Karl Gottfried Hiller
Karl Gottfried Hiller (* 21. August 1930 in Dittelsdorf; † 19. Mai 2025 in Berlin) war ein deutscher Pharmazeut. Er war Professor für Pharmazeutische Biologie an der Humboldt-Universität Berlin und wurde vor allem bekannt durch seine Arbeiten auf dem Gebiet der Saponine.

Werdegang
Karl Gottfried Hiller wurde als Sohn von Paul Hiller und Frieda Hiller, geb. Rieger, auf einem Bauernhof in Dittelsdorf in der Oberlausitz geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Dittelsdorf ging er ab 1946 auf das Johanneum in Zittau, wo er 1950 das Abitur ablegte. Nach einem Praktikum an der Johannis-Apotheke in Zittau folgte ab 1952 ein Studium der Pharmazie an der Humboldt-Universität Berlin, welches er 1956 mit dem Pharmazeutischen Staatsexamen abschloss. Im Weiteren arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent am Pharmazeutischen Institut der Humboldt-Universität. Im Jahr 1960 heiratete er die Apothekerin Christel Rösler aus Senftenberg. An der Humboldt-Universität arbeitete er unter der Leitung von Fritz Weiß und wurde dort 1961 mit einer Arbeit zum Thema „Beiträge zur Analytik der Sympathikomimetika unter besonderer Berücksichtigung der Ephedrine“ zum Dr. rer. nat. promoviert.[1] Im Anschluss wurde er Wissenschaftlicher Oberassistent und habilitierte sich 1969 mit der Arbeit „Beiträge zur Kenntnis der Inhaltsstoffe einiger Saniculoidae“.[2] Seit 1971 war er Dozent für Pharmazeutische Biologie sowie Pharmazierat an der Humboldt-Universität. Im Jahr 1980 wurde er zum außerordentlichen Professor für Pharmazeutische Biologie berufen sowie zum Oberpharmazierat ernannt. Im Jahr 1990 wurde er zunächst zum ordentlichen Professor und ab 1992 dann zum Professor (C4) für Pharmazeutische Biologie berufen. Von 1990 bis 1994 war er Dekan des Fachbereichs Pharmazie sowie Mitglied des Vorstand der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft. Er forschte und lehrte am Institut für Pharmazie der Humboldt-Universität bis 1996. Nach seiner Emeritierung arbeitete er an verschiedenen Lexika zum Thema Arzneidrogen. Karl Hiller verstarb am 19. Mai 2025 und ist auf dem Waldfriedhof in Schöneiche beerdigt worden.
Wirken
Karl Hiller gehörte zu den Vertretern der klassischen Arzneipflanzenforschung, die sich mit der Isolierung, Charakterisierung und Strukturaufklärung von Naturstoffen aus Pflanzen der traditionellen Medizin befasst, um Reinsubstanzen für pharmakologische Untersuchungen bereitzustellen. Sein Schwerpunkt lag dabei auf glykosidische Verbindungen (Triterpensaponide, Flavonoide) der Gattungen Astrantia, Bellis, Eryngium, Hydrocotyle, Helianthus, Sanicula und Solidago. Dazu publizierte er ca. 150 wissenschaftliche Artikel und hielt populärwissenschaftliche Vorträge, beispielsweise bei der Urania Berlin.
Werke
- Giftplanzen, Karl Hiller und Günter Bickerich, Urania Verlag, Leipzig-Jena-Berlin, 1988.
- Arzneidrogen, Georg Schneider und Karl Hiller, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg-Berlin, 1999.
- Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Karl Hiller, Matthias F. Melzig, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg-Berlin, 1999
- Teedrogen und Phytopharmaka, 4. und 5. Auflage, Max Wichtl (Herausgeber), Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002 und 2008.
- Schneider - Arzneidrogen, Theo Dingermann, Karl Hiller, Georg Schneider, Ilse Zündorf, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg-Berlin, 2004.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Karl Hiller: Beiträge zur Analytik der Sympathikomimetika: Unter bes. Berücks. d. Ephedrine. Berlin 1961 (dnb.de [abgerufen am 20. Februar 2026] Dissertation).
- ↑ Karl Hiller: Beiträge zur Kenntnis der Inhaltsstoffe einiger Saniculoideae. Berlin 1969 (dnb.de [abgerufen am 20. Februar 2026] Habilitationsschrift).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hiller, Karl Gottfried |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Pharmazeut |
| GEBURTSDATUM | 21. August 1930 |
| GEBURTSORT | Dittelsdorf |
| STERBEDATUM | 19. Mai 2025 |
| STERBEORT | Berlin |