exemplar mit einem Stammumfang von rund 1,80 Metern.[17] Weitere eindrucksvolle Exemplare stehen am Eingangstor zur Redoute und im Stadtpark in Bonn-Bad Godesberg, im Garten des ehemaligen Klosters Loccum (Niedersachsen), am Abhang des Heidelberger Schlosses, in Bad Wimpfen im Bereich der ehemaligen Kaiserpfalz, im Alten Botanischen Garten von Zürich, in Karlsbad (Karlovy Vary) vor dem 1895 erbauten ehemaligen Kaiserbad und an der Bühne der Kreuzgangspiele Feuchtwangen. Auflistungen weiterer Exemplare deutschlandweit[18] und weltweit[19] sind im Internet zu finden.
Vom Kornelkirschenbaum wurde alles genutzt: Blüten, Blätter, Rinde, vor allem aber das Holz und die Früchte. Zumindest in Deutschland ist die wirtschaftliche Bedeutung stark zurückgegangen; eine Rolle spielen noch die Früchte zur Herstellung von Edelobstbränden.
In dem um 1920 erschienenen Standardwerk Illustrierte Flora von Mittel-Europa von Gustav Hegi heißt es zur Verwendung der Kornelkirschen, sie würden entweder roh oder kandiert genossen oder mit Zucker oder Essig zu Kompott verarbeitet. Auch Marmeladen, Gallerten und Fruchtsäfte ließen sich daraus bereiten. Die Fruchtsäfte seien unter dem Namen Scherbet oder Hoschaf besonders im südöstlichen Europa beliebt, namentlich bei den Türken. Auch als Fischköder würden die reifen Früchte benützt. Aus den Kirschkernen fertigte man preisgünstige Rosenkränze. Die im Kern eingeschlossenen Samen könnten geröstet als Kaffee-Ersatz dienen und würden sich dann durch einen vanilleartigen Geruch auszeichnen. Die Kornellen seien in der Türkei früher auch dazu benutzt worden, den Fez, die traditionelle türkische Kopfbedeckung, rot zu färben.
Stammquerschnitt
Laut Hegi kamen die Kornelkirschen in klimatisch günstigen Jahren bisweilen massenhaft auf den Markt, so in München 1914 und 1918, wobei 1918 das Pfund mit 60 Pfennig bezahlt wurde. Auf dem Balkan sind sie im Herbst noch überall zu finden.
Das sehr dichte und harte Holz des Kornelkirschbaums, das polierbar und schwer spaltbar ist, diente vor allem in der Drechslerei und Wagnerei zur Herstellung von Radspeichen, Zahnrädern für Mühlengetriebe, Holznägeln, Werkzeugen (z. B. Knüpfel) und Werkzeugstielen, Messergriffen, mathematischen Instrumenten und Kämmen. Da es stark schwindet, verlangt es sorgfältiges Trocknen.[3] Daneben wurde es zur Erzeugung von Holzkohle verwendet. Rinde, Holz und Blätter enthalten Gerbstoffe, die zum Färben benutzt wurden. Die Borke mit ihrem 7- bis 16-prozentigen Tanningehalt eignet sich als Lohe zum Gerben.
Gärtnerische Nutzung
Bei der gärtnerischen Nutzung in privaten Gärten, in verschiedensten halböffentlichen Flächen (z. B. Mehrfamilienhaus-Quartiere von Wohnungsunternehmen oder Betriebsgelände) sowie öffentlichen Parks und anderen Grünanlagen sind im Wesentlichen zwei Verwendungen zu nennen:
Auffällig blühendes Ziergehölz zum Winterabschied Viele Menschen lieben den Anblick der ersten, möglichst gelb und spektakulär aufblühenden Ziergehölze im Spätwinter zum ersehnten Abschied von der trüben, dunklen Jahreszeit. Dies hat insbesondere in den USA und Europa zu einer hohen gärtnerischen Popularität und weiten Verbreitung von Forsythien geführt, die aber angesichts ihres geringen ökologischen Werts immer wieder in der Kritik stehen. Als ökologisch deutlich wertvollere Alternative wird dabei an vorderster Stelle in der Regel die Kornelkirsche genannt[20][21], die diesem und den sonstigen gärtnerischen Ansprüchen mittlerweile mit reichblühenden und kleiner bleibenden Sorten auch gerecht werden kann. Als sekundärer Nutzen kommt insbesondere bei Verwendungen in Privatgärten die mögliche Nutzung der Früchte hinzu. Die Sortenauswahl dafür kann sich bedenkenlos zuvorderst an den Fruchteigenschaften orientieren und die Kleinwüchsigkeit als Kriterium hintenanstellen, denn Kornelkirschen gelten generell als trägwüchsig und lassen sich unproblematisch durch gelegentlichen Rückschnitt auf der gewünschten Wuchshöhe halten.
Geschnittene Kornelkirschen-Hecken im Hofgarten MünchenVerwendung für Schnitthecken Schon zur Zeit des Barocks war die Kornelkirsche eine beliebte Pflanze für geschnittene Formhecken. Erhaltene Beispiele sind der 1620 angelegte Hofgarten im Zentrum Münchens, der Südeingang des spätbarocken Parks von Schloss Rheinsberg, der 1811 gegründete Botanische Garten der Universität Breslau in Breslau (Wrocław) und die Hofjägerallee in Berlin, die durch den Tiergarten zur Siegessäule führt. Kornelkirschen lassen sich als ausschließliche Kornelkirschhecken, aber auch gemischt mit anderen Heckengehölzen als Mischhecke anlegen. Bei der Verwendung in Mischhecken ist zu beachten, dass die Kornelkirsche den Wurzeldruck konkurrenzstärkerer Arten nicht so gut aushält und daher in ausreichendem Abstand zu den Nachbarpflanzen anderer Arten gepflanzt werden sollte. Kornelkirschhecken sollten mindestens eine Höhe von 150 cm und eine Breite von 70 cm haben.
Landwirtschaftliche Nutzung
Schatten für Milchvieh
Bei der landwirtschaftlichen Nutzung der Kornelkirsche ist der Anbau zur Fruchtgewinnung die vorherrschende Nutzungsform, die aber im deutschsprachigen Raum keine oder eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Größere kommerzielle Plantagen sind auch in Ländern mit traditionell intensiver Nutzung der Kornelkirsche sehr selten; in Italien, Frankreich, Polen, Tschechien, der Slowakei, Spanien und der Ukraine wird sie überwiegend in kleinbäuerlichem Maßstab in Kleinplantagen/Obstgärten angebaut. Vereinzelt sind im Internet auch speziell auf kleinbäuerlichen bzw. Laien-Anbau ausgerichtete Sortenempfehlungen und sonstige Anbau-Informationen zu finden.[22]
Außerdem kann die Kornelkirsche als robuste und weitgehend trockenheitsresistente Heckenpflanze für die Landwirtschaft eine bedeutende Rolle spielen: Als vollkommen ungiftiges Gehölz kann sie bedenkenlos auch im Bereich von Viehweiden und Pferdekoppeln eingesetzt werden, um den Tieren in Form von Randbepflanzungen und Schatteninseln Windschutz und Schatten zu spenden. Auch in Hecken zur Abgrenzung und als Windschutz von Äckern (Grünlandhecken, Wallhecken, Reddern) sowie in Streuobstwiesen kann sie vorteilhaft eingesetzt werden. In dieser Nutzungsform als Heckenpflanze wird sie aber heute im deutschsprachigen Raum – mit regionalen Unterschieden – eher unsystematisch und sporadisch eingesetzt.
Nutzung in der Landschafts- und Stadtökologie
Kornelkirschsträucher können mit ihrem stark verzweigten und gut durchdringenden Wurzelsystem auch gut als erosionsmindernde und kleinklimatisch wirksame Elemente sowie zur Sicherstellung versickerungsfähiger Flächen (Schwammstadt) eingesetzt werden. In diesen Funktionen und in Kombination mit ihrem Biodiversitätswert sind sie wertvolle funktionale und gestalterische Elemente für die freie Landschaft ebenso wie für urbane Räume.
Verwendung für Speisen und Getränke
Eingemachte Kornelkirschen
Besonders in den ursprünglichen Herkunftsländern im südöstlichen Europa, dem Kaukasus, der Türkei und Westasien werden Kornelkirschen frisch verzehrt und zum Beispiel durch Dörren, Einkochen und Zubereitungen von Sirupen, Gelees, Marmeladen und Sorbets haltbar gemacht. In der Türkei werden sie in traditionellen Lebensmitteln wie Pestil (Fruchtleder) und Tarhana verwendet. In Ostgeorgien werden sie seit Jahrhunderten in der Sonne getrocknet und heißen als Trockenfrucht mit Stein „Kerki“, entsteint „Churcha“. Unreife Kornelkirschen werden in einigen Gegenden auch wie Oliven eingelegt. In mehreren Ländern werden aus Kornelkirschen auch Liköre, Obstweine und Obstbrände hergestellt.[23][10]
Auch im deutschsprachigen Raum, insbesondere in der südlichen Hälfte, findet die Kornelkirsche traditionell für diverse Speisen und Getränke Verwendung und war auch teilweise mit regionalem Brauchtum verknüpft. So gab es z. B. in Baden den Brauch, dass nach Fastnacht der erste FastensonntagInvocabit als „Küchelsonntag“ gefeiert wurde, wobei die Burschen von ihren Mädchen das so genannte „Küechlnastuch“ in Empfang nahmen und mit einem „Küechelstruß“ bewirtet wurden[24]: dünne Blütenzweige der Kornelkirsche, die in Teig getaucht und in kochendes Fett zum Backen gehalten wurden (Marzell, Kräuterbuch, 1922; vgl. „Holderküchle“ vom Schwarzen Holunder). In Österreich ist die traditionelle Herstellung von Obstweinen und Spirituosen aus Kornelkirschen nie abgebrochen; Dirndlbrand gehört dort schon immer zu den begehrtesten Obstbränden. Vom Anfang des 19. Jahrhunderts wird berichtet, dass die im Schatten getrockneten jungen Blätter vermischt mit jungen Sauerkirsch- und wilden Erdbeerblättern einen schmackhaften Tee ergäben.
Die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einsetzende Rückbesinnung auf den Wert von Wildfrüchten hat in Kombination mit dem Aufkommen von gegenüber der Wildform schmackhafteren und verarbeitungsfreundlicheren Sorten zu einer Renaissance der Kornelkirschnutzung geführt, sodass heute zeitgemäße Rezepte[25][26] und Kochbücher[27] zur Verwendung von Kornelkirschen in Printform und im Internet zur Verfügung stehen.
Wenn Zubereitungen aus Kornelkirschen einen längerwährenden Produktions- oder Reifungsprozess (Liköre, nach Olivenart eingelegte Kornellen) benötigen oder als Konserven länger lagerfähig sein sollen (Kompotte), können diese auch ohne Entsteinen der Früchte hergestellt werden, denn im Gegensatz zu Obstarten aus der Gattung Prunus (Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche etc.) enthalten Kornelkirschsteine keine Blausäure, die im Laufe der Lagerzeit ins Fruchtfleisch übergehen könnte.[10]
Verwendung als Heilmittel
Illustration in J. G. Sturms Deutschlands Flora in Abbildungen
Als eine der ältesten Erwähnungen der Kornelkirsche als Heilmittel gilt der Eintrag im arzneikundlichen Werk De materia medica („Über Heilmittel“) von Dioskurides (1. Jahrhundert n. Chr.). Darin empfiehlt er die essbaren und adstringierenden Früchte zur Behandlung von Durchfall und Ruhr sowie eine Zubereitung der Feuchtigkeit aus den grünen Blättern zum Einreiben bei Schuppenflechte.[28]
Die bedeutende Äbtissin und natur- und heilkundige Universalgelehrte Hildegard von Bingen hat in ihrem medizinischen Werk Physica (um 1152) ein Kapitel der Heilkraft der Kornelkirsche gewidmet, dort Erlizbaum genannt. Sie empfahl ein Bad aus einer Kochung von Rinde, Holz und Blättern gegen Gicht sowie die Frucht für den kranken ebenso wie den gesunden Magen (3. Buch, Kapitel 40, textkritische Übersetzung von Marie-Louise Portmann, 1991).
Laut einer Metastudie werden in der traditionellen Medizin des Balkans und Vorderasiens seit mehr als 1000 Jahren insbesondere die Früchte, aber auch Blüten, Blätter und Rinde der Kornelkirsche und daraus hergestellte Arzneimittel zur Behandlung u. a. von Halsschmerzen, Verdauungsproblemen, Masern, Windpocken, Anämie, Rachitis, Leberentzündungen (Hepatitis A) und Nierenbeckenentzündungen verwendet. In der Slowakei werden die Früchte bei Verdauungsstörungen, Fieber und Entzündungen eingesetzt. In der Türkei und Aserbaidschan sind Galenika aus Blättern, getrocknetem Fruchtpulver und getrocknetem Steinfruchtpulver weit verbreitet zur Behandlung von Durchfall, Magen-Darm-Erkrankungen und Hämorrhoiden. In den Ländern Kaukasiens kommen die frischen Früchte und das Samenöl zur Behandlung von schwer heilenden Wunden, Magengeschwüren und Kolitis zum Einsatz. In der traditionellen iranischen Medizin werden die Früchte zur Behandlung von Durchfall, entzündlichen Darmerkrankungen, Fieber, Malaria, Nierensteinen, Harnwegsinfektionen, Krebs und Sonnenstich verwendet.[29] Eine Vielzahl dieser volksmedizinischen Heilanzeigen (Indikationen) insbesondere des Verdauungstraktes sind auch wiederzufinden in der in Teilen nicht ganz unumstrittenen Hildegard-Medizin, die insbesondere im deutschsprachigen Raum bekannt ist.
Die wissenschaftlichen Studien zu den bioaktiven Bestandteilen der Kornelkirsche und deren biologischen und therapeutischen Wirkungen haben sich erst seit 2009 intensiviert. Eine 2020 dazu durchgeführte Metastudie kommt zu dem Fazit, dass die Kornelkirsche mit ihren bioaktiven Bestandteilen wie Phenolen, organischen Säuren, natürlicher Süße, Vitamin C, Pektinen, Carotinoiden und essentiellen Mineralien vermutlich als „Superfood“ zu einer gesunden Ernährung beitragen kann. Die Bestandteile haben antioxidative, antimikrobielle, zellschützende, blutdrucksenkende, darmberuhigende und krebshemmende Wirkungen, wirken Diabetes, Atherosklerose, Adipositas, Glaukom und Fettstoffwechselstörungen entgegen und haben eine schützende Wirkung auf Nervenzellen/Nervensystem, Herz, Leber und Nieren. Diese Wirkungen wurden teilweise durch In-vitro- und In-vivo-Studien bestätigt. Bislang sind allerdings nur wenige klinische Studien zum Nachweis und zur Bewertung der biologischen Wirkungen der Kornelkirsche durchgeführt worden.[23][30]
Verwendung in der Kosmetikindustrie
Kornelkirschfrüchte sind aufgrund ihres hohen Gehalts an bioaktiven Verbindungen auch als Rohstoff für die Kosmetikindustrie von Bedeutung. Dabei spielen die in den Früchten enthaltenen Iridoide eine zentrale Rolle, die starke antibakterielle, entzündungshemmende, beruhigende, antimykotische und krebsbekämpfende Wirkungen aufweisen. Iridoide reagieren auch mit Aminen zu farbintensiven Verbindungen, sodass sie sich als Farbstoffe in der Kosmetikindustrie eignen und auch in Haarfärbemitteln Verwendung finden. Iridoidhaltige Wasser- oder Wasser-Alkohol-Extrakte aus Kornelkirschen können auch zur Abschwächung melaninsynthese-bedingter Hautpigmentstörungen beitragen.[10]
Verwendung als Spazierstock
Ziegenhainer Stock
Große Popularität hat das Holz der Kornelkirsche in Deutschland durch einen Wanderstock gefunden, den Ziegenhainer. Da ihr Holz so fest ist, stellten die Bauern des Dorfes Ziegenhain südöstlich der Universitätsstadt Jena aus den geschälten Ästen besonders haltbare Knotenstöcke her. Sie wurden zunächst von den Jenaer Studenten getragen, kamen dann in Mode und wurden etwa zum Ausgang des 19. Jahrhunderts in ganz Deutschland bekannt. Der von den Studenten getragene Stock, damals Stenz genannt, hatte eine zweifache Verwendung: Einmal als Spazier- und Wanderstock, dann als Bestandteil der damals häufigen studentischen Duelle, und zwar in Händen der Sekundanten.
Die begehrteste Ausführung des Ziegenhainers war der gedrehte Stock. Er erhielt seine charakteristische Form dadurch, dass sich eine Schlingpflanze wie das Geißblatt um einen jungen Stamm oder senkrechten Ast der Kornelkirsche herumwindet und dem Dickenwachstum des Kornelkirschholzes nicht nachgibt, sondern dauerhafte Einschnürungen bewirkt. Für preisgünstigere Exemplare wurde diese spiralförmige Einschnürung handwerklich durch Drechsler nachgeahmt. Manche Einwohner Ziegenhains verdienten gut an der im Jahre 1798 begonnenen Fertigung der Ziegenhainer Stöcke, teilweise wurden Kornelkirschen in der Region eigens zu diesem Zweck angebaut.[31] Laut einem Verkaufskatalog für Studentenutensilien aus den 1920er-Jahren kostete damals ein echter Ziegenhainer 7,50 Mark, ein gedrechselter 5 Mark.
Das niederösterreichische Tal der Pielach war einst eine wirtschaftlich schwache Region, die im Jahr 2003 begonnen hat, ihre einzigartige Kulturlandschaft mit Tausenden freistehender Kornelkirschsträucher zu einer prägenden Tourismusmarke „Pielachtal – Das Dirndltal“ zu entwickeln. Die Dirndl scheint im Pielachtal seit mehr als zehntausend Jahren beheimatet zu sein, ihre traditionelle Verwendung zur Obstbrand-Herstellung geht gesichert bis in die Zeit Maria Theresias (18. Jahrhundert) zurück. Zuchtsorten wurden seit Anfang der 1990er-Jahre gepflanzt.
Im Zuge des Projektes haben sich 2007 drei Erzeuger- und Interessen-Gemeinschaften zur „Dirndl-Edelbrand-Dörrobstgemeinschaft Pielachtal“ (DED) zusammengeschlossen. 2006 und 2007 wurden zahlreiche neue Dirndlsträucher in der Region gepflanzt; der heutige Gesamtbestand wird mit rund 70.000 Sträuchern im gesamten Dirndltal angegeben, davon sind ca. 11.000 für die Fruchtgewinnung nutzbar. Die Dirndl sind damit namensgebend für die Genuss Region Pielachtaler Dirndl und für die gesamte touristische Vermarktung des Pielachtales als „Dirndltal“.[32] Mit dem LEADER-geförderten Projekt „Dirndl-Weiterentwicklung“ geht diese Erfolgsgeschichte seit 2023 in die nächste Runde.[33]
Anbau, Halbkultur, Wildsammlung
Die Kornelkirsche ist in vielen europäischen und vorderasiatischen Ländern bekannt, wobei sehr unterschiedliche Bewirtschaftungsformen vorkommen:
Eingestreute Exemplare in Streuobstwiesen, Grünlandhecken, Wallhecken, Reddern (meist nur partielle oder marginale Beerntung; menschliche Eingriffe nur zur Förderung ihrer Regeneration und ggf. spezifische Schnittmaßnahmen)
Halbkultur (schonende Ernte natürlicher Pflanzenbestände; menschliche Eingriffe nur zur Förderung ihrer Regeneration z. B. durch Nachpflanzungen)
Wildsammlung ohne sonstige menschliche Eingriffe
Kommerzielle Plantagen sind bislang sehr selten, nehmen aber langsam in einigen Ländern wie Georgien zu.[34] In einem Web-Artikel aus 2019 wurde über die damals weltgrößte Kornelkirschplantage bei Nowe in der ukrainischen Oblast Saporischschja mit 12.000 Bäumen auf einer Fläche von 14 ha berichtet.[35] Darüber hinaus werden in Moldawien, Bulgarien, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Slowenien, der Slowakei, der Ukraine, Polen, Deutschland, Österreich, Frankreich sowie den USA und Australien Versuche zu großflächigerem kommerziellem Kornelkirschanbau unternommen. Dabei handelt es sich in der Regel um kleine Pilotpflanzungen auf Flächen von etwa 1 ha, deren Ernteerträge auf lokalen Märkten angeboten werden.[34] Praktische Versuche einer maschinellen Ernte von Kornelkirschen sind bislang nicht bekannt. Einsetzbar – ggf. mit kleineren Modifikationen – wären Erntemaschinen für Steinobstbäume mit ähnlicher Wuchsform, z. B. Olivenernter.[36]
In Italien, Frankreich, Polen, Tschechien, der Slowakei, Spanien und der Ukraine wird die Kornelkirsche überwiegend in kleinbäuerlichem Maßstab in Kleinplantagen/Obstgärten angebaut. Große Bestände aus natürlicher Verbreitung kommen im Iran, in Aserbaidschan und in der Türkei vor.[34] Sie werden überwiegend in Wildsammlung beerntet, darüber hinaus greift der Mensch nur marginal oder gar nicht ein. In der Türkei ist die Erzeugung eher rückläufig und belief sich 2017 auf rund 10.000 Tonnen von rund 700.000 Bäumen[37]; die Erträge werden überwiegend zu Konfitüren und Marmeladen, Fruchtleder, Paste, Sorbet oder Trockenobst verarbeitet.
Ein weiteres Land mit reichlichem Vorkommen von Kornelkirschen ist Georgien, wo sie „shindi“ genannt werden. Sie kommen dort bis zu einer Höhe von 1350 m ü. d. M. vor und bilden in Höhenlagen zwischen 600 und 1000 m ausgedehnte natürliche Bestände, die auf eine Gesamtfläche von 100.000–130.000 ha mit einem Jahresertrag von 700–800 Tonnen Früchte geschätzt werden. Die Gesamtfläche der georgischen Kornelkirsch-Obstgärten betrug laut Agro Census 2004 135 ha mit rund 60.000 Bäumen, weitere rund 150.000 wuchsen in verstreuten Einzelpflanzungen.[38]
Der Ertrag liegt bei Wildsammlung bei 0,5–1 t/ha, während der Ertrag kommerzieller Plantagen 10–15 t/ha übersteigen kann. Es liegen insgesamt nur wenige und teilweise widersprüchliche statistische Zahlen zu Anbauflächen und Marktvolumen von Kornelkirschen aus wissenschaftlichen Artikeln oder Präsentationen auf einschlägigen Konferenzen vor. Die Informationen deuten darauf hin, dass der Anbau in den meisten Ländern mit traditionell intensiver Nutzung der Kornelkirschen zunimmt, aber die Qualität der Früchte aus solchen Quellen oft unbefriedigend ist (uneinheitliche Form, Geschmack, Zucker- und Säuregehalt, oft bitter).[34]
Meliorations- und Pflege-Maßnahmen
Kornelkirschen sind insgesamt anspruchsarme und pflegeleichte Pflanzen. Sie gedeihen gut bei einem Jahresniederschlag von etwa 750 mm, wobei der größte Wasserbedarf im Sommer besteht. Im Laufe der Jahre entwickeln die Sträucher ein stark verzweigtes und gut durchdringendes Wurzelsystem und sind dann relativ trockenheitsresistent. Um einen hohen Ertrag an hochwertigen Früchten zu erzielen, benötigen Kornelkirschen jedoch ausreichend Wasser. Jungpflanzen in der Etablierungsphase, aber auch etablierten Sträuchern – insbesondere für geplante Ernten einer saftigen Frischverzehrsqualität – sollte daher längerer Trockenstress erspart bleiben. Als Bewässerungssysteme bieten sich ober- und unterirdische Tröpfchenbewässerung sowie Überkopfbewässerung an, letztere können bei stärkeren Blütenfrösten auch zur Frostschutzberegnung eingesetzt werden.[13]
Junge Pflanzen wachsen besser, wenn sie leicht beschattet sind, da ihre flachen Wurzeln empfindlich auf Überhitzung reagieren. Daher wird beim Anbau von Kornelkirschen empfohlen, Mulch aus gemähtem Gras, Stroh, Rinde, kompostierten Holzspänen von Nadelbäumen oder Vliesstoff aufzubringen. Sie schützen das flache Wurzelsystem junger Pflanzen vor Austrocknung und begrenzen zusätzlich die Konkurrenz durch Unkraut. Bei der Verwendung von zellulosehaltigen organischen Mulchmaterialien (Rinde, Holzspäne, Stroh) sollte zusätzlich mit Stickstoff gedüngt werden.[13]
Die Kornelkirsche reagiert offensichtlich auf Düngung mit einer größeren Fruchtmasse und einem reichlicheren Wachstum. Am besten wird sie organisch gedüngt, obwohl die Düngung mit Kunstdünger ebenso wirksam ist und keine negativen Nebenwirkungen hat. Langzeitversuche zur Wirkung der Düngung von Kornelkirschen auf ihr Wachstum und ihren Ertrag fehlen noch.[13]
Kornelkirschen können in Form von Sträuchern oder Bäumen gezogen werden, wobei die Wahl der Form von der geplanten Erntemethode abhängt. Wenn die Früchte nach dem Fallen auf den Boden gesammelt werden, können die Pflanzen in Form von Sträuchern angebaut werden. Bei der Planung einer maschinellen Ernte sollte die Krone auf einem kurzen Stamm (50–70 cm) mit einer breiten, becherförmigen oder konischen Krone geformt werden. Dies ermöglicht den Einsatz von Vibrationserntern. Die Pflanzen vertragen Schnittmaßnahmen sehr gut. In den ersten 2–4 Jahren wird kein Schnitt durchgeführt oder es werden nur beschädigte Zweige entfernt. In den folgenden Jahren werden überschüssige einjährige Triebe entfernt, um die Krone zu auflockern. Der Schnitt wird am besten im Februar/März durchgeführt, bevor der Saftfluss beginnt, da die Pflanzen sonst „bluten“.[13]
Ernte
Reife Kornellen und nächstjährige Knospen
Da die Kornelkirschen als Teil ihrer Überlebensstrategie verteilt über einen längeren Zeitraum blühen, zieht sich auch ihre Fruchtreifung über einen längeren Zeitraum hin, sodass die Ernte in der Regel 20 bis 30 Tage dauert, in manchen Fällen jedoch sogar bis zu 52 Tage. Die Früchte reifen zeitversetzt und fallen spontan ab, wenn sie vollständig gefärbt (die Wildform und rotfruchtige Sorten werden dunkel- bis schwarzrot) und weich sind. Die Reifung wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst, darunter genetische Merkmale, Klima, Mikroklima, Bodenbeschaffenheit, Höhe über dem Meeresspiegel, Lage der Anbaufläche, Bodenfeuchte und Sonneneinstrahlung. Die Kornelkirsche reift in der Regel von Ende Juli bis Oktober, am besten bei einer durchschnittlichen Tages-Temperatur von 18–23 °C.[36] Die gestreckte Reifezeit ist hinderlich im Hinblick auf eine mögliche maschinelle Ernte, wobei sich insbesondere einige ukrainische Sorten durch kürzere Reifezeiten und damit entsprechend bessere Maschineneignung auszeichnen.[12] Praktische Versuche einer maschinellen Ernte sind bislang nicht bekannt. Einsetzbar – ggf. mit kleineren Modifikationen – wären Erntemaschinen für Steinobstbäume mit ähnlicher Wuchsform, z. B. Olivenernter.
Der optimale Pflückzeitpunkt für Kornellen richtet sich nach der beabsichtigten Verwendung: Früchte, die bereits eine intensive, leuchtend rote Färbung aufweisen, aber noch fest und saftig sind, eignen sich für die Herstellung von Kompott und kandierten Früchten. In diesem Reifestadium lässt sich das feste Fruchtfleisch am leichtesten vom Stein trennen. Wenn das Fruchtfleisch später im fast überreifen Zustand weich geworden ist, lässt es sich nicht mehr vom Stein zu trennen, ohne seine Struktur zu beschädigen. In diesem (z. B. für die Fruchtwein-Bereitung optimalen) Reifestadium sind die Früchte süßer, und Wildfrüchte verlieren dann oft auch ihre adstringierende Säure. Einige Sorten zeichnen sich dadurch aus, dass sich das Fruchtfleisch leichter vom Stein trennen lässt.[10]
Auf keinen Fall sollten bei der Ernte Äste stark geschüttelt oder gar mit langen Stangen in die Sträucher geschlagen werden, da dadurch der Blütenansatz für das nächste Jahr geschädigt wird, der sich bereits ab Mitte August entwickelt. Zur Vereinfachung des Aufsammelns breitet man vorher feinmaschige Netze oder Vlies unter dem Kornelkirschgehölz aus. Kornelkirschen zeigen im Gegensatz zu Kultur-Apfel- oder Kultur-Birnen-Sorten keine Alternanz (im zweijährlichen Rhythmus abwechselnd stärkerer und magerer Fruchtbehang).[36]
Vermehrung
Kornelkirschensämling
Angesichts der guten Verfügbarkeit von Kornelkirsch-Jungpflanzen im lokalen Handel oder im Versandhandel besteht in der Regel für Laien keine gesteigerte Notwendigkeit, Kornelkirschen selbst zu vermehren. In der Literatur werden für den Laienbereich mehrere Vermehrungstechniken[39][16][40] angegeben bzw. behandeln auch die kommerzielle Vermehrungspraxis[41]:
Durch Absenker, d. h. niedrig wachsende Zweige werden durch einen Haken auf den Boden gezwungen, bis sie Wurzeln gebildet und angewachsen sind und dann abgetrennt werden können. Dies ist die am ehesten erfolgreich von Laien anwendbare Technik.
Durch Stecklinge von noch weichem Holz, die im Mittsommer geschnitten und dann in Pflanzerde gesetzt werden. Die Kornelkirsche zählt jedoch zu den Pflanzen, die sehr schwache Wurzeln aus Stecklingen entwickeln. Einige Quellen empfehlen daher auch eine Behandlung mit Wuchsmitteln (Auxine).[16]
Durch Wurzelschnittlinge, wobei von einer Mutterpflanze bleistift- bis fingerstarke Wurzelabschnitte abgetrennt, in ca. 8 cm lange Teilstücke zerschnitten und in feuchtem Substrat zum Wurzeln und Austreiben gebracht werden.
Durch Samen, wobei sie zur natürlichen Keimung mindestens einen, meist zwei Winter benötigen (Keimruhe). Die Keimruhe kann durch mechanische und chemische Vorbehandlung der Samen sowie Stratifikation verkürzt werden. In der Literatur werden dazu ebenso wie zu Aussaatterminen uneinheitliche Empfehlungen gegeben.
Durch Veredelung, wobei in der Regel hybride Zuchtsorten durch Okulation oder Kopulation auf wilde Wuchsunterlagen (der eigenen Art oder auch des Seidenhaarigen Hartriegels (Cornus amomum)) veredelt werden.
Die Kornelkirsche wächst nur langsam. Wann eine Jungpflanze erstmals fruchtet, ist stark abhängig von der Vermehrungsmethode.[41]
Zeugnisse aus der Vorgeschichte und der Antike
Es wurden fossile Reste der Gattung Cornus, die schon aus der jüngeren Kreidezeit stammen, und auch mehrere Arten aus dem Tertiär gefunden.[42] In Italien hat man in stein- und bronzezeitlichen Pfahlbauten häufig Kornelkirschkerne gefunden. Die Kornelkirsche war im Welschland offenbar so stark verbreitet, dass sie auch welsche Kirsche genannt wurde. So heißt es in Zedlers Universal-Lexicon von 1733, „daß die Cornellen in Ober-Teutschland annoch Welsche Kirschen heissen“.[43] Weiter heißt es dort: „Dieser Baum wird in denen Gärten und Lust-Höfen unterhalten“. Nachweislich wird in Deutschland die Kornelkirsche schon seit Beginn des Mittelalters angepflanzt, so in den Klostergärten der Benediktiner. Schon die bedeutende Äbtissin und natur- und heilkundige Universalgelehrte Hildegard von Bingen (1098–1179) empfahl sie gegen Gicht und für den Magen. Eine Anzahl weiterer Nachweise für die Bezeichnung stammt aus dem 16. Jahrhundert. So ist für England, wo die Kornelkirsche nicht heimisch ist, bereits für 1551 ein Exemplar in Hampton Court Palace bei London, dem damaligen Sitz des Königs, nachgewiesen.
Schon in italienischen Pfahlbauten der Jungsteinzeit und Bronzezeit, ebenso in Österreich hat man Kerne der Kornelkirschen gefunden, und zwar ganze Schichten. Offenbar waren sie ein wichtiger Teil der damaligen Nahrung.[44] Daneben machte man sich das feste, elastische Holz zunutze. Dies wird besonders deutlich in den großen Mythen des Altertums. So war laut dem griechischen Schriftsteller Pausanias das Trojanische Pferd, mittels dessen Odysseus und seine Gefährten Troja eroberten, aus dem Holz der Kornelkirsche gezimmert. Auch der legendäre Bogen des Odysseus, den nur er spannen konnte, soll aus diesem Holz gefertigt worden sein. Die Kornelle wurde auch in der Schweinemast verwendet. So heißt es bei Homer im 10. Gesang der Odyssee in der Szene, in der die Zauberin Kirke einen Teil der Gefährten des Odysseus in Schweine verwandelt:
Weinend ließen sie sich einsperren, da schüttete Kirke ihnen Eicheln und Buchenmast und rote Kornellen vor, das gewöhnliche Futter der erdaufwühlenden Schweine.[45]
Aus dem Trojanischen Krieg wird eine grausige Geschichte berichtet: Der Herrscher Thrakiens ließ Polydoros, den jüngsten Sohn des Priamos, des Königs von Troja, umbringen. Seine Krieger streckten mit ihren Speeren, die, wie damals üblich, aus dem Holz der Kornelkirsche gefertigt waren, den wehrlosen Polydoros nieder. Doch die Schäfte der Mordwaffen schlugen Wurzeln und vom Blut des unbestatteten Jünglings genährt, konnte selbst noch das tote Holz der Speere ergrünen. Ein Kornelkirschenstrauch wuchs daraus heran. Später landete Aeneas, der mit wenigen Gefährten dem Massaker von Troja entkam, auf seiner Flucht zunächst an der Küste Thrakiens. Dort wollten sie als erstes den Göttern opfern. Für das nötige Brennholz bot sich ein Dickicht aus Kornelkirschen an. Als sie jedoch die ersten Äste brachen, quoll Blut daraus. Als weiteres grausiges Zeichen hörten sie dann eine Stimme, die sich als Geist des Polydoros zu erkennen gab. Genau hier war der Mord geschehen.[46]
Im Altertum erhielt das Holz der Kornelkirsche militärtechnische und letztlich historische Bedeutung, als König Philipp II. die Phalanx als neue Schlachtordnung der makedonischen Infanterie etablierte. Deren bis zu sechs Meter lange Lanzen (Sarissen) konnten nur aus diesem speziellen Holz gefertigt werden; der erfolgreiche Einsatz der Phalangen gegen die persischeKavallerie wurde zu einem wesentlichen Faktor, der Philipps Sohn, Alexander dem Großen, seine Eroberungen ermöglichte.
Wegen seiner Festigkeit und Zähigkeit war das Holz des Kornelbaums wie kaum ein anderes zur Herstellung von Speeren und Lanzen geeignet. Bei den alten Griechen und Römern war diese Verwendung so üblich, dass verschiedene Dichter des Altertums in ihren Metaphern nicht mehr von der Lanze sprachen, sondern von der Kornelkirsche, die der Krieger dem Feind entgegenschleuderte. So auch Ovid in seinen in den Jahren 2–8 n. Chr. entstandenen Metamorphosen. Statt schlicht schwang die Lanze zu sagen, heißt es in der sehr wortgetreuen Übersetzung von Johann Heinrich Voß aus dem Jahre 1798: „schwang die mit Erz vorblinkende Last der Kornelle.“ An anderer Stelle spricht er etwas verständlicher vom kornellenen Schaft. In einer neueren Übersetzung des 12. Buchs (Die Lapeten und Zentauren) ist zu lesen: „Grad ins Gesicht er gebohret die ungestählte Kornelle.“ Gemeint ist eine Lanze aus Kornelkirschenholz ohne stählerne Spitze.
In Ovids Schilderungen des Goldenen Zeitalters (Metamorphosen, VIII, 611) ernährt sich die bessere und friedlichere Hälfte der Menschheit von Erd- und Brombeeren sowie von Kornellen. Als die Götter Zeus und Hermes unerkannt bei dem alten Ehepaar Philemon und Baucis einkehren, setzen diese ihnen eingemachte Kornelkirschen vor.
Nach römischer Überlieferung hat noch zur Zeit von Kaiser Caligula (37–41 n. Chr.) auf dem Palatin ein uralter Kornelkirschenbaum gestanden. Dieser soll seinen Ursprung darin gehabt haben, dass bei der sagenhaften Gründung Roms durch die Zwillinge Romulus und Remus im Jahre 753 v. Chr. Romulus seine Lanze als Grenzzeichen für die Stadt in den Boden stieß. Diese war, wie damals üblich, aus dem Holz der Kornelkirsche gefertigt. Die Lanze soll dann – als Zeichen für die geglückte Gründung – ausgeschlagen sein und sich zu dem Baum entwickelt haben. Auch andere römische Städte sollen auf ähnliche Weise von den römischen Auguren mit einem Stab aus Kornelkirschenholz als Ausrichtungspunkt gegründet worden sein.
Der Gordische Knoten war aus einem Seil aus dem Bast der Kornelkirsche geknotet.
Sprachgeschichte
Der botanische Name der Kornelkirsche ist Cornus mas, was sich mit männlicher Hornstrauch übersetzen lässt. Schon die Römer nannten den Strauch oder Baum cornus (Genitiv: corni, auch cornūs), der aber wie alle Bäume im Lateinischen feminin war, wogegen die Frucht cornum (Genitiv: corni) hieß und vom grammatischen Geschlecht neutrum war. Für die Frucht gab es daneben noch die Verkleinerungsformen cornulium (Genitiv: cornulii, neutrum) und cornulia (Genitiv: cornuliae, feminin). Eine Anzahl römischer Schriftsteller wie Horaz, Ovid, Plinius der Ältere und Vergil erwähnen die cornus. Warum die Römer den Strauch so nannten, ist umstritten. Meist ist zu lesen, die Bezeichnung komme von cornu (Horn), und zwar in der Regel mit der Begründung, das harte Holz der Kornelkirsche sei so fest und zäh wie Horn; so schon Zedlers Universal-Lexikon von 1733: „weil die Äste dieses Baums dem Horne und dem Hirnschädel an Härte gleich kommen“. Bereits 1852 lehnte Georg Christoph Wittstein in seinem Etymolog.-botan. Handwörterbuch den Zusammenhang von cornu mit Horn ab. Das Etymologische Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen[47], das sich eingehend mit der verwickelten Sprachgeschichte von cornus befasst, weist auf die Verwandtschaft der römischen Bezeichnung mit der griechischen für Kornelkirsche und Hartriegel hin, nämlich krános und Kirni, dem Namen für die Gottheit der Kirschbäume. Es bestünde vielleicht auch eine Verwandtschaft zu der griechischen Bezeichnung für Kirschbaum, kérasos. Weiter wird auf die Möglichkeit verwiesen, dass im antiken Schrifttum teilweise statt der Kornelkirsche die Vogel-Kirsche (Prunus avium) gemeint gewesen sei. Laut Meyers Großem Universallexikon, Ausgabe 1983, leitet sich Kornelkirsche (zweite Silbe lang und betont) vom althochdeutschen cornilbaum ab, der seinerseits vom mittellateinischen corniola herrührt. Dieser wiederum komme von der lateinischen Bezeichnung cornum, cornus für den Kornelkirschenbaum. In älteren Gartenbüchern wiederum ist zu lesen, der Name käme vom vulgärlateinischencornolium oder corneolus für Kornelkirsche.
Deutsche Bezeichnungen
Zedlers Universal-Lexicon von 1733 führt folgende deutsche Bezeichnungen auf:[48]
für die Kornelkirsche als Baum: Cornel-Baum, Cornel-Kirschen-Baum, Welscher Kirschen-Baum, Kurbeer-Baum, Dierlein-Baum, Dörnlein, Horlizgen-Baum, Cornelius-Kirschen-Baum, Cörner-Baum, Tierlein-Baum;
Das 1993 in Radebeul erschienene Werk Obstsorten von Gerhard Friedrich und Herbert Petzold nennt für die Kornelkirsche andere deutsche Namen, beispielsweise:
Unklar ist die Herkunft der viel verwendeten Bezeichnungen Herlitze und Dirlitze mit ihren verschiedenen Abwandlungen (unter anderem Dierlibaum, Dirndstrauch und – vor allem in Österreich – Dirndl). Eventuell ist die Bezeichnung Dirlitze von den slawischen Wörtern drijen (kroat.), dren (slow.), drieň (slowak.), dereń (polnisch) beziehungsweise dřín (tschech.) abgeleitet; schließlich waren Kroatien, Slowenien, Slowakei und Tschechien lange Zeit Bestandteil der österreichisch-ungarischen Monarchie. In der Schweiz scheint neben Kornelkirsche auch Tierlibaum üblich zu sein; so trägt ein sehr betagtes Exemplar im Alten Botanischen Garten von Zürich die Bezeichnungen: Cornus mas – Kornelkirsche – Tierlibaum.
Nach dem Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm von 1873 ist das Wort Herlitze stufenweise aus dem Wort Kornelle, also Kornelkirsche, entstanden. Andere Namen waren danach Korlesbeere und Kürbeere.
Die verwickelte Sprachgeschichte von Cornus mas und Kornelkirsche zeigt sich besonders deutlich am Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen von Heinrich Marzell, 1943, das diesem Stichwort trotz einer Vielzahl von Abkürzungen neun Spalten widmet. Dort sind auch die Jahreszahlen für die ersten Erwähnungen der verschiedenen Bezeichnungen einschließlich Quellenangaben zu finden.
Die Frucht wurde in einigen deutschen Gegenden, so in Thüringen, auch Judenkirsche genannt, mundartlich, vor allem in der Schweiz, auch Judechriesi. Die verbreitetsten Namen waren aber wohl immer Kornelle und Kornelkirsche oder -beere in den verschiedensten Schreibweisen. Schon für das 18. Jahrhundert bezeugt sind die Bezeichnungen Fürwitzel und Zisserle. Die Erstere soll offensichtlich ausdrücken, dass dieser Baum vorwitzig ist, nämlich am frühesten von allen Obst tragenden Gehölzen blüht. Die Bezeichnung Zisserle in den verschiedenen Formen scheint im Fränkischen und Schwäbischen verbreitet zu sein.
In Siebenbürgen heißt die Frucht Terne, die gleiche Bezeichnung ist auch im Rheinischen Wörterbuch zu finden.
Heute wenig bekannt ist der schon 1790 erwähnte Name Ruhrbeerstrauch beziehungsweise Ruhrkirsche. Die Früchte fanden früher Anwendung als Mittel gegen die rote Ruhr (durch Bakterien hervorgerufene, oft epidemisch auftretende Diarrhoe).
Schwierigkeiten macht auch die Betonung der Bezeichnung Kornelkirsche. In der Literatur liegt die Betonung, soweit sie überhaupt angegeben wird, überwiegend auf der zweiten Silbe, wobei diese jeweils als lang gesprochen aufgeführt ist. Dagegen macht schon das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm (5. Band, 1873) darauf aufmerksam, dass Kornelbaum anscheinend teils auf der ersten, teils auf der zweiten Silbe betont wird. Legt man Zedlers Universal-Lexicon von 1733 zugrunde, spricht alles für eine Betonung auf der zweiten Silbe. Dort sind die Stichworte Corneel-Beere, Corneel-Kirsche, Corneel-Kirschen-Baum sowie Cornelius-Kirschen, Cornelius-Kirschen-Baum, Cornell-Kirsche, Cornelle aufgeführt, deren Schreibung anzeigt, dass damals die zweite Silbe betont wurde, wenn auch einmal lang und einmal kurz.
Auch im französischen cornouille und spanischen cornejo (jeweils Kornelkirsche als Frucht) wird die zweite Silbe betont. Im italienischen córniolo (der Baum) und córniola (die Frucht) liegt jedoch die Betonung auf der ersten Silbe (allerdings ist dort auch die Betonung der zweiten Silbe zulässig (-nio- ist eine Silbe, nicht zwei) und die einzig gebräuchliche Betonung); andernfalls ist damit der Schmuckstein Karneol (cornióla oder cornalina) gemeint. Das englische Wort corneltree wird ebenfalls auf der ersten Silbe betont. Laut The Oxford English Dictionary, Ausgabe 1933, ist cornel in England schon seit dem 16. Jahrhundert in Gebrauch und in den verschiedenen Schreibweisen aus dem Deutschen (von cornel-baum) übersetzt. Das deutet wiederum darauf hin, dass die frühen deutschen Formen wie cornel-baum, churnelbere, quirnilberi ebenfalls auf der ersten Silbe betont wurden.
Möglicherweise leitet sich Kornel vom italienischen corniolo ab, das in der Regel auf der ersten Silbe betont wird. Auch das mundartliche italienische Wort crógnolo für Kornelkirsche hat die Betonung auf der ersten Silbe. Im Deutschen scheint eher die zweite Silbe betont zu werden, allerdings dann meist kurz gesprochen.
In den skandinavischen Sprachen – Dänisch, Norwegisch, Schwedisch – wird jeweils die zweite Silbe betont und meist kurz gesprochen. Dort ist der Begriff Kornel relativ häufig. Mit Kornel (dänisch) beziehungsweise kornell (norwegisch und schwedisch) wird dort sowohl die Gattung Hartriegel (Cornus) als auch die Familie der Hartriegelgewächse (Cornaceae) bezeichnet. Es wurde in den verschiedenen Formen und Ableitungen immer die zweite Silbe betont. Das ging so weit, dass die erste Silbe sogar teilweise weggefallen ist, wie sich aus Namen wie Nelius, Nehl, Nelle, Nelissen ergibt. Diese Formen zeigen auch, dass für die Silbe nel die kurze und die lange Aussprache nebeneinander existieren.
Literatur
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