Klangarkade

Klangarkaden oder auch Schallarkaden sind rund- oder spitzbogige Schallöffnungen in Arkadenform in den Wänden von Glockentürme in Höhe der Glockenstühle.[1][2]

Bildbeispiele

Mittelalterliche Klangarkaden weisen meistens profilierte Gewände aus Werkstein auf und werden in der romanischen Architektur häufig von Säulen mit Kapitellen und Basen flankiert bzw. geteilt sowie von Archivolten überdeckt. In der Gotik entwickelt sich der spitz zulaufende Bogenbereich zu einem kunstvoll geformten durchbrochenen Maßwerkornament, wie es sonst auch bei Fenstern üblich war.

Schalldächer

Schematische Zeichnung eines Schalldachs

Meistens sind die Schallöffnungen mit Schalldächern versehen. Dies sind Einrichtungen, die vor allem die Aufgabe haben, die Glockenstube vor Schlagregen zu schützen, aber gleichzeitig die Klangöffnungen nur unwesentlich einzuengen und eine Lenkung des Schalls bewirken. Es handelt sich dabei um flache Lamellen aus Holz, die früher oft verschiefert waren, heute jedoch meist mit korrosionsbeständigem Blech allseitig ummantelt oder sogar gänzlich aus Metall gefertigt sind. Sie werden zwischen den seitlichen Laibungen der Arkaden waagerecht verlaufend mit gleichen Abständen untereinander eingespannt und sind nach außen abgeschrägt.

Sonderfälle

Es gibt auch anders gestaltete Schallöffnungen, etwa in Gestalt eines Vierecks oder eines Rundlochs, die dann aber nicht mehr als ‚Arkade‘ bezeichnet werden können.

Siehe auch

Commons: Schallluke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Köpf, Binding: Bildwörterbuch der Architektur(= Kröners Taschenausgabe. Band 194). 6., durchgesehene und ergänzte Auflage. Kröner, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-520-19407-7, S. 419
  2. Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd. Brandenburg: bearbeitet von Gerhard Vinken und anderen, durchgesehen von Barbara Rimpel. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 1262

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