Kanton Dissen
| Königreich Westphalen | |
|---|---|
| Kanton Dissen | |
| Alternativname | Canton de Dissen |
| Departement | Departement der Weser |
| Distrikt | Distrikt Osnabrück |
| Hauptort des Kantons | Dissen |
| Einwohner | 5683 |
| Dörfer und Weiler | 8 |
Der Kanton Dissen war in der Franzosenzeit eine Verwaltungseinheit zunächst im Königreich Westphalen und dann im Kaiserreich Frankreich. Sein Hauptort war das Kirchdorf Dissen, die heutige Kleinstadt Dissen am Teutoburger Wald im Landkreis Osnabrück in Niedersachsen.
Der Kanton Dissen im Königreich Westphalen
Das Gebiet des Kantons Dissen gehörte bis zur Franzosenzeit zum Amt Iburg im Hochstift Osnabrück. Von 1807 bis 1810 bestand der Kanton im Distrikt Osnabrück des Departements der Weser im Königreich Westphalen. Er hatte im Jahr 1808 5683 Einwohner.[1]
Der Kanton umfasste zwei Kirchdörfer und sechs Weiler:[2]
Der Kanton Dissen im Kaiserreich Frankreich
Nach der Annexion des Osnabrücker Landes durch das Kaiserreich Frankreich wurde der Kanton Dissen 1811 um Teile der Kantone Melle und Halle vergrößert. Damit kamen auch die ehemals preußischen Orte rund um Borgholzhausen zum Kanton. Bis 1813 gehörte der vergrößerte Kanton Dissen nun zum Arrondissement Osnabrück im Departement der Oberen Ems. Er hatte 14.383 Einwohner und wurde in vier Mairien (Bürgermeistereien) nach französischem Vorbild gegliedert, die jeweils mehrere Orte umfassten:[3]
| Mairie | Orte |
|---|---|
| Dissen | Dissen, Nolle, Aschen, Aschendorf, Erpen, Kleekamp, Westbarthausen |
| Borgholzhausen | Borgholzhausen, Winkelshütten, Barnhausen, Wichlinghausen, Hamlingdorf, Cleve, Holtfeld, Casum, Oldendorf, Ostbarthausen, Berghausen |
| Hilter | Hilter, Natrup, Hankenberge |
| Wellingholzhausen | Wellingholzhausen, Uhlenberg, Nüven, Kerßenbrock, Vessendorf, Handarpe (Ksp. Well.), Himmern, Peingdorf, Schlochtern (Ksp. Well.) |
Nach der Niederlage Napoleons und dem Abzug der Franzosen wurden durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses 1815 die alten Grenzen wiederhergestellt. Das ehemals osnabrückische Gebiet fiel an das Amt Iburg im Königreich Hannover und das Gebiet um Borgholzhausen kam zum preußischen Kreis Halle.[4]
Einzelnachweise
- ↑ Johann Georg Hassel: Geographisch-statistischer Abriß des Königreichs Westphalen. Verlag des Landes-Industrie-Comptoirs, Weimar 1809, S. 236 f. (books.google.de).
- ↑ Königliches Decret, wodurch die Eintheilung des Königreichs in acht Departements angeordnet wird. Verzeichniß der Departements, Districte, Cantons und Communen des Königreichs. In: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.): Projekt Westfälische Geschichte. 1807, S. 221 (lwl.org [PDF; 4,9 MB; abgerufen am 5. Dezember 2011]).
- ↑ Albrecht Friedrich Ludolph Lasius: Der Französische Kayser-Staat unter der Regierung des Kaysers Napoleon des Grossen im Jahre 1812. Kißling, Osnabrück 1813, S. 185 f. (books.google.de).
- ↑ Statistisches Handbuch des Königreichs Hannover 1824. S. 143 (books.google.de).