Kasachische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik

Қазақ Автономиялы Кеңестік Социалистік Республикасы
Казахская Автономная Социалистическая Советская Республика
Qazaq Aptonom Sotsijalistik Sovettik Respublikasь
Kasachskaja Awtonomnaja Sozijalistitscheskaja Sowetskaja Respublika
Kasachische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik
Flagge (1925–1936)
Coat of Arms of the Kazakh ASSR (1927-1937).gif
Flagge
Amtsspracheoffiziell keine; de facto Kasachisch und Russisch
HauptstadtKsyl-Orda (1925–1927)
Alma-Ata (1927–1936)
Fläche2.853.000 km²
Einwohnerzahl6.503.006 (Volkszählung 1926)[1]
ZeitzoneUTC + 4 bis +6
Das Gebiet der Kasachische ASSR zwischen 1925 und 1929
Das Gebiet der Kasachische ASSR zwischen 1925 und 1929
Vorlage:Infobox Staat/Wartung/NAME-DEUTSCH

Die Kasachische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik (kurz Kasachische ASSR, auch Kasakische ASSR genannt) war eine Autonome Sozialistische Sowjetrepublik innerhalb der Russischen SFSR, die von 1925 bis 1936 bestand.

Geschichte

Die Kasachische ASSR wurde ursprünglich unter dem Namen Kirgisische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik am 26. August 1920 als Teil der Russischen SFSR gegründet.[2] Die Bezeichnung ist darauf zurückzuführen, dass Kasachen im vorrevolutionären Russland üblicherweise als Kirgisen (russisch киргизы, Kirgisy) oder Kirgis-Kaisaki (киргиз-кайсаки) bezeichnet wurden.

Am 15. Juni 1925 erfolgte durch den 5. Allkirgisischen Sowjetkongress (Пятый Всекиргизский съезд Советов), in Anlehnung an die Eigenbezeichnung der Kasachen, die Umbenennung der Republik in Kasachische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik. Verwaltungszentrum wurde Ksyl-Orda. Internationales Aufsehen erregte damals die kurzlebige Uhlfeldkolonie österreichischer Siedler. Im Mai 1929 wurde Alma-Ata zum neuen Verwaltungszentrum der Autonomen Republik.[2]

Zwischen 1930 und 1933 kam es zur Hungersnot in Kasachstan von 1930–33, einem Teil der größeren Hungersnot in der Sowjetunion in den 1930er-Jahren. Schätzungen für die Todeszahlen reichen von 1,2 Millionen bis 1,5 Millionen.[3][4][5] Im Zuge der Hungersnot kam es zu massiven Emigrationswellen und zu einer drastischen Verkleinerung insbesondere der ethnisch kasachischen Bevölkerung der KASSR. Mehr als eine Million Kasachen verließen die KASSR und zogen in andere Teile der Sowjetunion, und weitere 200.000 verließen die UdSSR komplett (meistens nach Xinjiang, Republik China).[6] Vor der Hungersnot waren 57,1 % der Bevölkerung ethnisch kasachisch gewesen,[7] danach waren es nur noch 38 %.[6]

Mit der Annahme der Sowjetischen Verfassung von 1936 am 5. Dezember 1936 wurde die Kasachische ASSR als Kasachische Sozialistische Sowjetrepublik eine eigenständige Unionsrepublik.[2]

Verwaltungsgliederung

Die Kasachische ASSR bestand bis zum Jahr 1928 aus den Gouvernementen Akmolinsk, Aktjubinsk, Orenburg, Schetissu, Semipalatinsk, Syrdarja und Uralsk. Im August 1928 wurden die Gouvernemente aufgelöst und die Republik in 13 Okruge und Rajone unterteilt. 1932 erfolgte eine weitere Verwaltungsreform in der die Gebiete in sechs Oblasty aufgeteilt wurden. Im Januar 1935 wurde zudem der Okrug Karakalinsk Bestandteil der ASSR.[8]

Die folgende Tabelle listet die Verwaltungseinheiten der Kasachische ASSR zum 31. Januar 1935.[8]

OblastRussischer NameAdministratives Zentrum
Oblast Alma-AtaАлма-Атинская областьAlma-Ata
Oblast AktjubinskАктюбинская областьAktjubinsk
Oblast KaragandaКарагандинская областьPetropawlowsk
Oblast OstkasachstanВосточно-Казакская областьSemipalatinsk
Oblast SüdkasachstanЮжно-Казакская областьTschimkent
Oblast WestkasachstanЗападно-Казакская областьUralsk
Okrug KarkaralinskКаркаралинский округKarkaralinsk

Einzelnachweise

  1. Allrussische Volkszählung von 1926. ZSU Sojusa SSR, Moskau, 1928, Band 9, S. 2–13
  2. a b c Sowetskaja istoritscheskaja enziklopedija. Moskau, 1961–1976, Band 6, S. 788–817
  3. Oleh Wolowyna: What Do We Know About the Holodomor: New Research Results, Dr. Oleh Wolowyna (Голодомор). Munk School of Global Affairs, Universität Toronto, Toronto 15. September 2016 (englisch, youtube.com).
  4. Sergei Maksudov: Migratsii v SSSR v 1926-1939 godakh. In: Cahiers du monde russe. Band 40, Nr. 4, 1999, S. 770–796 (russisch, persee.fr).
  5. Sarah Cameron: The Kazakh Famine of 1930–33: Current Research and New Directions. In: East/West: Journal of Ukrainian Studies. Band 3, Nr. 2, 10. September 2016, ISSN 2292-7956, S. 117–132, doi:10.21226/T2T59X (englisch).
  6. a b Niccoló Pianciola: The Collectivization Famine in Kazakhstan, 1931–1933. In: Harvard Ukrainian Studies. Band 25, Nr. 3/4, 2001, ISSN 0363-5570, S. 237–251 (englisch).
  7. Sarah Cameron: The Hungry Steppe: Famine, Violence, and the Making of Soviet Kazakhstan. Cornell University Press, Ithaca 2018, ISBN 978-1-5017-3045-0 (englisch).
  8. a b Постановление ВЦИК от 31.01.1935 О новом административно-территориальном делении Казакской АССР (Wikisource)

Auf dieser Seite verwendete Medien

Coat of Arms of the Kazakh ASSR (1927-1937).gif
The coat of arms of the Kazakh ASSR, from 1927 until 1930 when Karakalpak Autonomous Region was separated from Kazakh ASSR.
Карта КАССР.png
карта КАССР
Kazak 1920.jpg
Kazak Autonomous Socialist Soviet Republic flag