Kanton St. Gallen

Kanton St. Gallen
Wappen
Wappen
Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Kürzel/Kontrollschild:SG
Amtssprache:Deutsch
Hauptort:St. Gallen
Beitritt zum Bund:1803
Fläche:2.026 km²
Website:www.sg.ch
Bevölkerung
Einwohner:504'686 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte:249 Einwohner pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
23,5 % (31. Dezember 2015)[2]
Arbeitslosenquote:2,7 % (31. Dezember 2015)[3]
Lage des Kantons in der Schweiz
Lage des Kantons in der Schweiz
Karte des Kantons
Karte des Kantons
Politische Gemeinden des Kantons
Politische Gemeinden des Kantons

Koordinaten: 47° 12′ N, 9° 18′ O; CH1903: 741029 / 229345

Der Kanton St. Gallen (schweizerdeutsch Sanggale, französisch Saint-Gall, italienisch San Gallo, rätoromanisch ) ist ein Kanton in der Deutschschweiz und liegt in der Region Ostschweiz. Der Hauptort ist die gleichnamige Stadt St. Gallen.

Geographie

Lage

Der Ostschweizer Kanton St. Gallen grenzt an die schweizerischen Kantone Graubünden, Glarus, Schwyz, Zürich, Thurgau, im Norden an den Bodensee sowie im Osten an das österreichische Bundesland Vorarlberg und das Fürstentum Liechtenstein. Durch den Bodensee grenzt der Schweizer Kanton indirekt an die Landkreise Konstanz, Bodenseekreis und Lindau in Deutschland. Ferner umschliesst er die Halbkantone Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden.[4]

Gebirge und Gewässer

Der höchste Berg des Kantons ist der Ringelspitz mit 3247 m ü. M., bekannter dürfte jedoch der Säntis (2502 m ü. M.) sein. Der tiefste Punkt ist mit 395 Meter über Meer der Bodensee. Die grössten St. Galler Seen sind der Bodensee, der Zürichsee und der Walensee, die alle allerdings nicht ausschliesslich auf St. Galler Gebiet liegen. Der grösste See ausschliesslich auf St. Galler Gebiet ist daher der Stausee Gigerwaldsee.

Bedeutendere Flüsse sind der Rhein, die Thur, die Linth, die Sitter und die Seez.

Regionen

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung[5][6]

Die Einwohner des Kantons werden Sankt Galler genannt.

Demographie

Per 31. Dezember 2017 betrug die Einwohnerzahl des Kantons St. Gallen 504'686.[7] Die Bevölkerungsdichte liegt mit 249 Einwohnern pro Quadratkilometer über dem Schweizer Durchschnitt (206 Einwohner pro Quadratkilometer). Der Ausländeranteil (gemeldete Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) bezifferte sich am 31. Dezember 2015 auf 23,5 Prozent, während landesweit 24,6 Prozent Ausländer registriert waren.[8] Per 31. Dezember 2015 betrug die Arbeitslosenquote 2,7 Prozent gegenüber 3,7 Prozent auf eidgenössischer Ebene.[9]

Sprachen

Amtssprache im Kanton St. Gallen ist Deutsch, Umgangssprache ist Schweizerdeutsch.

2012 gaben 89,3 Prozent der Bevölkerung Deutsch, 3,6 Prozent Italienisch und 1,2 Prozent Französisch als Hauptsprache an.[10] Angaben zur anderen Schweizer Amtssprache Rätoromanisch wurden nicht gemacht. Englisch gaben 2,5 Prozent der Bevölkerung als Hauptsprache an.

Aufgrund der heterogenen Zusammenstellung des Kantons durch die Mediationsakte 1803 existieren im Kanton St. Gallen verschiedene Dialekte, so unter anderem der Rheintaler, der St. Galler, der Toggenburger oder der Sarganserländer Dialekt.

Bis ins Mittelalter wurde in den südlichen Gegenden des Kantons St. Gallen Rätoromanisch gesprochen. Aus diesem Grunde sind viele geografische Bezeichnungen (Ortschaften, Flurnamen, Berge, Gewässer) in dieser Gegend romanischer Herkunft.[11] Die dortigen schweizerdeutschen Dialekte haben heute noch einen romanischen Akzent (Sarganserland und Werdenberg).

Nationalitäten

Nationalitäten im Kanton St. Gallen
Herkunftsstaat[12]20002010
SchweizSchweiz Schweiz80,4378,17
DeutschlandDeutschland Deutschland1,864,43
SerbienSerbien Serbien
MontenegroMontenegro Montenegro
KosovoKosovo Kosovo
4,314,02
ItalienItalien Italien3,492,74
NordmazedonienNordmazedonien Nordmazedonien1,601,93
OsterreichÖsterreich Österreich1,121,41
TurkeiTürkei Türkei1,421,03
Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina1,371,03
PortugalPortugal Portugal0,560,84

Religionen – Konfessionen

Konfessionelle Zugehörigkeit im Kanton St. Gallen (Stand: Volkszählung 2000)

2012 bekannten sich 47,4 Prozent der Bevölkerung zum römisch-katholischen und 22,2 Prozent zum evangelisch-reformierten Glauben, während 15,1 Prozent sich selbst als konfessionslos bezeichneten.[10] Bei der Volkszählung 2000 waren 52 % der Kantonsbevölkerung römisch-katholisch, 26 % evangelisch-reformiert, 10 % gehörten anderen christlichen Kirchen an, 6 % waren muslimisch und 6 % konfessionslos.

Da der Kanton St. Gallen erst 1803 aus verschiedenen Territorien geschaffen worden ist, ist er konfessionell sehr heterogen. Rein katholisch sind das nördliche Fürstenland (einst Besitz des St. Galler Fürstabts), doch mit Ausnahme der traditionell reformierten Stadt St. Gallen (einst freie Reichsstadt), sowie die südlichen Teile des Kantons (einst Untertanengebiete der Innerschweiz), unter anderem das Sarganserland. Das im Westen gelegene Toggenburg ist gemischt, doch überwiegend reformiert, das im Osten gelegene Rheintal ist ebenfalls gemischt, doch vorwiegend katholisch (ausgenommen insbesondere die reformierten ehemaligen zürcherischen und glarnerischen Untertanengebiete von Sax und Werdenberg).

Öffentlich-rechtlich anerkannt sind der Katholischer Konfessionsteil des Kantons St. Gallen, die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen, die christkatholische Kirche sowie die jüdische Gemeinde St. Gallen.

Siehe auch: Bistum St. Gallen.

Staatliche Organisation, Politik

Verfassung

Erste Seite der Verfassung des Kantons St. Gallen

Die gegenwärtige Kantonsverfassung des Kantons St. Gallen[13] datiert vom 10. Juni 2001 (mit seitherigen Änderungen).

Legislative

Gesetzgebendes Organ (Legislative) ist der Kantonsrat, der 120 Mitglieder zählt und vom Volk nach dem Proporzwahlrecht auf eine feste Amtszeit von vier Jahren gewählt wird.

Über Volksabstimmungen, das heisst obligatorisches Referendum bei Verfassungsänderungen, fakultatives Referendum bei Gesetzesänderungen sowie Volksinitiativen betreffend den Erlass von Verfassungs- oder Gesetzesbestimmungen, hat auch das stimmberechtigte Volk direkten Anteil an der Gesetzgebung. Die Abstimmung über ein Gesetz können 4000 Stimmberechtigte verlangen; um ein Gesetz vorzuschlagen, bedarf es der Unterstützung durch 6000 Stimmberechtigte, und um eine Verfassungsänderung zu beantragen, sind 8000 Stimmberechtigte vonnöten. Eine allgemeine rechtsetzende Tätigkeit schliesslich können 4000 Stimmberechtigte verlangen (Einheitsinitiative). Dem obligatorischen bzw. fakultativen Referendum unterliegen sodann Staatsausgaben in vom Gesetz festgelegten Höhen.

Die Zusammensetzung des Kantonsrates seit den Wahlen im Kanton St. Gallen 2016 lautet wie folgt:

ParteiProzentSitzeSitzverteilungStimmenanteile
Schweizerische Volkspartei (SVP)29,6340
Insgesamt 120 Sitze
Wahl zum St. Galler Kantonsrat vom 28. Februar 2016
Wahlbeteiligung: 45,34 %
 %
30
20
10
0
29,63
20,43
20,31
16,01
5,26
3,79
1,69
1,54
1,34
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2012
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+4,23
-2,54
+1,91
-0,16
-0,69
-1,26
-0,49
-1,07
+0,07
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
Christlichdemokratische Volkspartei (CVP)20,4226
FDP.Die Liberalen (FDP)20,3126
Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP)16,7120
Grüne Partei der Schweiz (GPS)4,765
Grünliberale Partei (GLP)4,212
Sonstige-1
Sitz von Legislative und Exekutive: Das Pfalzgebäude im Stiftsbezirk rechts im Bild

Das Parlament tagt im sogenannten Pfalzflügel des Klosterhofs in St. Gallen.

Exekutive

Oberstes vollziehendes bzw. ausführendes Organ (Exekutive) ist die Regierung, welche sieben gleichberechtigte Mitglieder zählt. Sie werden nach dem Majorzwahlrecht vom Volk auf eine feste Amtszeit von vier Jahren gewählt. Den Vorsitzenden, Regierungspräsident (bis 2002 Landammann) genannt, wählt der Kantonsrat nach dem Rotationsprinzip für jeweils eine einjährige Amtsdauer.

Die Regierungsräte der aktuellen Legislatur vom 1. Juni 2012 bis 31. Mai 2016 (seit den Wahlen im Kanton St. Gallen 2012) und ihre jeweiligen Departemente lauten wie folgt:

Mitglieder der Regierung des Kantons St. Gallen (Amtsjahr vom 1. Juni 2016 bis 31. Mai 2017)[14]
RegierungsratAmtsbezeichnungParteiDepartement
Martin KlötiRegierungspräsidentFDPDepartement des Innern
Heidi HanselmannRegierungsrätinSPGesundheitsdepartement
Benedikt WürthRegierungsratCVPFinanzdepartement
Stefan KöllikerRegierungsratSVPBildungsdepartement
Bruno DamannRegierungsratCVPVolkswirtschaftsdepartement
Marc MächlerRegierungsratFDPBaudepartement
Fredy FässlerRegierungsratSPSicherheits- und Justizdepartement

Leiter der Staatskanzlei ist Staatssekretär Canisius Braun (seit 2009).

Judikative

Die Rechtsprechung (Judikative) wird auf kantonaler Ebene durch das Kantons-, Handels-, Verwaltungs- und das Versicherungsgericht ausgeübt.

Auf regionaler Ebene bestehen erstinstanzliche Kreis- und Arbeitsgerichte sowie als vorgeschaltete Schlichtungsbehörde die Vermittler.

Das Kassationsgericht, bis dahin oberste kantonale Gerichtsinstanz, wurde auf den 1. Januar 2011 abgeschafft.

Verwaltungsgliederung

Politische Gemeinden

Als dezentrale Einheiten kennt der Kanton St. Gallen als Normalfall die politischen Gemeinden. Spezialgemeinden sind die Ortsgemeinden, die Schulgemeinden sowie örtliche und ortsbürgerliche Korporationen, deren Zahl allerdings von Jahr zu Jahr rückläufig ist und die es folglich nicht mehr im ganzen Kanton gibt. Zwar Körperschaften des öffentlichen Rechts, aber dennoch keine «Gemeinden nach Gemeindegesetz», sondern nach landeskirchlichem Recht geordnet sind die römisch-katholischen und die evangelisch-reformierten Kirchgemeinden.

Der Kanton St. Gallen umfasst per 1. Januar 2017 mit 77 politische Gemeinden, 37 Schulgemeinden, 98 Ortsgemeinden, 41 örtlichen Korporationen und 14 ortsbürgerlichen Korporationen insgesamt 297 «Gemeinden nach Gemeindegesetz» sowie 57 Zweckverbände.[15]

Wahlkreise

Bis Ende Dezember 2002 kannte der Kanton St. Gallen eine Aufteilung in Bezirke. Die Aufgaben der früheren Bezirke wurden in den letzten Jahren zunehmend auf andere Körperschaften übertragen; als Institution wurden die Bezirke schliesslich mit der neuen Kantonsverfassung abgeschafft. Die heutigen Wahlkreise erfüllen keine Aufgaben der Staatsverwaltung mehr.

Der Kanton St. Gallen ist seit dem 1. Januar 2003 in die folgenden Wahlkreise gegliedert, die im Uhrzeigersinn aufgelistet werden:

Wahlkreise des Kantons St. Gallen
Wahlkreise des Kantons St. Gallen
(Stand Einwohner: 31. Dezember 2017)
WahlkreisEinwohnerPolitische Gemeinden
St. Gallen122'101St. Gallen, Eggersriet, Wittenbach, Häggenschwil, Muolen, Waldkirch, Andwil, Gossau, Gaiserwald
Rorschach42'604Mörschwil, Goldach, Steinach, Berg, Tübach, Untereggen, Rorschacherberg, Rorschach, Thal
Rheintal72'502Rheineck, St. Margrethen, Au, Berneck, Balgach, Diepoldsau, Widnau, Rebstein, Marbach, Altstätten, Eichberg, Oberriet, Rüthi
Werdenberg38'876Sennwald, Gams, Grabs, Buchs, Sevelen, Wartau
Sarganserland40'461Sargans, Vilters-Wangs, Bad Ragaz, Pfäfers, Mels, Flums, Walenstadt, Quarten
See-Gaster66'652Amden, Weesen, Schänis, Benken, Kaltbrunn, Gommiswald, Uznach, Schmerikon, Rapperswil-Jona, Eschenbach
Toggenburg46'281Wildhaus-Alt St. Johann, Nesslau, Ebnat-Kappel, Wattwil, Lichtensteig, Oberhelfenschwil, Neckertal, Hemberg, Bütschwil-Ganterschwil, Lütisburg, Mosnang, Kirchberg
Wil75'209Jonschwil, Oberuzwil, Uzwil, Flawil, Degersheim, Wil, Zuzwil, Oberbüren, Niederbüren, Niederhelfenschwil
Kanton St. Gallen504'686

Vertretung auf nationaler Ebene

St. Gallen entsendet – wie jeder Vollkanton – zwei Abgeordnete in den Ständerat und aufgrund seiner Einwohnerzahl zwölf Vertreter in den Nationalrat.

Aussenbeziehungen

Der Kanton St. Gallen pflegt ausgewählte Regionen-Partnerschaften in Ost- und Mitteleuropa sowie in Norditalien:[16]

Geschichte

Die «Alte Ordnung» in der Ostschweiz bis 1798

Der Kanton St. Gallen wurde 1803 auf Antrag des helvetischen Abgeordneten Karl Müller-Friedberg von Napoleon Bonaparte geschaffen. Das Gebiet des Kantons entstand aus der Verschmelzung der helvetischen Kantone Linth und Säntis abzüglich der wiederhergestellten Kantone Glarus und Appenzell. Diese «Konkursmasse» bestand aus den folgenden Gebieten (der Grösse nach):

Der neu gebildete Kanton St. Gallen trat 1803 gemeinsam mit den anderen neuen Kantonen Thurgau, Waadt, Aargau, Graubünden und Tessin als gleichberechtigtes Bundesglied der Schweizerischen Eidgenossenschaft bei. Die kurzzeitig auf dem st. gallischen Territorium gebildeten helvetischen Kantone Linth und Säntis wurden aufgelöst.

Der junge Kanton gab sich 1803 und 1814 die ersten Kantonsverfassungen und konnte sich in der nachnapoleonischen Zeit gegenüber territorialen Ansprüchen des ehem. Fürstabts von St. Gallen, Pankraz Vorster, einerseits und gegenüber separatistischen Regionen andererseits behaupten.

In der Verfassung von 1814 wurden aufgrund der konfessionellen Heterogenität des Kantons Angelegenheiten wie Kirchen-, Ehe- und Schulsachen nicht dem Staat, sondern den katholischen und reformierten Bevölkerungsgruppen, den sogenannten «Kantonsteilen», überantwortet, sodass neben dem allgemeinen gesetzgebenden Grossen Rat (heute Kantonsrat) auch ein katholischer und ein reformierter Grosser Rat eingeführt wurden (→ konfessioneller Dualismus).

1831 wurde eine repräsentativ-demokratische Verfassung eingeführt, die mit dem «Volksveto» bereits erste direkt-demokratische Züge aufwies und das bisherige oligarchische Regime ablöste. 1861 übernahm der Staat nach heftigen Streitigkeiten das bisher kirchliche Schulwesen. Die starke Konfessionalisierung des Kantons prägte St. Gallen aber noch weit bis ins 20. Jahrhundert hinein. 1875 wurde das «Volksveto» durch das fakultative Referendum (Einspracherecht des Volkes gegen Gesetze) ersetzt.

In der Verfassung von 1890 wurden mit der Einführung der Volksinitiative (Recht des Volkes, Gesetze vorzuschlagen), der Erleichterung das Referendums und der Volkswahl der Regierung die Volksrechte modernisiert. Dieses Grundgesetz galt, mit vielen Änderungen, bis zum Erlass der bis heutige gültigen Verfassung von 2001, die in erster Linie die zahlreichen verfassungsrechtlichen Neuerungen der vergangenen hundert Jahre zusammenfasste und die Reorganisation des Kantons abschloss.

Das Stimm- und Wahlrecht für Frauen wurde in St. Gallen auf kantonaler und kommunaler Ebene 1972 eingeführt.[17]

Wappen

Wappen von Kanton St. Gallen
Blasonierung: «In Grüne ein kreuzweise von einem grünen Band umwundenes silbernes Stäbebündel (Fasces) mit fünf sichtbaren Stäben und durchgehendem rechtsgewendetem silbernem Beil mit rückseitigem Dorn.»[18]
Wappenbegründung: Das Wappen St. Gallens zeigt in Grün ein silbernes Rutenbündel mit Beil (auch Liktorenbündel bzw. lateinisch Fasces genannt). Den Ursprung dieses Bündels findet man im römischen Reich. Liktoren trugen einen Rutenbündel mit einem Beil hohen Beamten voraus. Der Bündel galt als Symbol der Gerichtsgewalt. Die Farbe Grün ist auch in den Wappen der ebenfalls 1803 gegründeten Kantonen Thurgau und Waadt sichtbar.

Im Jahr 2011 wurde das Wappen in seiner Darstellungsform modifiziert. So wurde der Dorn des Beils entfernt, das helle Grün in ein dunkles geändert und die Wappenform nach unten spitzverlaufend gestaltet. Aufgrund dessen ist die oben aufgeführte Blasonierung teilweise korrekt.

Die Revolutionäre in Frankreich übernahmen deren Symbole. Die Helvetische Republik übernahm neben der Trikolore auch das Rutenbündel. Im Vergleich zur französischen Marianne wählte die Schweiz ihre Helvetia. Nachdem Napoleon Bonaparte den Kanton St. Gallen gründete, wurde der Rutenbündel übernommen und zeigt heute, unter welchen Umständen der Kanton gegründet wurde. Das St. Galler Rutenbündel hat acht (davon sichtbar fünf) Stäbe für die acht ehemaligen Bezirke des Kantons zur Zeit der Kantonsgründung.

Wirtschaft

Agglomerationen und Eisenbahnlinien im Kanton St. Gallen

2011 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Einwohner 72'486 Schweizer Franken.[10] 2012 wurden 285'210 Beschäftigte im Kanton St. Gallen gezählt, wovon 11'696 auf den primären (Urproduktion), 87'948 auf den sekundären (Industrie) und 185'566 auf den tertiären Sektor (Dienstleistung) entfielen. 37'012 Arbeitsstätten wurden 2012 im Kanton gezählt (davon 4428 im primären, 6688 im sekundären und 25'896 im tertiären Sektor). Die Arbeitslosenquote bezifferte sich per 31. Dezember 2015 auf 2,7 Prozent gegenüber 3,7 Prozent auf eidgenössischer Ebene.[9]

Im Kanton wird die Hälfte der Gesamtfläche als landwirtschaftliche Flächen genutzt.[19] Bis etwa 1920 war der bei weitem wichtigste Industriezweig der St. Galler Wirtschaft die Textilindustrie.

Verkehr

Wie jedes Jahr beim Strassen- und Schienenverkehr ist es auch 2018 wieder zu zahlreichen Wildunfällen gekommen. Im Kanton St. Gallen wurden mindestens 421 Rotfüchse, 326 Rehe, 186 Dachse, 126 Steinmarder und verschiedene andere Arten Opfer des Verkehrs.[20]

Öffentlicher Verkehr

Mehrere Fernverkehrslinien der Schweizerischen Bundesbahnen verkehren durch den Kanton. Der wichtigste Knotenpunkt im Kanton ist dabei der Bahnhof St. Gallen, in zweiter Linie folgen die Bahnhöfe Wil, Rapperswil, Ziegelbrücke oder Sargans. Das Rückgrat des Regionalverkehrs im Kanton St. Gallen bildet dann die S-Bahn St. Gallen, das durch die Thurbo, die Südostbahn und die Appenzeller Bahnen betrieben wird. Das Postauto, die VBSG, private Busbetriebe, die Seilbahn Unterterzen-Tannenbodenalp und der Schiffsbetrieb nach Quinten erfüllen im Auftrag des Kantons oder Gemeinden Leistungen im Regional- und im Ortsverkehr. Alle im Kanton St. Gallen tätigen öffentlichen Bahn- und Busunternehmen sind Mitglied im Tarifverbund Ostwind.

Schiffsverkehr findet auf dem Walensee und dem Bodensee statt.

Individualverkehr

Das im Kanton St. Gallen fertiggestellte Nationalstrassennetz stellt den Anschluss an die übrige Schweiz sicher, hängig ist einzig ein besserer Anschluss ins benachbarte Österreich. Das Kantonsstrassennetz mit einer Gesamtlänge von ungefähr 675 Kilometern deckt kantonale und regionale Bedürfnisse ab. Verbindungen innerhalb der Gemeinden oder weniger bedeutende Verbindungen zwischen Gemeinden liegen in der Verantwortung der politischen Gemeinden.

Das kantonale Tiefbauamt unterhält eine Fachstelle für den Langsamverkehr. Primär sind für den Langsamverkehr (Fuss-, Wander- und Radwegnetze) aber die Gemeinden zuständig.

Städte und Orte

Städte und Orte des Kantons St. Gallen

Nachfolgend aufgelistet sind die bevölkerungsreichsten der 77 politischen Gemeinden mit mehr als 10'000 Einwohnern per 31. Dezember 2017:[21]

Politische GemeindeEinwohner
St. Gallen, Hauptort75'522
Rapperswil-Jona26'989
Wil23'768
Gossau18'171
Uzwil12'849
Buchs12'612
Altstätten11'549
Flawil10'551

Weitere Gemeinden mit bekannten Ortschaften sind:

Politische GemeindeEinwohner
Rorschach9418
Wattwil8713
Uznach6336
Sargans6118
Bad Ragaz5923
Wildhaus-Alt St. Johann2662

Siehe auch

 Portal: St. Gallen – Das Portal St. Gallen bietet eine Übersicht zu den Artikeln über den Kanton St. Gallen.

Literatur

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kanton, definitive Jahresergebnisse, 2017. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 13. November 2018 (definitive Jahresergebnisse).
  2. Struktur der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen. Bundesamt für Statistik (BFS), 26. August 2016, abgerufen am 31. Mai 2017.
  3. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Dezember 2015. (PDF; 807 kB) Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), 8. Januar 2016, S. 9, archiviert vom Original am 12. Januar 2016; abgerufen am 13. Januar 2016.
  4. Geografie und Klima. Staatskanzlei St. Gallen, archiviert vom Original am 30. Dezember 2010; abgerufen am 26. Juni 2008. Geografie und Klima (Memento vom 30. Dezember 2010 im Internet Archive)
  5. STAT-TAB: Die interaktive Statistikdatenbank, Bevölkerungsentwicklung nach Region, 1850–2000. Schweizerische Eidgenossenschaft, abgerufen am 7. Januar 2014.
  6. STAT-TAB: Die interaktive Statistikdatenbank, Bevölkerungsstand. Schweizerische Eidgenossenschaft, abgerufen am 19. Juni 2017.
  7. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kanton, definitive Jahresergebnisse, 2017. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 13. November 2018 (definitive Jahresergebnisse).
  8. Struktur der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen. Bundesamt für Statistik (BFS), 26. August 2016, abgerufen am 31. Mai 2017.
  9. a b Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Dezember 2015. (PDF; 807 kB) Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), 8. Januar 2016, S. 9, archiviert vom Original am 12. Januar 2016; abgerufen am 13. Januar 2016.
  10. a b c Kennzahlen. St. Gallen. (Nicht mehr online verfügbar.) Bundesamt für Statistik (BFS), archiviert vom Original am 22. August 2015; abgerufen am 16. August 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfs.admin.ch
  11. Maximilian Wilhelm Götzinger 1891: Die romanischen Ortsnamen des Kantons St. Gallen. Online (PDF; 4,1 MB)
  12. Bevölkerung – Basiskennzahlen Kanton St.Gallen. (PDF; 405 kB) Fachstelle für Statistik Kanton St. Gallen, abgerufen am 1. März 2012.
  13. Verfassung des Kantons St. Gallen. In: admin.ch. Bundeskanzlei (BK), abgerufen am 16. August 2015.
  14. Regierung des Kantons St.Gallen. Amtsjahr vom 1. Juni 2016 bis 31. Mai 2017. Staatskanzlei St. Gallen, abgerufen am 20. Juni 2016.
  15. Amt für Gemeinden. Staatskanzlei St. Gallen, 11. Dezember 2015, abgerufen am 17. Januar 2016.
  16. Partnerregionen. Staatskanzlei St. Gallen, abgerufen am 16. Oktober 2018.
  17. Meyers Enzyklopädisches Lexikon, 1977, Band 20, S. 686.
  18. Mühlemann, Louis, Wappen und Fahnen der Schweiz, 700 Jahre Confoederatio Helvetica, Lengnau, 1991, 3. Auflg.
  19. Quelle: Statistik für die EUREGIO-Bodensee. In: Aufgelistet! Die zehn Landkreise der Bodenseeregion, … In: Südkurier vom 25. Februar 2011 und in: Ders. vom 2. Juli 2011
  20. Kanton St. Gallen: Schäden durch Wildschweine in Rekordhöhe. In: sg.ch. 18. April 2019, abgerufen am 18. April 2019.
  21. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.

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