Katholische Universität von Amerika

Catholic University of America
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MottoDeus Lux Mea Est
Gründung1887
Trägerschaftprivat
OrtWashington, D.C.
LandVereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
PräsidentJohn H. Garvey[1]
Studierende5366[2]
Professoren694
Stiftungsvermögen153 Mio. US-Dollar[3]
HochschulsportLandmark Conference
Old Dominion Athletic Conference
NetzwerkeFIUC[4]
Websitewww.cua.edu
© Túrelio (via Wikimedia-Commons), 2000, CC BY-SA 2.5
Hauptgebäude der CUA

Die Katholische Universität von Amerika (englisch The Catholic University of America, Kurzform: CUA), in Washington, D.C. in den USA, ist eine Privatuniversität. Sie wurde im Jahre 1887 gegründet. Sie ist die einzige Institution im Hochschulbereich der Vereinigten Staaten, die von der katholischen Bischofskonferenz gegründet worden ist. Von 1900 bis 2002 war die Universität Mitglied der Association of American Universities, eines Verbundes führender forschungsintensiver nordamerikanischer Universitäten.

Präambel

„Als nationale Universität der katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten von Amerika gegründet und finanziert von den Bischöfen des Landes und mit der Zustimmung des Heiligen Stuhls erbaut, betrachtet sich diese Universität als eine katholische und amerikanische Institution für das Studium, treu den Pflichten der heiligen katholischen Kirche. Sie weiht sich der Förderung des Dialoges zwischen den Religionen und Glauben, deshalb betrachtet sich die katholische Universität von Amerika als Bewahrer des Glaubens und des Forschens im Dienste der Kirche zum Wohl der Nation als auch der Welt.“[5]

Geschichte

Diese Universität ist die zweite unter katholischer Voraussetzung eingerichtete Universität. Im Gegensatz zur älteren katholischen Georgetown University, die von Jesuiten gegründet und geleitet wird, ist die CUA eine nationale Gründung durch die Bischöfe der USA.

Entstehung und Gründung

© Túrelio (via Wikimedia-Commons), 2000, CC BY-SA 2.5
Studentenheim Gibbons Hall

Der Antrag der amerikanischen Bischöfe, eine katholische Universität in Amerika zu errichten, reflektierte die damalige Entwicklung in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die steigende Anzahl der katholischen Bevölkerung, bedingt durch die Einwanderungen aus Europa, führte bei der katholischen Kirche zu einem steigenden Einfluss. Noch 1830 galt dieser Staatenbund als Missionsgebiet in der überwiegend protestantischen Nation. Bis zum Jahr 1860 gab es bereits über 3 Millionen Katholiken, dieses führte dann im Jahr 1877 zur ersten Überlegung, eine katholische Universität zu gründen. Die amerikanische Vollversammlung der Bischöfe entschied im Jahr 1884, nachdem sie die Gründungsgenehmigung von Papst Leo XIII. erhalten hatte, die katholische Universität von Amerika aufzubauen. Mit seiner EnzyklikaMagni nobis gaudi“ vom 7. März 1889 gab der Papst der Eröffnung statt. Die amerikanischen Bischöfe hatten sich entschlossen, die Universität in unmittelbarer Nähe zur Hauptstadt Washington zu errichten, um damit den nationalen Charakter hervorzuheben.[6]

Ausbau und Erweiterung

Campus und Mall der CUA

In nur sehr kurzer Zeit hatte die CUA einen hohen Bildungsgrad erreicht, dieses führte dazu, dass sich andere katholische Organisationen und Ordensbruderschaften der Universität anschlossen und zu einem Ausbau anregten. Ihrem Bekanntheitsgrad, aber auch ihrer eigenen Initiative ist es zu verdanken, das sie als Gründungsmitglied der „Verbindung der Amerikanischen Universitäten“ erheblichen Einfluss ausübte.

Umfangreiche Baumaßnahmen führten zu einer erheblichen Vergrößerung der Universitätsanlage, besonders hervorzuheben sind der Bau der „Mullen Bibliothek“ (1928) und der Bau des Nationalheiligtums Basilika der Unbefleckten Empfängnis 1920–1961.

Studienzulassung für Frauen

Im Süden der Universität wurde durch die Schwestern von Notre Dame de Namur die Dreifaltigkeits-Hochschule erbaut und für Studentinnen eröffnet. Später eröffneten die Benediktinerinnen eine Lehrerakademie für Frauen. Beide Lehreinrichtungen führten zu einem großen nationalen Erfolg und schon bald wurden hier Lehrerinnen für die Primär- und Sekundarschulen aus den gesamten Staaten ausgebildet. In den zwanziger Jahren gingen diese Hochschulen in den Bereich der Universität über und schließlich eröffnete die CUA 1928 formal die graduierte Ausbildung für Frauen.

Das katholische Zentrum CUA

Basilika zum nationalen Schrein der Unbefleckten Empfängnis

Zwischen 1900 und 1950 hatten sich mehr als 50 katholische Anstalten und Organisationen um das Universitätsgelände etabliert und eingerichtet, schon bald bekam das Gelände um Brookland die Bezeichnung „Klein Rom“, und entwickelte sich zu einem eigenständigen Stadtteil. 1901 wurde das „Dominikanische Haus der Studien“ errichtet, und die Franziskaner (OFM) errichteten 1905 ihr Kloster, welches für seine schönen Gärten und seinen Baustil landesweit bekannt wurde; aber auch die „Konferenz der Bischöfe der Vereinigten Staaten“ fand hier ihren Sitz. Der Bau der Basilika der Unbefleckten Empfängnis, der 1920 begann und nach einer Pause 1959 fertiggestellt wurde, wurde zur nationalen Pilgerstätte der USA.

Organisation

Derzeit besteht die CUA aus zwölf Fakultäten und Schulen, darunter einer Musikhochschule (seit 1965), Fakultäten für Architektur, Naturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Ingenieur- und Rechtswissenschaften, Philosophie, einer Krankenpflegeschule, einer Erzbischöflichen Akademie für Kanonisches Recht und Ausbildungsstätten für Katholische Theologie. Angeboten werden 72 Bachelor- und 103 Master-Studiengänge sowie 66 Doktoratsstudien.[7]

Universitätsleitung

Die Universitätsleitung setzt sich aus dem Universitätspräsidenten (seit 2010 der Jurist John H. Garvey), einem Propst (Geistlicher Beirat) und fünf stellvertretenden Präsidenten zusammen. Kanzler der Universität ist von Amts wegen der Erzbischof von Washington; höchstes Leitungsorgan ist der Stiftungsrat (Board of Trustees), dem alle amerikanischen Kardinäle, der Vorsitzende und weitere Vertreter der Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten (USCCB) sowie Laienvertreter angehören. Das Geschäftsführungsorgan der Universität ist der Verwaltungsrat (Administrative Council), zu dessen Exekutivkomitee ein Universitätsdirektor, ein Direktor für akademische Studienfächer, ein Direktor für nichtakademische Studienfächer, die Dekane der Fakultäten bzw. Mitgliedsinstitutionen und weitere Funktionsträger gehören.[8]

Persönlichkeiten

Dozenten

Absolventen

Regierung und Politik

Recht

Kunst und Kultur

  • Mark Adamo 1990, Komponist, Professor für Musikkomposition an der New York University
  • John Aler 1971, Opernsänger
  • Carl Amery, kath. Intellektueller und Schriftsteller
  • Susan Anspach, Theater- und Filmschauspielerin (kein Abschluss)
  • Yazmany Arboleda 2005, Künstler
  • Harolyn M. Blackwell 1977, Opernsängerin
  • Walter Bobbie, Theaterregisseur
  • Philip Bosco 1957, Schauspieler
  • Patricia Carroll 1989, Schauspielerin
  • Mart Crowley, Dramatiker
  • Mary Daly, feministische Theologin
  • Maureen Dowd 1973, Kolumnistin für die New York Times
  • Joseph Fitzmartin, Komponist und Dirigent
  • Marc Gervais 1960, Autor, Professor für Film an der Concordia University
  • Henry Gibson, Schauspieler und Liedermacher
  • Alfred Gough 1969, Drehbuchautor und Filmproduzent
  • Elizabeth Hand, Autorin
  • John Heard, Schauspieler
  • George Herman 1954, Schriftsteller, Regisseur und Bühnenautor
  • Saeed Jaffrey, indischer Schauspieler
  • Maryann Karinch, Autorin
  • Hank Levy, Komponist, Saxophonist
  • Nick Lowe, Comic-Editor
  • Laurence Luckinbill 1958, Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur
  • John Carroll Lynch, Schauspieler
  • Jean Kerr, Dramatikerin, Autorin
  • Kathleen McInerney, Synchronsprecherin
  • Ed McMahon 1949, Showmaster und Schauspieler
  • Jason Anthony Miller, Dramatiker, Schauspieler
  • Donn B. Murphy 1954, Professor für Theater an der Georgetown University, Präsident des National Theatre in Washington, D.C.
  • David L. Paterson, Schauspieler, Theaterautor, Drehbuchautor und Filmproduzent
  • Marjorie Perloff 1956, Literaturkritikerin
  • Martin Puryear 1963, Bildhauer
  • Gerome Ragni, Schauspieler und Maler
  • Chris Sarandon, Schauspieler
  • Susan Sarandon 1968, Schauspielerin
  • James Self 1972, Tubist, Komponist
  • Donald Shirley, Komponist, Pianist
  • John Slattery 1984, Film- und Theaterschauspieler
  • Frances Sternhagen, Film- und Theaterschauspielerin
  • Paula Vogel 1974, Autorin
  • Jon Voight 1960, Schauspieler
  • Lisa Ann Walter, Schauspielerin
  • Dennis Wholey 1959, Fernsehmoderator, Autor
  • Brian Williams, Fernsehmoderator, Journalist (kein Abschluss)
  • Colleen Zenk, Schauspielerin

Wissenschaft

  • Thomas Berry, katholischer Theologe und Kulturhistoriker
  • Felix Biestek 1949/1951, Jesuitenpater und Hochschullehrer
  • Hugh Everett 1953, Physiker
  • Mary Gervase 1914, 1915, promovierte 1917 als erste Frau an der Katholischen Universität von Amerika in Mathematik.
  • Michael Griffin, Physiker und Raketenexperte, Administrator der NASA
  • Euphemia Haynes, Mathematikerin und Hochschullehrerin
  • Theodore Hesburgh 1945, römisch-katholischer Priester und Präsident der University of Notre Dame von 1952 bis 1987
  • Charles Kaman 1940, Ingenieur, Geschäftsmann
  • Marie Cecilia Mangold 1929, Mathematikerin und Hochschullehrerin
  • Daniel R. Mulville 1974, Ingenieur, geschäftsführender Administrator der NASA
  • Julius Arthur Nieuwland 1904, Chemiker und katholischer Geistlicher
  • Dorothea Elisabeth Orem, Ehrendoktor anderer Universitäten und Entwicklerin des Pflegedienstes.
  • Joseph Weber 1951, Physiker

Religion

Ehrendoktorwürden

Weblinks

Commons: Catholic University of America – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Basilika des nationalen Schreins der unbefleckten Empfängnis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. University Leadership. Catholic University of America, abgerufen am 29. November 2020 (engl.).
  2. At a Glance. Catholic University of America, abgerufen am 29. November 2020 (engl.).
  3. National Association of College and University Business Office: 2009 NACUBO-Commonfund Study of Endowments (Memento vom 14. Dezember 2017 im Internet Archive)(englisch, PDF, 186 kB). Eingesehen am 29. März 2010
  4. Members. In: www.fiuc.org. International Federation of Catholic Universities, abgerufen am 18. September 2019 (englisch).
  5. The Catholic University of America: Mission Statement (englisch). Eingesehen am 29. März 2010
  6. The Catholic University of America: A Brief History of Catholic University (Memento vom 29. April 2009 im Internet Archive) (englisch). Eingesehen am 29. März 2010
  7. Catholic University Today, Darstellung auf der Internetseite der Universität, abgerufen im November 2017.
  8. University Leadership, Darstellung auf der Internetseite der Universität, abgerufen im November 2017.

Koordinaten: 38° 56′ 10″ N, 77° 0′ 0″ W

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Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
The CUA Mall, with the National Shrine in the background
GibbonsHall 07120029.jpg
© Túrelio (via Wikimedia-Commons), 2000, CC BY-SA 2.5
Gibbons Hall, 1911 erbautes Studentenheim der Catholic University of America, in Washington DC, USA
CatholicUniversityAmerica.jpg
© Túrelio (via Wikimedia-Commons), 2000, CC BY-SA 2.5
Hauptgebäude der Catholic University of America, in Washington DC, USA
WashDC-basilica-nat-shrine-interior.jpg
Autor/Urheber: Steven G. Johnson, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Interior of Basilica of the National Shrine of the Immaculate Conception, Washington DC, USA, taken summer 2004. Copyright © 2004 by Steven G. Johnson, donated to Wikipedia under GFDL.