Kita-dake

Kita-dake
北岳
Mount Kita from Mount Nakashirane 2001-10-03.JPG

Kita-dake von Nakashirane-dake aus gesehen

Höhe3193 T.P.
LagePräfektur Yamanashi, Japan
GebirgeAkaishi-Gebirge
Koordinaten35° 40′ 27″ N, 138° 14′ 12″ O
Kita-dake (Präfektur Yamanashi)
Erstbesteigung1871 (Naoe Natori)
Besonderheitenhöchster nicht-Vulkan und zweithöchster Gipfel Japans; Teil des Minami-Alpen-Nationalparks

Der Kita-dake (japanisch 北岳) ist ein Berg im Akaishi-Gebirge im Westen der Präfektur Yamanashi innerhalb des Minami-Alpen-Nationalparks. Die höchste Erhebung des Berges ist mit 3193 m nach dem Fuji (3776 m) der zweithöchste Gipfel Japans und der höchste unter den nicht-Vulkanen. Der dritthöchste Berg ist mit einer nur 3 Meter niedrigeren Höhe von 3190 m der Hotaka-dake.

Der Kita-dake wird in dem bekannten Buch 100 berühmte japanische Berge (日本百名山Nihon-Hyakumeizan) aufgelistet.[1]

Geschichte

Im Jahr 1871 bestieg Naoe Natori den Kita-dake von Hirokawara.[2] Am 23. August 1902 bestieg der britische Missionar Walter Weston den Gipfel, und erneut 1904.[3] Im Jahr 1905 stiegen Kuro Date und andere von Shirane Oike auf die Kammlinie.[4] Karasumizu Kojima, der erste Vorsitzende des Japanischen Alpenvereins JAC, stieg im Juli 1908 auf den Gipfel und bestätigte das Vorhandenseins eines Steinschreins mit dem eingravierten Jahr Kansei 7 (1795).[2] 1962 wurde die Norogawa Forststraße (später Teil der Minami-Alpen-Super-Forststraße) eröffnet, um den Zugang zum Hirokawara am Fuße des Berges zu verbessern. Am 1. Juni 1964 wurde der Minami-Alpen-Nationalpark eingerichtet, welcher das Gebiet um den Kita-dake und große Teile des Akaishi-Gebirges einschließt.[5][6] Kaiser Naruhito, ein Hobbykletterer, bestieg den Kita-dake am 11. August 1987.[7]

Charakteristika

Der Kita-dake besteht aus Sedimentgesteinen des Paläozän.[8] Am Osthang des Gebirgskörpers befindet sich eine berühmte Felswand namens Kitadake Buttress. Buttress ist ein Anglizismus aus der Architektur und bedeutet übersetzt Strebewerk. Mit einer Höhe von etwa 600 Metern ist Kitadake Buttress die höchste Felswand Japans. Sie wurde seit der Shōwa-Zeit für Kletterwettbewerbe verwendet.[9] Der Kita-dake ist das Quellgebiet des Noro-Flusses, einem Nebenfluss des Haya.

Flora und Fauna

Aufgrund der starken Regenfälle im Sommer sind die Akaishi-Berge, einschließlich des Kita-dake, bis zur oberen Wald- und Baumgrenze mit Nadelwäldern aus Bäumen wie Nordjapanischen Hemlocktannen (Kometsuga) und Veitchs Tannen (Shirabiso) bedeckt. Am Ende der Waldgrenze wachsen Ermans Birken und Japanische Lärchen und darüber Zwerg-Kiefern und Preiselbeeren.[10] Zahlreiche alpine Pflanzen wachsen insbesondere auf dem südöstlichen Hang des Kita-dake. Die Blumenart Callianthemum hondoense (キタダケソウ, kitadakesō), die 1934 entdeckt wurde, ist endemisch.[11] Darüber hinaus wachsen weitere endemische alpine Pflanzenarten wie Kitadaketorikabuto (Kita-dake-Eisenhut), Kitadakekinpouge, Kitadakenazuna (Kita-dake-Hirtentäschel) und Kitadakeyomogi.[12] Insgesamt finden sich zehn Arten mit dem japanischen Namen Kitadake.[13] Viele dieser und weiterer Arten sind auf der Roten Liste gefährdeter Arten der Präfektur Yamanashi oder des japanischen Umweltministeriums aufgeführt. So werden beispielsweise Kitadakesou und stärker noch Takanemantema als gefährdet eingestuft.

Silene uralensis.jpgCallianthemum hondoense 01.jpgAnemone narcissiflora Hakusanichige in kogouchidake 2003 6 19.jpgDryas octopetala var. asiatica 01.jpgPolemonium caeruleum Miyamahashinobu in Kitadake 2002-9-2.jpg
TakanemantemaKitadakesouNarzissen-WindröschenWeiße SilberwurzMiyamahanashisonobu

Gefährdete Arten mit dem japanischen Namen Kitadake: [14]

  • Gefährdete Arten IA (CR)
    • Umweltministerium: Kitadake Ichigo Tsunagi, Kitadake Kinpouge, Kitadake Denda, Kitadake Torikabuto
    • Yamanashi Präfektur: Kitadake Ichigo Tsunagi, Kitadake Kinpouge, Kitadake Denda, Kitadake Toranoo, Kitadake Torikabuto, Kitadake Yomogi
  • Gefährdete Arten IB (EN)
    • Umweltministerium: Kitadake Kanitsuri, Kitadakenazuna, Kitadakeyomogi
    • Yamanashi Präfektur: Kitadake Kanitsuri, Kitadakesou, Kitadakenazuna
  • Gefährdete Arten II
    • Umweltministerium: Kitadakesou, Kitadaketranoo
  • Halbgefährdete Arten (NT)
    • Umweltministerium: Kitadakeodorikosou

Der Hochkieferngürtel auf dem Kamm wird von Alpenschneehühnern[15], Tannenhähern und Alpenbraunellen bewohnt welche in der Präfektur Yamanashi als gefährdet eingestuft werden.[16] Der Bereich von etwa 1000 bis 2600 m Hanghöhe ist Lebensraum für den Japanischen Serau (Nihon-kamoshika, 日本羚羊), eine in Japan endemische ziegenartige Säugetierart.[10] Zudem leben Hondookojo, eine Hermelin-Art, in den Felslücken.[15] Zusätzlich zu den Serau sind auch Japanmakaken in die alpine Zone vorgedrungen und haben Fraßschäden verursacht.[15] Die Makaken essen die alpinen Pflanzen, während sie die heißen Sommermonate in der Nähe der Kammlinie verbringen, bevor sie mit sinkenden Temperaturen Ende August von der Kammlinie absteigen.[15] Auch Sikahirsche verursachen erhöhte Fraßschäden auf den Bergwiesen.[17]

Ptarmigan Raicyou Male in kamikouchidake 2003 11 23.jpgNucifraga caryocatactes in Mount Tsubakuro 2002-07-27.jpgPrunella collaris.jpgLightmatter japanese serows.jpgCervus nippon Nagoya castle 2010-10-3.JPG
AlpenschneehuhnTannenhäherAlpenbraunelleJapanischer SerauSikahirsch

Bergsteigen

Es gibt zwei Berghütten mit einer Kapazität von jeweils 150 Personen direkt unterhalb des Gipfels, die Kitadakekata-Berghütte (北岳肩の小屋, Kitadakekata no koya)[18] und die Kitadake-Berghütte (北岳山荘, Kitdakesansou).[19] Die Kitadakekata-Berghütte befindet sich auf einer Höhe von 3000 Metern auf der Kammlinie nördlich des Gipfels und überblickt Ogabazawa im Osten und den Noro-Fluss im Westen.

BildNameLageHöhe
(m)
Richtung und Entfernung
von Kitadake (km)
KapazitätCampingReferenz
Kitadake-katanogoya 01.jpgKitadakekata-Berghütte (北岳肩ノ小屋)unterhalb des Gipfels des Nordhangs30100,5 Norden15050 Zeltplätze[18]
Kitadake-sansou.jpgKitadake-Berghütte (北岳山荘)Kitadake, Nakashiraneyama-Sattel29001,2 Südsüdwesten15080 Zeltplätze[19]
Shiraneoike-goya 01.jpgShiraneoike-Berghütte (白根御池小屋)Shiraneoike (白根御池)22381,8 Nordosten12040 Zeltplätze[20][21]
Noutori-goya.jpgNoutori-Berghütte (農鳥小屋)Ainodake, Nishinoutoridake-Sattel28004,9 Süden12050 Zeltplätze
Hirogawara-sanso 01.jpgHorogawarasansou (広河原山荘)Sou-Fluss (早川) / Noro-Fluss stromaufwärts15303,7 Nordosten80100 Zeltplätze[22][23]
Ryoumata-Berghütte (両俣小屋)Norogawa-Samatazawa-Zusammenfluss20203,2 Westen3040 Zeltplätze[24][25]
Ikayamaoike-Berghütte (池山御池小屋)Ikayama-Tsurionenooike-Grat (池山吊尾根の御池畔)29004,1 Osten30[26][27]
Hinan-Berghütte (避難小屋)

Galerie

Siehe auch

Weblinks

Commons: Mount Kita – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hyakumeizan (日本百名山). hikinginjapan.com, abgerufen am 3. November 2020 (englisch).
  2. a b "日本の山1000", 山と溪谷社 Yamatokeikoku (10/1992), S. 450–451, ISBN 4-635-09025-6
  3. Walter Weston "日本アルプス再訪" 水野勉訳、平凡社 Heibonsha (09/1996), S. 453–454, ISBN 4-58-276161-5
  4. 中西俊明"北岳を歩く"山と溪谷社〈山小屋の主人がガイドする〉, (07/1993), ISBN 4-635-17066-7
  5. Karte der Schutzzonen des Minami-Alpen-Nationalparks (PDF, 1,9 MB). Japanisches Umweltministerium, abgerufen am 8. November 2020 (englisch).
  6. Charakteristika des Minami-Alpen-Nationalparks. Japanisches Umweltministerium, abgerufen am 7. November 2020 (englisch).
  7. "歩いてみたい日本の名山", 西東 Saitou (2004), S. 202, ISBN 4-791-61227-2
  8. "コンサイス日本山名辞典", 三省堂 Sanseidou (12/1992), S. 154, ISBN 4-385-15403-1
  9. Kitadake Buttress (北岳バットレス). minamialps-net.jp, abgerufen am 7. November 2020 (japanisch).
  10. a b "南アルプス国立公園管理計画書 (PDF)" (japanisch). 環境省自然環境局南関東地区自然保護事務所 (12/2001). 2010年11月2日閲覧
  11. 日本山岳会 "新日本山岳誌" ナカニシヤ出版 (2005), S. 1018–1020, ISBN 4-779-50000-1
  12. "絶滅寸前の現状理解を 高山植物タカネマンテマ 園芸高・笛吹高研究部生徒が分析、訴え" (japanisch). 山梨日日新聞. (2010年12月18日) 2010年12月20日閲覧
  13. "日本の高山植物(山溪カラー名鑑)"山と溪谷社, (09/1988), S. 715, ISBN 4-635-09019-1
  14. Rote Liste gefährdeter Pflanzenarten für die Präfektur Yamanashi. pref.yamanashi.jp, abgerufen am 7. November 2020 (japanisch).
  15. a b c d 南アルプス総合学術検討委員会(2010), S. 35–37
  16. 山梨県 Red Data Book (平成17年6月公開)” (japanisch). 山梨県. 2011年3月1日閲覧。
  17. Anstrengungen zum Umweltschutz im Minami-Alpen-Nationalpark. Japanisches Umweltministerium, abgerufen am 7. November 2020 (englisch).
  18. a b Kitadakekata-Berghütte (北岳肩の小屋). minamialps-net.jp, abgerufen am 8. November 2020 (japanisch).
  19. a b Minami-Alpen-Ichiyama-Yamanashipräfektur-Kitadake-Berghütte (南アルプス市山梨県北岳山荘). minamialps-net.jp, abgerufen am 8. November 2020 (japanisch).
  20. Shiraneoike-Berghütte (白根御池小屋). minamialps-net.jp, abgerufen am 8. November 2020 (japanisch).
  21. Informationen zur Shiraneoike-Berghütte (白根御池小屋). minamialps-net.jp, abgerufen am 8. November 2020 (japanisch).
  22. Horogawarasansou (広河原山荘). minamialps-net.jp, abgerufen am 8. November 2020 (japanisch).
  23. Informationen zu Horogawarasansou (広河原山荘). minamialps-net.jp, abgerufen am 8. November 2020 (japanisch).
  24. Ryoumata-Berghütte (南アルプス市両俣小屋). minamialps-net.jp, abgerufen am 8. November 2020 (japanisch).
  25. Informationen zur Ryoumata-Berghütte (南アルプス市両俣小屋). minamialps-net.jp, abgerufen am 8. November 2020 (japanisch).
  26. Minami-Alpen-Ichikeyamaoike-Berghütte (南アルプス市池山御池小屋). minamialps-net.jp, abgerufen am 8. November 2020 (japanisch).
  27. Informationen zur Minami-Alpen-Ichikeyamaoike-Berghütte (南アルプス市池山御池小屋). minamialps-net.jp, abgerufen am 8. November 2020 (japanisch).

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Notori-goya ("Notori Hut") located in between Mounts Ai and Nishinotori
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Mount Kita from Mount Nakashirane
Polemonium caeruleum Miyamahashinobu in Kitadake 2002-9-2.jpg
Polemonium caeruleum ssp. yezoense var. nipponicum in Mount Kita
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Harogawara-sanso hut (広河原山荘 Hirogawara-sanso) located in Mount Kita (北岳 Kita-dake), Akaishi Mountains, Yamanashi Pref, Japan.
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Mount Kita and Mount Kurisawa seen from Mount Komatsu (Komatsu-mine) in Akaishi Mountains, Japan.
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Kitadake Sanso ("Mount Kita Hut") and Mount Kita
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Nucifraga caryocatactes in Mount Tsubakuro
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Shiraneoike-goya hut (白根御池小屋 Shirane-oike-goya) located in Mount Kita (北岳 Kita-dake), Akaishi Mountains, Yamanashi Pref, Japan.
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Rock Ptarmigan(Lagopus muta japonica, Lagopus mutus japonicus) ,male in Mount Kamikouchi, Japan.