Konservatorium
Konservatorium (italienisch conservatorio, aus lateinisch conservare ‚bewahren‘) ist eine Einrichtung für die Ausbildung von Musikern und Musikpädagogen.
Konservatorien im Hochschulrang heißen in Deutschland oft Hochschulen für Musik, in der Schweiz Konservatorium, Musikhochschule oder -akademie. In Österreich findet die staatlich anerkannte Berufsausbildung für Musiker an Universitäten für Musik und darstellende Kunst, Privatuniversitäten und Konservatorien mit Öffentlichkeitsrecht statt. An Konservatorien können staatlich anerkannte Diplome erworben werden.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Geschichte
- 2 Nationales
- 3 Liste von Konservatorien und Musikhochschulen
- 3.1 Belgien
- 3.2 Bulgarien
- 3.3 Dänemark
- 3.4 Deutschland
- 3.5 Frankreich
- 3.6 Georgien
- 3.7 Griechenland
- 3.8 Italien
- 3.9 Kasachstan
- 3.10 Lettland
- 3.11 Litauen
- 3.12 Mexiko
- 3.13 Niederlande
- 3.14 Österreich
- 3.15 Polen
- 3.16 Portugal
- 3.17 Rumänien
- 3.18 Russland
- 3.19 Schweiz
- 3.20 Schweden
- 3.21 Spanien
- 3.22 Tschechien
- 3.23 Vereinigtes Königreich
- 3.24 Ukraine
- 3.25 Vereinigte Staaten
- 3.26 Volksrepublik China
- 3.27 Ägypten
- 4 Siehe auch
- 5 Literatur
- 6 Weblinks
- 7 Einzelnachweise
Geschichte
Der Ausdruck stand ursprünglich für die Waisenhäuser (Kinderbewahranstalten) in Neapel und später ganz Italien. Im 16. Jahrhundert gab es vier davon, die verschiedenen Kirchen zugeordnet waren. Nicht nur Knaben, sondern auch die Mädchen in den Konservatorien bekamen von den besten Komponisten der Stadt Gesangsunterricht (obwohl es Frauen in jener Zeit verboten war, in Kirchen zu singen). Sie waren die ersten professionellen Sängerinnen. So ging der Name mit der Zeit auf die musikalische Ausbildung über.
Bedeutende Konservatorien entstanden Ende des 18. Jahrhunderts und vor allem im 19. Jahrhundert in Paris (1795), Prag (1811), Wien (1819), Leipzig (1843), München (1846), Berlin (1850), Köln (1850), Dresden (1856), Stuttgart (1857), Frankfurt (1878) sowie in Sankt Petersburg (1862).
Heute ist ein Konservatorium eine hochschulartige Ausbildungsstätte für alle Sparten der musikalischen Berufs- und Laienausbildung.
Nationales
Österreich
| Konservatorium Schulform | |
|---|---|
| Staat | Österreich |
| ISCED-Ebene | 4B |
| Klassifikation (national) | /Musikschulen und Konservatorien (29.5–3903)[1] |
| Schulträger | Bundesländer, sonstige Schulträger |
| Voraussetzung | Begabung |
| Dauer | nach Begabung Stufen: – (15., Besuch außerhalb der Regelschulzeit) Regelalter ab 15 |
| Schulabschluss | Sonstige abschließende Prüfung (Berufsdiplom) |
| Sonderform | Konservatorium für Kirchenmusik (3903) |
| teilweise auch Studiengänge und Meisterklassen (ISCED 5B) | |
|
| |
Das Konservatorium ist in Österreich eine Schulform für die Ausbildung zum Berufsmusiker oder vorbereitend zum Musiklehrer.
Das Konservatorium bietet eine vertiefte, umfassende Ausbildung in Beherrschung eines Musikinstruments und Gesang, sowie den mit der Musik in Verbindung stehenden Künsten (wie Musiktheater, Tanz), sowie musikkundlichen und musiktheoretischen Inhalten.
Konservatorien bauen auf der Ausbildung in einer Musikschule, als Regelschule mit musikalischem Schwerpunkt oder nebenschulische Musikschule im engeren Sinne auf. Besonders der für die von den geführten Musikschulen erarbeitete österreichische Lehrplan (-Lehrplan)[2] fungiert auch als Vorbereitung für einen Konservatoriumsbesuch.
Konservatorien und Konservatorium für Kirchenmusik sind Schulformen (Lehrpläne) der Schulart Musikschulen und Konservatorien innerhalb der Schulsparte (SBS), werden formal der 15. Schulstufe (0. Klasse, Abschlussstufe 15, ISCED-Level 4B postsekundar, Lehrplancode 3903 resp. 3902) zugeordnet.[1]
Der Bildungsabschluss ist eine Berufsbefähigung (Berufsdiplom).[3] Dieser ist im Allgemeinen Voraussetzung für den beruflichen Eintritt in ein Orchester oder anderes Ensemble, oder den Besuch einer Meisterklasse.
Für Schüler, die ein Konservatorium besuchen, also intensiv Musik erlernen, gibt es auch die Spezialform des Oberstufenrealgymnasiums für Studierende der Musik, die den allgemeinbildenden Abschluss und die Hochschulreife (Matura) ergänzen, für den Beginn eines Hochschulstudiums im musikalischen Fach (Konzertfach oder Lehrberuf). Diese werden als Zweige von Gymnasien in Zusammenarbeit mit örtlichen Konservatorien geführt.
Erhalten werden die Konservatorien öffentlichen Charakters von den Bundesländern (Landeskonservatorium), daneben gibt es etliche Privatschulen anderer Schulträger, mit Öffentlichkeitsrecht.
Mit der (Voraussetzung eines Hochschulabschlusses für alle Lehrberufe) kann am Konservatorium (als Schulform) kein Berufsabschluss im pädagogischen Fach mehr erreicht werden. Daher bieten heute viele Konservatorien auch Studiengänge an, und sind insoferne schon dem Hochschulsektor zuzuordnen. Solche Studien umfassen beispielsweise Komposition, Dirigieren, Tanz, Schauspiel oder Musiktheater.[3]
Liste von Konservatorien und Musikhochschulen
Belgien
- Königliches Konservatorium Brüssel
- (Löwen)
- (Namur)
Bulgarien
- Nationale Musikakademie „Prof. Pantscho Wladigerow“(auch als Staatliches Konservatorium bekannt)
Dänemark
- Königlich Dänisches Konservatorium für Musik Kopenhagen
- Staatliche Hochschule für Musik Aarhus
- Staatliche Hochschule für Musik Aalborg
- Rhythmische Musikhochschule Kopenhagen
Deutschland
Frankreich
Georgien
Griechenland
Die bedeutendsten Konservatorien des Landes sind das Athener Konservatorium und das mit Niederlassungen im ganzen Land. Des Weiteren gibt es auf den Ionischen Inseln zahlreiche weitere Konservatorien die als Ionische Schule bezeichnet werden. Siehe auch: Griechisches Konservatorium.
Italien
In Italien gibt es insgesamt 57 Konservatorien einschließlich der mit ihnen gleichgestellten Musikschulen.
- siehe auch Ospedali Grandi in Venedig
Kasachstan
- Kasachisches Nationalkonservatorium (Almaty)
Lettland
- (Riga)
Litauen
- Konservatorium Kaunas (Kaunas)
- Konservatorium Klaipėda (Klaipėda)
- Konservatorium Šiauliai (Šiauliai)
- Konservatorium Panevėžys (Panevėžys)
- Konservatorium Vilnius (Vilnius)
Mexiko
- (Mexiko-Stadt) (Instituto Nacional de Bellas Artes)
- (Mexiko-Stadt) (Universidad Nacional Autónoma de México)
- (Mexiko-Stadt) (Instituto Nacional de Bellas Artes)
- (Monterrey)
- (Xalapa) (Universidad Veracruzana)
Niederlande
- ArtEZ Conservatorium (Arnhem / Zwolle / Enschede)
- Conservatorium Haarlem (Haarlem)
- Conservatorium van Amsterdam (Amsterdam)
- Conservatorium Maastricht (Maastricht)
- Fontys Conservatorium (Tilburg)
- Koninklijk Conservatorium (Den Haag)
- Prins Claus Conservatorium (Groningen)
- Rotterdams Conservatorium (Rotterdam)
- Utrechts Conservatorium (Utrecht)
Österreich
Polen
- Karol-Lipiński-Musikakademie Breslau
- Feliks-Nowowiejski-
- Stanisław-Moniuszko-Musikakademie Danzig
- Karol-Szymanowski-Musikakademie Kattowitz
- Musikakademie Krakau
- Grażyna-und-Kiejstut-Bacewicz-Musikakademie Łódź
- Ignacy-Jan-Paderewski-Musikakademie Posen
- Frédéric-Chopin-Musikuniversität Warschau
Portugal
- (staatliche Musikhochschule am IPL)
Rumänien
Russland
Schweiz
- Conservatoire de Lausanne
- Musik-Akademie der Stadt Basel
- Musikschule Konservatorium Bern
- Hochschule der Künste Bern
- Konservatorium Freiburg im Üechtland
Schweden
Spanien
Tschechien
Vereinigtes Königreich
- Royal Academy of Music, Mitglied der Universität London
- Trinity College of Music, London
- Guildhall school of music and drama, London
- Birmingham: Birmingham Conservatoire
Ukraine
Vereinigte Staaten
- New England Conservatory of Music
- Curtis Institute of Music
- The Juilliard School
- Berklee College of Music
Volksrepublik China
Ägypten
Das Kairoer Konservatorium, Akademie der Künste, Kairo
Siehe auch
In Deutschland führen auch einige der Laienbildung dienende Musikschulen das Wort Konservatorium im Namen; siehe Konservatorien ohne Berufsabschluss.
Literatur
- Andreas Dorschel: Die Idee des Konservatoriums, in Mendelssohns Welten, hrsg. v. Laurenz Lütteken (Kassel – Basel – London: Bärenreiter, 2010), S. 89–108.
- Elisabeth Th. Hilscher-Fritz: Konservatorium. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 3, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2004, ISBN 3-7001-3045-7.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Abteilung V/1 – Bildungsstatistik, -dokumentation, IT-Verwaltungsapplikationen (Hrsg.): Schulformensystematik. Kennzahlenverzeichnis der Schulformen des österreichischen Schulwesens. 2012, S. 99 (Link auf aktuelle Fassung, bmukk.gv.at, pdf).
- ↑ Lehrplan, komu.at
- ↑ a b Konservatorien (Memento des Originals vom 26. März 2013 im Internet Archive)
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