Kontinentalklima

Klimate der Erde nach Wärmehaushalt/Kontinentalität:[1]
Jahresschwankungen der monatlichen Durchschnittstemperaturen:
  • hochkontinentale Klimate (über 40 °C)
  • kontinentale Klimate (zwischen 20° und 40 °C)
  • maritime Klimate (zwischen 10° und 20 °C)
  • hochmaritime Klimate (unter 10 °C)
  • (Tropische Klimate)
  • Als Kontinentalklima (Landklima) bezeichnet man den Temperaturverlauf verschiedener Klimatypen außerhalb der Tropen, die sich durch jahreszeitlich bedingte große Temperaturschwankungen über 20 °C der monatlichen Durchschnittstemperaturen auszeichnen.

    In den Mittelbreiten und Subtropen sind heiße Sommer und kalte Winter dafür typisch. Das Kontinentalklima wird allgemein dem Seeklima (oder ozeanischen/maritimen Klima) gegenübergestellt. Verglichen mit letztgenanntem erhalten Regionen mit Kontinentalklima nur geringen Niederschlag, meistens mit einem deutlichen Maximum im Sommer. Kontinentale Klimate finden sich nur in außertropischen Klimazonen, weil die für kontinentale Klimate bestimmende große Schwankung im Temperaturverlauf des Jahresgangs in den Tropen nicht vorkommt. Jahreszeitlich bedingte Temperaturschwankungen sind dort unabhängig von der Entfernung zu den Ozeanen nur gering ausgeprägt.

    Je weiter man ins Innere eines Kontinents kommt, desto geringer wird der ausgleichende Einfluss der Meere, die aufgrund der hohen spezifischen Wärmekapazität des Wassers einen enormen Wärmespeicher darstellen, während die Wärmekapazität des Erdbodens durch den Wärmewiderstand und fehlende Vermischung von der Oberfläche abgekoppelt ist. Gleichzeitig sinkt sowohl die Zahl der Wolken als auch der Feuchtigkeitsgehalt der Atmosphäre stark. Kontinentalität bezeichnet die Größe, die angibt, inwieweit eine Region vorgestellte typische Merkmale kontinentalen Klimas aufweist. Es gibt verschiedene Vorschläge, sie in Form von Kontinentalitätsgraden zu indizieren oder quantifizieren.[2][3]

    „Helle Lärchentaiga“ in Ostsibirien: Region mit typisch kontinentalem Klima

    An Gebirgen auf dem Weg vom Meer ins Kontinentinnere sinkt die Windgeschwindigkeit, zudem werden die Wolken zum Aufsteigen gezwungen und können durch die folgende Abkühlung nicht mehr so viel Wasserdampf halten. Asien hat durch seine große Ausdehnung und die stark gegliederte Landschaft Anteil an mehreren Klimazonen, doch am meisten am Kontinentalklima. Zwischen den extremen Sommern und Wintern liegen – oft nur kurze – Übergangsjahreszeiten. Groß sind auch die täglichen Temperaturgegensätze. Der Kältepol liegt im Nordosten Sibiriens (sowohl Oimjakon als auch Werchojansk), doch sind die Winter auch in Zentralasien wegen der geringen Bewölkung und nächtlicher Abstrahlung kalt. Dort, wo die großen Wüsten weit nach Norden reichen, dürften die größten Temperaturunterschiede im Tages- und Jahresverlauf auftreten. Demgegenüber stehen Süd- und Südostasien unter dem Einfluss des Monsuns, der einen Zyklus von feuchten und trockenen Jahreszeiten bewirkt. Auslöser sind die winterkalten Landmassen Nordasiens, wo sich ausgeprägte Hochdruckgebiete entwickeln können.

    Aufgrund der vergleichsweise kleinen Landmassen der Südhalbkugel (mit Ausnahme des antarktischen Kontinents) finden sich in Südamerika und Südafrika nach der Festlegung von Siegmund und Frankenberg nur schmale Streifen eines schwach ausgeprägten Kontinentalklimas.

    Siehe auch

    Literatur

    • Julius F. von Hann: Handbuch der Klimatologie. Band 3. BoD–Books on Demand, 2012, ISBN 978-3-86444-582-8.

    Weblinks

    Wiktionary: Kontinentalklima – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

    Einzelnachweise

    1. abgeleitet aus „Klimate der Erde“ nach Alexander Siegmund und Peter Frankenberg (effektive Gliederung) aus Westermann Kartographie (Hrsg.): Diercke Weltatlas. 1. Auflage 2008, Bildungshaus Schulbuchverlage, Braunschweig 2009, ISBN 978-3-14-100700-8, S. 226–227.
    2. Wilhelm Kuttler: Klimatologie (= Heinz Heineberg [Hrsg.]: Grundriss Allgemeine Geographie). Ferdinand Schöningh – UTB, 2009, ISBN 978-3-8252-3099-9, S. 148–151.
    3. Kontinentalität. In: Lexikon der Geographie. Spektrum Akademischer Verlag, abgerufen am 19. November 2017.

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