Kaskett

Kaskett war die Bezeichnung für verschiedene militärische Kopfbedeckungen.

Allgemein

Während im Französischen das Wort casque bzw. casquet eigentlich alle Helmformen bezeichnete, verwendete man im deutschen Sprachraum den Begriff meist nur für Lederhelme des späten 18. Jahrhunderts. Nachdem der Uniformstil während der friderizianischen Epoche weitgehend gleich geblieben war, begann man in einigen Armeen mit neuen Uniformtypen zu experimentieren. Neben Einheitsuniformen sollte auch Materialersparnis Kosten minimieren. Zudem sollten die neuen Uniformen praktisch und formschön sein. Als Kopfbedeckung wählte man oft einfache Lederhelme, die mehr Schutz gegen Säbelhiebe boten als der Dreispitz, aber billiger waren als die aufwändigen Grenadiermützen. Diese Helme hatten z. B. in Württemberg und Bayern (dort als „Rumford-Kaskett“) einen Roßhaarschweif nach antikem Vorbild, in Hannover eine Raupe oder auch einen Roßhaarschweif und in Österreich ein ledernes Frontschild. Für diese Helmtypen bürgerte sich der Begriff Kaskett ein. All diese Kopfbedeckungen erwiesen sich jedoch als ästhetisch eher unbefriedigend und oft auch als ausgesprochen unpraktisch, so dass man sie während der Koalitionskriege meist wieder durch Hüte und neu gestaltete Grenadiermützen ersetzte oder gleich zum einfacher herzustellenden Tschako überging. Offiziere hatten ohnehin in den meisten Armeen Hüte behalten. Lediglich in Bayern hielt sich das zum Raupenhelm fortentwickelte Kaskett fast für das gesamte Heer bis 1886.

Preußen

Preußische Füsiliere mit Kasketts – der Offizier links trägt einen Zweispitz (1792), Farbtafel von Richard Knötel

In der preußischen Armee hingegen bezeichnete man einen 1787 eingeführten, kleinen, quer getragenen Zweispitz aus Filz als Kaskett. Die Vorderkrempe zeigte je nach Waffengattung unterschiedliche Abzeichen oder das königliche Monogramm, während die Hinterkrempe bei Regen als Nackenschutz heruntergeschlagen werden konnte. Auch hier war man zu Beginn der Napoleonischen Kriege bereits wieder zur allgemeinen Hutmode zurückgekehrt, der die Uniform der Offiziere ohnehin folgte.

Literatur

  • Richard Knötel, Herbert Knötel und Herbert Sieg: Farbiges Handbuch der Uniformkunde. (2 Bände), Augsburg 1997

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Knötel Band VIII, Tafel 17: Preußen Füsilier-Bataillon v. Schenke. Füsilier-Bataillon v. Renouard. 1792
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Knötel, Band II, Tafel 14: Württemberg. Musketier vom Musketier-Bataillon von Mylius. 1799
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Knötel, Band III, Tafel 4: England, 17. leichtes Dragoner-Regiment. 1775
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Russische Infanterieuniform um 1786-1796. Soldat und Oberoffizier. Lithografie, Russisches Museum in St.-Peterburg.
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Knötel, Band I, Tafel 31: Bayern: 5. und 11. Füsilier-Regiment. Militärakademie. 1790